Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 90/02/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

90/02/0128

Entscheidungsdatum

28.11.1990

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
90/02 Kraftfahrgesetz

Norm

AVG §45 Abs2;
AVG §45 Abs3;
AVG §51;
KFG 1967 §103 Abs1;
VStG §24;
VStG §40;
VStG §41;
VStG §42;
  1. KFG 1967 § 103 heute
  2. KFG 1967 § 103 gültig ab 01.03.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 90/2023
  3. KFG 1967 § 103 gültig von 07.03.2019 bis 29.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2019
  4. KFG 1967 § 103 gültig von 09.06.2016 bis 06.03.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2016
  5. KFG 1967 § 103 gültig von 26.02.2013 bis 08.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  6. KFG 1967 § 103 gültig von 01.01.2008 bis 25.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/2008
  7. KFG 1967 § 103 gültig von 01.08.2007 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2007
  8. KFG 1967 § 103 gültig von 15.11.2006 bis 31.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2006
  9. KFG 1967 § 103 gültig von 01.01.2006 bis 14.11.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2005
  10. KFG 1967 § 103 gültig von 05.05.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  11. KFG 1967 § 103 gültig von 25.05.2002 bis 04.05.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  12. KFG 1967 § 103 gültig von 22.07.1998 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/1998
  13. KFG 1967 § 103 gültig von 01.03.1998 bis 21.07.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/1997
  14. KFG 1967 § 103 gültig von 01.03.1998 bis 28.02.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/1997
  15. KFG 1967 § 103 gültig von 01.11.1997 bis 28.02.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/1997
  16. KFG 1967 § 103 gültig von 20.08.1997 bis 31.10.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/1997
  17. KFG 1967 § 103 gültig von 08.03.1995 bis 19.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 162/1995
  18. KFG 1967 § 103 gültig von 24.08.1994 bis 07.03.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 654/1994
  19. KFG 1967 § 103 gültig von 01.08.1992 bis 23.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 454/1992
  20. KFG 1967 § 103 gültig von 01.07.1991 bis 31.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  21. KFG 1967 § 103 gültig von 28.07.1990 bis 30.06.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  1. VStG § 24 heute
  2. VStG § 24 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. VStG § 24 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VStG § 24 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. VStG § 24 gültig von 20.04.2002 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  6. VStG § 24 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  7. VStG § 24 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1995
  8. VStG § 24 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1990/05/09 89/03/0051 7

Stammrechtssatz

Im VStG ist keine Bestimmung enthalten, die die persönliche Einvernahme eines Besch zwingend vorschreibt. Die Unterlassung der Vernehmung des Besch als Partei stellt keine wesentliche Verletzung von Verfahrensvorschriften dar, wenn der Besch mehrfach, jedenfalls auch in der Berufung gegen das erstistanzliche Straferkenntnis, Gelegenheit zur Darlegung seines Standpunktes gehabt und von dieser Möglichkeit auch Gebrauch gemacht hat (Hinweis auf E 13.12.1989, 89/02/0197).

Schlagworte

Beweismittel Beschuldigtenverantwortung Beweismittel Zeugenbeweis Gegenüberstellung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990020128.X01

Im RIS seit

19.03.2001

Dokumentnummer

JWR_1990020128_19901128X01

Entscheidungstext 90/02/0128

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

90/02/0128

Entscheidungsdatum

28.11.1990

Index

40/01 Verwaltungsverfahren;
90/02 Kraftfahrgesetz;

