Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 92/17/0262

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

92/17/0262

Entscheidungsdatum

11.12.1992

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

VwGG §26 Abs2;
  1. VwGG § 26 heute
  2. VwGG § 26 gültig ab 06.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 26 gültig von 01.01.2017 bis 05.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 26 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 26 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 26 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Paragraph 26, Absatz 2, VwGG ist nur auf einen im Mehrparteienverfahren erlassenen Bescheid anwendbar, und zwar dann, wenn einer Partei der Bescheid weder zugestellt noch verkündet worden ist, sie aber von der Erlassung desselben und von seinem wesentlichen Inhalt Kenntnis erlangt hat (Hinweis Dolp, Die Verwaltungsgerichtsbarkeit/3, Seite 34).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1992:1992170262.X01

Im RIS seit

20.11.2000

Dokumentnummer

JWR_1992170262_19921211X01

Rechtssatz für 92/17/0262

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

92/17/0262

Entscheidungsdatum

11.12.1992

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
27/04 Sonstige Rechtspflege

Norm

GEG §9 Abs2;
VwGG §34 Abs1;
  1. GEG § 9 heute
  2. GEG § 9 gültig ab 01.10.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2026
  3. GEG § 9 gültig von 01.05.2022 bis 30.09.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  4. GEG § 9 gültig von 01.07.2018 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2017
  5. GEG § 9 gültig von 01.01.2017 bis 30.06.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2016
  6. GEG § 9 gültig von 01.07.2015 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2015
  7. GEG § 9 gültig von 14.01.2015 bis 30.06.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2015
  8. GEG § 9 gültig von 01.01.2014 bis 13.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2013
  9. GEG § 9 gültig von 01.03.2006 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/2006
  10. GEG § 9 gültig von 01.01.2002 bis 28.02.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 131/2001
  11. GEG § 9 gültig von 01.01.2001 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 26/2000
  12. GEG § 9 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  13. GEG § 9 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 501/1984
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Rechtssatz

Begehren mehrere Solidarschuldner eine Nachsicht von Verfahrenskosten gemäß Paragraph 9, Absatz 2, GEG 1962, dann sind diese jeweils Partei ihres Nachsichtsverfahrens, nicht aber auch Partei in den Nachsichtsverfahren der Solidarschuldner. Demgemäß kommt der Beschwerdeführerin in den Nachsichtsverfahren der weiteren Solidarschuldner keine Parteistellung zu; sie ist daher auch nicht "übergangene Partei" des Verfahrens, sodaß sie zur Erhebung der Verwaltungsgerichtshofbeschwerde gegen den an die Solidarschuldner ergangenen Nachtsichtsbescheid nicht legitimiert ist (Hinweis B 21.2.1965, 2351-2360/64, 367-373/65).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1992:1992170262.X02

Im RIS seit

20.11.2000

Dokumentnummer

JWR_1992170262_19921211X02

Entscheidungstext 92/17/0262

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

92/17/0262

Entscheidungsdatum

11.12.1992

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof;
27/04 Sonstige Rechtspflege;

Norm

GEG §9 Abs2;
VwGG §26 Abs2;
VwGG §34 Abs1;
  1. GEG § 9 heute
  2. GEG § 9 gültig ab 01.10.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2026
  3. GEG § 9 gültig von 01.05.2022 bis 30.09.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  4. GEG § 9 gültig von 01.07.2018 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2017
  5. GEG § 9 gültig von 01.01.2017 bis 30.06.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2016
  6. GEG § 9 gültig von 01.07.2015 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2015
  7. GEG § 9 gültig von 14.01.2015 bis 30.06.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2015
  8. GEG § 9 gültig von 01.01.2014 bis 13.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 190/2013
  9. GEG § 9 gültig von 01.03.2006 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/2006
  10. GEG § 9 gültig von 01.01.2002 bis 28.02.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 131/2001
  11. GEG § 9 gültig von 01.01.2001 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 26/2000
  12. GEG § 9 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  13. GEG § 9 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 501/1984
  1. VwGG § 26 heute
  2. VwGG § 26 gültig ab 06.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 26 gültig von 01.01.2017 bis 05.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 26 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 26 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 26 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Kirschner und die Hofräte Dr. Puck und Dr. Höfinger als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Schidlof, in der Beschwerdesache der M A in L, vertreten durch Dr. B, Rechtsanwalt in W, gegen den Bescheid des Präsidenten des Oberlandesgerichtes Linz vom 8. Juli 1992, Zl. Jv 4461-33.4/90-5, betreffend Nachsicht von Gerichtsgebühren und Kosten, den Beschluß gefaßt:

Spruch

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

Aus dem Vorbringen in der Beschwerde sowie der ihr angeschlossenen Ablichtung des angefochtenen Bescheides ergibt sich folgender Sachverhalt:

Mit Bescheid vom 8. Juli 1992 hat der Präsident des Oberlandesgerichtes Linz auf Antrag des C A und der M A die beim Oberlandesgericht Linz vorgemerkten Gerichtsgebühren und Kosten in der Höhe von insgesamt S 62.160,61, für die die Beschwerdeführerin zur ungeteilten Hand haftete, gemäß Paragraph 9, Absatz 2, GEG 1962 den Antragstellern nachgelassen. Die Zahlungspflicht der Beschwerdeführerin blieb weiterhin aufrecht.

