Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 91/02/0098

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

91/02/0098

Entscheidungsdatum

20.11.1991

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;
40/01 Verwaltungsverfahren;

Norm

AVG §58 Abs2;
AVG §59 Abs1;
AVG §63 Abs1;
AVG §71 Abs1;
B-VG Art131 Abs1 Z1;
VwGG §34 Abs1;
VwGG §42 Abs2;
VwGG §46 Abs1 impl;
  1. AVG § 63 heute
  2. AVG § 63 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. AVG § 63 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  4. AVG § 63 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  5. AVG § 63 gültig von 01.07.1995 bis 30.06.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 686/1994
  6. AVG § 63 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. AVG § 71 heute
  2. AVG § 71 gültig ab 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/2023
  3. AVG § 71 gültig von 01.01.2014 bis 20.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 71 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. AVG § 71 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  6. AVG § 71 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. B-VG Art. 131 heute
  2. B-VG Art. 131 gültig ab 27.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2024
  3. B-VG Art. 131 gültig von 01.02.2019 bis 26.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 131 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2002
  9. B-VG Art. 131 gültig von 04.09.1999 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 194/1999
  10. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1998 bis 03.09.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 131 gültig von 28.04.1975 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 316/1975
  13. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1975 bis 27.04.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  14. B-VG Art. 131 gültig von 18.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  15. B-VG Art. 131 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  16. B-VG Art. 131 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  17. B-VG Art. 131 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 46 heute
  2. VwGG § 46 gültig von 01.07.2021 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 46 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2021
  4. VwGG § 46 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 46 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VwGG § 46 gültig von 01.02.1986 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 564/1985
  7. VwGG § 46 gültig von 01.02.1986 bis 31.01.1986 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 197/1985
  8. VwGG § 46 gültig von 05.01.1985 bis 31.01.1986

Beachte

Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 91/02/0099

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Seiler und die Hofräte Dr. Stoll und Dr. Baumann als Richter, im Beisein des Schriftführers Mag. Mandl, in der Beschwerdesache des Günter B in G, vertreten durch Dr. W, Rechtsanwalt in W, gegen die in einer Ausfertigung ergangenen Bescheide 1. der NÖ LReg, 2. des LH von NÖ, jeweils vom 11. Juni 1991, Zl. I/7-St-B-9115, betreffend Zurückweisung eines Wiedereinsetzungsantrages i.A. Übertretungen zu 1. der Straßenverkehrsordnung 1960, zu 2. des Kraftfahrgesetzes 1967, den Beschluß gefaßt:

Spruch

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Der Beschwerdeführer hat dem Land Niederösterreich sowie dem Bund Aufwendungen in der Höhe von je S 1.517,50 binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Im erstinstanzlichen Verfahren wurde der Beschwerdeführer am 18. April 1989 vom Ergebnis der Beweisaufnahme verständigt (Zustellung am 20. April 1989). Er gab hiezu innerhalb der mit zwei Wochen bestimmten Frist keine Stellungnahme ab, worauf am 7. Juni 1989 ein Straferkenntnis erging. Dieses wurde dem Beschwerdeführer am 15. Juni 1989 durch Hinterlegung zugestellt und von ihm am 19. Juni 1989 beim Postamt behoben. Am 28. Juni 1989 gab der nunmehr anwaltlich vertretene Beschwerdeführer eine mit 27. Juni 1989 datierte Stellungnahme zur Verständigung vom Ergebnis der Beweisaufnahme vom 18. April 1989 zur Post, welche Sachvorbringen und einen Einstellungsantrag enthielt. Mit Schreiben der Erstbehörde vom 22. Jänner 1990 wurde der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, daß das Straferkenntnis mangels Einbringung einer Berufung rechtskräftig sei. Daraufhin beantragte der Beschwerdeführer unter anderem die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsfrist wegen Ortsabwesenheit im Zeitpunkt der Zustellung des Straferkenntnisses. Er sei Wochen vor und nach dem 15. Juni 1989 nicht im Inland gewesen. Von der Erlassung eines Straferkenntnisses habe er erstmals durch das Schreiben der Erstbehörde vom 22. Jänner 1990 erfahren.

