Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

50/01 Gewerbeordnung
55 Wirtschaftslenkung

Norm

GewO 1973 §39;
PrG 1976 §14 Abs1 idF 1984/265;
PrG 1976 §14a idF 1984/265;
PrG 1976 §16a idF 1984/265;
  1. GewO 1973 § 39 gültig von 01.07.1993 bis 18.03.1994 wiederverlautbart durch BGBl. Nr. 194/1994
  2. GewO 1973 § 39 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 399/1988
  3. GewO 1973 § 39 gültig von 01.02.1982 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 619/1981

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 87/17/0393 E 9. Juni 1989 RS 1

Stammrechtssatz

Wurde die Bestellung eines Geschäftsführers gem Paragraph 39, GewO oder nach anderen Verwaltungsvorschriften angezeigt oder genehmigt, so trifft gem Paragraph 16, a PreisG die strafrechtliche Verantwortlichkeit für die Einhaltung des Paragraph 10, a Absatz 2, PreisG der Paragraphen 11 bis 11 c PreisG, der auf Grund dieser Bestimmung erlassenen Verordnungen sowie des Paragraph 14 und Paragraph 14, a PreisG den Geschäftsführer und es sind bei Zuwiderhandlungen Geld- und Arreststrafen gem Paragraph 15, Absatz eins, PreisG und Paragraph 16, Absatz eins, PreisG gegen den Geschäftsführer zu verhängen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X01

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X01

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1 idF 1984/265;

Rechtssatz

Durch die PreisG-Nov 1980 BGBl 288, wurde der Tatbestand des Paragraph 14, Absatz eins, PreisG durch die Worte "ersichtlich macht" (zu den bereits bestehenden Tatbeständen des Forderns, Annehmens oder Sich-Versprechen-Lassens) ergänzt. Das E 10.5.1979, 3497/78, VwSlg 9838 A/1979, in welchem ausgesprochen wurde, unter dem "geforderten" Preis iSd Paragraph 14, Absatz eins, PreisG sei grundsätzlich der tatsächlich von dem Kunden verlangte und nicht der in einer Preisliste angeführte Preis zu verstehen, ist daher insofern überholt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X02

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X02

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1 idF 1984/265;
PrG 1976 §14 Abs3 idF 1984/265;

Rechtssatz

Das Ersichtlichmachen iSd Paragraph 14, Absatz 3, dritte Rechtsregel PreisG ist nicht isoliert auf den Preis zu beziehen, sondern umfasst in jeden Fall die betreffende Bedarfsleistung und den hiefür ersichtlich gemachten Preis als untrennbare Einheit.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X03

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X03

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs3 idF 1984/265;

Rechtssatz

Da Paragraph 14, Absatz 3, dritte Rechtsregel bei der Definition eines übermäßigen Entgeltes auf den für Bedarfsgegenstände oder Bedarfsleistungen der gleichen Art und Beschaffenheit am Orte des Verkaufes oder der Erbringung der Bedarfsleistung im ordentlichen Geschäftsverkehr jeweils üblichen Preis abstellt, ist damit auch gesagt, dass sowohl die Preise als auch die Bedarfsgegenstände bzw. Bedarfsleistungen miteinander zu vergleichen sind.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X04

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X04

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1 idF 1984/265;
PrG 1976 §14 Abs3 idF 1984/265;

Rechtssatz

Wird bei der Preisauszeichnung nicht ersichtlich gemacht, dass es sich um eine von der ortsüblichen Art und Beschaffenheit abweichende Bedarfsleistung handelt, dann ist aus der Sicht des Konsumenten davon auszugehen, dass es sich um eine gleichartige Bedarfsleistung handelt. In diesem Sinn ist auch das E vom 20.1.1958, 1531/55 zu verstehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X05

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X05

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1 idF 1984/265;
PrG 1976 §14 Abs3 idF 1984/265;

Rechtssatz

Bei Beurteilung der Frage, ob miteinander verglichene Bedarfsgegenstände im Hinblick auf ihre Qualitätsunterschiede noch von gleicher Art und Beschaffenheit sind, stellt der VwGH auf die objektivierbare Sicht der diese Bedarfsgegenstände nachfragenden Konsumenten ab.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X06

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X06

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs3 idF 1984/265;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 87/17/0393 E 9. Juni 1989 RS 2

