Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2026/02/0124

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2026/02/0124

Entscheidungsdatum

20.07.2026

Index

90/01 Straßenverkehrsordnung

Norm

StVO 1960 §4 Abs1
StVO 1960 §4 Abs5
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986

Rechtssatz

Das Erfordernis eines Identitätsnachweises besteht dann nicht, wenn den im Paragraph 4, Absatz eins, StVO 1960 genannten Personen oder jenen, in deren Vermögen der Schaden eingetreten ist, Vor- und Zuname sowie Anschrift des jeweiligen anderen ohnehin schon bekannt sind. Das setzt aber voraus, dass die betreffenden Personen am Unfallort anwesend sind (VwGH 25.3.1994, 93/02/0252). Voraussetzung für die Erbringung des Identitätsnachweises ist zudem die persönliche Kontaktaufnahme der beteiligten Personen (VwGH 21.9.1984, 83/02/0411). Der im Paragraph 4, Absatz 5, StVO 1960 vorgesehene gegenseitige Nachweis des Namens und der Anschrift zwischen dem Schädiger und dem Geschädigten wird dadurch, dass dem Geschädigten diese Daten durch andere Personen mitgeteilt werden, nicht ersetzt (VwGH 25.2.1987, 85/03/0025).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026020124.L01

Im RIS seit

18.08.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2026

Dokumentnummer

JWR_2026020124_20260720L01

Rechtssatz für Ra 2026/02/0124

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2026/02/0124

Entscheidungsdatum

20.07.2026

Index

90/01 Straßenverkehrsordnung

Norm

StVO 1960 §4 Abs1 litc
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2245/80 E 13. März 1981 RS 1

Stammrechtssatz

Die Mitwirkung an der Feststellung des Sachverhaltes bedingt je nach den Umständen des Einzelfalles unterschiedliche Verhaltensweisen der an einem Verkehrsunfall beteiligten Personen (Hinweis E 27.6.1980 3056/79).

Schlagworte

Mitwirkung und Feststellung des Sachverhaltes

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026020124.L03

Im RIS seit

18.08.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2026

Dokumentnummer

JWR_2026020124_20260720L02

Rechtssatz für Ra 2026/02/0124

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2026/02/0124

Entscheidungsdatum

20.07.2026

Index

90/01 Straßenverkehrsordnung

Norm

StVO 1960 §4 Abs1 litc
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 99/02/0176 E 20. April 2001 RS 5 (hier nur der erste Satz)

Stammrechtssatz

Die in Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO normierte Verpflichtung kann sinnvoll nur dann bestehen, wenn es überhaupt zu einer amtlichen Aufnahme des Tatbestandes kommt oder zu kommen hat. Dies trifft immer dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, bezüglich dessen eine Verständigungspflicht im Sinne des Paragraph 4, Absatz 2, StVO besteht; darüber hinaus aber auch, wenn ein am Unfall Beteiligter das Einschreiten eines Organs des öffentlichen Sicherheitsdienstes verlangt oder wenn ein am Unfallsort etwa zufällig anwesendes Sicherheitsorgan aus eigenem Antrieb eine Tatbestandsaufnahme vornimmt oder deren Vornahme veranlasst. Liegt aber unbestritten ein Verkehrsunfall vor, bei dem niemand verletzt wurde und Sachschaden nur am Kraftfahrzeug des Besch selbst eingetreten ist, besteht keine Mitwirkungspflicht im Sinne des Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, legcit (Hinweis E 13. November 1967, 775/66, und 30. September 1998, 97/02/0543).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026020124.L04

Im RIS seit

18.08.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2026

Dokumentnummer

JWR_2026020124_20260720L03

Rechtssatz für Ra 2026/02/0124

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2026/02/0124

Entscheidungsdatum

20.07.2026

Index

90/01 Straßenverkehrsordnung

Norm

StVO 1960 §4 Abs1 litc
StVO 1960 §4 Abs5
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2024/02/0212 B 16. Oktober 2024 RS 1

Stammrechtssatz

Zu einer amtlichen Aufnahme des Tatbestandes hat es auch dann zu kommen, wenn ein Identitätsnachweis nicht erfolgte und eine Verständigungspflicht nach Paragraph 4, Absatz 5, StVO 1960 gegeben ist. Die nach einem Verkehrsunfall mit Sachschaden, bei dem kein Identitätsnachweis erfolgte, bestehende Verständigungspflicht nach Paragraph 4, Absatz 5, StVO 1960 zieht die Mitwirkungspflicht nach Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO 1960 nach sich (VwGH 29.4.2021, Ra 2021/02/0038).

