Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 0637/66

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

0637/66

Entscheidungsdatum

14.06.1967

Index

L10016 Gemeindeordnung Gemeindeaufsicht Gemeindehaushalt Steiermark
L85006 Straßen Steiermark
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)

Norm

B-VG Art118 Abs3 Z4;
GdO Stmk 1959 §35 Abs2 Z4 idF 1965/169;
GdO Stmk 1959 §35 Abs4 idF 1965/169;
LStVwG Stmk 1964 §45 Abs2;
LStVwG Stmk 1964 §45 Abs3;
LStVwG Stmk 1964 §45 Abs6;
LStVwG Stmk 1964 §7 Abs1 Z5;
  1. B-VG Art. 118 heute
  2. B-VG Art. 118 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 118 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1992 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  8. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  9. B-VG Art. 118 gültig von 21.07.1962 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  10. B-VG Art. 118 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 118 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0416/66 E 14. Juni 1967 VwSlg 7154 A/1967 RS 1

Stammrechtssatz

Die bescheidmäßige Einbeziehung in eine Wegegenossenschaft und Festsetzung der Beitragsanteile zur Herstellung und Erhaltung eines öffentlichen Interessentenweges (Paragraph 7, Absatz eins, Stmk LStVG 1964) fällt in den eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde ("Verkehrsflächen der Gemeinde").

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1967:1966000637.X01

Im RIS seit

04.02.2002

Zuletzt aktualisiert am

23.03.2018

Dokumentnummer

JWR_1966000637_19670614X01

Rechtssatz für 0637/66

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

0637/66

Entscheidungsdatum

14.06.1967

Index

L10016 Gemeindeordnung Gemeindeaufsicht Gemeindehaushalt Steiermark
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)

Norm

B-VG Art118 Abs3 Z4;
GdO Stmk 1959 §35 Abs2 Z4 idF 1965/169;
GdO Stmk 1959 §35 Abs4 idF 1965/169;
  1. B-VG Art. 118 heute
  2. B-VG Art. 118 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 118 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1992 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  8. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  9. B-VG Art. 118 gültig von 21.07.1962 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  10. B-VG Art. 118 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 118 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0416/66 E 14. Juni 1967 VwSlg 7154 A/1967 RS 2

Stammrechtssatz

Unter "Verkehrsflächen der Gemeinde" sind all jene Kommunikationen zu verstehen, die in ihrer Verkehrsbedeutung auf das Gemeindegebiet beschränkt sind (also auch Gemeindestrassen und öffentliche Interessentenwege nach dem hier maßgebenden stmk Landesstraßenverwaltungsgesetz 1964).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1967:1966000637.X02

Im RIS seit

04.02.2002

Zuletzt aktualisiert am

23.03.2018

Dokumentnummer

JWR_1966000637_19670614X02

Entscheidungstext 0637/66

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

0637/66

Entscheidungsdatum

14.06.1967

Index

L10016 Gemeindeordnung Gemeindeaufsicht Gemeindehaushalt Steiermark;
L85006 Straßen Steiermark;
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);

Norm

B-VG Art118 Abs3 Z4;
GdO Stmk 1959 §35 Abs2 Z4 idF 1965/169;
GdO Stmk 1959 §35 Abs4 idF 1965/169;
LStVwG Stmk 1964 §45 Abs2;
LStVwG Stmk 1964 §45 Abs3;
LStVwG Stmk 1964 §45 Abs6;
LStVwG Stmk 1964 §7 Abs1 Z5;
  1. B-VG Art. 118 heute
  2. B-VG Art. 118 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 118 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1992 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 565/1991
  8. B-VG Art. 118 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  9. B-VG Art. 118 gültig von 21.07.1962 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962
  10. B-VG Art. 118 gültig von 19.12.1945 bis 20.07.1962 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 118 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden, Senatspräsidenten Dr. Werner, und die Hofräte Dr. Hrdlitzka, Dr. Striebl, Dr. Skorjanec und Dr. Rath als Richter, im Beisein des Schriftführers, Landesgerichtsrates Dr. Pichler, über die Beschwerde des KK in P, vertreten durch Dr. Egon WOBRATANSKY, Rechtsanwalt in 8850 Murau, Steiermark, gegen den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Murau vom 15. April 1966, Zl. 8 Po 23/12- 1966, betreffend die Einbeziehung in eine Weggenossenschaft und Festsetzung eines Beitragsanteiles zu dieser, zu Recht erkannt:

Spruch

Der angefochtene Bescheid wird wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes aufgehoben.

