Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

58/02 Energierecht

Norm

E-ControlG 2010 §21 Abs2;
E-ControlG 2010 §24 Abs2;

Rechtssatz

Wie bereits der VfGH im E vom 29. September 2012, B 54/12 u.a. (u.a.) unter Hinweis auf Paragraph 24, Absatz 2, E-ControlG 2010 näher ausgeführt hat, ist der Vorstand der Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) zur bescheidförmigen Anordnung der Übermittlung von Daten (über die Erlös- und Kostenstruktur im Stromvertrieb) ermächtigt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X01

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X01

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Rechtssatz

Es bedarf nur dann keines Ermittlungsverfahrens und keiner weiteren Feststellungen durch ein Beweisverfahren, wenn die Entscheidungsgrundlagen außer Streit stehen oder die den Sachverhalt bildenden Tatsachen sichtbar zutage liegen und offenkundig sind.

Schlagworte

Sachverhaltsermittlung Parteiengehör offenkundige notorische Tatsachen Beweiswürdigung Sachverhalt angenommener geklärter

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X02

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X02

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 81/10/0019 E 7. März 1983 RS 1

Stammrechtssatz

Verfahren, in denen die entscheidende Behörde zugleich erste und letzte Instanz ist, sind mit ganz besonderer Sorgfalt zu führen, da unterlaufene Verfahrensfehler in einem Berufungsverfahren nach dem AVG 1950 wegen des Fehlens eines Instanzenzuges ja nicht aufgezeigt und behoben werden können.

Schlagworte

Sachverhalt Sachverhaltsfeststellung Verfahrensmangel

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X03

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X03

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

26/01 Wettbewerbsrecht
58/02 Energierecht

Norm

E-ControlG 2010 §21;
E-ControlG 2010 §24 Abs1 Z2;
KartG 2005 §36 Abs4 Z2;

Rechtssatz

Wie der VfGH im E vom 29. September 2012, B 54/12 u.a. ausgeführt hat, zählen zu den der E-Control als Regulierungsbehörde übertragenen Befugnissen u.a. die Durchführung von Untersuchungen über die Markt- bzw. Wettbewerbsverhältnisse im Elektrizitätsbereich, die Erstattung von Gutachten und Stellungnahmen über diese Verhältnisse und die Wahrnehmung der den "Regulatoren" eingeräumten Antrags- und Stellungnahmerechte nach Paragraph 36, Absatz 4, Ziffer 2, KartG 2005 (Paragraph 21, E-ControlG 2010). Ferner ergibt sich aus dem Zusammenhang mit Paragraph 24, Absatz eins, Ziffer 2, E-ControlG 2010, dass die Überwachungs- und Aufsichtsfunktion der E-Control über den im engeren Sinn "regulierten Bereich" hinaus auch den Elektrizitätsmarkt als solchen umfasst.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X04

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X04

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

58/02 Energierecht

Norm

E-ControlG 2010 §21 Abs2;
ElWOG 2010 §10;
  1. ElWOG 2010 § 10 gültig von 03.03.2011 bis 23.12.2025 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 91/2025

Rechtssatz

Aus Paragraph 10, ElWOG 2010 geht hervor, dass die Elektrizitätsunternehmen ohne konkreten Anlassfall auch dann alle Informationen zur Verfügung zu stellen haben, wenn die diesbezüglichen Unterlagen oder Auskünfte zur Klärung oder Vorbereitung der Klärung entscheidungsrelevanter Sachverhalte in künftig durchzuführenden Verfahren erforderlich sind. Diese Auskunfts- und Einsichtsrechte beziehen sich auf den Elektrizitätsmarkt und die Elektrizitätsunternehmen insgesamt (und nicht nur auf im engeren Sinn regulierte Märkte und Unternehmen).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X05

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X05

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3L E12300000
E3L E13309900
58/02 Energierecht

Norm

32009L0072 Elektrizitätsbinnenmarkt-RL Art37 Abs4;
E-ControlG 2010 §21 Abs2;
E-ControlG 2010 §34;
EURallg;

Rechtssatz

Untersuchungsbefugnisse, wie sie Paragraph 21, Absatz 2, E-ControlG 2010 für die E-Control vorsieht, sollen die Regulierungsbehörde in die Lage versetzen, jene für sie unverzichtbaren Kenntnisse über die von ihr zu regulierenden und zu beaufsichtigenden Märkte zu erhalten, um im Rahmen der allgemeinen Elektrizitätsmarktaufsicht allfällige Missbrauchspotenziale im Wettbewerbsverhalten der Unternehmen zu erkennen und dementsprechend den im liberalisierten Elektrizitätsmarkt zuständigen allgemeinen Wettbewerbsbehörden im Interesse der Förderung eines effektiven Wettbewerbs die zur Erfüllung deren Aufgaben benötigten Informationen an die Hand zu geben. Daher ist die E-Control bei Erfüllung ihrer Aufgaben befugt, in alle Unterlagen u.a. von Marktteilnehmern Einsicht zu nehmen und über alle auf ihre Tätigkeit bezughabenden Umstände Auskunft zu verlangen vergleiche dazu Paragraph 34, E-ControlG 2010 und Artikel 37, Absatz 4, der RL 2009/72/EG).

