Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2016/11/0155

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2016/11/0155

Entscheidungsdatum

23.03.2017

Index

L67008 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Vorarlberg

Norm

GVG Vlbg 2004 §31;
GVG Vlbg 2004 §6;
GVG Vlbg 2004 §9 Abs2;

Rechtssatz

Ist ein Rechtserwerb, für den Paragraph 9, Absatz 2, Vlbg GVG 2004 einschlägig ist, zur Umgehung erfolgt, so ist die Genehmigung nicht zwingend zu versagen, sondern zu prüfen, ob der - nach seinem wahren Gehalt zu beurteilende vergleiche Paragraph 31, Vlbg GVG 2004) - Rechtserwerb nach den Voraussetzungen des Paragraph 6, Vlbg GVG 2004 einer Genehmigung zugänglich ist. Auch in der Literatur (Hinweis Schneider, Handbuch Österreichisches Grundverkehrsrecht, [1996] 129), wird - unter Bezugnahme auf die Erläuterungen zur Regierungsvorlage - die Auffassung vertreten, dass ein "Rechtsanspruch auf

Genehmigungserteilung besteht ... schon dann, wenn die

letztwillige Zuwendung nicht zum Zwecke der Umgehung der unter Lebenden geltenden Genehmigungsvoraussetzungen erfolgt ist; die ‚normalen' Genehmigungsvoraussetzungen kommen daher nur bei Umgehungsgeschäften zur Anwendung".

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016110155.L01

Im RIS seit

20.04.2017

Zuletzt aktualisiert am

12.05.2017

Dokumentnummer

JWR_2016110155_20170323L01

Rechtssatz für Ra 2016/11/0155

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2016/11/0155

Entscheidungsdatum

23.03.2017

Index

L67008 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Vorarlberg
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

GVG Vlbg 2004 §6;
GVG Vlbg 2004 §9 Abs2;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Der Auffassung, von einer Umgehungshandlung iSd. Paragraph 9, Absatz 2, Vlbg GVG 2004 sei bereits dann zwingend auszugehen, wenn zwischen dem letztwillig Verfügenden und dem Vermächtnisnehmer kein persönliches Naheverhältnis bestand, ist deshalb nicht zu folgen, weil ungeachtet der Materialien zu Paragraph 5, Absatz 3, des Vlbg GVG, Landesgesetzblatt Nr. 18 aus 1977,, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 63 aus 1987, - diese Bestimmung war im Vlbg GVG, Landesgesetzblatt Nr. 61 aus 1993,, nicht mehr enthalten, und eine gleichlautende Regelung für alle Arten des Grundverkehrs wurde erst mit der Novelle Landesgesetzblatt Nr. 11 aus 1995, wieder eingeführt - der Wortlaut des Paragraph 9, Absatz 2, Vlbg GVG 2004 wegen der Bezugnahme auf die "sonst geltenden Genehmigungsvoraussetzungen" indiziert, dass eine Umgehungshandlung auch voraussetzt, dass die Zuwendung unter Lebenden an den Genehmigungsvoraussetzungen (nunmehr) des Paragraph 6, Vlbg GVG 2004 scheitern würde.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016110155.L02

Im RIS seit

20.04.2017

Zuletzt aktualisiert am

12.05.2017

Dokumentnummer

JWR_2016110155_20170323L02