Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2552/77

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2552/77

Entscheidungsdatum

01.12.1977

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
63/01 Beamten-Dienstrechtsgesetz
63/08 Sonstiges allgemeines Dienstrecht und Besoldungsrecht

Norm

DP §22;
DP §67;
VwGG §34 Abs1;
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Beachte

Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 2553/77

Rechtssatz

Ausführungen zur Frage der Bescheidqualität einer Erledigung betr. eine Änderung der Dienstverwendung des Beamten.

Schlagworte

Mangel der Berechtigung zur Erhebung der Beschwerde mangelnde subjektive Rechtsverletzung Besondere Rechtsgebiete Dienstrecht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1977:1977002552.X01

Im RIS seit

04.08.2003

Zuletzt aktualisiert am

19.09.2009

Dokumentnummer

JWR_1977002552_19771201X01

Rechtssatz für 2552/77

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2552/77

Entscheidungsdatum

01.12.1977

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren
63/01 Beamten-Dienstrechtsgesetz
63/08 Sonstiges allgemeines Dienstrecht und Besoldungsrecht

Norm

AVG §56;
DP §67 Abs8;
VwGG §34 Abs1;
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Beachte

Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 2553/77

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0055/73 B 29. März 1973 RS 1

Stammrechtssatz

Wenn strittig ist, ob ein Bescheid über eine Versetzung bzw eine gleichzuhaltende Maßnahme oder ein Dienstauftrag (eine Weisung) vorliegt, so ist, wenn die Formvorschriften des Gesetzes über einen Bescheid nicht eingehalten wurden, nach dem äußeren Anschein zu beurteilen, ob die Behörde die Absicht hatte, einen Bescheid zu erlassen oder nicht (hier: Auflösung einer Abteilung und Zuordnung des Beamten zu einer anderen Abteilung gleichen Aufgabenbereiches, Ablehnung des Bescheidcharakters).

Schlagworte

Offenbare Unzuständigkeit des VwGH Mangelnder Bescheidcharakter Weisungen Bescheidbegriff Mangelnder Bescheidcharakter Weisungen

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1977:1977002552.X02

Im RIS seit

04.08.2003

Zuletzt aktualisiert am

19.09.2009

Dokumentnummer

JWR_1977002552_19771201X02

Rechtssatz für 2552/77

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2552/77

Entscheidungsdatum

01.12.1977

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §56;
VwGG §34 Abs1;
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Beachte

Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 2553/77

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1080/64 E 26. Jänner 1966 VwSlg 6847 A/1966 RS 2

Stammrechtssatz

Wenn auch gemäß Paragraph 58, AVG 1950 Bescheide ausdrücklich als solche zu bezeichnen sind, so kann doch der Willensäußerung einer Verwaltungsbehörde, die ihrem Inhalte nach einen Bescheid darstellt, der Bescheidcharakter nicht deshalb abgesprochen werden, weil sie nicht ausdrücklich als Bescheid bezeichnet ist. Es kann daher auch eine in die Form einer Mitteilung oder Verständigung gekleidete Erledigung einen Bescheid darstellen. (Hinweis auf E VfGH vom 21. Juni 1949, Slg. 1787)

Schlagworte

Bescheidcharakter Bescheidbegriff Formelle Erfordernisse Offenbare Unzuständigkeit des VwGH Nichterschöpfung des Instanzenzuges Allgemein Allgemeine Verwaltungsverfahrensgesetze

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1977:1977002552.X03

Im RIS seit

04.08.2003

Zuletzt aktualisiert am

19.09.2009

Dokumentnummer

JWR_1977002552_19771201X03

Entscheidungstext 2552/77

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

2552/77

Entscheidungsdatum

01.12.1977

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof;
40/01 Verwaltungsverfahren;
63/01 Beamten-Dienstrechtsgesetz;
63/08 Sonstiges allgemeines Dienstrecht und Besoldungsrecht;

Norm

AVG §56;
DP §22;
DP §67 Abs8;
DP §67;
VwGG §34 Abs1;
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Beachte

Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 2553/77

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Knoll und die Hofräte Dr. Zach, Dr. Karlik, Dr. Seiler und Dr. Ladislav als Richter, im Beisein des Schriftführers Dr. Hailzl, den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Beschwerde des Dr. XY in G, gegen die Erledigung des Landeshauptmannes von Steiermark vom 16. November 1977, Zl. 1- 015473/54-1977, betreffend Änderung der Dienstverwendung, wird zurückgewiesen.

Begründung

Der Beschwerdeführer steht als Landesregierungsrat in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis zum Land Steiermark; seine Dienststelle ist das Amt der Steiermärkischen Landesregierung. Am 18. November 1977 wurde ihm die angefochtene Erledigung zugestellt, die die Gegenstandsbezeichnung "Änderung der Dienstverwendung" trägt und folgenden Wortlaut hat:

"Aus dienstlichen Gründen werden Sie mit Wirkung vom 18. November 1977 von Ihrer Dienstverwendung innerhalb der Rechtsabteilung 11 des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung entbunden und mit Wirkung vom 21. November 1977 der Rechtsabteilung 5 des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung zur weiteren Dienstverwendung zugewiesen.