Norm

AVG §45 Abs2;
AVG §45 Abs3;
AVG §51;
KFG 1967 §103 Abs1;
VStG §24;
VStG §40;
VStG §41;
VStG §42;
  1. KFG 1967 § 103 heute
  2. KFG 1967 § 103 gültig ab 01.03.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 90/2023
  3. KFG 1967 § 103 gültig von 07.03.2019 bis 29.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2019
  4. KFG 1967 § 103 gültig von 09.06.2016 bis 06.03.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2016
  5. KFG 1967 § 103 gültig von 26.02.2013 bis 08.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  6. KFG 1967 § 103 gültig von 01.01.2008 bis 25.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/2008
  7. KFG 1967 § 103 gültig von 01.08.2007 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2007
  8. KFG 1967 § 103 gültig von 15.11.2006 bis 31.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2006
  9. KFG 1967 § 103 gültig von 01.01.2006 bis 14.11.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2005
  10. KFG 1967 § 103 gültig von 05.05.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  11. KFG 1967 § 103 gültig von 25.05.2002 bis 04.05.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  12. KFG 1967 § 103 gültig von 22.07.1998 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/1998
  13. KFG 1967 § 103 gültig von 01.03.1998 bis 21.07.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/1997
  14. KFG 1967 § 103 gültig von 01.03.1998 bis 28.02.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/1997
  15. KFG 1967 § 103 gültig von 01.11.1997 bis 28.02.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/1997
  16. KFG 1967 § 103 gültig von 20.08.1997 bis 31.10.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/1997
  17. KFG 1967 § 103 gültig von 08.03.1995 bis 19.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 162/1995
  18. KFG 1967 § 103 gültig von 24.08.1994 bis 07.03.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 654/1994
  19. KFG 1967 § 103 gültig von 01.08.1992 bis 23.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 454/1992
  20. KFG 1967 § 103 gültig von 01.07.1991 bis 31.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  21. KFG 1967 § 103 gültig von 28.07.1990 bis 30.06.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  1. VStG § 24 heute
  2. VStG § 24 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. VStG § 24 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VStG § 24 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. VStG § 24 gültig von 20.04.2002 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  6. VStG § 24 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  7. VStG § 24 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1995
  8. VStG § 24 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Seiler und die Hofräte Dr. Stoll und Dr. Baumann als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Gritsch, über die Beschwerde des N gegen den Bescheid des Landeshauptmannes von Wien vom 11. Juni 1990, Zl. MA 70-10/1355/89/Str, betreffend Übertretung des Kraftfahrgesetzes 1967, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Der Beschwerdeführer hat dem Bund Aufwendungen in der Höhe von S 2.760,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Mit dem im Instanzenzug ergangenen angefochtenen Bescheid wurde der Beschwerdeführer schuldig erkannt, er habe es als verantwortlicher Beauftragter der namentlich genannten Zulassungsbesitzerin eines dem Kennzeichen nach bestimmten Kraftfahrzeuges unterlassen, dafür zu sorgen, daß die Beladung dieses Kraftfahrzeuges den Vorschriften des Kraftfahrgesetzes entspreche, da es am 3. August 1987 um 13.15 Uhr an einem näher bezeichneten Ort in Wien von einem namentlich genannten Lenker, dem es zum Lenken überlassen worden sei, in einem um 2.750 kg überladenen Zustand gelenkt worden sei. Der Beschwerdeführer habe hiedurch eine Verwaltungsübertretung nach Paragraph 9, Absatz 2, VStG 1950 in Verbindung mit Paragraph 103, Absatz eins und Paragraph 101, Absatz eins, Litera a, KFG 1967 begangen. Es wurde eine Geldstrafe (Ersatzarreststrafe) verhängt.

Hiegegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, über die der Verwaltungsgerichtshof erwogen hat:

Als Verfahrensmangel macht der Beschwerdeführer geltend, es fehle ein stichhaltiger Nachweis dafür, daß die Radlastwaagen, mit welchen die ihm zur Last gelegte Überladung festgestellt worden sei, zum Zeitpunkt der Abwaage den gesetzlichen Bestimmungen entsprochen hätten; es seien keine Eichberichte bzw. Eichscheine eingeholt worden.

Die diesbezüglichen Beweisanträge des Beschwerdeführers im Verwaltungsverfahren liefen auf die Aufnahme von Erkundungsbeweisen hinaus, da er nicht in der Lage war, das Vorliegen bestimmter gegen das Meßergebnis sprechender Tatsachen (z.B. das Ergebnis einer Kontrollabwaage) zu behaupten.

Davon abgesehen hat die Behörde aber ohnehin erhoben, daß bei der Eichung von Radlastwaagen keine anderen Belege als die Gebührenvorschreibung existieren. Aus der Gebührenvorschreibung über die Eichung von Radlastmessern am 15. Juli 1986 ist zwar nicht ersichtlich, welche Geräte geeicht wurden. Daß die im Beschwerdefall verwendeten Geräte hiezu zählten, ergibt sich aber aus der vom Beschwerdeführer nicht bekämpften Zeugenaussage des Meldungslegers vom 4. Mai 1990, sowie dessen Berichten vom 9. Mai 1988 und vom 4. Mai 1990. Unrichtig ist, daß aus der Eichplombe der Zeitpunkt der letzten Eichung nicht ersichtlich wäre. Vielmehr enthält das bei der Eichung (Stempelung) verwendete Eichzeichen als Jahreszeichen die drei letzten Ziffern der Jahreszahl vergleiche Paragraph eins, Absatz 4, Eichstempelverordnung BGBl. 1950/239 und Paragraph 36, Maß- und Eichgesetz). Daß die verwendeten (vier) Geräte mit Plomben versehen gewesen wären, die einer Eichung am 15. Juli 1986 widersprechen würden, hat der Beschwerdeführer nicht behauptet. Geht man aber von einer Eichung am 15. Juli 1986 aus, so war die zweijährige Nacheichfrist gemäß Paragraph 15, Ziffer eins,, Paragraph 16, Maß- und Eichgesetz (in der anzuwendenden Fassung) zur Tatzeit noch nicht abgelaufen.

