Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2005/05/0275

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 17121 A/2007

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2005/05/0275

Entscheidungsdatum

20.02.2007

Index

L85003 Straßen Niederösterreich
L85004 Straßen Oberösterreich
001 Verwaltungsrecht allgemein
96/01 Bundesstraßengesetz

Norm

BStG 1971 §16;
LStG NÖ 1999 §14 Abs1 impl;
LStG OÖ 1991 §31;
LStG OÖ 1991 §34;
VwRallg;

Rechtssatz

Der Zweck und der Gegenstand des Paragraph 34, OÖ LStG 1991 entspricht im Wesentlichen der Anordnung des Paragraph 16, BStG 1971 (vor der Novelle Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 182 aus 1999,; vergleiche hiezu auch den bei Neuhofer, Oö. Baurecht 2000, Seite 1215, zu Paragraph 34, OÖ LStG 1991 wiedergegebenen Ausschussbericht 1991). Der Landesstraßenverwaltung soll (auch) schon vor Einleitung eines Bewilligungsverfahrens nach Paragraph 31, OÖ LStG 1991 zur Vornahme der notwendigen Vorarbeiten gemäß Paragraph 34, OÖ LStG 1991 für den Bau einer Landesstraße das Betreten oder Befahren fremder Grundstücke ermöglicht werden, um auf diesen Bodenuntersuchungen und sonstige technische Maßnahmen, wie z.B. Vermessungsarbeiten, durchzuführen zu können vergleiche hiezu das zur vergleichbaren Regelung des NÖ LStG 1999 ergangene hg. Erkenntnis vom 12. Oktober 2004, Zl. 2004/05/0152).

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2007:2005050275.X01

Im RIS seit

23.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.10.2014

Dokumentnummer

JWR_2005050275_20070220X01

Rechtssatz für 2005/05/0275

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 17121 A/2007

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2005/05/0275

Entscheidungsdatum

20.02.2007

Index

L85004 Straßen Oberösterreich
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §8;
LStG OÖ 1991 §34 Abs2;

Rechtssatz

Die betroffenen Grundeigentümer können im Verfahren nach Paragraph 34, OÖ LStG 1991 nur einwenden, dass die von der Straßenverwaltung zur Bewilligung eingereichten Vorarbeiten nicht notwendig sind und in der beabsichtigten Form nicht dem gesetzlich normierten Schonungsprinzip entsprechen. Die von der Behörde gemäß Paragraph 34, Absatz 2, OÖ LStG 1991 zu beachtende "Notwendigkeit" bezieht sich dabei auf die für die Vorarbeiten erforderlichen Handlungen, nicht jedoch auf das spätere Straßenbauvorhaben.

Schlagworte

Straßenrecht Wegerecht Kraftfahrwesen Straßenverkehr

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2007:2005050275.X02

Im RIS seit

23.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.10.2014

Dokumentnummer

JWR_2005050275_20070220X02

Rechtssatz für 2005/05/0275

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 17121 A/2007

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2005/05/0275

Entscheidungsdatum

20.02.2007

Index

L85004 Straßen Oberösterreich
001 Verwaltungsrecht allgemein

Norm

LStG OÖ 1991 §2 Z3;
LStG OÖ 1991 §34;
VwRallg;

Rechtssatz

Vorarbeiten gemäß Paragraph 34, OÖ LStG 1991 dienen dem Bau einer öffentlichen Straße nach Paragraph 2, Ziffer 3, OÖ LStG 1991. Darunter fallen auch die für die Errichtung öffentlicher Straßen notwendigen Planungsarbeiten vergleiche hiezu den bei Neuhofer, OÖ Baurecht 2000, Seite 1215, zu Paragraph 34, OÖ LStG 1991 wiedergegebenen Ausschussbericht 1991).

