Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ro 2017/04/0002

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ro 2017/04/0002

Entscheidungsdatum

11.05.2017

Index

E1E
E3L E15101000
14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
59/04 EU - EWR
80/02 Forstrecht
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

12010E267 AEUV Art267;
32011L0092 UVP-RL Anh2 Z1 litd;
32011L0092 UVP-RL Art4 Abs2;
ForstG 1975 §13 Abs10;
ForstG 1975 §17 Abs1;
ForstG 1975 §81 Abs1 litb;
UVPG 2000 §3 Abs2;
UVPG 2000 §3 Abs7;
UVPG 2000 Anh1 Z46;

Beachte

* EuGH-Zahl: C-329/17 * EuGH-Entscheidung: EuGH 62017CJ0329 B 7. August 2018 Vorabentscheidungsverfahren: * Vorabentscheidungsantrag: Ro 2017/04/0002 E 1. Oktober 2018 * EuGH-Entscheidung: EU 2017/0002

Rechtssatz

Dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) wird nach Artikel 267, AEUV folgende Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt:

Ist die Richtlinie 2011/92/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten, Amtsblatt L 26 vom 28.1.2012, S. 1-21 (UVP-RL) dahin auszulegen, dass "Trassenaufhiebe" zum Zwecke der Errichtung und für die Dauer des rechtmäßigen Bestandes einer energiewirtschaftlichen Leitungsanlage "Abholzungen zum Zweck der Umwandlung in eine andere Bodennutzungsart" im Sinne des Anhangs römisch zwei Ziffer eins, Litera d, der UVP-RL darstellen?

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RO2017040002.J01

Im RIS seit

14.06.2017

Zuletzt aktualisiert am

23.01.2019

Dokumentnummer

JWR_2017040002_20170511J01

Rechtssatz für Ro 2017/04/0002

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ro 2017/04/0002

Entscheidungsdatum

01.10.2018

Index

E3L E15101000
E6J
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

B-VG Art133 Abs6 Z1
UVPG 2000 §19 Abs7
UVPG 2000 §19 Abs8
UVPG 2000 §3 Abs7a
32011L0092 UVP-RL Art11
62014CJ0137 Kommission / Deutschland
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Beachte


Vorabentscheidungsverfahren:
* EU-Register: Ro 2017/04/0002 B 11.05.2017

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2016/04/0117 B 21. Dezember 2016 VwSlg 19515 A/2016 RS 5

Stammrechtssatz

Der mit Paragraph 3, Absatz 7 a, UVPG 2000 geschaffene Rechtsschutz von Umweltorganisationen muss im Feststellungverfahren unionsrechtskonform so ausgelegt werden, dass es einer eingetragenen Umweltorganisation möglich ist, dieselben Rechte geltend zu machen wie ein Einzelner (Urteil des EuGH vom 15. Oktober 2015, C-137/14). Daher kommt einer eingetragenen Umweltorganisation nach Paragraph 3, Absatz 7 a, UVPG 2000 das Recht zu, die Einhaltung solcher Umweltschutzvorschriften geltend zu machen, die nicht nur Interessen der Allgemeinheit, sondern auch Rechtsgüter des Einzelnen schützen, und deren Schutz vor Beeinträchtigung etwa auch durch den einzelnen Nachbarn als subjektiv-öffentliches Recht im Verfahren geltend gemacht werden kann. Ausgehend davon war die Revisionswerberin als anerkannte Umweltorganisation auch Partei des Verfahrens vor dem VwG und uneingeschränkt gemäß Artikel 133, Absatz 6, Ziffer eins, B-VG revisionslegitimiert vergleiche hingegen zur eingeschränkten Revisionslegitimation einer Formalpartei nach UVP-G 2000 (Umweltanwalt) das E vom 28. Mai 2015, Ro 2014/07/0079, mwN).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2018:RO2017040002.J01

Im RIS seit

27.08.2021

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2021

Dokumentnummer

JWR_2017040002_20181001J01

Rechtssatz für Ro 2017/04/0002

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ro 2017/04/0002

Entscheidungsdatum

01.10.2018

Index

E3L E15101000
E6J
14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

UVPG 2000 Anh1 Z16
UVPG 2000 Anh2
UVPG 2000 §3
32011L0092 UVP-RL Anh1 Z20
32011L0092 UVP-RL Anh2
32011L0092 UVP-RL Art4 Abs2
62012CJ0244 Salzburger Flughafen VORAB

