Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 1171/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

1171/77

Entscheidungsdatum

19.09.1980

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
66/02 Andere Sozialversicherungsgesetze

Rechtssatz

Die Grundsätze der Freiheit von Beweisregeln sowie der Gleichheit und Unbeschränktheit der Beweismittel sind auch für den Fall der Beurteilung von Verträgen zwischen nahen Angehörigen durch keine gesetzliche Anordnung eingeschränkt worden. (Hier: behauptetes Pachtverhälnis zw Ehegatten zum Zweck der Vermeidung der Versicherungspflicht nach dem B-PVG)

Schlagworte

Grundsatz der Gleichwertigkeit Grundsatz der Unbeschränktheit

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1977001171.X01

Im RIS seit

07.04.2004

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2012

Dokumentnummer

JWR_1977001171_19800919X01

Rechtssatz für 1171/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

1171/77

Entscheidungsdatum

19.09.1980

Index

66/02 Andere Sozialversicherungsgesetze

Norm

BPVG 1971 §2 Abs1;
BPVG 1971 §3 Abs2;

Rechtssatz

Bei der Frage, auf wessen Rechnung und Gefahr ein land(forst)- wirtschaftlicher Betrieb iSd B-PVG geführt wird, kommt es lediglich auf das Außenverhältnis, d.h. darauf an, wer auf Grund der nach außen in Erscheinung tretenden Rechtsbeziehungen aus der Führung des Betriebes berechtigt und verpflichtet wird (Hinweis VwGH E 11.10.1961, VwSlg 5644 A/1961, 2965/54 zu Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer eins, in Verbindung mit Paragraph 3, Absatz 2, LZVG; VwGH 9.11.1979, 751, 752/78). Wer nur aus der Betriebsführung berechtigt und verpflichtet wird, ist eine Rechtsfrage, die letztlich nur auf Grund rechtlicher Gegebenheiten beantwortet werden kann. Als solche Rechtstatsachen kommen dingliche und obligatorische Rechtsverhältnisse in Betracht. Durch einen Pachtvertrag wird eine solche Änderung der sich sonst aus den Eigentumsverhältnissen ergebenden Zurechnung von Rechten und Pflichten bewirkt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1977001171.X02

Im RIS seit

07.04.2004

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2012

Dokumentnummer

JWR_1977001171_19800919X02

Rechtssatz für 1171/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

1171/77

Entscheidungsdatum

19.09.1980

Index

66/02 Andere Sozialversicherungsgesetze

Norm

BPVG 1971 §2 Abs1;
BPVG 1971 §3 Abs2;

Rechtssatz

Das Verhalten einer Person gegenüber den Abgabenbehörden ist für die Frage, auf wessen Rechnung und Gefahr ein Betrieb geführt wird, nicht entscheidend.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1977001171.X03

Im RIS seit

07.04.2004

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2012

Dokumentnummer

JWR_1977001171_19800919X03

Rechtssatz für 1171/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

1171/77

Entscheidungsdatum

19.09.1980

Index

66/01 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz
66/02 Andere Sozialversicherungsgesetze

Norm

ASVG §415;
BPVG 1971 §111;
  1. ASVG § 415 heute
  2. ASVG § 415 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2013
  3. ASVG § 415 gültig von 01.08.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2010
  4. ASVG § 415 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2003
  5. ASVG § 415 gültig von 01.05.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  6. ASVG § 415 gültig von 01.08.1998 bis 30.04.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/1998
  7. ASVG § 415 gültig von 01.01.1956 bis 31.07.1998

Rechtssatz

Eine BerufungsE des BMS, in der gleichzeitig im Spruch sowohl über die Versicherungspflicht als auch über die Beitragspflicht abgesprochen wird, ist insoweit mit sachlicher Unzuständigkeit behaftet, als sich der Spruch auf die Frage der Beitragspflicht erstreckt (Hinweis auf E VS 12.5.1980, 1205/76).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1977001171.X04

Im RIS seit

07.04.2004

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2012

Dokumentnummer

JWR_1977001171_19800919X04

Rechtssatz für 1171/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

1171/77

Entscheidungsdatum

19.09.1980

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1579/73 E 24. Mai 1974 VwSlg 8619 A/1974 RS 4

Stammrechtssatz

Der sogenannte Grundsatz der freien Beweiswürdigung bedeutet nicht, daß dieser in der Begründung des Bescheides niederzulegende Denkvorgang der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle nicht unterliegt. Die Bestimmung des Paragraph 45, Absatz 2, AVG hat nur zur Folge, daß, sofern in den besonderen Verwaltungsvorschriften nichts anderes bestimmt ist, die Würdigung der Beweise keinen anderen Regeln unterworfen ist. Diese Regelung schließt keinesfalls eine verwaltungsgerichtliche Kontrolle in der Richtung aus, ob der Sachverhalt genügend erhoben ist und ob die bei der Beweiswürdigung vorgenommenen Erwägungen schlüssig sind. Schlüssig sind aber solche Erwägungen nur dann, wenn sie unter anderen den Denkgesetzen, somit auch dem allgemeinen menschlichen Erfahrensgut entsprechen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1977001171.X05

Im RIS seit

07.04.2004

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2012

Dokumentnummer

JWR_1977001171_19800919X05