Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2716/53

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2716/53

Entscheidungsdatum

02.12.1955

Index

67 Versorgungsrecht

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1330/54 E 28. März 1956 RS 1

Stammrechtssatz

Die Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit nach Paragraph 7, KOVG erfordert die Erhebung der Vorgeschichte der Gesundheitsschädigung (Anamnese), die Aufnahme des Befundes, die den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft entsprechende Bezeichnung der Gesundheitsschädigung (Diagnose), die Beurteilung des ursächlichen Zusammenhanges, die Einreichung und die Einschätzung der anerkannten Dienstbeschädigung nach den Richtsätzen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1955:1953002716.X01

Im RIS seit

08.11.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.02.2011

Dokumentnummer

JWR_1953002716_19551202X01

Rechtssatz für 2716/53

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2716/53

Entscheidungsdatum

02.12.1955

Index

67 Versorgungsrecht

Norm

KOVG 1949 §7 idF 1952/164;

Rechtssatz

Die Bezeichnung der Gesundheitsschädigung obliegt dem ärztlichen Sachverständigen auf Grund der durchgeführten Untersuchungen unter Bedachtnahme auf die Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1955:1953002716.X02

Im RIS seit

08.11.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.02.2011

Dokumentnummer

JWR_1953002716_19551202X02

Rechtssatz für 2716/53

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2716/53

Entscheidungsdatum

02.12.1955

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
67 Versorgungsrecht

Norm

AVG §45 Abs2;
KOVG 1949 §4 Abs1 idF 1952/164;

Rechtssatz

Die Beurteilung des Kausalzusammenhanges und der Einschätzung des Verschlimmerungsanteiles obliegt der Verwaltungsbehörde auf Grund des durchgeführten Sachverständigenbeweises, der ihrer freien Beweiswürdigung unterliegt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1955:1953002716.X03

Im RIS seit

08.11.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.02.2011

Dokumentnummer

JWR_1953002716_19551202X03

Rechtssatz für 2716/53

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

2716/53

Entscheidungsdatum

02.12.1955

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Rechtssatz

Der Wert eines Beweismittels der österreichischen Verfahrensgesetze richtet sich nicht nach verfahrensrechtlichen Rangstufen, sondern nach seinem inneren Wahrheitsgehalt, d. i. nach dem Anteil, den es zur Erledigung des Beweisthemas beiträgt, nach der Schlüssigkeit oder Unschlüssigkeit der Aussage und nach der Glaubwürdigkeit oder Unglaubwürdigkeit der Angabe. (Hinweise auf E 24.2.1964, Zl. 0103/63 und vor allem E vom 16.2.1952, Zl. 0076/51, VwSlg. 2453 A/1951)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1955:1953002716.X04

Im RIS seit

08.11.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.02.2011

Dokumentnummer

JWR_1953002716_19551202X04

Rechtssatz für 2716/53

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

2716/53

Entscheidungsdatum

02.12.1955

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
67 Versorgungsrecht

Norm

AVG §52;
KOVG 1949 §90 Abs1;
  1. AVG § 52 heute
  2. AVG § 52 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 82/2025
  3. AVG § 52 gültig von 01.01.2002 bis 27.11.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  4. AVG § 52 gültig von 01.07.1998 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  5. AVG § 52 gültig von 01.07.1998 bis 30.06.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  6. AVG § 52 gültig von 01.07.1995 bis 30.06.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 52 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Rechtssatz

Die Behörden der KOVG sind berechtigt, den leitenden Arzt des Landesinvalidenamtes oder einen vom leitenden Arzt bevollmächtigten Arzt im Ermittlungsverfahren als Sachverständigen heranzuziehen, sofern er im Verzeichnis des bestellten Sachverständigen (§90 Absatz eins, KOVG) eingetragen ist.

Schlagworte

Sachverständiger Anspruch auf bestimmte Person

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1955:1953002716.X05

Im RIS seit

08.11.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.02.2011

Dokumentnummer

JWR_1953002716_19551202X05

Rechtssatz für 2716/53

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

2716/53

Entscheidungsdatum

02.12.1955

Index

67 Versorgungsrecht

Norm

KOVG 1957 §4 Abs1;
  1. KOVG 1957 § 4 heute
  2. KOVG 1957 § 4 gültig ab 01.07.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 110/1993
  3. KOVG 1957 § 4 gültig von 01.07.1972 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 163/1972

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 3487/53 E 18. Mai 1955 VwSlg 3746 A/1955 RS 1

Stammrechtssatz

Wenn dem schädigenden Ereignis oder den der Dienstleistung eigentümlichen Verhältnissen nur ein ursächlicher Anteil am dem Leidenszustand zuzumessen ist, dann ist darüber Sachverständigenbeweis zu führen, inwieweit die Gesundheitsschädigung - ausgedrückt in einem Hundertsatz - auf das schädigende Ereignis bzw. auf die der Dienstleistung eigentümlichen Verhältnisse ursächlich zurückzuführen ist. Die Einschätzung des Verschlimmerungsanteiles ist zu begründen.

Schlagworte

Besondere Rechtsprobleme Verschlimmerungsanteil

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1955:1953002716.X06

Im RIS seit

08.11.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.02.2011

Dokumentnummer

JWR_1953002716_19551202X06

Rechtssatz für 2716/53

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

2716/53

Entscheidungsdatum

02.12.1955

Index

67 Versorgungsrecht

Norm

KOVG 1957 §7;
KOVG RichtsatzV 1965 §3 impl;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2635/54 E 18. Mai 1955 VwSlg 3749 A/1955 RS 1

Stammrechtssatz

Die Gesamteinschätzung ist nicht von einer gegenseitigen Leidensbeeinflussung abhängig, sondern von einem Zusammenwirken aller Dienstbeschädigungen auf die Erwerbsfähigkeit, das auch dann vorliegen kann, wenn sie sich gegenseitig nicht beeinflussen, jedoch in ihrer Gesamtheit auf die Erwerbsfähigkeit nachteiliger Einwirken als eine Dienstbeschädigung für sich allein.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1955:1953002716.X07

Im RIS seit

08.11.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.02.2011

Dokumentnummer

JWR_1953002716_19551202X07

Rechtssatz für 2716/53

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

2716/53

Entscheidungsdatum

02.12.1955

Index

67 Versorgungsrecht

Norm

KOVG 1957 §7;
KOVG RichtsatzV 1965 §3 impl;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2635/54 E 18. Mai 1955 VwSlg 3749 A/1955 RS 2

Stammrechtssatz

Die Gesamteinschätzung unterliegt der fachlichen Beurteilung des ärztlichen Sachverständigen, der sie ausreichend zu begründen hat. In der Begründung ist auszuführen, von welcher Dienstbeschädigung er bei der Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit ausgegangen ist und warum sich durch das Zusammenwirken aller Dienstbeschädigungen nicht eine höhere Gesamteinschätzung ergibt. Die Gesamteinschätzung vollzieht die Verwaltungsbehörde unter Bedachtnahme auf den durchgeführten Sachverständigenbeweis, den sie im Rahmen der ihr zustehenden freien Beweiswürdigung zu beurteilen hat.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1955:1953002716.X08

Im RIS seit

08.11.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.02.2011

Dokumentnummer

JWR_1953002716_19551202X08