Schlagworte

Identitätsnachweis Mitwirkung und Feststellung des Sachverhaltes

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026020124.L05

Im RIS seit

18.08.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2026

Dokumentnummer

JWR_2026020124_20260720L04

Rechtssatz für Ra 2026/02/0124

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2026/02/0124

Entscheidungsdatum

20.07.2026

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
90/01 Straßenverkehrsordnung

Norm

StVO 1960 §4 Abs1 litc
VStG §44a Z1
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 99/03/0252 E 20. Oktober 1999 RS 3

Stammrechtssatz

Bereits der Vorwurf, sich vom Unfallsort entfernt zu haben, reicht zur Konkretisierung der dem Beschuldigten angelasteten Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäß Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO aus (Hinweis E 15.5.1990, 89/02/0164).

Schlagworte

"Die als erwiesen angenommene Tat" Begriff Tatbild Beschreibung (siehe auch Umfang der Konkretisierung) Mitwirkung und Feststellung des Sachverhaltes

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026020124.L06

Im RIS seit

18.08.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2026

Dokumentnummer

JWR_2026020124_20260720L05

Rechtssatz für Ra 2026/02/0124

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

Ra 2026/02/0124

Entscheidungsdatum

20.07.2026

Index

90/01 Straßenverkehrsordnung

Norm

StVO 1960 §4 Abs1 litc
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 90/18/0207 E 18. Jänner 1991 RS 2

Stammrechtssatz

Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO dient ua auch dazu, Feststellungen über

die Fahrtüchtigkeit eines Lenkers zu treffen

(Hinweis E 29.3.1989, 88/03/0263; E 18.5.1988, 87/03/0249,0250;

E 12.10.1983, 83/03/0106).

Schlagworte

Mitwirkung und Feststellung des Sachverhaltes

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026020124.L07

Im RIS seit

18.08.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2026

Dokumentnummer

JWR_2026020124_20260720L06

Entscheidungstext Ra 2026/02/0124

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

Ra 2026/02/0124

Entscheidungsdatum

20.07.2026

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
90/01 Straßenverkehrsordnung

Norm

StVO 1960 §4 Abs1
StVO 1960 §4 Abs1 litc
StVO 1960 §4 Abs5
VStG §44a Z1
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986
  1. StVO 1960 § 4 heute
  2. StVO 1960 § 4 gültig ab 01.06.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  3. StVO 1960 § 4 gültig von 01.09.2012 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  4. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  5. StVO 1960 § 4 gültig von 19.01.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  6. StVO 1960 § 4 gültig von 01.07.1996 bis 18.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  7. StVO 1960 § 4 gültig von 01.05.1986 bis 30.06.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch die Vorsitzende Vizepräsidentin Mag. Dr. Maurer-Kober sowie die Hofrätin Mag. Schindler und den Hofrat Mag. Schartner als Richterinnen und Richter, unter Mitwirkung der Schriftführerin Mag.a Rieder, über die Revision des S, vertreten durch die SCHEIBER Rechtsanwalt GmbH in Umhausen, gegen das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes Tirol vom 9. Juni 2026, LVwG-2025/41/1578-7, betreffend Übertretung der StVO (belangte Behörde vor dem Verwaltungsgericht: Bezirkshauptmannschaft Imst), den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Begründung