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Richtlinie EURallg4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X06

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X06

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

E6A
E6J
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/10 Datenschutz
58/02 Energierecht

Norm

62007CJ0424 Kommission / Deutschland;
62009TJ0458 Slovak Telekom / Kommission;
B-VG Art18;
DSG 2000 §1 Abs2;
E-ControlG 2010 §34;
E-ControlG 2010 §4 ;
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Rechtssatz

Der Gesetzgeber genügt den sich aus Paragraph eins, Absatz 2, DSG 2000 in Verbindung mit Artikel 18, B-VG ergebenden Anforderungen an die Vorherbestimmung der Informationseingriffe, zu denen die E-Control ermächtigt werden soll, wenn er einen konkreten Bezug zu ihrer Aufgabe verlangt (Paragraph 34, E-ControlG 2010) und die Angemessenheit der jeweiligen Maßnahme im Hinblick auf die zu besorgende Aufgabe festlegt (Paragraph 4, erster Satz E-ControlG 2010). Ferner hat der VfGH m E vom 29. September 2012, B 54/12 u.a., unter Bezugnahme auf Urteile des EuGH vom 3. Dezember 2009 (Rs. C-424/07, Kommission/Deutschland, Slg 2009, I- 11431) und 22. März 2012 (T-458/09 und T-171/10, Slovak Telecom) darauf hingewiesen, dass es auch unbedenklich erscheint, wenn der Gesetzgeber den Regulierungsbehörden einen gewissen Spielraum dafür einräumt, welche Auskünfte die Regulierungsbehörde zur Wahrnehmung ihrer Überwachungs- und Aufsichtsbefugnisse für erforderlich hält.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X07

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X07

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

58/02 Energierecht

Norm

E-ControlG 2010 §21 Abs2;
E-ControlG 2010 §21;
E-ControlG 2010 §24;
E-ControlG 2010 §34;
E-ControlG 2010 §4;
ElWOG 2010 §88 Abs1 Z3;

Rechtssatz

Die gleichen Erwägungen des VfGH im E vom 29. September 2012, B 54/12, zu den Aufgaben und Befugnissen der E-Control gelten in Bezug auf den der Regulierungsbehörde eingeräumten Spielraum, ihre Erhebungen und deren Reihenfolge nach Zweckmäßigkeitserwägungen zur Erfüllung der ihr durch den Gesetzgeber zugewiesenen Aufgabe, nämlich der Beobachtung und Ermittlung der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse (so u.a. des Umfanges des Wettbewerbes auf Großhandelsebene und Wettbewerbsebene; vergleiche dazu insbesondere Paragraph 21, Absatz 2, E-ControlG 2010 und Paragraph 88, Absatz eins, Ziffer 3, ElWOG 2010), zu gestalten. Die Paragraphen 4, 21, 24 und 34 E-ControlG 2010 verpflichten die Behörde nicht, die Auskunftsverlangen und Datenabfragen an die ihrer Überwachung und Aufsicht unterliegenden Elektrizitätsunternehmen gleichzeitig zu stellen. Die Vorgangsweise der Behörde, vorerst aus Zweckmäßigkeitsgründen zur Klärung der strittigen Rechtsfragen durch Führung eines Musterprozesses nur drei von den bereits zur Datenbekanntgabe aufgeforderten 19 Elektrizitätsunternehmen mit Bescheid zu verpflichten, kann nicht als unsachlich beurteilt werden und begegnet keinen Bedenken.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X08

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X08

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

9

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

26/01 Wettbewerbsrecht
58/02 Energierecht

Norm

E-ControlG 2010 §21 Abs2;
E-ControlG 2010 §21 Abs3;
E-ControlG 2010 §24 Abs1 Z2;
E-ControlG 2010 §34;
E-ControlG 2010 §4 ;
E-ControlG 2010 §4 Z1;
E-ControlG 2010 §4 Z7;
ElWOG 2010 §10;
KartG 2005 §36 Abs4 Z2;

