Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2016/04/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2016/04/0127

Entscheidungsdatum

21.12.2016

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §13 Abs7;
AVG §66 Abs4;
VwGG §42 Abs2 Z1;
VwGVG 2014 §17;
VwGVG 2014 §27;
VwGVG 2014 §28;
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2014/22/0016 E 19. November 2014 RS 1

Stammrechtssatz

Die (konkludente) Zurückziehung des verfahrenseinleitenden Antrags bewirkt den Wegfall der Zuständigkeit der Behörde zur Erlassung des Bescheides und damit (nachträglich) dessen Rechtswidrigkeit vergleiche E 23. Jänner 2014, 2013/07/0235). Das Verwaltungsgericht wäre somit angehalten gewesen, den bekämpften Bescheid (ersatzlos) zu beheben.

Schlagworte

Maßgebende Rechtslage maßgebender Sachverhalt Beachtung einer Änderung der Rechtslage sowie neuer Tatsachen und Beweise

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2016040127.L01

Im RIS seit

08.03.2017

Zuletzt aktualisiert am

14.03.2017

Dokumentnummer

JWR_2016040127_20161221L01

Rechtssatz für Ra 2016/04/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2016/04/0127

Entscheidungsdatum

21.12.2016

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §59 Abs1;
VwGG §42 Abs2 Z1;
VwGVG 2014 §17;
VwGVG 2014 §27;
VwGVG 2014 §28;
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Nach der zu Paragraph 27, VwGVG 2014 ergangenen Rechtsprechung des VwGH ist die Prüfungsbefugnis des VwG keine unbegrenzte. Der äußerste Rahmen für die Prüfungsbefugnis ist die Sache des bekämpften Bescheides. Dieser Rahmen wird in den Fällen einer Trennbarkeit der behördlichen Entscheidung weiter eingeschränkt, wenn in der Beschwerde von mehreren trennbaren Absprüchen nur ein Teil bekämpft wird (Hinweis E vom 3. August 2016, Ro 2016/07/0008, 0009, mwN). Beim Kostenausspruch handelt es sich um einen trennbaren Spruchteil, sodass die gesonderte Anfechtung nur der Hauptsachenentscheidung zulässig ist (Hinweis E vom 17. Juni 2004, 2003/03/0157, mwN).

Schlagworte

Trennbarkeit gesonderter Abspruch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2016040127.L02

Im RIS seit

08.03.2017

Zuletzt aktualisiert am

14.03.2017

Dokumentnummer

JWR_2016040127_20161221L02

Entscheidungstext Ra 2016/04/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

Ra 2016/04/0127

Entscheidungsdatum

21.12.2016

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof;
40/01 Verwaltungsverfahren;

Norm

AVG §13 Abs7;
AVG §59 Abs1;
AVG §66 Abs4;
VwGG §42 Abs2 Z1;
VwGVG 2014 §17;
VwGVG 2014 §27;
VwGVG 2014 §28;
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Blaschek, die Hofräte Dr. Kleiser und Dr. Mayr, die Hofrätin Mag. Hainz-Sator sowie den Hofrat Dr. Pürgy als Richter, unter Mitwirkung des Schriftführers Mag. Mitter, über die Revision der Datenschutzbehörde gegen das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. September 2016, Zl. W101 2123093- 1/6E, betreffend Zurückziehung einer Beschwerde nach Paragraph 31, DSG 2000 (mitbeteiligte Parteien: 1. S AG in S, 2. J K in M, beide vertreten durch Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati Rechtsanwälte GmbH, in 1010 Wien, Parkring 2; weitere Partei:

Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien) zu Recht erkannt:

Spruch

Das angefochtene Erkenntnis wird wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes aufgehoben.

Begründung

1 Nach den Feststellungen des angefochtenen Erkenntnisses erhoben die mitbeteiligten Parteien bei der revisionswerbenden Datenschutzbehörde Beschwerden gemäß Paragraph 31, Datenschutzgesetz 2000 (DSG 2000).

2 Mit Bescheid der Datenschutzbehörde vom 18. Dezember 2015 wurden diese Beschwerden erledigt. Dieser Bescheid enthielt einen Spruchpunkt römisch drei., mit dem (gemäß Paragraph 76, Absatz eins, 2, und 3 AVG) ausgesprochen wurde, dass die näher festgesetzte Gebühr des nichtamtlichen Sachverständigen von den mitbeteiligten Parteien und der Bundeswettbewerbsbehörde (als "Beschwerdegegnerin") zu gleichen Teilen zu tragen ist.

3 Gegen den Bescheid der Datenschutzbehörde vom 18. Dezember 2015 erhoben die mitbeteiligten Parteien Beschwerden an das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgericht). Dabei wurde (nach der Aktenlage) in der Anfechtungserklärung Spruchpunkt römisch drei. von der Anfechtung ausdrücklich ausgenommen.

