Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 1434/74

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

1434/74

Entscheidungsdatum

29.04.1975

Index

Polizeirecht - FrPolG
001 Verwaltungsrecht allgemein
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

FPG 1954 §3 Abs1
FPG 1954 §3 Abs2 lita
VwRallg

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1990/65 E VS 4. November 1966 VwSlg 7022 A/1966 RS 1

Stammrechtssatz

Das Gesetz stellt im Paragraph 3, Absatz eins, FrPolG und Paragraph 3, Absatz 2, FrPolG die Voraussetzungen auf, bei deren Vorliegen die Behörde in die Lage versetzt wird, eine Ermessensentscheidung über die Erlassung eines Aufenthaltsverbotes zu treffen. Als Voraussetzung genügt ua auch eine einzige Übertretung der im Paragraph 3, Absatz 2, Litera a, FrPolG genannten Vorschriften. Die Behörde ist jedoch verpflichtet, im Rahmen ihrer Ermessensübung auf den Sinn des Gesetzes Bedacht zu nehmen. Erst im Rahmen dieser Ermessensübung kommt im Zusammenhang mit der Erforschung des Sinnes des Gesetzes auch die in den Gesetzesmaterialien zum Ausdruck gebrachte Absicht des Gesetzgebers zum Tragen.

Schlagworte

Ermessen VwRallg8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1975:1974001434.X01

Im RIS seit

17.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2026

Dokumentnummer

JWR_1974001434_19750429X01

Rechtssatz für 1434/74

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

1434/74

Entscheidungsdatum

29.04.1975

Index

Polizeirecht - FrPolG
001 Verwaltungsrecht allgemein
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

FPG 1954 §3 Abs1
FPG 1954 §3 Abs2 lita
VwRallg

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1990/65 E VS 4. November 1966 VwSlg 7022 A/1966 RS 2

Stammrechtssatz

Bei Erlassung eines Aufenthaltsverbotes nach Paragraph 3, Absatz 2, FrPolG darf sich die Begründung nicht auf den Hinweis beschränken, daß einer der in dieser Gesetzesstelle angeführten Tatbestände vorliegt, es sei denn der Fall ist beschaffen, daß die für die Handhabung des von der Behörde zum Nachteil des Betroffenen geübten Ermessens maßgeblichen Gründe auch ohne ausdrückliche Erwähnung klar auf der Hand liegen. Letzteres trifft jedenfalls nicht zu, wenn die Zulässigkeit des Aufenthaltsverbotes lediglich aus einer einmaligen, ihrer Natur nach unbedeutenden Übertretung einer Ordnungsvorschrift abgeleitet wird.

Schlagworte

Ermessen VwRallg8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1975:1974001434.X02

Im RIS seit

17.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2026

Dokumentnummer

JWR_1974001434_19750429X02

Rechtssatz für 1434/74

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

1434/74

Entscheidungsdatum

29.04.1975

Index

Polizeirecht - FrPolG
001 Verwaltungsrecht allgemein
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

FPG 1954 §3 Abs1
FPG 1954 §3 Abs2 lita
VwRallg

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1990/65 E VS 4. November 1966 VwSlg 7022 A/1966 RS 3

Stammrechtssatz

Aus der Formulierung und der Entstehungsgeschichte des FrPolG läßt sich der für die Ermessensübung richtungsweisende Sinn des Paragraph 3, FrPolG in der Richtung entnehmen, daß Angelegenheiten von minderer Bedeutung wie etwa eine einmalige geringfügige Übertretung einer der im Paragraph 3, Absatz 2, Litera a, FrPolG angeführten Ordnungsvorschriften nicht ohne weiteres zum Anlaß eines Aufenthaltsverbotes genommen werden dürfen.

Schlagworte

Ermessen VwRallg8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1975:1974001434.X03

Im RIS seit

17.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2026

Dokumentnummer

JWR_1974001434_19750429X03

Rechtssatz für 1434/74

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

1434/74

Entscheidungsdatum

29.04.1975

Index

Polizeirecht - FrPolG
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

FPG 1954 §3 Abs2 litb

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0180/64 E 25. Jänner 1965 VwSlg 669 A/1965 RS 1

Stammrechtssatz

Die Erlassung eines Aufenthaltsverbotes wegen Vorliegens einer rechtskräftigen Verurteilung durch ein ausländisches Gericht zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 3 Monaten konnte nur dann gegen den Sinn des Gesetzes verstoßen, wenn der Betroffene wegen einer Tat verurteilt wurde, die in Österreich nicht mit Strafe bedroht ist (z. B. wegen Rassenschande oder wegen des Bekenntnisses zu einer Regligionsgemeinschaft)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1975:1974001434.X04

Im RIS seit

17.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2026

Dokumentnummer

JWR_1974001434_19750429X04

Rechtssatz für 1434/74

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

1434/74

Entscheidungsdatum

29.04.1975

Index

Polizeirecht - FrPolG
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

FPG 1954 §3 Abs2 litb

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1208/62 E 22. Mai 1963 VwSlg 6034 A/1963 RS 2

Stammrechtssatz

Die Frage, ob die Verurteilung des Bfrs von einem inländischen oder ausländischen Gericht zu Recht oder zu Unrecht, bzw unter welchen Umständen sie erfolgt ist, hat mit Rücksicht auf die Rechtskraft der Gerichtsurteile keine Bedeutung.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1975:1974001434.X05

Im RIS seit

17.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2026

Dokumentnummer

JWR_1974001434_19750429X05

Rechtssatz für 1434/74

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

1434/74

Entscheidungsdatum

29.04.1975

Index

Polizeirecht - FrPolG
40/01 Verwaltungsverfahren

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0522/69 E 21. Mai 1970 RS 1

Stammrechtssatz

Die Behörde ist nicht verpflichtet, in die Begründung der Strafbemessung die Vorstrafen des Bestraften einzeln aufzunehmen, da sie dem Bestraften bekannt sein müssen. (Hinweis auf E vom 3.4.1967, Zl. 1694/66)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1975:1974001434.X06

Im RIS seit

17.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2026

Dokumentnummer

JWR_1974001434_19750429X06

Rechtssatz für 1434/74

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

1434/74

Entscheidungsdatum

29.04.1975

Index

Polizeirecht - FrPolG
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

FPG 1954 §3 Abs1
FPG 1954 §3 Abs2 lita

Rechtssatz

Ausführungen zur Identifizierung eines internationalen Rechtsbrechers an Hand von Fingerabdrücken.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1975:1974001434.X07

Im RIS seit

17.01.2003

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2026

Dokumentnummer

JWR_1974001434_19750429X07