Rechtssatz

Die den Behörden durch das ElWOG 2010 eingeräumten Aufsichts- und Einsichtsrechte korrelieren (u.a.) mit der Verpflichtung der Regulierungsbehörde, alle Maßnahmen zu treffen, die zur Erreichung der in Paragraph 4, E-ControlG 2010 angeführten Ziele angemessen sind, so etwa der Förderung eines wettbewerbsbestimmten, sicheren und ökologisch nachhaltigen Elektrizitätsmarktes und der effektiven Öffnung dieses Marktes für alle Kunden und Lieferanten (Ziffer eins,) sowie der Ergreifung von Maßnahmen, die bewirken, dass die Kunden Vorteile aus dem effizienten Funktionieren des nationalen Marktes ziehen (Ziffer 7,). Wie im E des VfGH vom 29. September 2012, B 54/12 u. a., ausgeführt wurde, regelt Paragraph 34, E-ControlG 2010 in Verbindung mit den die konkreten Verwaltungsaufgaben der E-Control konkretisierenden Bestimmungen des Paragraph 4, Ziffer eins und 7, des Paragraph 21, Absatz 2 und 3 sowie des Paragraph 24, Absatz eins, Ziffer 2, leg. cit. die Ermittlung und Verwendung der Daten in einer zur Sicherung der Verhältnismäßigkeit ausreichend präzisen Weise.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X09

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X09

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

10

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

58/02 Energierecht

Norm

E-ControlG 2010 §34;
ElWOG 1998 §10;
ElWOG 2010 §10;
Energie-RegulierungsbehördenG 2002 §27;
  1. ElWOG 2010 § 10 gültig von 03.03.2011 bis 23.12.2025 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 91/2025

Rechtssatz

Die Frage, zu welchen Daten Abfragen beantwortet werden müssen, hat nichts mit dem grundsätzlichen Rückwirkungsverbot zu tun. "Sachverhalt" der Paragraphen 34, E-ControlG 2010 und 10 ElWOG 2010 ist die Befugnis der Behörde, Einsicht in Unterlagen zu nehmen, und die Verpflichtung des Unternehmens, Einsicht zu gewähren. Diese Befugnis bzw. Verpflichtung besteht seit dem Inkrafttreten am 3. März 2011; vorher hätte eine solche Anordnung nicht erfolgen dürfen. Darin erschöpft sich das Rückwirkungsverbot. Eine Beschränkung der Befugnisse der E-Control, auch über vor Inkrafttreten dieser Bestimmungen gelegene Zeiträume Auskunft zu verlangen, ist in diesen Gesetzen nicht angeordnet. Im Übrigen ordnete bereits Paragraph 10, ElWOG 1998, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 143 aus 1998,, an, dass Elektrizitätsunternehmen alle Informationen zur Verfügung zu stellen haben, die der Behörde eine sachgerechte Beurteilung ermöglichen. Ferner räumte Paragraph 27, Elektrizitäts-ControlG 2000, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 121 aus 2000,, den Regulierungsbehörden gleiche Auskunfts- und Einsichtsrechte wie Paragraph 34, E-ControlG 2010 nunmehr der E-Control ein. Dass das ElWOG 2010 und das E-ControlG 2010 keine Beschränkung (der Befugnisse auch über vor Inkrafttreten dieser Bestimmungen gelegene Zeiträume Auskunft zu verlangen) vorsehen, erscheint in verfassungsrechtlicher Hinsicht unbedenklich.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X10

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X10

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

11

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3L E12300000
E3L E13309900
58/02 Energierecht

Norm

32009L0072 Elektrizitätsbinnenmarkt-RL Art37 Abs4 litc;
ElWOG 2010 §10;
ElWOG 2010 §65 Abs2;
EURallg;

Rechtssatz

Aus Paragraph 10, ElWOG 2010 ergibt sich, dass Elektrizitätsunternehmen nicht nur Einsicht in die in dieser Bestimmung genannten Unterlagen und Aufzeichnungen bieten sowie Auskünfte über alle, den jeweiligen Vollzugsbereich betreffenden Sachverhalte erteilen müssen, sondern auch alle Informationen zur Verfügung zu stellen haben, die der Behörde eine sachgerechte Beurteilung ermöglichen.