Dieser nicht an die Beschwerdeführerin gerichtete Bescheid war in Ablichtung dem Zahlungsauftrag des Bezirksgerichtes über S 62.210,61 (inkl. S 50,-- Einhebungsgebühr) beigeheftet.

Die Beschwerdelegitimation sei nach Ansicht der Beschwerdeführerin gemäß Paragraph 26, Absatz 2, VwGG gegeben, da sie als übergangene Partei nach Einsichtnahme in die Bescheidkopie vom Inhalt des Bescheides Kenntnis erlangt habe. Sie erachte sich in dem gesetzlich gewährleisteten Recht verletzt, den mit der Beschwerdeführerin zu ungeteilten Hand für Gerichtsgebühren haftenden Personen die Gebühren gemäß Paragraph 9, Absatz 2, GEG 1962 nur dann nachzulassen, wenn die Einbringung mit besonderer Härte für diese verbunden wäre oder der Nachlaß im öffentlichen Interesse gelegen sei.

Hätte die belangte Behörde die anderen Parteien nicht aus ihrer Zahlungsverpflichtung entlassen, dann hätte der Gebührengläubiger bei der Einbringlichmachung des Betrages die Frage, welchen Schuldner er mit welchem Betrag heranziehe, nach den Gesichtspunkten des "Ermessens" lösen müssen. Bei der Ausübung dieses Ermessens hätten sowohl die Intensität der Bindung, die jeweilige Situation und auch Vorschriften des Privatrechtes über das Innenverhältnis der Gemeinschaft sowie besondere Vereinbarungen zwischen den Parteien berücksichtigt werden müssen. Wenn daher die Behörde in jenem Fall von dem ihr eingeräumten Ermessen im Sinne des Gesetzes Gebrauch gemacht hätte, hätte sie zu berüchsichtigen gehabt, daß Herr C A und Frau M A und die Beschwerdeführerin nach der vor dem Notar getroffenen Vereinbarung nur nach Köpfen hafteten.

Weiters erscheine es fraglich, ob es der Beschwerdeführerin nach Entlassung der beiden Mitschuldner aus der Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Gebührengläubiger überhaupt möglich sei, ihre Regreßforderung gegen diese auf dem Zivilrechtsweg geltend zu machen.

Gemäß Paragraph 26, Absatz 2, VwGG kann die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof auch erhoben werden, bevor der Bescheid dem Beschwerdeführer zugestellt oder verkündet worden ist. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof gilt in diesem Falle der Bescheid als an dem Tag zugestellt, an dem der Beschwerdeführer von seinem Inhalt Kenntnis erlangt hat.

Diese Bestimmung ist nur auf einen im Mehrparteienverfahren erlassenen Bescheid anwendbar, und zwar dann, wenn einer Partei der Bescheid weder zugestellt noch verkündet worden ist, sie aber von der Erlassung desselben und von seinem wesentlichen Inhalt Kenntnis erlangt hat vergleiche hiezu auch Dolp, Die Verwaltungsgerichtsbarkeit3, Seite 34).

Begehren mehrere Solidarschuldner eine Nachsicht von Verfahrenskosten gemäß Paragraph 9, Absatz 2, GEG 1962, dann sind diese jeweils Partei ihres Nachsichtsverfahrens, nicht aber auch Partei in den Nachsichtsverfahren der Solidarschuldner. Demgemäß kommt der Beschwerdeführerin in den Nachsichtsverfahren der weiteren Solidarschuldner keine Parteistellung zu; sie ist daher auch nicht "übergangene Partei" des Verfahrens, sodaß sie zur Erhebung der Verwaltungsgerichtshofbeschwerde gegen den an die Solidarschuldner ergangenen Nachsichtsbescheid nicht legitimiert ist (hg. Beschluß vom 21. Dezember 1965, Ziffer 2351 -, 2360 /, 64,; 367-373/65).

Mit der Entscheidung über die Nachsicht der übrigen Solidarschuldner tritt im Schuldverhältnis der Beschwerdeführerin im Verhältnis zum Gläubiger keine Änderung ein. Sie schuldet nach wie vor den gesamten Betrag. Da überdies die Regreßmöglichkeit gewahrt geblieben ist, besteht auch aus diesem Gesichtspunkt kein rechtliches Interesse und damit keine Parteistellung. Allfällige Rechtsverletzungen im Bereich der Einhebung könnte die Beschwerdeführerin erst im Falle einer bescheidmäßigen, mit Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof anfechtbaren Erledigung in dem sie betreffenden Einhebungsverfahren geltend machen.

Die Beschwerde war daher mangels Berechtigung zur Erhebung gemäß Paragraph 34, Absatz eins, mit Beschluß als unzulässig zurückzuweisen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1992:1992170262.X00

Im RIS seit

20.11.2000

Dokumentnummer

JWT_1992170262_19921211X00