Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2019/03/0063

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0063

Entscheidungsdatum

24.09.2019

Index

41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

WaffG 1996 §21 Abs2
WaffG 1996 §22 Abs2

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2008/03/0061 E 8. September 2011 VwSlg 18199 A/2011 RS 1

Stammrechtssatz

Es trifft zu, dass ein Bedarf im Sinne des Paragraph 22, Absatz 2, WaffG 1996 nicht nur dann gegeben sein kann, wenn der Betreffende "besonderen Gefahren ausgesetzt" ist, weil sich schon aus der Formulierung "jedenfalls" in Paragraph 22, Absatz 2, WaffG 1996 ableiten lässt, dass auch andere Umstände bedarfsbegründend sein können (Hinweis E vom 19. Dezember 2006, 2005/03/0035, jagdlicher Bedarf).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2019:RA2019030063.L01

Im RIS seit

17.10.2019

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2019

Dokumentnummer

JWR_2019030063_20190924L01

Rechtssatz für Ra 2019/03/0063

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0063

Entscheidungsdatum

24.09.2019

Index

41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

WaffG 1996 §21
WaffG 1996 §22

Rechtssatz

Eine gesetzlich ausdrücklich verankerte Berechtigung (außerhalb des Waffenrechts) zum Tragen (Führen) einer Faustfeuerwaffe und zum Waffengebrauch begründet einen waffenrechtlichen Bedarf zum Führen von Schusswaffen der Kategorie B vergleiche hinsichtlich der im Nö JagdG 1974 bzw. in vergleichbaren landesgesetzlichen Regelungen anderer Länder festgelegten Zuständigkeiten von Jagdaufsehern VwGH 3.5.2017, Ro 2017/03/0004).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2019:RA2019030063.L02

Im RIS seit

17.10.2019

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2019

Dokumentnummer

JWR_2019030063_20190924L02

Rechtssatz für Ra 2019/03/0063

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0063

Entscheidungsdatum

24.09.2019

Index

14/02 Gerichtsorganisation
41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

GOG §1
GOG §11
GOG §2 Abs1
GOG §3 Abs1
WaffG 1996 §21
WaffG 1996 §22 Abs2
  1. GOG § 2 heute
  2. GOG § 2 gültig ab 01.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/2016
  3. GOG § 2 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2014
  4. GOG § 2 gültig von 23.10.1998 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 163/1998
  5. GOG § 2 gültig von 01.01.1989 bis 22.10.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 720/1988
  6. GOG § 2 gültig von 01.10.1975 bis 31.12.1988
  1. GOG § 3 heute
  2. GOG § 3 gültig ab 01.05.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 760/1996
  3. GOG § 3 gültig von 01.08.1989 bis 30.04.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  4. GOG § 3 gültig von 10.07.1945 bis 31.07.1989 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 47/1945

Rechtssatz

Der Revisionswerber ist bei einem Sicherheitsunternehmen beschäftigt, für das er (u.a.) als Kontrollorgan iSd Paragraph 3, Absatz eins, GOG bei einem Bezirksgericht tätig ist. In dieser Funktion kann er keiner der in Paragraph 22, Absatz 2, Ziffer 2 bis 4 WaffG 1996 genannten Berufsgruppen, für die ein waffenrechtlicher Bedarf "jedenfalls" als gegeben anzunehmen ist, zugeordnet werden. Die Bestimmungen des GOG räumen einem Kontrollorgan iSd Paragraph 3, Absatz eins, GOG kein Recht zum Führen einer genehmigungspflichtigen Schusswaffe ein: So hält Paragraph 2, Absatz eins, GOG vielmehr ausdrücklich fest, dass die darin statuierte Ausnahme vom allgemeinen Mitnahmeverbot von Waffen in Gerichtsgebäude (Paragraph eins, GOG) nur für jene Kontrollorgane iSd Paragraph 3, Absatz eins, GOG gilt, die zum Führen einer bestimmten Waffe nach dem WaffG 1996 befugt sind; eine eigene Berechtigung, Waffen zu führen, wird damit also nicht eingeräumt. Dem Paragraph 11, GOG, der die öffentlichrechtlichen Pflichten und Befugnisse des einzelnen (Sicherheits-)Kontrollorgans umschreibt, ist eine derartige Befugnis nicht zu entnehmen. Auch aus den übrigen Bestimmungen des GOG lässt sich eine derartige Befugnis nicht ableiten. Ausgehend davon begründet die Tätigkeit als Kontrollorgan iSd Paragraph 3, Absatz eins, GOG für sich genommen keinen die Ausstellung eines Waffenpasses rechtfertigenden Bedarf vergleiche auch - zur insoweit gegenteiligen Rechtslage nach dem NÖ JagdG 1974 - VwGH 3.5.2017, Ro 2017/03/0004).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2019:RA2019030063.L03