Die Bezirkshauptmannschaft Murau hat dem Beschwerdeführer Aufwendungen in der Höhe von S 1.090,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Mit dem Bescheid des Gemeinderates der Gemeinde P vom 14. Jänner 1965 war der Beschwerdeführer als Mitglied in die öffentlich-rechtliche Weggenossenschaft "R-Weg" einbezogen und sein Anteil an den Kosten der Herstellung und Erhaltung dieses öffentlichen Interessentenweges mit 2,4 % der jährlich von der Genossenschaft festzusetzenden und von den Interessenten aufzubringenden Eigenleistung bestimmt worden. Der dagegen durch den Beschwerdeführer erhobenen Berufung gab die Bezirkshauptmannschaft Murau mit ihrem nunmehr vor dem Verwaltungsgerichtshof angefochtenen Bescheid vom 15. April 1966 keine Folge, änderte jedoch aus Anlaß dieser Berufung den Bescheid der Gemeindeinstanz dahin ab, daß der Tatbestand dem Paragraph 45, Absatz eins bis 3 des stmk. Landesstraßenverwaltungsgesetzes 1964, Landesgesetzblatt , Nr. 154 (LStVG 1964), unterworfen und die Beitragsleistung des Beschwerdeführers zu den Kosten der Herstellung und Erhaltung des Weges mit 2,51 % der jährlich von der Weggenossenschaft festzusetzenden und von den Interessenten aufzubringenden Eigenleistung festgesetzt wurde. Ferner wurde der Beschwerdeführer mit seinen privatrechtlichen Einwendungen auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

Über die gegen diesen Bescheid unter den Gesichtspunkten der inhaltlichen Rechtswidrigkeit sowie auch der Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften erhobene Beschwerde hat der Verwaltungsgerichtshof erwogen:

Vor Eingehen in das Beschwerdevorbringen hat sich der Verwaltungsgerichtshof die Frage vorgelegt, ob die belangte Behörde mit Rücksicht auf die durch die Bundes-Verfassungsgesetznovelle 1962, Bundesverfassungsgesetz vom 12. Juli 1962, Bundesgesetzblatt , Nr. 205, geschaffene rechtliche Situation im Zeitpunkt ihrer Entscheidung, also am 11. Februar 1966, noch zuständig war, über die ihr vorliegende Berufung sachlich abzusprechen. Mit hg. Beschluß vom 31. März 1967 wurden auch die Parteien des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens in Anwendung des Paragraph 41, VwGG 1965 aufgefordert, sich zu dieser Frage zu äußern. Die Beschwerdeführer haben in Befolgung dieser Aufforderung ihre Meinung im Schriftsatz vom 22. Mai 1967 dargelegt; sie sind der der im erwähnten Beschluß vorläufig als denkbar bezeichneten Auffassung beigetreten, daß der Begriff der "Verkehrsflächen der Gemeinden" nur gemeindeeigene Verkehrsflächen umfasse. Demgegenüber hat die belangte Behörde diese Auffassung abgelehnt und mit Schriftsatz vom 16. Mai 1967 die Auffassung vertreten, daß auch die öffentlichen Interessentenwege unter diesen Begriff zu subsumieren seien. Eine andere Auslegung, so wurde weiter gesagt, sei auch praktisch nicht denkbar, da zufolge Paragraph 12, des stmk. Landesstraßenverwaltungsgesetzes die Verwaltung der öffentlichen Interessentenwege den Gemeinden obliege und es widersinnig wäre, die Verwaltung dieser im Verhältnis zu den Gemeindewegen - im engeren Sinne -

bedeutungsloseren und nur einem beschränkten Benützerkreis dienenden Straßenkategorie dem übertragenen Wirkungskreis der Gemeinden zuzuweisen.

Der Gerichtshof ist auf der Grundlage jener Erwägungen, die in den Entscheidungsgründen zum hg. Erkenntnis vom heutigen Tage, Ziffer 416 /, 66,, angestellt worden sind und auf die er zwecks Vermeidung von Wiederholungen unter Erinnerung an Artikel 14 Absatz 4, seiner Geschäftsordnung, Bundesgesetzblatt Nr. 45 aus 1965,, verweist, zu dem Ergebnis gelangt, daß diese Frage zu verneinen sei. Auch im vorliegenden Beschwerdefall wäre die der belangten Behörde vorliegende Berufung als Vorstellung im Sinne des Paragraph 73, der geltenden stmk. Gemeindeordnung zu behandeln gewesen. Zufolge Paragraph 76, Absatz eins, erster Satz dieses Gesetzes war hiezu die Landesregierung berufen. Die in Verkennung der neuen rechtlichen Situation getroffene Sachentscheidung der Bezirkshauptmannschaft Murau ist daher mit einer Rechtswidrigkeit des Inhaltes belastet, war gemäß Paragraph 42, Absatz 2, Litera a, VwGG 1965 zur Aufhebung des in Beschwerde gezogenen Bescheides führen mußte. Eine Erörterung des Beschwerdevorbringens war bei dieser Situation entbehrlich.

Der Ausspruch über die Kosten gründet sich auf die Paragraphen 47 und 48 VwGG 1965 sowie auf Artikel I Abschnitt A Ziffer eins, der Verordnung des Bundeskanzleramtes, Bundesgesetzblatt Nr. 4 aus 1965,.

Wien, am 14. Juni 1967

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1967:1966000637.X00

Im RIS seit

04.02.2002

Zuletzt aktualisiert am

23.03.2018

Dokumentnummer

JWT_1966000637_19670614X00