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2007:2005050275.X03

Im RIS seit

23.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.10.2014

Dokumentnummer

JWR_2005050275_20070220X03

Rechtssatz für 2005/05/0275

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 17121 A/2007

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

2005/05/0275

Entscheidungsdatum

20.02.2007

Index

L85004 Straßen Oberösterreich

Norm

LStG OÖ 1991 §11 Abs1;
LStG OÖ 1991 §11 Abs6;
LStG OÖ 1991 §13 Abs1;
LStG OÖ 1991 §13 Abs4;
LStG OÖ 1991 §2 Z7;
LStG OÖ 1991 §31 Abs4;
LStG OÖ 1991 §32 Abs2;
LStG OÖ 1991 §34;

Rechtssatz

Bei Festlegung des Straßenverlaufes durch eine Verordnung nach Paragraph 11, Absatz eins, OÖ LStG 1991 sind dieselben Grundsätze zu beachten wie im straßenrechtlichen Bewilligungsverfahren nach Paragraph 32, Absatz 2, leg. cit., insbesondere sind die voraussichtlichen Auswirkungen bei Herstellung einer öffentlichen Straße auf die Schutzgüter des Paragraph 13, Absatz eins, OÖ LStG 1991 durch die Erstellung eines Umweltberichtes iSd Absatz 4, dieses Paragraphen schon im Verfahren zur Erlassung der Trassenverordnung darzulegen vergleiche hiezu das hg. Erkenntnis vom 14. Oktober 2003, Zlen. 2001/05/1171 und 1172). Auch wenn die geplante Umlegung der Straße eine Verordnung nach Paragraph 11, Absatz eins, OÖ LStG 1991 erfordert, bedeutet dies jedoch nicht, dass diese Verordnung im Zeitpunkt der Durchführung notwendiger Arbeiten für den Bau einer öffentlichen Straße nach Paragraph 34, OÖ LStG 1991 bereits vorliegen muss. Die Planung des Baues einer öffentlichen Straße nach Paragraph 2, Ziffer 7, OÖ LStG 1991 dient sowohl der Vorbereitung des Straßenbaubewilligungsverfahrens gemäß Paragraph 31, leg. cit. als auch der Erlassung einer Verordnung nach Paragraph 11, Absatz eins, leg. cit. Grundlage beider Verfahren ist neben der bereits erwähnten Festlegung des Straßenverlaufes und der Beachtung der genannten Grundsätze für die Errichtung der Straße auch die Erstellung entsprechender Planunterlagen vergleiche hiezu Paragraph 11, Absatz 6, OÖ LStG 1991 bzw. Paragraph 31, Absatz 4, leg. cit.). Vorarbeiten im Sinne des Paragraph 34, OÖ LStG 1991 dienen daher auch der gebotenen Grundlagenforschung für die Erlassung einer entsprechenden Trassenverordnung nach Paragraph 11, OÖ LStG 1991. Die in Paragraph 34, OÖ LStG 1991 angeordnete Duldungsverpflichtung für die dort genannten Zwecke gilt daher nicht nur für das Bewilligungsverfahren nach Paragraph 31, f leg. cit., sondern auch für das Verfahren zur Erstellung der Trassenverordnung gemäß Paragraph 11, OÖ LStG 1991. Beide Verfahren sind eng miteinander verbunden und bedingen einander.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2007:2005050275.X04

Im RIS seit

23.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.10.2014

Dokumentnummer

JWR_2005050275_20070220X04

Rechtssatz für 2005/05/0275

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 17121 A/2007

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

2005/05/0275

Entscheidungsdatum

20.02.2007

Index

L85004 Straßen Oberösterreich

Norm

LStG OÖ 1991 §11 Abs1;
LStG OÖ 1991 §31;
LStG OÖ 1991 §33 Abs1;
LStG OÖ 1991 §34;

Rechtssatz

Auch Paragraph 33, Absatz eins, OÖ LStG 1991 stützt die Auffassung, dass Vorbereitungsarbeiten vor Erlassung einer Verordnung nach Paragraph 11, Absatz eins, OÖ LStG 1991 vom Gesetzgeber vorgesehen sind (arg. "wenn nach dem Stande der Vorbereitungsarbeiten die Einreihung als Landesstraße gemäß Paragraph 11, Absatz eins, in absehbarer Zeit zu erwarten ist"). Schließlich befindet sich Paragraph 34, OÖ LStG 1991 in dem eigenen