Im RIS seit

17.10.2019

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2019

Dokumentnummer

JWR_2019030063_20190924L03

Rechtssatz für Ra 2019/03/0063

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0063

Entscheidungsdatum

24.09.2019

Index

14/02 Gerichtsorganisation
41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

GOG §2 Abs3
WaffG 1996 §21 Abs2
WaffG 1996 §22 Abs2
WaffG 1996 §7 Abs2
  1. GOG § 2 heute
  2. GOG § 2 gültig ab 01.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/2016
  3. GOG § 2 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2014
  4. GOG § 2 gültig von 23.10.1998 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 163/1998
  5. GOG § 2 gültig von 01.01.1989 bis 22.10.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 720/1988
  6. GOG § 2 gültig von 01.10.1975 bis 31.12.1988

Rechtssatz

Amtsräume (hier: eines Bezirksgerichts) sind Betriebsräume iSd Paragraph 7, Absatz 2, WaffG 1996 vergleiche VwGH 7.5.1998, 96/20/0241; 20.6.2012, 2012/03/0037; 21.12.2017, Ra 2017/03/0102). Dem Revisionswerber als Inhaber einer Waffenbesitzkarte ist es daher nach Maßgabe des Paragraph 7, Absatz 2, WaffG 1996 und des Paragraph 2, Absatz 3, GOG gestattet, innerhalb dieser Betriebsräumlichkeiten eine (eigene) Waffe bei sich zu haben, aber auch (fremde) Waffen entgegenzunehmen, zu verwahren und wieder auszufolgen, ohne dafür einen Waffenpass zu benötigen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2019:RA2019030063.L04

Im RIS seit

17.10.2019

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2019

Dokumentnummer

JWR_2019030063_20190924L04

Rechtssatz für Ra 2019/03/0063

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0063

Entscheidungsdatum

24.09.2019

Index

41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

WaffG 1996 §21 Abs2
WaffG 1996 §22 Abs2

Rechtssatz

Allfällige Vorgaben eines Dienstgebers - insbesondere auch die Notwendigkeit des Besitzes eines Waffenpasses als Anstellungserfordernis - (ebenso wie Inhalte einer Ausschreibung) können für sich allein keinen waffenrechtlichen Bedarf begründen:

Andernfalls läge es in der Disposition einzelner Arbeitgeber, die Ausstellung von Waffenpässen - unabhängig vom jeweiligen Vorliegen eines nach der Rechtslage für die Ausstellung eines Waffenpasses notwendigen Bedarfs - zu erwirken. Dies wäre zudem mit dem dem WaffG 1996 allgemein zu Grunde liegenden, hoch zu veranschlagenden öffentlichen Interesse an der Abwehr der mit dem Gebrauch von Waffen verbundenen Gefahren vergleiche VwGH 7.9.2018, Ra 2018/03/0097, mwN) nicht in Einklang zu bringen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2019:RA2019030063.L05

Im RIS seit

17.10.2019

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2019

Dokumentnummer

JWR_2019030063_20190924L05