Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 90/09/0032

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13235 A/1990

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

90/09/0032

Entscheidungsdatum

25.06.1990

Index

77 Kunst Kultur

Norm

DSchG 1923 §1 idF 1978/167;
DSchG 1923 §3 idF 1978/167;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 89/09/0010 E 1. März 1989 VwSlg 12871 A/1989 RS 1

Stammrechtssatz

Die Feststellung des öffentlichen Interesses an der Erhaltung eines Denkmals gemäß den Paragraphen eins und 3 DSchG ist hinsichtlich des ganzen Gegenstandes zu treffen, der die geforderte Bedeutung hat und sich zivilrechtlich als eine Einheit darstellt. Nur in besonders gelagerten Ausnahmefällen ist eine Einschränkung der Feststellung auf einen abgegrenzten Teil eines solchen Gegenstandes zulässig (Hinweis E 14.9.1984, 83/12/0127, und E 4.3.1988, 86/12/0038).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990090032.X01

Im RIS seit

13.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

18.02.2016

Dokumentnummer

JWR_1990090032_19900625X01

Rechtssatz für 90/09/0032

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13235 A/1990

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

90/09/0032

Entscheidungsdatum

25.06.1990

Index

77 Kunst Kultur

Norm

DSchG 1923 §1 Abs1 idF 1978/167;
DSchG 1923 §1 Abs2 idF 1978/167;

Rechtssatz

Die Unterschutzstellung eines Gegenstandes (eines Ensembles) erfolgt in jenem Zustand, in welchem sich das betreffende Denkmal im Augenblick der Unterschutzstellung befindet und es umfaßt diese Unterschutzstellung alles, was als Zubehör oder Bestandteil im sachenrechtlichen Sinne zu der schutzwürdigen zivilrechtlichen Einheit gehört (Hinweis Helfgott, Die Rechtsvorschriften für den Denkmalschutz, S 38f).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990090032.X02

Im RIS seit

13.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

18.02.2016

Dokumentnummer

JWR_1990090032_19900625X02

Rechtssatz für 90/09/0032

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13235 A/1990

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

90/09/0032

Entscheidungsdatum

25.06.1990

Index

20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
77 Kunst Kultur

Norm

ABGB §828;
DSchG 1923 §1 Abs1 idF 1978/167;
DSchG 1923 §1 Abs2 idF 1978/167;

Rechtssatz

Das Miteigentum der Beschwerdeführer und des Mitbeteiligten an dem Altarblatt hat gem Paragraph 828, ABGB zur Folge, daß die Teilhaber, solange sie einverstanden sind, nur eine Person vorstellen und das Recht haben, mit der gemeinschaftlichen Sache nach Belieben zu schalten; sobald sie uneinig sind, kann kein Teilhaber in der gemeinschaftlichen Sache eine Veränderung vornehmen, wodurch über den Anteil des anderen verfügt würde. Es kann daher bis zu einer für die Miteigentümer verbindlichen (einverständlichen oder gerichtlichen) Benützungsregelung über dieses Altarbild von keinem der Miteigentümer verfügt werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990090032.X03

Im RIS seit

13.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

18.02.2016

Dokumentnummer

JWR_1990090032_19900625X03

Rechtssatz für 90/09/0032

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13235 A/1990

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

90/09/0032

Entscheidungsdatum

25.06.1990

Index

77 Kunst Kultur

Norm

DSchG 1923 §1 Abs1 idF 1978/167;
DSchG 1923 §1 Abs2 idF 1978/167;

Rechtssatz

Zum Vorliegen der für die Unterschutzstellung auch des Altarbildes erforderlichen zivilrechtlichen Einheit desselben mit der unter Schutz gestellten Schloßanlage gelangt man auch

deshalb, weil dieses Altarbild durch seine Verbindung mit dem Altar der Schloßkapelle zu deren - selbständigem - Bestandteil geworden ist. Die Verbindung des Altarblattes mit der Hauptsache (Kapelle) ist zwar einerseits sehr eng, sodaß jedenfalls eine zusammengesetzte Sache vorliegt, doch könnte das Bild anderseits tatsächlich und wirtschaftlich ohne Verletzung der Substanz wieder von der Hauptsache getrennt werden, wie dies in der Vergangenheit auch offenbar schon wiederholt der Fall war. Das Gemälde ist auch als solches sonderrechtsfähig geblieben; der Verbindung mit der Schloßkapelle stand und steht nicht entgegen, daß zwischen dem Eigentümer der Schloßanlage und den Eigentümern des Gemäldes keine (oder doch nur eine anteilsweise) Identität besteht. Der Eigenschaft des strittigen Gemäldes als eines selbständigen Bestandteils der Schloßkapelle tut es auch keinen Abbruch, daß es offenbar nur vom Mitbeteiligten (Eigentümer der Schloßanlage), nicht aber von den beiden Beschwerdeführern als den Miteigentümern an dem Altarbild dem fortdauernden Gebrauch der Schloßkapelle als der Hauptsache gewidmet worden ist (Hinweis Spielbüchler in Rumnel 2, Rz 7 zu Paragraph 294,; Koziol-Welser, Grundriß des bürgerlichen Rechts, Band römisch zwei 8, S 11 ff).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990090032.X04

Im RIS seit

13.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

18.02.2016

Dokumentnummer

JWR_1990090032_19900625X04

Rechtssatz für 90/09/0032

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13235 A/1990

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

90/09/0032

Entscheidungsdatum

25.06.1990

Index

77 Kunst Kultur

Norm

DSchG 1923 §1 Abs1 idF 1978/167;
DSchG 1923 §1 Abs2 idF 1978/167;

Rechtssatz

Mit der Unterschutzstellung der Hauptsache (hier: Ensemble einschließlich Schloßkapelle) als Einheit kann auch die ihres Zubehörs oder ihrer (selbständigen / unselbständigen) Bestandteile (hier: Altarbild) unabhängig davon erfolgen, ob hinsichtlich Haupt- und Nebensache Eigentümeridentität besteht und sich die Miteigentümer über die Widmung des Zubehörs einig sind.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990090032.X05

Im RIS seit

13.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

18.02.2016

Dokumentnummer

JWR_1990090032_19900625X05

Rechtssatz für 90/09/0032

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13235 A/1990

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

90/09/0032

Entscheidungsdatum

25.06.1990

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

VwGG §48 Abs1;
VwGG §49 Abs1;
  1. VwGG § 48 heute
  2. VwGG § 48 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 48 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  4. VwGG § 48 gültig von 01.01.1999 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. VwGG § 48 gültig von 01.09.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  6. VwGG § 48 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997
  1. VwGG § 49 heute
  2. VwGG § 49 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 49 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 49 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 49 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  6. VwGG § 49 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  7. VwGG § 49 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0361/65 E 17. Mai 1965 RS 2

Stammrechtssatz

Der obsiegenden Partei des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens kann neben dem pauschalierten Schriftsatzaufwand ein Anspruch auf Ersatz der Umsatzsteuer nicht zuerkannt werden.

Schlagworte

Schriftsatzaufwand Verhandlungsaufwand des Beschwerdeführers und der mitbeteiligten Partei Inhalt und Umfang des Pauschbetrages

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990090032.X06

Im RIS seit

13.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

18.02.2016

Dokumentnummer

JWR_1990090032_19900625X06