Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2014/07/0056

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2014/07/0056

Entscheidungsdatum

25.09.2014

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

B-VG Art133 Abs4 idF 2012/I/051;
VwGG §28 Abs3 idF 2013/I/033;
VwGG §34 Abs1 idF 2013/I/033;
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2014/20/0021 B 10. September 2014 RS 1

Stammrechtssatz

Will sich der Revisionswerber mit seinem Vorbringen auf ein Abweichen von der Rechtsprechung berufen, muss er konkret darlegen, in welchen Punkten das angefochtene Erkenntnis von welcher Rechtsprechung abweicht (Hinweis B vom 28. Februar 2014, Ro 2014/16/0004, und B vom 18. Juni 2014, Ra 2014/18/0002).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2014:RA2014070056.L01

Im RIS seit

03.12.2014

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2014

Dokumentnummer

JWR_2014070056_20140925L01

Entscheidungstext Ra 2014/07/0056

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

Ra 2014/07/0056

Entscheidungsdatum

25.09.2014

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;

Norm

B-VG Art133 Abs4 idF 2012/I/051;
VwGG §28 Abs3 idF 2013/I/033;
VwGG §34 Abs1 idF 2013/I/033;
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Bumberger und die Hofräte Dr. N. Bachler und Mag. Haunold als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Pitsch, über die Revision der *****, gegen das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts Niederösterreich vom 18. Juni 2014, Zl. LVwG-BN-13-0067, betreffend Übertretung des AWG 2002, den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Begründung

1. Mit Straferkenntnis der Bezirkshauptmannschaft Baden vom 4. April 2013 wurde die Revisionswerberin für schuldig befunden, sie habe es im Zeitraum von April 2010 bis 19. Dezember 2012 in B. als handelsrechtlicher Geschäftsführer der H. GesmbH zu verantworten, dass diese Gesellschaft durch Aufschüttungen von im Wesentlichen der Deponieklasse Bodenaushubdeponie entsprechendem Material (ca. 127.400 m3) eine Behandlungsanlage errichtet und betrieben habe, ohne im Besitz der nach Paragraph 37, Abfallwirtschaftsgesetz 2002 (AWG 2002) erforderlichen Genehmigung der Behörde gewesen zu sein. Wegen Verletzung des Paragraph 37, Absatz eins, in Verbindung mit , Paragraph 79, Absatz eins, Ziffer 9, AWG 2002 wurde über die Revisionswerberin gemäß Paragraph 79, Absatz eins, zweite Alternative AWG 2002 eine Geldstrafe von EUR 3.630,-- (Ersatzfreiheitsstrafe: 33 Stunden) verhängt.

Die dagegen von der Revisionswerberin erhobene Beschwerde wurde mit dem angefochtenen Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes Niederösterreich vom 18. Juni 2014 als unbegründet abgewiesen.

2. Nach Artikel 133, Absatz 4, B-VG ist gegen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.

Nach Paragraph 34, Absatz eins, VwGG sind Revisionen, die sich wegen Nichtvorliegen der Voraussetzungen des Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zur Behandlung eignen, ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung mit Beschluss zurückzuweisen.

Nach Paragraph 34, Absatz eins a, VwGG ist der Verwaltungsgerichtshof bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG an den Ausspruch des Verwaltungsgerichtes gemäß Paragraph 25 a, Absatz eins, VwGG nicht gebunden. Die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG hat der Verwaltungsgerichtshof im Rahmen der dafür in der Revision vorgebrachten Gründe (Paragraph 28, Absatz 3, VwGG) zu überprüfen.

3. Nach den Ausführungen in der Revision liege im gegenständlichen Verfahren eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vor, "wenn das angefochtene Erkenntnis von der Rechtsprechung des VwGH zum Begriff der gewerbsmäßigen Tätigkeit im Sinne des Paragraph 79, Absatz eins, AWG 2002 abweicht". Im darauffolgenden Satz wird ausgeführt, es "liegt zum gegenständlichen Rechtsproblem noch keine Rechtsprechung des VwGH vor".

