Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2024/10/0135

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2024/10/0135

Entscheidungsdatum

11.03.2026

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

B-VG Art133 Abs4
VwGG §28 Abs3
VwGG §34 Abs1
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2025/10/0025 B 13.04.2026

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2014/17/0043 B 29. April 2015 RS 1 (hier nur der erste Satz)

Stammrechtssatz

Wird zwar ein Themenbereich angesprochen, unterbleibt aber die Darlegung einer konkreten Rechtsfrage, entspricht dies nicht den Anforderungen des Paragraph 28, Absatz 3, VwGG. Mangels behandlungsfähiger Ausführung einer konkreten Rechtsfrage stellt sich die weitere Frage, ob eine solche - hier nicht offen gelegte - Rechtsfrage überhaupt von grundsätzlicher Bedeutung wäre, nicht vergleiche schon VwGH B vom 23. Juni 2014, Ra 2014/17/0003).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2024100135.L01

Im RIS seit

07.04.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.05.2026

Dokumentnummer

JWR_2024100135_20260311L01

Entscheidungstext Ra 2024/10/0135

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

Ra 2024/10/0135

Entscheidungsdatum

11.03.2026

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

B-VG Art133 Abs4
VwGG §28 Abs3
VwGG §34 Abs1
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2025/10/0025 B 13.04.2026

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Mag. Nedwed sowie den Hofrat Dr. Lukasser sowie die Hofrätin Mag. Zehetner als Richter und Richterin, unter Mitwirkung der Schriftführerin Mag.a Prendinger, über die Revision des R S, vertreten durch Mag. Josef Wimmer, Rechtsanwalt in Ried im Innkreis, gegen das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes Oberösterreich vom 29. August 2024, Zl. LVwG-351509/13/Py/PP, betreffend Sozialhilfe (belangte Behörde vor dem Verwaltungsgericht: Bezirkshauptmannschaft Ried), den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Begründung

