Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2023/16/0116

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0116

Entscheidungsdatum

14.05.2024

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
61/01 Familienlastenausgleich
72/01 Hochschulorganisation

Norm

FamLAG 1967 §2 Abs1 litb
UniversitätsG 2002 §68 Abs1 Z6
UniversitätsG 2002 §74 Abs4
VwRallg

Rechtssatz

Paragraph 68, Absatz eins, Ziffer 6, UniversitätsG 2002 stellt - wie dessen Wortlaut erkennen lässt - für den Zeitpunkt des Abschlusses des Studiums und damit des Erlöschens zu dessen Zulassung auf die "positive Beurteilung bei der letzten vorgeschriebenen Prüfung" ab. Dass dieser Zeitpunkt - der bei mündlichen Prüfungen in der Regel am Tag der Prüfung, bei schriftlichen Prüfungen hingegen nach Maßgabe des Paragraph 74, Absatz 4, UniversitätsG 2002 regelmäßig innerhalb von vier Wochen nach Erbringung der zu beurteilenden Leistung anzunehmen sein wird - nicht als objektiv anzusehen sei und einer Gleichbehandlung aller Fälle entgegenstünde, ist für den VwGH nicht erkennbar. Vielmehr dient gerade das Abstellen auf die Beurteilung der Prüfung einer gleichmäßigen Behandlung aller Studierenden, indem dadurch gewährleistet wird, dass die Zulassung zum Studium durch die faktisch zwingend nachträglich erfolgende Beurteilung einer schriftlichen Prüfung nicht rückwirkend wegfällt.

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Bindung an den Wortlaut des Gesetzes VwRallg3/2/1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2024:RA2023160116.L01

Im RIS seit

25.06.2024

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2024

Dokumentnummer

JWR_2023160116_20240514L01

Rechtssatz für Ra 2023/16/0116

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0116

Entscheidungsdatum

14.05.2024

Index

61/01 Familienlastenausgleich

Norm

FamLAG 1967 §2 Abs1 litb

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 86/14/0059 E 15. Dezember 1987 RS 1 (hier nur die ersten beiden Sätze)

Stammrechtssatz

Ziel einer Berufsausbildung bzw einer Berufsfortbildung im Sinne des Paragraph 2, Absatz eins, Litera b, FamLAG ist es, die fachliche Qualifikation für die Ausübung des angestrebten Berufes zu erlangen. Dazu gehört regelmäßig auch der Nachweis der Qualifikation. Das Ablegen von Prüfungen, die in einem Hochschulstudium nach der jeweiligen Studienordnung vorgesehen sind, ist essentieller Bestandteil des Studiums und damit der Berufsausbildung (Berufsfortbildung) selbst. Besteht aber von vornherein die Absicht, keine der vorgeschriebenen Prüfungen abzulegen, kann von einer angestrebten Berufsausbildung (Berufsfortbildung) nicht gesprochen werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2024:RA2023160116.L02

Im RIS seit

25.06.2024

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2024

Dokumentnummer

JWR_2023160116_20240514L02

Rechtssatz für Ra 2023/16/0116

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0116

Entscheidungsdatum

14.05.2024

Index

61/01 Familienlastenausgleich
72/13 Studienförderung

Norm

FamLAG 1967 §2 Abs1 litb
FamLAG 1967 §2 Abs1 litb idF 1992/311
StudFG 1992 §3

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2021/16/0076 B 31. Oktober 2023 RS 4

Stammrechtssatz

Die - für das Vorliegen einer Berufsausbildung notwendige - Voraussetzung eines ernstlichen, zielstrebigen und nach außen erkennbaren Bemühens um einen Ausbildungserfolg ist seit dem Inkrafttreten der Änderung des Paragraph 2, Absatz eins, Litera b, FamLAG 1967 durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Nr. 311 aus 1992, nur noch außerhalb des in Paragraph 2, Absatz eins, Litera b, FamLAG 1967 besonders geregelten Besuchs einer Einrichtung im Sinne des Paragraph 3, des StudFG 1992 relevant vergleiche VwGH 30.6.2016, Ro 2015/16/0033; 25.4.2016, Ra 2014/16/0006; 14.12.2015, Ro 2015/16/0005; 27.9.2012, 2010/16/0013, jeweils mwN).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2024:RA2023160116.L03

Im RIS seit

25.06.2024

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2024

Dokumentnummer

JWR_2023160116_20240514L03

Rechtssatz für Ra 2023/16/0116

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0116

Entscheidungsdatum

14.05.2024

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2010/15/0169 E 28. Februar 2012 RS 1

Stammrechtssatz

Eine Bindungswirkung iSd Paragraph 116, BAO kann nur der Spruch eines Bescheides entfalten. Sie ist Ausdruck der Rechtskraft der Entscheidung und erstreckt sich nicht auch auf die Entscheidungsgründe eines Bescheides vergleiche das hg. Erkenntnis vom 22. September 2000, 98/15/0014, sowie Ritz, BAO4, Paragraph 116, Tz. 5). Zudem beziehen sich die Bescheidwirkungen grundsätzlich nur auf die Parteien des Verfahrens.

Schlagworte

Individuelle Normen und Parteienrechte Rechtswirkungen von Bescheiden Rechtskraft VwRallg9/3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2024:RA2023160116.L04

Im RIS seit

25.06.2024

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2024

Dokumentnummer

JWR_2023160116_20240514L04

Rechtssatz für Ra 2023/16/0116

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0116

Entscheidungsdatum

14.05.2024

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

VwGG §42 Abs2 Z3 lita
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2020/20/0399 B 17. Mai 2021 RS 1

Stammrechtssatz

Wird in der Revision Aktenwidrigkeit geltend gemacht, handelt es sich dabei um einen Verfahrensmangel, dessen Relevanz im Hinblick auf den Verfahrensausgang aufgezeigt werden muss vergleiche zur Relevanzdarlegung bei einer vorgebrachten Aktenwidrigkeit auch VwGH 9.2.2018, Ra 2018/20/0008, mwN).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2024:RA2023160116.L05

Im RIS seit

25.06.2024

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2024

Dokumentnummer

JWR_2023160116_20240514L05