Beachte


Vorabentscheidungsverfahren:
* EU-Register: Ro 2017/04/0002 B 11.05.2017

Rechtssatz

Dass von Starkstromfreileitungen für eine Stromstärke von 110 kV im Allgemeinen eine geringere Umweltbelastung ausgeht als von solchen mit einer Stromstärke von 220 kV (oder mehr) und somit die Stromstärke einer Starkstromfreileitung ein relevantes Abgrenzungskriterium bei der Festlegung von Schwellenwerten im Zusammenhang mit dem Bau von Stromleitungen darstellt, hat der Richtliniengeber durch die Normierung des Tatbestandes in Anhang römisch eins Ziffer 20, der UVP-RL klar zum Ausdruck gebracht. Durch die Festlegung ökologisch besonders sensibler Gebiete im Anhang 2 des UVP-G 2000 hat der österreichische Gesetzgeber auch dem Erfordernis entsprochen, auf die Belastbarkeit der Natur Rücksicht zu nehmen. Der bloße Umstand, dass zur Herstellung der Hochspannungsfreileitung in einem bewaldeten Gebiet Rodungen oder Geländeveränderungen erforderlich sind, bewirkt für sich allein noch nicht, dass dies die Verpflichtung zur Durchführung einer UVP bzw. einer Einzelfalluntersuchung zur Folge hätte, wäre doch den Mitgliedstaaten ansonsten insoweit der in Artikel 4, Absatz 2, der UVP-RL eingeräumte Wertungsspielraum genommen vergleiche zu allem VwGH 9.10.2014, 2013/05/0078, mit Verweis auf EuGH 21.3.2013, Salzburger Flughafen, C-244/12).

Gerichtsentscheidung

EuGH 62012CJ0244 Salzburger Flughafen VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2018:RO2017040002.J02

Im RIS seit

27.08.2021

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2021

Dokumentnummer

JWR_2017040002_20181001J02

Rechtssatz für Ro 2017/04/0002

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ro 2017/04/0002

Entscheidungsdatum

01.10.2018

Index

14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

UVPG 2000 §3 Abs7

Beachte


Vorabentscheidungsverfahren:
* EU-Register: Ro 2017/04/0002 B 11.05.2017

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2018/06/0023 B 28. Februar 2018 RS 2 (hier keine Bezugnahme auf § 3a UVPG)

Stammrechtssatz

Gegenstand eines Verfahrens gemäß Paragraph 3, Absatz 7, bzw. Paragraph 3 a, UVPG 2000 ist die Feststellung der Pflicht zur Durchführung einer UVP für ein Vorhaben bzw. eine geplante Vorhabensänderung nach Maßgabe der eingereichten Projektunterlagen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2018:RO2017040002.J03

Im RIS seit

27.08.2021

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2021

Dokumentnummer

JWR_2017040002_20181001J03

Rechtssatz für Ro 2017/04/0002

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ro 2017/04/0002

Entscheidungsdatum

01.10.2018

Index

E3L E15101000
E6J
14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
80/02 Forstrecht
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

ForstG 1975 §81 Abs1 litb
UVPG 2000 Anh1 Z46
UVPG 2000 §3 Abs7
32011L0092 UVP-RL Anh2
62017CJ0329 Prenninger VORAB

Beachte


Vorabentscheidungsverfahren:
* EU-Register: Ro 2017/04/0002 B 11.05.2017

Rechtssatz

Bei der Auslegung des Begriffes "Rodung" im UVPG 2000 ist zu beachten, dass im Zweifel ein Tatbestand des Anhanges 1 zum UVPG 2000 richtlinienkonform ausgelegt werden muss vergleiche VwGH 29.9.2015, 2012/05/0073; vergleiche allgemein zur richtlinienkonformen Auslegung VwGH 19.6.2018, Ra 2017/03/0104, mwN). Daher ist der Begriff der "Rodung" im UVPG 2000 vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des EuGH in der Rechtssache C-329/17 dahin auszulegen, dass er auch Trassenaufhiebe (nach Paragraph 81, Absatz eins, Litera b, ForstG 1975) umfasst. Derartige Trassenaufhiebe sind somit - wie der Verwaltungsgerichtshof bereits in seiner Rechtsprechung (VwGH 29.9.2015, 2012/05/0073) festgehalten hat - in die Beurteilung nach Paragraph 3, Absatz 7, UVP-G 2000 miteinzubeziehen.

Gerichtsentscheidung

EuGH 62017CJ0329 Prenninger VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2018:RO2017040002.J04

Im RIS seit

27.08.2021

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2021

Dokumentnummer

JWR_2017040002_20181001J04