Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 94/07/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 14280 A/1995

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

94/07/0128

Entscheidungsdatum

27.06.1995

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
80/06 Bodenreform

Norm

ABGB §472;
Regulierungspatent 1853 §1 Z1;
Regulierungspatent 1853 §1 Z2;
Regulierungspatent 1853 §1 Z3;
Regulierungspatent 1853 §1 Z3a;
VwRallg;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1994/12/13 94/07/0039 2

Stammrechtssatz

Bis zur Erlassung des kaiserlichen Patentes vom 5.7.1853, RGBl Nr 130, galten für Nutzungsrechte der in Paragraph eins, Ziffer eins bis Ziffer 3 a, dieses Patentes bezeichneten Art die Bestimmungen des ABGB, insbesondere jene über DIENSTBARKEITEN. Das Patent schuf Spezialbestimmungen für diese Nutzungsrechte, da das ABGB als nicht ausreichend erkannt wurde (Hinweis: Schiff, Grundriß des Agrarrechts, 1903, 60). Durch das Patent wurde aber die Anwendung des ABGB nicht zur Gänze ausgeschlossen, sondern nur hinsichtlich der im Patent selbst geregelten Fragen; neben den Bestimmungen des Patentes galten daher auch jene des ABGB für diese Nutzungsrechte (Hinweis: Schiff, aaO, 61). Dies ergibt sich insbesondere auch aus Paragraph 43, des Patentes. Da das Patent in dieser Bestimmung zwar den Erwerb von Einforstungsrechten durch Ersitzung, nicht aber das Erlöschen solcher Rechte durch Verjährung ausschloß, fanden im zeitlichen Geltungsbereich des Patentes die Verjährungsbestimmungen des ABGB Anwendung.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994070128.X01

Im RIS seit

11.07.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2009

Dokumentnummer

JWR_1994070128_19950627X01

Rechtssatz für 94/07/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 14280 A/1995

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

94/07/0128

Entscheidungsdatum

27.06.1995

Index

20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
80/06 Bodenreform

Norm

ABGB §481;
Regulierungspatent 1853;
  1. ABGB § 481 heute
  2. ABGB § 481 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Nach Paragraph 481, ABGB in der bis zur dritten Teilnovelle, RGBl Nr 1916/69, geltenden Fassung konnte das dingliche Recht der Dienstbarkeit auf unbewegliche Sachen und überhaupt auf solche Gegenstände, die in öffentlichen Büchern eingetragen sind, nur durch die Eintragung derselben erworben werden. Weder das Regulierungspatent 1853 noch das in der Zeit von 1853 bis zu dem im konkreten Fall im Jahre 1908 erfolgten Erwerb der Liegenschaft in Geltung stehende Grundbuchsrecht sahen eine ausdrückliche Ausnahme von dem in Paragraph 481, ABGB enthaltenen Eintragungsgrundsatz für die vom Patent erfaßten Dienstbarkeiten vor.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994070128.X02

Im RIS seit

11.07.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2009

Dokumentnummer

JWR_1994070128_19950627X02

Rechtssatz für 94/07/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 14280 A/1995

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

94/07/0128

Entscheidungsdatum

27.06.1995

Index

L66106 Einforstung Wald- und Weideservituten Felddienstbarkeit
Steiermark
001 Verwaltungsrecht allgemein
20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
20/11 Grundbuch
80/06 Bodenreform

Norm

ABGB §481;
EinforstungsLG Stmk 1983 §60;
EinforstungsLG Stmk 1983 §61;
EinforstungsLG Stmk 1983 §62;
GBG 1955 §4;
VwRallg;
WWSGG §38 Abs1;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1992/12/15 92/07/0058 3

Stammrechtssatz

Die Eintragung von Einforstungsrechten im Grundbuch ist nicht konstitutiv, sondern lediglich deklarativ; durch die Eintragung im Grundbuch können solche Nutzungsrechte nicht abgeändert werden (Hinweis E 24.3.1992, 89/07/0007).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994070128.X03

Im RIS seit

11.07.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2009

Dokumentnummer

JWR_1994070128_19950627X03

Rechtssatz für 94/07/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 14280 A/1995

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

94/07/0128

Entscheidungsdatum

27.06.1995

Index

L66106 Einforstung Wald- und Weideservituten Felddienstbarkeit
Steiermark
001 Verwaltungsrecht allgemein
80/06 Bodenreform

Norm

EinforstungsLG Stmk 1983 §1 Abs5;
EinforstungsLG Stmk 1983 §12;
VwRallg;
WWSGG §1 Abs2;
WWSGG §6;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1992/12/15 92/07/0058 1