Sie werden angewiesen, sich am Montag, dem 21. November 1977, beim Herrn Vorstand der Rechtsabteilung 5 des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung zur weiteren Dienstleistung zu melden."

Die Erledigung wurde von Wirklichem Hofrat Dr. Sch. "Für den Landeshauptmann" gefertigt.

Der Beschwerdeführer bekämpft diese Erledigung mit der vorliegenden, auf Artikel 131, Absatz eins, Ziffer eins, B-VG gestützten Beschwerde wegen Rechtswidrigkeit infolge Unzuständigkeit der belangten Behörde, Rechtswidrigkeit des Inhaltes und Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften. Er führt aus, die Erledigung lasse zwar einige wesentliche Merkmale eines "ordentlichen Bescheides" vermissen, sie sei aber seiner Ansicht nach auf Grund der ausgesprochenen Abberufung von seiner bisherigen Verwendung bei der Rechtsabteilung 11 des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung und der gleichzeitigen Zuweisung zur Rechtsabteilung 5 wegen der damit verbundenen rechtsgestaltenden Wirkung zweifellos als Bescheid aufzufassen.

Dieser Auffassung kann sich der Verwaltungsgerichtshof aus folgenden Gründen nicht anschließen:

Zwar ist es richtig, dass das Fehlen der Bescheidbezeichnung die Qualifikation einer Erledigung als Bescheid nicht ausschließt, doch kann nicht gesagt werden, dass sich diese Eigenschaft notwendig aus dem Inhalt der angefochtenen Erledigung ergibt. Denn im Anwendungsbereich der Dienstpragmatik, der auch im Beschwerdefall auf Grund des Paragraph 2, Absatz eins, des Steiermärkischen Landesbeamtengesetzes, Landesgesetzblatt Nr. 124 aus 1974,, gegeben ist, kann eine Änderung der Dienstverwendung eines Beamten mit Bescheid oder mit einer Weisung im Sinne des Paragraph 22, der Dienstpragmatik verfügt werden, je nachdem, ob die Voraussetzungen des Paragraph 67, der Dienstpragmatik vorliegen oder nicht vergleiche , den Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes vom 29. März 1973, Zl. 55/73). Im vorliegenden Fall wäre, wie der Beschwerdeführer zutreffend ausführt, für die Erlassung eines Versetzungsbescheides die Landesregierung, nicht aber der Landeshauptmann, für den die angefochtene Erledigung gefertigt wurde, zuständig gewesen. Der Landeshauptmann ist hingegen Dienstvorgesetzter der beim Amt der Landesregierung beschäftigten Landesbeamten (Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 14. Dezember 1973, Slg. Nr. 7244/73) und somit auch Dienstvorgesetzter des Beschwerdeführers. Nach Ansieht des Verwaltungsgerichtshofes sprechen die dargelegte Kompetenzlage und der Umstand, dass die gewählte Form der Erledigung nicht die Bescheidform ist, dafür, dass bei Erlassung der bekämpften Erledigung nicht die Absicht bestanden hat, unzuständigerweise einen Versetzungsbescheid im Sinne des Paragraph 67, Absatz 8, der Dienstpragmatik zu erlassen, sondern dem Beschwerdeführer eine Weisung im Sinne des Paragraph 22, der Dienstpragmatik zu erteilen. Die angefochtene Erledigung ist daher nach Ansicht des Verwaltungsgerichtshofes kein Bescheid.

Da mit Beschwerde gemäß Artikel 131, B-VG nur Bescheide einer Verwaltungsbehörde bekämpft werden können, ein solcher aber hier nicht vorliegt, musste die Beschwerde ohne weiteres Verfahren gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG 1965 wegen offenbarer Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes zurückgewiesen werden.

Es erübrigt sich daher eine Entscheidung über den Antrag, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.

Wien, am 1. Dezember 1977

Schlagworte

Bescheidcharakter Bescheidbegriff Formelle Erfordernisse Mangel der Berechtigung zur Erhebung der Beschwerde mangelnde subjektive Rechtsverletzung Besondere Rechtsgebiete Dienstrecht Offenbare Unzuständigkeit des VwGH Mangelnder Bescheidcharakter Weisungen Bescheidbegriff Mangelnder Bescheidcharakter Weisungen Offenbare Unzuständigkeit des VwGH Nichterschöpfung des Instanzenzuges Allgemein Allgemeine Verwaltungsverfahrensgesetze

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1977:1977002552.X00

Im RIS seit

04.08.2003

Zuletzt aktualisiert am

19.09.2009

Dokumentnummer

JWT_1977002552_19771201X00