Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 94/10/0166

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

94/10/0166

Entscheidungsdatum

04.09.1995

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art9 Abs1 Z1 idF 1977/232;
  1. EGVG Art. 9 gültig von 05.01.2008 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008
  2. EGVG Art. 9 gültig von 01.01.2008 bis 04.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  3. EGVG Art. 9 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2005
  4. EGVG Art. 9 gültig von 01.07.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 151/2004
  5. EGVG Art. 9 gültig von 01.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  6. EGVG Art. 9 gültig von 01.07.1997 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 63/1997
  7. EGVG Art. 9 gültig von 01.05.1993 bis 30.06.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 143/1992
  8. EGVG Art. 9 gültig von 01.02.1991 bis 30.04.1993

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 82/10/0004 E 12. Dezember 1983 RS 1 (Hier: Faustschläge gegen den Kopf eines einschreitenden Sicherheitswachebeamten in der Öffentlichkeit)

Stammrechtssatz

Nach der Judikatur des VwGH muss das relevante Verhalten objektiv geeignet sein, Ärgernis zu erregen. Dabei hat die Wertung nicht nach dem Empfinden der durch das Verhalten besonders betroffenen Personen zu geschehen, sondern unter der Vorstellung, wie unbefangen Menschen auf ein solches Verhalten reagieren können, wenn eine Handlung bei anderen die lebhafte Empfindung des Unerlaubten und Schändlichen hervorzurufen geeignet ist. Weiters muss durch das Verhalten, welches geeignet war, Ärgernis zu erregen, auch die Ordnung an einem öffentlichen Ort gestört worden sein. Hiezu ist es nicht erforderlich, dass das Verhalten zu Aufsehen, Zusammenlauf von Menschen u.a. führt, es muss vielmehr nur unmittelbar oder mittelbar zur Folge haben, dass ein Zustand geschaffen wird, der geordneten Verhältnissen an einem öffentlichen Ort widerspricht. Zur Herbeiführung eines derartigen Zustandes genügt es, dass etwa mehrere Personen an dem Verhalten Ärgernis genommen haben (Hinweis E 14.6.1982, 2843/80).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994100166.X01

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1994100166_19950904X01

Rechtssatz für 94/10/0166

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

94/10/0166

Entscheidungsdatum

04.09.1995

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
L40016 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Steiermark

Norm

EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
PolStG Stmk 1975 §1;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 81/10/0076 E 8. Juni 1983 VwSlg 11077 A/1983 RS 1 (Hier: Faustschläge gegen den Kopf eines einschreitenden Sicherheitswachebeamten in der Öffentlichkeit)

Stammrechtssatz

Nach ständiger Rechtsprechung des VwGH wird der Tatbestand der Verletzung des öffentlichen Anstandes durch ein Verhalten erfüllt, das mit den allgemeinen Grundsätzen der Schicklichkeit nicht im Einklang steht und das einen groben Verstoß gegen die in der Öffentlichkeit zu beachtenden Pflichten darstellt (Hinweis auf E vom 2.12.1975, 0036/75, vom 27.2.1978, 0257/77, vom 15.2.1979, 2295/77).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994100166.X02

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1994100166_19950904X02

Rechtssatz für 94/10/0166

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

94/10/0166

Entscheidungsdatum

04.09.1995

Index

L40016 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Steiermark

Norm

PolStG Stmk 1975 §1;

Rechtssatz

Schreien mit einem Polizeibeamten (hier: das laute Schreien des Wortes "Schweine") verstößt - soweit es nicht der Herbeiholung von Hilfe dient, was aber bei den vom Beschuldigten zwischen den Hilferufen unbestrittenermaßen gebrauchten "Kraftworten" nicht zutrifft - gegen ein Verhalten, wie es im Zusammenleben mit anderen verlangt werden kann (Hinweis E 17.2.1992, 91/10/0138), und erregt daher

ungebührlicherweise störenden Lärm iSd Paragraph eins, Stmk LPolG.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994100166.X03

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1994100166_19950904X03

Rechtssatz für 94/10/0166

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

94/10/0166

Entscheidungsdatum

04.09.1995

Index

L40016 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Steiermark
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §37;
PolStG Stmk 1975 §1;

Rechtssatz

Ein Verhalten, das iSd Paragraph eins, Stmk LPolG ungebührlicherweise störenden Lärm erregt, muß unter den jeweils gegebenen Umständen nach einem objektiven Maßstab tatsächlich geeignet gewesen sein, das Wohlbefinden anderer anwesender, nicht beteiligter Personen zu beeinträchtigen. Dazu bedarf es insbesondere der Ausführungen über die Lärmsituation im Tatortbereich zur Tatzeit.

Schlagworte

Sachverhalt Sachverhaltsfeststellung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994100166.X04

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1994100166_19950904X04