Stammrechtssatz

Regulierungsurkunden haben keinen privatrechlichen Charakter, sondern wurzeln im öffentlichen Recht. Aus dem öffentlich-rechtlichen Charakter von Regulierungsurkunden folgt, daß ihr Inhalt einer Abänderung durch Parteienvereinbarung nur insoweit zugänglich ist, als die die Einforstungsrechte regelnden Rechtsvorschriften dies vorsehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994070128.X04

Im RIS seit

11.07.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2009

Dokumentnummer

JWR_1994070128_19950627X04

Rechtssatz für 94/07/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 14280 A/1995

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

94/07/0128

Entscheidungsdatum

27.06.1995

Index

L66106 Einforstung Wald- und Weideservituten Felddienstbarkeit
Steiermark
001 Verwaltungsrecht allgemein
20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
80/06 Bodenreform

Norm

ABGB §481;
EinforstungsLG Stmk 1983 §1 Abs5;
EinforstungsLG Stmk 1983 §12;
EinforstungsLG Stmk 1983 §60;
EinforstungsLG Stmk 1983 §61;
EinforstungsLG Stmk 1983 §62;
VwRallg;
WWSGG §38 Abs1;
WWSGG §6;
  1. ABGB § 481 heute
  2. ABGB § 481 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Die bloß deklarative Wirkung von Grundbuchseintragungen über Einforstungsrechte beruht auf dem öffentlich-rechtlichen Charakter von Regulierungsurkunden bzw des diesem zugrundeliegenden Verfahrens (Hinweis E 24.3.1992, 89/07/0007; Klang, Kommentar zum ABGB, Paragraph 481,).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994070128.X05

Im RIS seit

11.07.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2009

Dokumentnummer

JWR_1994070128_19950627X05

Rechtssatz für 94/07/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 14280 A/1995

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

94/07/0128

Entscheidungsdatum

27.06.1995

Index

L66106 Einforstung Wald- und Weideservituten Felddienstbarkeit
Steiermark
001 Verwaltungsrecht allgemein
80/06 Bodenreform

Norm

Regulierungspatent 1853 §1;
Regulierungspatent 1853 §2;
Regulierungspatent 1853 Abänderung Stmk 1889 §1;
Regulierungspatent 1853 Abänderung Stmk 1889 §2;
VwRallg;

Rechtssatz

Durch das Steiermärkische Landesgesetz vom 8.1.1889, Landesgesetzblatt Nr 6, wurde angeordnet, daß vom Tage der Kundmachung dieses Gesetzes an bezüglich aller jener in Paragraph eins und Paragraph 2, des Patentes vom 5.7.1853 bezeichneten Rechte, welche bis zu diesem Tage bei der Grundlastenablösungsbehörde und Regulierungsbehörde nicht angemeldet bzw provociert (Paragraph 2, des Patentes) worden sind, die Wirksamkeit der Grundlastenablösungsbehörden und Regulierungsbehörden aufzuhören hatte und Streitigkeiten über den Bestand oder Nichtbestand dieser Rechte von den Gerichten zu entscheiden waren. Dieser Umstand zeigt deutlich, daß nicht regulierte Einforstungsrechte im Jahre 1900 nicht dem öffentlichen, sondern dem Privatrecht zuzuordnen waren.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994070128.X06

Im RIS seit

11.07.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2009

Dokumentnummer

JWR_1994070128_19950627X06

Rechtssatz für 94/07/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 14280 A/1995

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

94/07/0128

Entscheidungsdatum

27.06.1995

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
80/06 Bodenreform

Norm

ABGB §481;
Regulierungspatent 1853 §1;
Regulierungspatent 1853 §2;
VwRallg;
  1. ABGB § 481 heute
  2. ABGB § 481 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Das kaiserliche Patent von 1853, RGBl 1853/130, erfaßt im Privatrecht wurzelnde Dienstbarkeiten, auf die bis dahin das ABGB Anwendung fand. Die Rechte wurden nicht schon dadurch, daß sie vom kaiserlichen Patent erfaßt wurden, ins öffentliche Recht transformiert. Diese Transformation erfolgte erst durch das Servitutenregulierungsverfahren und dessen Ergebnis, das Regulierungserkenntnis. Von einem solchen Verfahren nicht erfaßte Rechte blieben weiterhin privatrechtlicher Natur. Für sie galt mangels abweichender Regelungen im kaiserlichen Patent Paragraph 481, ABGB und der darin enthaltene Eintragungsgrundsatz. Nicht im Grundbuch eingetragene Dienstbarkeiten muß der Erwerber des belasteten Grundstückes aber nur dann gegen sich gelten lassen, wenn sie offenkundig sind (Hinweis Petrasch in Rummel/2, Randziffer 2 zu Paragraph 481, ABGB).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1994070128.X07

Im RIS seit

11.07.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2009

Dokumentnummer

JWR_1994070128_19950627X07