Stammrechtssatz

Der Begriff "Ort des Verkaufes" (ebenso wie der Begriff "Ort der Erbringung der Bedarfsleistung") ist nicht topografisch zu verstehen und nicht mit dem Begriff "Gemeinde" gleichzusetzen, weshalb der ortsübliche Preis auch auf Grund der Ermittlungen, die über das Gebiet der Gemeinde hinausreichen und sich auf ein größeres Gebiet, allerdings mit gleichen wirtschaftlichen Verhältnissen, erstrecken, festgestellt werden kann. Dies ist dann erforderlich, wenn an einem Ort keine oder zu wenig geeignete Vergleichsbetriebe vorhanden sind. Der Erhebungsbereich muss hiebei so weit reichen, dass die Preise mehrerer gleichartiger Betriebe verglichen werden können. (Hinweis auf E vom 26.5.1987, 86/17/0018)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X07

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X07

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1 idF 1984/265;
PrG 1976 §14 Abs3 idF 1984/265;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 87/17/0393 E 9. Juni 1989 RS 3

Stammrechtssatz

Bei Ermittlung des "ortsüblichen" Preises kommt es auch auf die Gleichartigkeit der Betriebe an. Die Heranziehung von zwei oder auch drei Vergleichsbetrieben ist nicht ausreichend. Ein "ortsüblicher" Preis kann nämlich grundsätzlich nur ein Entgelt sein, das mehrfach ersichtlich gemacht, gefordert, angenommen usw. wird.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X08

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X08

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

9

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1 idF 1984/265;
PrG 1976 §14 Abs3 idF 1984/265;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 87/17/0393 E 9. Juni 1989 RS 6

Stammrechtssatz

Unter dem Ort der Erbringung einer Bedarfsleistung ist jener Ort zu verstehen, an dem der Werkvertrag über die Durchführung der Leistung (das "Geschäft") abgeschlossen wird.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X09

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X09

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

10

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1;
PrG 1976 §14 Abs3;

Rechtssatz

Alle Annahmestellen eines einzigen Unternehmens (hier: Chemisch-Putzerei) können nur als ein Vergleichsbetrieb gewertet werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X10

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X10

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

11

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs3;

Rechtssatz

Nach der stRsp des VwGH zu Paragraph 14, Absatz 3, dritte Rechtsregel PreisG nimmt diese Bestimmung auf die im Bereich der Marktwirtschaft übliche freie Entwicklung der Preise nach Angebot und Nachfrage Bezug, die in der Praxis zwischen einer unteren und einer oberen Grenze schwanken. Die gegenständliche Norm bezweckt lediglich eine regulierende Funktion insofern, als übermäßige Überschreitungen dieser Bandbreite unter Strafe gestellt sind. Aus den Worten "im ordentlichen Geschäftsverkehr üblich" ist erkennbar, dass weder im Handel geforderte Schleuderpreise noch auch Überpreise die Grundlage für die Ermittlung des ortsüblichen Preises bilden können. Strafbar ist nicht jede, sondern nur eine erhebliche, also übermäßige Preisüberschreitung. Nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" wird bei der Beurteilung der Erheblichkeit der Preisüberschreitung immer von der oberen Grenze der ermittelten ortsüblichen Preise auszugehen sein.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X11

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X11

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

12

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1;
PrG 1976 §14 Abs3;

Rechtssatz

Die Annahme eines ortsüblichen Preises hat nicht zur Voraussetzung, dass eine größere Anzahl von Vergleichsbetrieben exakt denselben Preis für eine bestimmte Bedarfsleistung ersichtlich macht etc.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X12

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X12

Rechtssatz für 87/17/0411

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 12946 A/1989

Rechtssatznummer

13

Geschäftszahl

87/17/0411

Entscheidungsdatum

09.06.1989

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
55 Wirtschaftslenkung

Norm

PrG 1976 §14 Abs1;
PrG 1976 §14 Abs3;
VStG §22;

Rechtssatz

Ausführungen darüber, dass bei Vorliegen eines fortgesetzten Deliktes es auf den Gesamteindruck der vom Besch ersichtlich gemachten Preise ankommt, die in jedem Fall aus dem allg Preisniveau mit einer beträchtlichen Spitze hervorragen. (Hinweis auf E vom 9.3.1960, 2386/59)

Schlagworte

fortgesetztes Delikt

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1987170411.X13

Im RIS seit

28.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

23.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1987170411_19890609X13