Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 84/06/0215

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

84/06/0215

Entscheidungsdatum

06.12.1984

Index

Verwaltungsverfahren - AVG
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §73 Abs2
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Rechtssatz

Liegt ein wirksamer Devolutionsantrag iSd Paragraph 73, Absatz 2, AVG nicht vor, so ist die Oberbehörde auch dann nicht zuständig geworden, wenn sie ihre Entscheidungspflicht "anerkannt" hat und - als unzuständige Behörde - das Verfahren selbst durchführt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1984:1984060215.X01

Im RIS seit

18.11.2020

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2020

Dokumentnummer

JWR_1984060215_19841206X01

Rechtssatz für 84/06/0215

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

84/06/0215

Entscheidungsdatum

06.12.1984

Index

Verwaltungsverfahren - AVG
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §6 Abs1
AVG §73 Abs2
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1016/67 E 11. September 1968 VwSlg 7392 A/1968 RS 1

Stammrechtssatz

Ein Devolutionsantrag muß unmittelbar bei der sachlich in Betracht kommenden Oberbehörde eingebracht sein. Ein bei einer anderen Behörde eingebrachter Devolutionsantrag kann, auf welchem Wege immer er der Oberbehörde zugekommen ist, den Übergang der Entscheidungspflicht nicht bewirken (Hinweis auf B 15.3.1950, 1251/49, VwSlg 1320 A/1950; E 7.11.1951, 933/51). Die Vorschrift des Paragraph 73, Absatz 2, AVG ist gegenüber der des Paragraph 6, Absatz eins, AVG die lex specialis. In Anwendung der Vorschrift des Paragraph 6, Absatz eins, AVG kann der in der Außerachtlassung der Formvorschrift des Paragraph 73, Absatz 2, AVG gelegene Mangel nicht saniert werden .

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1984:1984060215.X02

Im RIS seit

18.11.2020

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2020

Dokumentnummer

JWR_1984060215_19841206X02

Entscheidungstext 84/06/0215

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

84/06/0215

Entscheidungsdatum

06.12.1984

Index

Verwaltungsverfahren - AVG
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §6 Abs1
AVG §73 Abs2
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Straßmann und die Hofräte Mag. Onder und Dr. Würth als Richter, im Beisein der Schriftführerin Dr. Hinterwirth, in der Beschwerdesache des WR in W, vertreten durch Dr. Rainer Handl, Rechtsanwalt in Wien römisch eins, Wipplingerstraße 24-26, gegen das Bundesministerium für Bauten und Technik, wegen Verletzung der Entscheidungspflicht (Enteignung nach dem Bundesstraßengesetz), den Beschluß gefaßt:

Spruch

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

Bereits mit hg. Beschluß vom 4. Oktober 1984 wurde eine Beschwerde des Beschwerdeführers wegen Verletzung der Entscheidungspflicht in derselben Sache zurückgewiesen, da der Antrag nach Paragraph 73, Absatz 2, AVG 1950 statt an die Oberbehörde an die Behörde erster Instanz gerichtet war, daher nach ständiger Rechtsprechung die Zuständigkeit zur Entscheidung bei Säumnis der Unterbehörde nicht auf die in Betracht kommende Oberbehörde übergegangen war. Mangels eines derart wirksamen Antrages - so wurde im Beschluß dargelegt - konnte die Frist zur Erhebung der Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht nach Paragraph 27, VwGG 1965 auch gar nicht in Lauf gesetzt werden.

Mit der vorliegenden Beschwerdesache macht der Beschwerdeführer neuerlich die Verletzung der Entscheidungspflicht durch die belangte Behörde mit der Behauptung geltend, die Entscheidungspflicht über den Enteignungsantrag sei auf die belangte Behörde „übergegangen“, die ihre Entscheidungspflicht auch anerkannt und jedenfalls schon im März 1984 das Verfahren zur Zl. 890.951/1-III/11a/84 eingeleitet habe. Auch in der Folge habe die Behörde mehrfach anerkannt, daß sie infolge Devolution gemäß Paragraph 73, AVG für die Durchführung des Enteignungsverfahrens zuständig sei. Seit diesem Anhängigwerden des Enteignungsverfahrens bei der belangten Behörde seien mehr als sechs Monate verstrichen, ohne daß die belangte Behörde in der Sache selbst entschieden habe.

Damit habe sie die Entscheidungspflicht verletzt.

Einer neuerlichen Geltendmachung der „Säumnis“ der belangten Behörde vor Ablauf einer neuerlichen sechsmonatigen Frist steht schon die Rechtskraft des hg. Beschlusses vom 4. Oktober 1984, Zl. 84/06/0175, entgegen. Der Beschwerdeführer verkennt aber auch das Wesen des Überganges der Zuständigkeit nach §73 Absatz 2, AVG 1950, wenn er annimmt, daß es dabei auf Handlungen der Oberbehörde ankomme. Liegt ein wirksamer Devolutionsantrag im Sinn des Paragraph 73, Absatz 2, AVG 1950 wie dies in dem mehrfach zitierten Beschluß und der darin weiter zitierten ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes gefordert wird, nicht vor, so ist die Oberbehörde auch dann nicht zuständig geworden, wenn sie - als unzuständige Behörde - ein Verfahren selbst durchführt.

Die Beschwerde war gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG 1965 zurückzuweisen, da ihr die entschiedene Sache entgegensteht.

Wien, am 6. Dezember 1984

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1984:1984060215.X00

Im RIS seit

18.11.2020

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2020

Dokumentnummer

JWT_1984060215_19841206X00