Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2015/07/0175

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2015/07/0175

Entscheidungsdatum

28.04.2016

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

UVPG 2000 §2 Abs2;
VwRallg;

Rechtssatz

Hinter dem Begriff des Vorhabens nach Paragraph 2, Absatz 2, UVPG 2000 und seinem in der Rechtsprechung geprägten Verständnis steht das Ziel, die Umgehung der UVP durch Aufteilung eines Gesamtvorhabens auf einzelne Teile zu verhindern. Unsachliche Dispositionen auf Projektwerberseite sollen nicht eine Flucht aus der UVP ermöglichen.

Schlagworte

Auslegung unbestimmter Begriffe VwRallg3/4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015070175.L01

Im RIS seit

31.05.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015070175_20160428L01

Rechtssatz für Ra 2015/07/0175

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2015/07/0175

Entscheidungsdatum

28.04.2016

Index

14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

UVPG 2000 §2 Abs2;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2011/03/0160 E 19. Dezember 2013 RS 53

Stammrechtssatz

Gegenstand der Umweltverträglichkeitsprüfung ist die Prüfung der Umweltverträglichkeit des zur Bewilligung eingereichten Vorhabens. Was unter einem Vorhaben im Sinne des UVPG 2000 zu verstehen ist, ergibt sich aus Paragraph 2, Absatz 2, UVPG 2000. In diesem Zusammenhang hat der Verwaltungsgerichtshof bereits festgehalten, dass der Begriff des Vorhabens im Sinne des Paragraph 2, Absatz 2, UVPG 2000 weit zu verstehen ist (Hinweis E vom 31. Juli 2007, 2006/05/0221, und E vom 23. Juni 2010, 2007/03/0160). Dieser weite Vorhabensbegriff des Paragraph 2, Absatz 2, UVPG 2000 erfordert es, ein oder mehrere Projekt(e) in seiner (ihrer) Gesamtheit und unter Einbeziehung jener Anlagen und Anlagenteile, die für sich nicht UVP-pflichtig wären, zu beurteilen. Es ist auf den räumlichen und sachlichen Zusammenhang der einzubeziehenden Anlagen oder Eingriffe abzustellen; liegt ein solcher Zusammenhang vor, ist von einem Vorhaben auszugehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015070175.L02

Im RIS seit

31.05.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015070175_20160428L02

Rechtssatz für Ra 2015/07/0175

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2015/07/0175

Entscheidungsdatum

28.04.2016

Index

14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

UVPG 2000 §2 Abs2;
UVPG 2000 §3;

Rechtssatz

Auf eine Personenidentität der Projektwerber kommt es bei einem Vorhaben iSd Paragraph 2, Absatz 2, UVPG 2000 nicht an vergleiche E 18. Oktober 2001, 2001/07/0047). Aus der im Paragraph 2, Absatz 2, letzter Satz UVPG 2000 enthaltenen Begriffsbestimmung "Vorhaben" ergibt sich, dass ein solches auch mehrere Anlagen oder Eingriffe umfassen kann, wenn diese als räumlich zusammenhängende Projekte in einem engen funktionellen Zusammenhang stehen vergleiche E 7. September 2004, 2003/05/0218; E 31. Juli 2007, 2006/05/0221; E 23. Juni 2010, 2007/03/0160; E 18. Dezember 2012, 2009/07/0179).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015070175.L03

Im RIS seit

31.05.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015070175_20160428L03

Rechtssatz für Ra 2015/07/0175

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2015/07/0175

Entscheidungsdatum

28.04.2016

Index

14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

UVPG 2000 §2 Abs2;
UVPG 2000 §3;

Rechtssatz

Das Vorliegen mehrerer selbstständiger Anträge steht der Annahme eines einheitlichen Vorhabens iSd Paragraph 2, Absatz 2, UVPG 2000 nicht hindernd entgegen vergleiche E 29. März 2006, 2004/04/0129, VwSlg 16881 A/2006). Die Frage, ob der von Paragraph 2, Absatz 2, UVPG 2000 geforderte sachliche Zusammenhang vorliegt, kann nicht allgemein, sondern nur individuell von Fall zu Fall beurteilt werden, weswegen auch stets auf die Umstände des Einzelfalls Bedacht zu nehmen ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015070175.L04

Im RIS seit

31.05.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015070175_20160428L04

Rechtssatz für Ra 2015/07/0175

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2015/07/0175

Entscheidungsdatum

28.04.2016

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
14/01 Verwaltungsorganisation
40/01 Verwaltungsverfahren
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

UVPG 2000 §2 Abs2;
UVPG 2000 §3 Abs6;
UVPG 2000 §3a Abs1 Z2;
UVPG 2000 §3a Abs4;
UVPG 2000 Anh1;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Löst eine Anlage die UVP-Pflicht nach Anhang römisch eins aus, so gehören zum UVP-pflichtigen Vorhaben alle damit in einem räumlichen und sachlichen Zusammenhang stehenden Anlagen und Eingriffe, auch wenn nur ein Teil des Vorhabens die UVP-Pflicht nach Anhang römisch eins auslöst.

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015070175.L05

Im RIS seit

31.05.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015070175_20160428L05