Einen weiteren Verfahrensmangel erblickt der Beschwerdeführer darin, daß die Behörde seinem Beweisantrag auf Vernehmung zweier Zeugen zum Beweis dafür, daß er der von ihm verlangten Kontrollpflicht nachgekommen sei, nicht entsprochen habe. Hiezu hat er sich auf die von ihm angeordnete "strenge" Dienstanweisung und stichprobenartig durchgeführte Kontrollen berufen. Zur Unzulänglichkeit dieser Maßnahmen wird auf das denselben Beschwerdeführer betreffende hg. Erkenntnis vom 29. August 1990, Zl. 89/02/0208, verwiesen, welches eine Vielzahl von ähnlichen Überladungen im Zeitraum Juli bis Oktober 1987 zum Gegenstand hatte. Die belangte Behörde war daher nicht gehalten, zu diesem Vorbringen weitere Beweise aufzunehmen.

Aktenwidrig ist die Behauptung des Beschwerdeführers, er wäre im Verwaltungsverfahren nicht mündlich vernommen worden:

Dies ist am 17. November 1987 geschehen. Nur am Rande wird zur Frage der Notwendigkeit einer persönlichen Einvernahme des Beschuldigten im Verwaltungsstrafverfahren auf die hg. Erkenntnisse vom 9. Mai 1990, Zl. 89/03/0051, und vom 27. Juni 1990, Zl. 89/03/0123, verwiesen.

Der Beschwerdeführer macht schließlich noch geltend, der Berufungsbescheid widerspreche der Bestimmung des Paragraph 51, Absatz 5, VStG, weil über seine Berufung vom 29. Jänner 1988 gegen das Straferkenntnis vom 4. Jänner 1988 nicht innerhalb eines Jahres nach Einbringung entschieden worden sei. Das weitere Straferkenntnis vom 5. Juni 1989 betreffe ohne Vorliegen von Wiederaufnahmegründen dieselbe Tat und widerspreche dem Grundsatz der Unwiederholbarkeit des Bescheides.

Mit diesen Ausführungen geht der Beschwerdeführer darüber hinweg, daß die Erledigung vom 4. Jänner 1988 mangels Unterschrift eines Genehmigenden (Paragraph 18, Absatz 4, AVG) rechtlich nicht existent wurde, wie der Beschwerdeführer in seinem nur vorsichtsweise als Berufung bezeichneten Schriftsatz vom 29. Jänner 1988 selbst erkannt hat. Da ein anfechtbarer Bescheid nicht vorlag, konnte durch die Einbringung dieses Schriftsatzes eine Jahresfrist gemäß Paragraph 51, Absatz 5, VStG nicht in Gang gesetzt werden. Über die gegen das sodann erlassene Straferkenntnis vom 5. Juni 1989 - mit dem in der Sache wirksam erstmals und nicht neuerlich entschieden wurde - erhobene Berufung, die am 22. Juli 1989 eingebracht wurde, hat die belangte Behörde mit dem dem Beschwerdeführer am 15. Juni 1990 zugestellten angefochtenen Bescheid fristgerecht entschieden.

Die vorliegende Beschwerde erweist sich sohin als unbegründet, weshalb sie gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG abzuweisen war.

Von der Durchführung einer vom Beschwerdeführer beantragten Verhandlung wurde gemäß Paragraph 39, Absatz 2, Ziffer 6, VwGG abgesehen.

Die Kostenentscheidung beruht auf den Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 206 aus 1989,.

Schlagworte

Beweismittel Beschuldigtenverantwortung Beweismittel Zeugenbeweis Gegenüberstellung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990020128.X00

Im RIS seit

19.03.2001

Dokumentnummer

JWT_1990020128_19901128X00