Paragraph 65, Absatz 2, leg. cit. sieht vor, dass Stromhändler und sonstige Lieferanten, die Endverbraucher beliefern, sämtliche preisrelevanten Daten für mit Standardprodukten versorgte Endverbraucher der Regulierungsbehörde elektronisch zu übermitteln haben. Schon daraus ergibt sich ein Unterschied zwischen den Informationsbefugnissen der Regulierungsbehörde und den in einzelnen Auskunftspflichtgesetzen normierten Verpflichtungen, sodass die zu diesen Gesetzen ergangene Judikatur nicht einschlägig ist. Vor allem ist im vorliegenden Zusammenhang auf Artikel 37, Absatz 4, Litera c, der RL 2009/72/EG hinzuweisen, wonach die Regulierungsbehörden befugt sind, alle für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben maßgeblichen Informationen bei den Elektrizitätsunternehmen einzufordern, woraus ebenso deutlich wird, dass die Grenzen, die in der Judikatur für Auskunftsverlangen gemäß den Auskunftspflichtgesetzen gezogen werden, nicht auf die Informationsbefugnisse der Regulierungsbehörde übertragbar sind.

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Richtlinie EURallg4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X11

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X11

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

12

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/10 Grundrechte
58/02 Energierecht

Norm

B-VG Art7 Abs1;
E-ControlG 2010 §34;
ElWOG 2010 §10;
StGG Art5;
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. ElWOG 2010 § 10 gültig von 03.03.2011 bis 23.12.2025 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 91/2025

Rechtssatz

Die Überbindung von öffentlichen Aufgaben durch den Gesetzgeber an Privatpersonen oder Unternehmen ist grundsätzlich verfassungsrechtlich zulässig, sodass diesen vom Gesetzgeber zahlreiche Auskunfts- und Mitwirkungspflichten auferlegt sind und insbesondere auch zugemutet werden kann, zur Erfüllung dieser Pflichten Erhebungen vorzunehmen. Unter Berücksichtigung des verfassungsrechtlich aus Gründen des Gleichheitssatzes und des Eigentumsschutzes zu beachtenden Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes (Hinweis E des VfGH vom 11. Juni 1996, B 124/95, mwN) hat der VfGH in seinem in der vorliegenden Beschwerdesache ergangenen E vom 29. September 2012, B 54/12 u.a., hinsichtlich des behaupteten unvertretbaren Aufwandes der bf Partei keine Bedenken geäußert.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X12

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X12

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

13

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
58/02 Energierecht

Norm

E-ControlG 2010 §34;
ElWOG 2010 §10;
VwGG §42 Abs2 Z3 litb;
VwGG §42 Abs2 Z3 litc;
  1. ElWOG 2010 § 10 gültig von 03.03.2011 bis 23.12.2025 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 91/2025
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Das Vorbringen der bf Partei, die im Erhebungsformular von der E-Control gestellte Zusatzfrage hinsichtlich "Strategischen Überlegungen (Beschaffungsstrategie je Kundengruppe)" sei rechtswidrig, ist zutreffend, weil die Begründung des angefochtenen Bescheides keine ausreichend tragfähige Grundlage für eine Beurteilung bildet, ob der Auftrag zur Beantwortung dieser Frage für die Wahrnehmung der Überwachungs- und Aufsichtsbefugnisse durch die Regulierungsbehörde erforderlich und angemessen ist. Es ist nicht ersichtlich, welche konkreten Daten hier an die Behörde übermittelt werden sollen, lässt doch der Begriff "Strategie", der durch keine Ausfüllhilfe näher erläutert wird, einen sehr weiten Interpretationsspielraum offen.

Schlagworte

Begründung Begründungsmangel

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X13

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X13

Rechtssatz für 2012/05/0212

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 18710 A/2013

Rechtssatznummer

14

Geschäftszahl

2012/05/0212

Entscheidungsdatum

27.09.2013

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

VwGG §39 Abs2 Z4;
  1. VwGG § 39 heute
  2. VwGG § 39 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 39 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 39 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 39 gültig von 01.09.1997 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  6. VwGG § 39 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Rechtssatz

Der EGMR hat anerkannt (Urteil vom 18. Juli 2013, 56422/09, SCHÄDLER-EBERLE v. LIECHTENSTEIN), dass eine Verhandlung nicht geboten ist, wenn etwa keine Fragen der Beweiswürdigung auftreten oder die Tatsachenfeststellungen nicht bestritten sind, sodass eine Verhandlung nicht notwendig ist und das Gericht aufgrund des schriftlichen Vorbringens und der schriftlichen Unterlagen entscheiden kann. Die staatlichen Behörden können auch auf Aspekte der Effizienz und Verfahrensökonomie Rücksicht nehmen und auf das Gebot der angemessenen Verfahrensdauer Bedacht nehmen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2012050212.X14

Im RIS seit

18.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2012050212_20130927X14