1
1.1. Mit dem angefochtenen Erkenntnis vom 29. August 2024 nahm das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich - in Bestätigung eines Bescheides der belangten Behörde vom 7. Februar 2024 - eine Neubemessung der dem Revisionswerber (mit näher genannten Bescheiden) zuerkannten Leistungen der Sozialhilfe für den Zeitraum vom 28. Dezember 2022 bis 31. Dezember 2023 vor und erkannte dem Revisionswerber Leistungen der Sozialhilfe in bestimmter Höhe vom 1. Jänner 2024 bis zum 30. Juni 2024 zu, wobei es diesen zum Einsatz der von ihm bezogenen Notstandshilfe als eigene Mittel verpflichtete; die Revision gegen dieses Erkenntnis ließ das Verwaltungsgericht gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zu.
2
Das Verwaltungsgericht legte seiner Entscheidung im Kern zugrunde, der Revisionswerber habe - wie sich aus im Dezember 2023 vorgelegten Kontoauszügen ergeben habe - gegenüber den bei der Zuerkennung der Sozialhilfe berücksichtigten Wohnaufwendungen niedrigere tatsächliche Wohnaufwendungen (für Wasser und Strom) gehabt, woraus ein „Überbezug“ an ausbezahlter Sozialhilfe in Höhe von € 89,63 entstanden sei.
3
In rechtlicher Hinsicht erachtete das Verwaltungsgericht die Vorgangsweise der belangten Behörde als rechtmäßig, welche den entstandenen Sozialhilfeüberbezug von € 89,63 im Monat Jänner 2024 gemäß Paragraph 13, Absatz 4, Oö. Sozialhilfe-Ausführungsgesetz - Oö. SOHAG einbehalten hatte; in diesem Zusammenhang hielt das Verwaltungsgericht die Voraussetzungen für eine „Aufrollung“ gemäß Paragraph 13, Absatz 4, Oö. SOHAG für erfüllt, weil auf Basis der Vorschreibungen für Wasser und Strom eine „Vorleistung“ an Sozialhilfe ausbezahlt worden sei.
4
1.2. Gegen dieses Erkenntnis richtet sich die vorliegende außerordentliche Revision.
5
Die belangte Behörde hat eine Revisionsbeantwortung erstattet, in der sie die Abweisung der Revision beantragt, ohne Aufwandersatz anzusprechen.
6
2.1. Nach Artikel 133, Absatz 4, B-VG ist gegen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.
7
Nach Paragraph 34, Absatz eins, VwGG sind Revisionen, die sich wegen Nichtvorliegens der Voraussetzungen des Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zur Behandlung eignen, ohne weiteres Verfahren mit Beschluss zurückzuweisen. Ein Beschluss nach Paragraph 34, Absatz eins, VwGG ist in jeder Lage des Verfahrens zu fassen (Paragraph 34, Absatz 3, VwGG).
8
Nach Paragraph 34, Absatz eins a, VwGG ist der Verwaltungsgerichtshof bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG an den Ausspruch des Verwaltungsgerichtes gemäß Paragraph 25 a, Absatz eins, VwGG nicht gebunden. Die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG hat der Verwaltungsgerichtshof im Rahmen der dafür in der Revision gesondert vorgebrachten Gründe (Paragraph 28, Absatz 3, VwGG) zu überprüfen.
9
2.2. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes muss sich die Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung, die nach Ansicht des Revisionswerbers die Zulässigkeit der Revision begründet, aus der gesonderten Darstellung der Zulässigkeitsgründe ergeben. Der Verwaltungsgerichtshof überprüft die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision iSd Artikel 133, Absatz 4, B-VG sohin (nur) im Rahmen der dafür in der Revision gesondert vorgebrachten Gründe. Der Verwaltungsgerichtshof ist weder verpflichtet, Gründe für die Zulässigkeit einer Revision anhand der übrigen Revisionsausführungen gleichsam zu suchen, noch berechtigt, von Amts wegen erkannte Gründe, die zur Zulässigkeit der Revision hätten führen können, aufzugreifen vergleiche , etwa VwGH 8.7.2025, Ra 2023/10/0354, mwN).
10
3.1. Der Revisionswerber bringt zur Zulässigkeit seiner außerordentlichen Revision zunächst vor, das Verwaltungsgericht sei im angefochtenen Erkenntnis von dem hg. Erkenntnis vom 21. November 2023, Ra 2022/10/0131, zur „Aufrollung“ gemäß Paragraph 13, Absatz 4, Oö. SOHAG abgewichen.
11
In der angesprochenen Entscheidung hat der Verwaltungsgerichtshof erkannt, dass nach Paragraph 13, Absatz 4, erster Satz Oö. SOHAG eine Aufrollung zum Ausgleich von monatlichen Überbezügen lediglich „bei wechselnden Einkommen bzw. Anspruchszeiten sowie Vorschussleistungen“ vorgenommen werden kann (Rz. 18). Im Folgenden hat er - fallbezogen - weitere Aussagen zur Zulässigkeit einer derartigen Aufrollung bei „wechselnden Einkommen“ getroffen.
12
Gegenständlich hat sich das Verwaltungsgericht nicht auf wechselnde Einkommen des Revisionswerbers gestützt, sondern ist mit näherer Begründung davon ausgegangen, dass er eine (letztlich als zu hoch erkannte) Vorschussleistung an Sozialhilfe erhalten hat, weshalb es die Aufrollung für zulässig erachtete.
13
Die Revision zieht dies in der Zulässigkeitsbegründung zwar in Zweifel, legt aber nicht hinreichend dar, dass sich ihre Annahme („... sollte die Wortbedeutung der Wendung ‚Vorschussleistungen‘ ... auf Vorschussleistungen aus Arbeitsverhältnissen oder auf Grund von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung nahelegen“) aus der zitierten höchstgerichtlichen Rechtsprechung ableiten ließe. Die behauptete Abweichung von der Rechtsprechung wird daher nicht dargetan.
14
3.2. In seinen weiteren Zulässigkeitsausführungen unterbreitet der Revisionswerber Darlegungen, wie seiner Ansicht nach der Begriff der „Vorschussleistungen“ in Paragraph 13, Absatz 4, Oö. SOHAG auszulegen sei; diese Ausführungen haben letztlich den Charakter von Revisionsgründen, eine konkrete Rechtsfrage wird darin nicht aufgeworfen.
15
Nach ständiger hg. Rechtsprechung ist allerdings in den gemäß Paragraph 28, Absatz 3, VwGG bei einer außerordentlichen Revision gesondert vorzubringenden Gründen konkret auf die vorliegende Rechtssache bezogen aufzuzeigen, welche Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung der Verwaltungsgerichtshof in seiner Entscheidung über die Revision zu lösen hätte vergleiche , etwa VwGH 18.12.2018, Ra 2017/10/0201, mwN). Wird zwar ein Themenbereich angesprochen, unterbleibt aber die Darlegung einer konkreten Rechtsfrage, entspricht dies nicht den Anforderungen des Paragraph 28, Absatz 3, VwGG vergleiche , etwa VwGH 24.7.2024, Ra 2024/10/0087, mwN).
16
4. In der Revision werden somit keine Rechtsfragen aufgeworfen, denen im Sinne des Artikel 133, Absatz 4, B-VG grundsätzliche Bedeutung zukäme.
17
Die Revision war daher gemäß Paragraph 34, Absatz eins, und 3 VwGG zurückzuweisen.

Wien, am 11. März 2026

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2024100135.L00

Im RIS seit

07.04.2026

Zuletzt aktualisiert am

27.05.2026

Dokumentnummer

JWT_2024100135_20260311L00