1
Mit dem angefochtenen Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes Tirol (Verwaltungsgericht) wurden über den Revisionswerber in Bestätigung eines entsprechenden Straferkenntnisses der belangten Behörde vom 27. Mai 2025 wegen einer Übertretung des Paragraph 4, Absatz 5, StVO (Spruchpunkt 1. des behördlichen Straferkenntnisses) und einer Übertretung des Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO (Spruchpunkt 2. des behördlichen Straferkenntnisses) zwei Geld- und Ersatzfreiheitsstrafen verhängt und ihm die Zahlung eines Beitrags zu den Kosten des Beschwerdeverfahrens vorgeschrieben. Unter einem sprach das Verwaltungsgericht aus, dass gegen diese Entscheidung eine ordentliche Revision nicht zulässig sei.
2
Das Verwaltungsgericht stellt - soweit für das Revisionsverfahren von Relevanz - in seinen Entscheidungsgründen fest, der Revisionswerber habe zu einem näher genannten Zeitpunkt an einem näher bezeichneten Ort ein nach dem Kennzeichen bestimmtes Kraftfahrzeug gelenkt und dabei den Weidezaun des H. gestreift, wodurch am Weidezaun ein Sachschaden entstanden sei. Obwohl der Revisionswerber wahrgenommen habe, dass es zu einer Beschädigung des Weidezaunes gekommen sei, habe er den Unfallort verlassen, ohne die nächste Polizeidienststelle vom Verkehrsunfall zu verständigen oder mit den Beteiligten Namen und Anschrift auszutauschen. Der Revisionswerber sei in weiterer Folge nach Hause gefahren und in den Stall gegangen um die Kühe zu melken. Dem Geschädigten H. sei in der Zwischenzeit von einem Dritten berichtet worden, dass gesehen worden sei, dass der Revisionswerber den Zaun beschädigt habe. Der Geschädigte habe daraufhin versucht den Revisionswerber telefonisch zu kontaktieren, was ihm nach mehreren Versuchen gelungen sei. Zudem habe H. die Polizeidienststelle verständigt und es sei vom diensthabenden Beamten die Anzeige aufgenommen sowie ein Verkehrsunfallsbericht angefertigt worden.
3
In rechtlicher Hinsicht folgerte das Verwaltungsgericht, dass der Revisionswerber, der trotz der festgestellten fremden Sachschäden nicht die nächste Polizeidienststelle verständigt habe und ohne Identitätsnachweis iSd Paragraph 4, Absatz 5, zweiter Satz StVO nach Hause gefahren sei, den objektiven Tatbestand des Paragraph 4, Absatz 5, StVO erfüllt und auch in subjektiver Hinsicht zu vertreten habe. Erfolge nach einem Verkehrsunfall mit fremden Sachschäden kein Nachweis nach Paragraph 4, Absatz 5, zweiter Satz StVO, so bestehe gemäß Paragraph 4, Absatz 5, StVO die Verpflichtung, die nächste Polizeidienststelle vom Verkehrsunfall zu verständigen, welche auch die Mitwirkungspflicht nach Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO nach sich ziehe. Daher habe der Revisionswerber auch einen Verstoß gegen Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO zu verantworten.
4
Gegen Spruchpunkt 2. dieses Erkenntnisses richtet sich die vorliegende außerordentliche Revision, die sich unter dem Gesichtspunkt des Artikel 133, Absatz 4, B-VG als unzulässig erweist.
5
Nach Artikel 133, Absatz 4, B-VG ist gegen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.
6
Gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG sind Revisionen, die sich wegen Nichtvorliegen der Voraussetzungen des Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zur Behandlung eignen, ohne weiteres Verfahren mit Beschluss zurückzuweisen.
7
Nach Paragraph 34, Absatz eins a, VwGG ist der Verwaltungsgerichtshof bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG an den Ausspruch des Verwaltungsgerichtes gemäß Paragraph 25 a, Absatz eins, VwGG nicht gebunden. Die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG hat der Verwaltungsgerichtshof im Rahmen der dafür in der Revision gesondert vorgebrachten Gründe (Paragraph 28, Absatz 3, VwGG) zu überprüfen.
8
Der Revisionswerber bringt unter Bezugnahme auf näher genannte Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes zur Zulässigkeit der Revision vor, dass bei einem Unfall mit bloßem Sachschaden eine Verständigungspflicht nach Paragraph 4, Absatz 5, StVO die Mitwirkungspflicht nach Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO nach sich ziehe. Daraus folge, dass das Bestehen der Verständigungspflicht als Vorfrage tragfähig festgestellt und rechtlich richtig beurteilt werden müsse. Das Verwaltungsgericht sei jedoch von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abgewichen, wonach ein Identitätsnachweis im Sinne des Paragraph 4, Absatz 5, StVO dann nicht erforderlich sei, wenn Vor- und Zuname sowie Anschrift des jeweils anderen ohnehin bekannt seien bzw. sich dies aus persönlicher Bekanntschaft ergebe. Zudem verlange die Rechtsprechung zur Mitwirkungspflicht des Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO, dass die persönliche Anwesenheit des Unfallbeteiligten an der Unfallstelle zur ordentlichen Erhebung des Sachverhaltes notwendig gewesen sei, etwa für Feststellungen über die Fahrtüchtigkeit. Das angefochtene Erkenntnis ersetzte diese Prüfung durch eine bloß formelhafte Begründung, wonach bereits das Entfernen vom Unfallort genüge. Damit fehle die nachprüfbare Auseinandersetzung mit der konkreten Erhebungsnotwendigkeit im Einzelfall.