7. Hauptstück "Verpflichtungen und Zwangsrechte", sodass auch die Systematik des Gesetzes ergibt, dass diese Regelungen gleichwertig sowohl auf das 3. Hauptstück "Herstellung und Erhaltung von Straßen" mit Paragraph 11, ("Widmung, Einreihung und Auflassung von öffentlichen Straßen") als auch auf das 6. Hauptstück "Straßenrechtliche Bewilligung" anzuwenden sind.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2007:2005050275.X05

Im RIS seit

23.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.10.2014

Dokumentnummer

JWR_2005050275_20070220X05

Rechtssatz für 2005/05/0275

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 17121 A/2007

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

2005/05/0275

Entscheidungsdatum

20.02.2007

Index

L85004 Straßen Oberösterreich
14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

LStG OÖ 1991 §31;
LStG OÖ 1991 §34 Abs1;
UVPG 2000 §3 Abs2;
UVPG 2000 §3 Abs7;

Rechtssatz

Die Frage, ob ein bestimmtes Vorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen ist, kann allein aus den Einreichplänen und sonstigen Unterlagen und dem bei der Behörde eingereichten Projekt beurteilt werden, auf eventuell sonst noch beabsichtigte Vorhaben kommt es nicht an, solang noch kein konkretes Projekt vorliegt vergleiche hiezu das hg. Erkenntnis vom 20. Dezember 2005, Zl. 2004/05/0317). Im Verfahren über einen Antrag der Straßenverwaltung nach Paragraph 34, Absatz eins, OÖ LStG 1991 stellt sich die Umweltverträglichkeitsprüfungspflicht eines beabsichtigten Baues einer öffentlichen Straße daher dann nicht, wenn noch kein konkretes Projekt vorliegt, die beabsichtigten Vorarbeiten erst der Erstellung eines bewilligungsfähigen Straßenbauprojektes dienen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2007:2005050275.X06

Im RIS seit

23.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.10.2014

Dokumentnummer

JWR_2005050275_20070220X06

Rechtssatz für 2005/05/0275

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 17121 A/2007

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

2005/05/0275

Entscheidungsdatum

20.02.2007

Index

L85004 Straßen Oberösterreich
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §8;
B-VG Art139;
LStG OÖ 1991 §11 Abs1;
LStG OÖ 1991 §31;
LStG OÖ 1991 §34 Abs2;
  1. B-VG Art. 139 heute
  2. B-VG Art. 139 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  5. B-VG Art. 139 gültig von 30.11.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 659/1996
  6. B-VG Art. 139 gültig von 01.01.1991 bis 29.11.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  7. B-VG Art. 139 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  8. B-VG Art. 139 gültig von 21.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  9. B-VG Art. 139 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  10. B-VG Art. 139 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Rechtssatz

Sofern nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann, dass die beantragten Vorarbeiten nicht dem Bau einer öffentlichen Straße nach dem OÖ LStG 1991 dienen, kann von den betroffenen Grundstückseigentümern gemäß Paragraph 34, Absatz 2, OÖ LStG 1991 nur eingewendet werden, die von der antragstellenden Straßenverwaltung als erforderlich angegebenen Handlungen seien nicht notwendig. Die Trassenauswahl kann, wie im hg. Erkenntnis vom 14. Oktober 2003, Zlen. 2001/05/1171 und 1172, näher dargelegt, nur im Rahmen des Straßenbaubewilligungsverfahrens bzw. durch Bekämpfung der Trassenverordnung als gesetzwidrig beim Verfassungsgerichtshof angefochten werden.

Schlagworte

Straßenrecht Wegerecht Kraftfahrwesen Straßenverkehr

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2007:2005050275.X07

Im RIS seit

23.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.10.2014

Dokumentnummer

JWR_2005050275_20070220X07