Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 89/16/0005

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6412 F/1989

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

89/16/0005

Entscheidungsdatum

28.06.1989

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

FinStrG §84 Abs2;
  1. FinStrG Art. 1 § 84 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 84 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2025
  3. FinStrG Art. 1 § 84 gültig von 01.01.2025 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  4. FinStrG Art. 1 § 84 gültig von 18.04.2024 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2024
  5. FinStrG Art. 1 § 84 gültig von 20.07.2022 bis 17.04.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2022
  6. FinStrG Art. 1 § 84 gültig von 02.08.2016 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 77/2016
  7. FinStrG Art. 1 § 84 gültig von 01.08.2013 bis 01.08.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2013
  8. FinStrG Art. 1 § 84 gültig von 01.01.2008 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 44/2007
  9. FinStrG Art. 1 § 84 gültig von 18.08.1999 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/1999
  10. FinStrG Art. 1 § 84 gültig von 01.01.1976 bis 17.08.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 88/16/0011 E 19. Mai 1988 VwSlg 6323 F/1988 RS 1

Stammrechtssatz

Ein Geständnis bezieht sich auf Tatsachen und stellt seiner juristischen Natur nach eine einseitige Wissenserklärung dar.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1989160005.X01

Im RIS seit

28.06.1989

Dokumentnummer

JWR_1989160005_19890628X01

Rechtssatz für 89/16/0005

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6412 F/1989

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

89/16/0005

Entscheidungsdatum

28.06.1989

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

FinStrG §98 Abs3;
  1. FinStrG Art. 1 § 98 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 98 gültig ab 19.03.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2025
  3. FinStrG Art. 1 § 98 gültig von 15.08.2015 bis 18.03.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  4. FinStrG Art. 1 § 98 gültig von 27.06.2008 bis 14.08.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2008
  5. FinStrG Art. 1 § 98 gültig von 01.01.1986 bis 26.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 571/1985

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 87/16/0023 E 11. Juni 1987 VwSlg 6230 F/1987; RS 4

Stammrechtssatz

Angaben bei der ersten Vernehmung kommen erfahrungsgemäß der Wahrheit am nächsten (Hinweis E 16.6.1986, 86/16/0085).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1989160005.X02

Im RIS seit

28.06.1989

Dokumentnummer

JWR_1989160005_19890628X02

Rechtssatz für 89/16/0005

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6412 F/1989

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

89/16/0005

Entscheidungsdatum

28.06.1989

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
40/01 Verwaltungsverfahren

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 84/16/0201 E 21. November 1985 RS 3

Stammrechtssatz

Der VwGH ist nur befugt, die Beweiswürdigung der belangten Behörde auf ihre Schlüssigkeit und nicht auf ihre Richtigkeit zu prüfen (Hinweis E 3.10.1985, 85/02/0053, VS).

Schlagworte

Sachverhalt Beweiswürdigung freie Beweiswürdigung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1989160005.X03

Im RIS seit

28.06.1989

Dokumentnummer

JWR_1989160005_19890628X03

Rechtssatz für 89/16/0005

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6412 F/1989

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

89/16/0005

Entscheidungsdatum

28.06.1989

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Rechtssatz

Bei Abgabenansprüchen ist Rechtsprätendent die den Abgabengläubiger repräsentierende Behörde. Sie trägt die Feststellungslast für die Tatsachen, die vorliegen müssen, um einen Abgabenanspruch geltend machen zu können. Solcherart obliegt es nach Paragraph 115, Absatz eins, BAO den Abgabenbehörden die abgabepflichtigen Fälle zu erforschen und von Amts wegen die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse zu ermitteln, die für die Abgabenpflicht und die Erhebung der Abgaben wesentlich sind.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1989160005.X04

Im RIS seit

28.06.1989

Dokumentnummer

JWR_1989160005_19890628X04

Rechtssatz für 89/16/0005

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6412 F/1989

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

89/16/0005

Entscheidungsdatum

28.06.1989

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Rechtssatz

Leugnet in Ansehung des Grundsatzes des "nemo tenetur se ipsum accusuare" eine Partei im Abgabenverfahren eine für sich nachteilige Sache, so ist der Behörde nicht aufgegeben, im naturwissenschaftlich-mathematisch exakten Sinn den Bestand der in Abrede gestellten Tatsache nachzuweisen. Es genügt vielmehr, wie schon aus dem Wortlaut des Paragraph 167, Absatz 2, BAO hervorgeht, von mehreren Möglichkeiten jene als erwiesen anzunehmen, die gegenüber allen anderen möglichen Ereignissen eine überragende Wahrscheinlichkeit oder gar die Gewißheit für sich hat und alle anderen Möglichkeiten absolut oder mit Wahrscheinlichkeit ausschließt oder zumindest weniger wahrscheinlich erscheinen läßt (Hinweis E 5.9.1985, 84/16/0094).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1989160005.X05

Im RIS seit

28.06.1989

Dokumentnummer

JWR_1989160005_19890628X05

Rechtssatz für 89/16/0005

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6412 F/1989

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

89/16/0005

Entscheidungsdatum

28.06.1989

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
35/02 Zollgesetz

Rechtssatz

Der Grundsatz der Amtswegigkeit des Verfahrens befreit die Partei nicht von der Verpflichtung, ihrerseits zur Klärung des maßgebenden Sachverhaltes beizutragen, die für den Bestand und Umfang einer Abgabenpflicht bedeutsamen Umstände vollständig und wahrheitsgemäß offenzulegen. Letztere Pflicht kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn das Verhalten des Abgabepflichtigen zu Zweifel Anlaß gibt. Die Aufklärungspflicht des Abgabepflichtigen bildet das Gegenstück zu der amtlichen Ermittlungspflicht der Abgabenbehörden. Die Ermittlungspflicht der Abgabenbehörden und die Aufklärungspflicht der Abgabenpflichtigen dienen der Verwirklichung einer gerechten und gleichmäßigen Besteuerung, verfolgen also ein schwerwiegendes öffentliches Interesse. Auf die Mitwirkung des Abgabepflichtigen an der Aufklärung kann insbesondere nicht verzichtet werden, wenn ungewöhnliche Verhältnisse vorliegen, die nur der Abgabepflichtige aufklären kann, oder wenn die Behauptungen eines Abgabepflichtigen mit den Erfahrungen des täglichen Lebens in Widerspruch stehen. Wollte man in solchen Fällen den Abgabepflichtigen gestatten, die Mitwirkung an der Sachaufklärung zu verweigern, so würde die Arbeit der Abgabenbehörden ungebührlich erschwert und das öffentliche Interesse an einer gleichmäßigen Besteuerung gefährdet werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1989160005.X06

Im RIS seit

28.06.1989

Dokumentnummer

JWR_1989160005_19890628X06

Rechtssatz für 89/16/0005

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6412 F/1989

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

89/16/0005

Entscheidungsdatum

28.06.1989

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Rechtssatz

Der Aufklärungspflicht der Abgabenbehörden steht die Pflicht des Abgabepflichtigen gegenüber, auch seinerseits alles zur Aufklärung des Sachverhalts Erforderliche zu tun. Stellt das Verhalten des Abgabepflichtigen das Gegenteil dessen dar, was Paragraph 119, Absatz eins, BAO von ihm verlangt, so hat auch die Aufklärungspflicht der Abgabenbehörden ihre Grenzen. Sie sind in einem solchen Fall berechtigt und verpflichtet, im Rahmen ihrer freien Beweiswürdigung den Sachverhalt festzustellen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1989160005.X07

Im RIS seit

28.06.1989

Dokumentnummer

JWR_1989160005_19890628X07