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Soweit der Revisionswerber ins Treffen führt, im vorliegendem Fall sei ein Identitätsnachweis nicht erforderlich gewesen (um die Verständigungspflicht des Paragraph 4, Absatz 5, erster Satz StVO entfallen zu lassen), ist auf die ständige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes zu verweisen, nach welcher das Erfordernis eines solchen Nachweises dann nicht besteht, wenn den im Paragraph 4, Absatz eins, StVO genannten Personen oder jenen, in deren Vermögen der Schaden eingetreten ist, Vor- und Zuname sowie Anschrift des jeweiligen anderen ohnehin schon bekannt sind. Das setzt aber voraus, dass die betreffenden Personen am Unfallort anwesend sind, was gegenständlich nach den insoweit unbestritten gebliebenen Feststellungen des Verwaltungsgerichtes nicht der Fall war vergleiche , dazu etwa das - auch in der Revision zitierte - Erkenntnis VwGH 25.3.1994, 93/02/0252, mwN). Voraussetzung für die Erbringung des Identitätsnachweises ist zudem - wie der Verwaltungsgerichtshof ebenso bereits in ständiger Rechtsprechung darlegte - die persönliche Kontaktaufnahme der beteiligten Personen vergleiche , etwa VwGH 21.9.1984, 83/02/0411). Der im Paragraph 4, Absatz 5, StVO vorgesehene gegenseitige Nachweis des Namens und der Anschrift zwischen dem Schädiger und dem Geschädigten wird dadurch, dass dem Geschädigten diese Daten durch andere Personen mitgeteilt werden, nicht ersetzt vergleiche , VwGH 25.2.1987, 85/03/0025). Daraus folgt, dass durch den wie vorliegend gegebenen bloßen Umstand, dass ein unbeteiligter Dritter dem Geschädigten bekannt gab, wer den Sachschaden verursacht hatte, und dem Geschädigten dadurch bekannt wurde, dass es sich dabei um eine ihm bekannte Person - gegenständlich den Revisionswerber - handelte, jedenfalls nicht der Vorschrift des Paragraph 4, Absatz 5, StVO entsprochen wird.
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Gemäß Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO haben alle Personen, deren Verhalten am Unfallsort mit einem Verkehrsunfall in ursächlichem Zusammenhang steht, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken. Wie der Verwaltungsgerichtshof schon wiederholt ausgesprochen hat, bedingt die Mitwirkung an der „Feststellung des Sachverhaltes“ erfahrungsgemäß je nach den Umständen des Einzelfalles unterschiedliche Verhaltensweisen der an einem Verkehrsunfall beteiligten Personen vergleiche , VwGH 16.10.2024, Ra 2024/02/0212, mwN).
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Wie der Verwaltungsgerichtshof in ständiger Rechtsprechung betont, kann die in Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO normierte Verpflichtung sinnvoll nur dann bestehen, wenn es überhaupt zu einer amtlichen Aufnahme des Tatbestandes kommt oder zu kommen hat vergleiche , erneut VwGH 16.10.2024, Ra 2024/02/0212, mwN).
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Zu einer amtlichen Aufnahme des Tatbestandes hat es auch dann zu kommen, wenn ein Identitätsnachweis nicht erfolgte und eine Verständigungspflicht nach Paragraph 4, Absatz 5, StVO gegeben ist. Die nach einem Verkehrsunfall mit Sachschaden, bei dem kein Identitätsnachweis erfolgte, bestehende Verständigungspflicht nach Paragraph 4, Absatz 5, StVO zieht die Mitwirkungspflicht nach Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO nach sich vergleiche , wiederum VwGH 16.10.2024, Ra 2024/02/0212, mwN). Es reicht bereits der Vorwurf, sich vom Unfallsort entfernt zu haben, zur Konkretisierung der dem Revisionswerber angelasteten Verletzung der Mitwirkungspflicht nach Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO aus vergleiche , VwGH 12.6.2024, Ra 2022/02/0146, mwN). Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO dient unter anderem auch dazu, Feststellungen über die Fahrtüchtigkeit eines Lenkers zu treffen vergleiche , etwa VwGH 29.10.2019, Ra 2019/02/0062, mwN).
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Vor dem Hintergrund dieser klaren Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes und dem Umstand, dass der Revisionswerber gegenständlich der Verständigungspflicht des Paragraph 4, Absatz 5, StVO nicht nachkam, qualifizierte das Verwaltungsgericht dessen Verhalten somit zu Recht als eine Verletzung der Mitwirkungspflicht nach Paragraph 4, Absatz eins, Litera c, StVO. Einer wie in der Revision geforderten näheren Konkretisierung im Hinblick auf die amtliche Tatbestandsaufnahme oder dessen Beeinträchtigung durch das Verlassen der Unfallstelle bedarf es nach der ständigen Rechtsprechung nicht.
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In der Revision werden somit keine Rechtsfragen aufgeworfen, denen im Sinne des Artikel 133, Absatz 4, B-VG grundsätzliche Bedeutung zukäme. Sie war daher gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG ohne weiteres Verfahren zurückzuweisen.

Wien, am 20. Juli 2026

Schlagworte

"Die als erwiesen angenommene Tat" Begriff Tatbild Beschreibung (siehe auch Umfang der Konkretisierung) Identitätsnachweis Mitwirkung und Feststellung des Sachverhaltes

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026020124.L00

Im RIS seit

18.08.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.08.2026

Dokumentnummer

JWT_2026020124_20260720L00