Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2016/01/0166

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2016/01/0166

Entscheidungsdatum

05.12.2017

Index

41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

AsylG 1997 §13 Abs2
AsylG 2005 §6 Abs1 Z4

Rechtssatz

Nach der zu Paragraph 13, Absatz 2, zweiter Fall AsylG 1997 - der dem hier maßgeblichen Paragraph 6, Absatz eins, Ziffer 4, AsylG 2005 entspricht - ergangenen und für die geltende Rechtslage weiterhin wesentlichen Rechtsprechung des VwGH müssen für die Anwendung dieses Asylausschlussgrundes vier Voraussetzungen erfüllt sein: Der Fremde muss erstens ein besonders schweres Verbrechen begangen haben, dafür zweitens rechtskräftig verurteilt worden und drittens gemeingefährlich sein, und schließlich müssen die öffentlichen Interessen an der Aufenthaltsbeendigung seine Interessen am Weiterbestehen des Schutzes durch den Zufluchtsstaat überwiegen vergleiche das bereits zum AsylG 2005 ergangene E vom 23.9.2009, 2006/01/0626, mwN).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016010166.L01

Im RIS seit

18.01.2018

Zuletzt aktualisiert am

09.06.2026

Dokumentnummer

JWR_2016010166_20171205L01

Rechtssatz für Ra 2016/01/0166

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2016/01/0166

Entscheidungsdatum

05.12.2017

Index

19/05 Menschenrechte
41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

AsylG 2005 §6 Abs1 Z4
BFA-VG 2014 §9
MRK Art8

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2016/21/0233 B 26. Jänner 2017 RS 4

Stammrechtssatz

Ein Gesinnungswandel eines Straftäters ist grundsätzlich daran zu messen, ob und wie lange er sich - nach dem Vollzug einer Haftstrafe - in Freiheit wohlverhalten hat vergleiche B 22. Mai 2014, Ra 2014/21/0014). Das gilt auch im Fall einer (erfolgreich) absolvierten Therapie vergleiche E 22. September 2011, 2009/18/0147; B 22. Mai 2014, Ro 2014/21/0007; B 15. September 2016, Ra 2016/21/0262).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016010166.L02

Im RIS seit

18.01.2018

Zuletzt aktualisiert am

09.06.2026

Dokumentnummer

JWR_2016010166_20171205L02

Rechtssatz für Ra 2016/01/0166

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2016/01/0166

Entscheidungsdatum

05.12.2017

Index

19/05 Menschenrechte
40/01 Verwaltungsverfahren
41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

BFA-VG 2014 §21 Abs7
BFA-VG 2014 §9
FPG 2005 §52
FPG 2005 §53
MRK Art8
VwGVG 2014 §24

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2016/21/0316 B 17. November 2016 RS 3 (hier: ohne den letzten Satz)

Stammrechtssatz

Bei der Erlassung von aufenthaltsbeendenden Maßnahmen kommt der Verschaffung eines persönlichen Eindrucks im Rahmen einer mündlichen Verhandlung besondere Bedeutung zu, und zwar sowohl in Bezug auf die (allenfalls erforderliche) Gefährdungsprognose als auch in Bezug auf die für die Abwägung nach Artikel 8, MRK (sonst) relevanten Umstände. Daraus ist aber noch keine "absolute" (generelle) Pflicht zur Durchführung einer mündlichen Verhandlung in Verfahren über aufenthaltsbeendende Maßnahmen abzuleiten. In eindeutigen Fällen, in denen bei Berücksichtigung aller zugunsten des Fremden sprechenden Fakten auch dann für ihn kein günstigeres Ergebnis zu erwarten ist, wenn sich das VwG von ihm einen (positiven) persönlichen Eindruck verschafft, kann auch eine beantragte Verhandlung unterbleiben (Hinweis E 20. Oktober 2016, Ra 2016/21/0289).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016010166.L03

Im RIS seit

18.01.2018

Zuletzt aktualisiert am

09.06.2026

Dokumentnummer

JWR_2016010166_20171205L03

Rechtssatz für Ra 2016/01/0166

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2016/01/0166

Entscheidungsdatum

05.12.2017

Index

19/05 Menschenrechte
40/01 Verwaltungsverfahren
41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

BFA-VG 2014 §21 Abs7
BFA-VG 2014 §9 Abs2
MRK Art8
VwGVG 2014 §24

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2016/20/0105 B 10. August 2017 RS 4

Stammrechtssatz

Der Verschaffung eines persönlichen Eindrucks kommt bei der Erlassung von aufenthaltsbeendenden Maßnahmen insbesondere auch in Bezug auf die für die Abwägung nach Artikel 8, MRK relevanten Umstände besondere Bedeutung zu. Allerdings kann gemäß dem auch im vorliegenden Fall in Betracht zu ziehenden Paragraph 21, Absatz 7, BFA-VG 2014 - trotz Vorliegens eines diesbezüglichen Antrages - (ausnahmsweise) von der Durchführung einer Verhandlung unter anderem dann abgesehen werden, wenn der Sachverhalt aus der Aktenlage in Verbindung mit der Beschwerde geklärt erscheint (Hinweis B vom 15. März 2016, Ra 2015/19/0302, mwN).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016010166.L04

Im RIS seit

18.01.2018

Zuletzt aktualisiert am

09.06.2026

Dokumentnummer

JWR_2016010166_20171205L04