Dieses Vorbringen zur Zulässigkeit der Revision erweist sich bereits an sich als widersprüchlich. Dessen ungeachtet ist dazu zum einen auf die Ausführungen zu dem für die Strafhöhe relevanten, in Paragraph 79, Absatz eins, letzter Halbsatz AWG 2002 normierten Kriterium "gewerbsmäßig im Bereich der Abfallwirtschaft tätig" im hg. Erkenntnis vom 21. Juni 2007, Zl. 2006/07/0127, zu verweisen. Zum anderen legt die Revisionswerberin auch nicht konkret dar, in welchen Punkten das angefochtene Erkenntnis von welcher Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweiche vergleiche , etwa den hg. Beschluss vom 28. Februar 2014, Zl. Ro 2014/16/0004).

Unter Bezugnahme auf die mit Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Baden vom 20. Juni 1989 erteilte wasserrechtliche Bewilligung für die Durchführung einer Trockenbaggerung und für die Anhebung der Grubensohle nach Ausbeutung des Schottermaterials bringt die Revisionwerberin ferner vor, die von der H. GmbH vorgenommenen Auffüllungen stellten keine Deponierung im Sinne des AWG 2002, sondern die Erfüllung einer Behördenauflage dar. Ein Gutachter habe im Zuge der Deponieverhandlung festgestellt, dass die Ausführung der Genehmigung aus dem Jahr 1989 aufgrund der vorgenommenen Ergänzungen "als im Wesentlichen bescheidmäßig beurteilt" werden könne. Es fehle Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes zu diesem Themenbereich, insbesondere dazu, "ob dann, wenn eine bescheidmäßige Auflage einer Behörde erfüllt wird, eine andere Behörde von sich aus zuständig werden kann, obwohl die Voraussetzungen der Zuständigkeit nicht gegeben ist".

Die von der Revisionswerberin lediglich auszugsweise zitierten gutachtlichen Ausführungen eines Amtssachverständigen für Deponietechnik und Gewässerschutz in der mündlichen Verhandlung vom 20. September 2012 wurden im Zusammenhang mit der Kollaudierung betreffend den wasserrechtlichen Bewilligungsbescheid vom 20. Juni 1989 getätigt und u.a. damit begründet, dass "das ursprünglich vorgeschriebene Aufhöhungsniveau erreicht" worden sei. Gleichzeitig wurde in demselben Gutachten jedoch dargelegt, dass ein Teil der durchgeführten Schüttungen "im Umfang von ca. 127.400 m3 konsenslos" erfolgt sei. Weshalb vor diesem Hintergrund hinsichtlich der in Rede stehenden Schüttungen von der "Erfüllung einer bescheidmäßigen Auflage" auszugehen wäre, legt die Revisionswerberin nicht nachvollziehbar dar. Davon abgesehen besteht eine umfangreiche Judikatur zu der mit ihrem Vorbringen implizit angesprochenen "zulässigen Verwertung" von Abfall vergleiche , etwa das hg. Erkenntnis vom 23. Februar 2012, Zl. 2008/07/0179, mwN).

Angesichts der vom Verwaltungsgericht auf sachverständiger Grundlage getroffenen Feststellungen - danach sind die verfahrensgegenständlichen Schüttungen im Ausmaß von 127.400 m3 konsenslos (und somit auch nicht durch die wasserrechtliche Bewilligung gedeckt) erfolgt - zeigt die außerordentliche Revision somit auch mit dem zweiten Vorbringen ihrer Zulässigkeitsausführungen nicht konkret auf die vorliegende Rechtssache bezogen auf, welche Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung der Verwaltungsgerichtshof in einer Entscheidung über die Revision zu lösen hätte.

Die Revision war daher zurückzuweisen.

Wien, am 25. September 2014

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2014:RA2014070056.L00

Im RIS seit

03.12.2014

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2014

Dokumentnummer

JWT_2014070056_20140925L00