4 Die (verfahrenseinleitenden) Beschwerden gemäß Paragraph 31, DSG 2000 wurden am 16. August 2016 vor dem Verwaltungsgericht durch die mitbeteiligten Parteien zurückgezogen.

5 Mit dem angefochtenen Erkenntnis wurde der Bescheid vom 18. Dezember 2015 aufgrund der Zurückziehung der verfahrenseinleitenden Beschwerden nach Paragraph 31, DSG 2000 gemäß Paragraph 28, Absatz eins, und 2 VwGVG ersatzlos behoben (A) und die Revision für nicht zulässig erklärt (B).

6 Begründend führte das Verwaltungsgericht aus, gemäß Paragraph 13, Absatz 7, AVG könnten Anbringen (hier: Datenschutzbeschwerden) in jeder Lage des Verfahrens zurückgezogen werden. Aufgrund der Zurückziehung der verfahrenseinleitenden Anbringen sei der im Spruch bezeichnete Bescheid ersatzlos zu beheben gewesen.

7 Gegen dieses Erkenntnis richtet sich die vorliegende außerordentliche Revision, die vom Verwaltungsgericht gemäß Paragraph 30 a, Absatz 7, VwGG unter Anschluss der Akten des Verfahrens vorgelegt wurde.

8 Die mitbeteiligten Parteien verzichteten auf eine Revisionsbeantwortung.

Der Verwaltungsgerichtshof hat erwogen:

9 Die Revision ist zulässig und berechtigt.

Die Amtsrevision bringt vor, das Verwaltungsgericht wäre für die ersatzlose Behebung des gesamten Bescheides der Datenschutzbehörde vom 18. Dezember 2015 nicht zuständig gewesen, weil dessen Spruchpunkt römisch drei. (von den mitbeteiligten Parteien) nicht in Beschwerde gezogen worden sei.

10 In der vorliegenden Rechtssache haben die mitbeteiligten Parteien in ihrer Beschwerde gegen den Bescheid der Datenschutzbehörde vom 18. Dezember 2015 die Kostenentscheidung in Spruchpunkt römisch drei. von der Anfechtung ausgenommen und sodann die verfahrenseinleitenden Beschwerden vor dem Verwaltungsgericht zurückgezogen.

11 Die Zurückziehung des verfahrenseinleitenden Antrags bewirkt den Wegfall der Zuständigkeit der Behörde zur Erlassung des Bescheides und damit (nachträglich) dessen Rechtswidrigkeit. Das Verwaltungsgericht ist somit gehalten, den bekämpften Bescheid (ersatzlos) zu beheben vergleiche , das hg. Erkenntnis vom 5. März 2015, Ra 2014/02/0159, mwN).

12 Nach der zu Paragraph 27, VwGVG ergangenen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ist die Prüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichtes keine unbegrenzte. Der äußerste Rahmen für die Prüfungsbefugnis ist die Sache des bekämpften Bescheides. Dieser Rahmen wird in den Fällen einer Trennbarkeit der behördlichen Entscheidung weiter eingeschränkt, wenn in der Beschwerde von mehreren trennbaren Absprüchen nur ein Teil bekämpft wird vergleiche , das hg. Erkenntnis vom 3. August 2016, Ro 2016/07/0008, 0009, mwN).

13 Beim Kostenausspruch handelt es sich um einen trennbaren Spruchteil, sodass die gesonderte Anfechtung nur der Hauptsachenentscheidung zulässig ist vergleiche , das hg. Erkenntnis vom 17. Juni 2004, 2003/03/0157, mwN; vergleiche , weiter Thienel/Schulev-Steindl, Verwaltungsverfahrensrecht5 (2009), 224).

14 Somit war die Kostenentscheidung in Spruchpunkt römisch drei. des Bescheides der Datenschutzbehörde vom 18. Dezember 2015 zulässigerweise nicht Beschwerdegegenstand und somit auch nicht Gegenstand des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht.

15 Vorliegend hat das Verwaltungsgericht den Bescheid der Datenschutzbehörde ohne jede Einschränkung, also auch unter Einschluss der nicht angefochtenen Kostenentscheidung, ersatzlos behoben. Damit hat das Verwaltungsgericht rechtswidrigerweise eine Zuständigkeit angenommen, die ihm aufgrund des auf die Hauptsachenentscheidung eingeschränkten Verfahrensgegenstandes nicht zukam.

16 Somit erweist sich das angefochtene Erkenntnis mit Rechtswidrigkeit seines Inhaltes belastet und war gemäß Paragraph 42, Absatz 2, Ziffer eins, VwGG aufzuheben.

Wien, am 21. Dezember 2016

Schlagworte

Trennbarkeit gesonderter Abspruch Maßgebende Rechtslage maßgebender Sachverhalt Beachtung einer Änderung der Rechtslage sowie neuer Tatsachen und Beweise

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2016040127.L00

Im RIS seit

08.03.2017

Zuletzt aktualisiert am

14.03.2017

Dokumentnummer

JWT_2016040127_20161221L00