Mit den im Instanzenzug ergangenen angefochtenen Bescheiden wiesen die belangten Behörden den Wiedereinsetzungsantrag im Hinblick auf die Behebung des Straferkenntnisses am 19. Juni 1989 wegen Verspätung zurück.

Gegen diese Bescheide richtet sich die vorliegende Beschwerde. Der Beschwerdeführer erachtet sich in seinem Recht auf Erledigung der dem Inhalt nach als Berufung zu wertenden Stellungnahme vom 27. Juni 1989 nach den Bestimmungen des AVG und des VStG verletzt.

In diesem Recht kann der Beschwerdeführer aber durch die angefochtenen Bescheide nicht verletzt sein, da damit über eine Erledigung des Schriftsatzes vom 27. Juni 1989 als Berufung nicht abgesprochen wurde. Maßgeblich ist hiebei lediglich der - jeweils eindeutige - Spruch der Bescheide, nicht deren Begründung (in der auch auf ein diesbezügliches Vorbringen des Beschwerdeführers eingegangen wurde), weil eine Rechtsverletzung nur durch den Bescheidspruch zugefügt werden konnte vergleiche die Judikaturhinweise in Dolp, Die Verwaltungsgerichtsbarkeit, 3. Auflage, Seite 428).

Der Beschwerdeführer erkennt selbst, daß es, wenn sein Schriftsatz als Berufung zu werten wäre, eines Wiedereinsetzungsantrages wegen Versäumung der Berufungsfrist gar nicht bedurfte. Wurde nämlich gar keine Frist versäumt, so ist ein Wiedereinsetzungsantrag ein ungeeigneter Rechtsbehelf vergleiche das hg. Erkenntnis vom 11. Mai 1990, Zl. 89/18/0147). Selbst wenn die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage zu seinen Gunsten zu lösen gewesen wäre, hätte seinem Wiedereinsetzungsantrag somit nicht stattgegeben werden können.

Der Beschwerdeführer will offenbar erreichen, daß über eine seiner Ansicht nach eingebrachte Berufung entschieden wird. Gemäß Artikel 132, zweiter Satz B-VG in der Fassung Bundesgesetzblatt Nr. 296 aus 1984, ist in Verwaltungsstrafsachen eine Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht nicht zulässig. Diese Bestimmung kann nicht im Wege einer Bescheidbeschwerde wie der gegenständlichen umgangen werden. Der Rechtschutz wäre einfachgesetzlich durch die Bestimmung des Paragraph 51, Absatz 5, VStG (in der für den Beschwerdefall geltenden Fassung vor der Novelle 1990) gewahrt, wonach ein mit Berufung angefochtener Bescheid als aufgehoben gilt und das Verfahren einzustellen ist, wenn eine Berufungsentscheidung nicht innerhalb eines Jahres ab Einbringung der Berufung erlassen wird vergleiche auch Dolp, a.a.O., Seite 4 f).

Nur aus verfahrensökonomischen Gründen sieht sich der Verwaltungsgerichtshof zur Bemerkung veranlaßt, daß im anwaltlichen Schriftsatz vom 27. Juni 1989 eine Berufung nicht zu erblicken ist, da darin ausdrücklich in Entsprechung der behördlichen Verständigung vom 18. April 1989 lediglich eine Stellungnahme zum Ergebnis der Beweisaufnahme abgegeben wurde. Es ist seinem Inhalt nach nicht erkennbar, daß damit ein Bescheid, nämlich das Straferkenntnis vom 7. Juni 1989, angefochten werden sollte; Wesensmerkmal einer Berufung ist aber, daß sie sich gegen einen Bescheid richtet, d.h. diesen bekämpft vergleiche auch das hg. Erkenntnis vom 16. März 1978, Slg. Nr 9506/A). Auch der im Schriftsatz enthaltene Einstellungsantrag kann nicht zu der vom Beschwerdeführer gewünschten Umdeutung führen vergleiche auch das hg. Erkenntnis vom 20. März 1991, Zl. 91/02/0018).

Wie oben ausgeführt ist der Beschwerdeführer durch die angefochtenen Bescheide in seinen Rechten im Rahmen des Beschwerdepunktes vergleiche die hg. Erkenntnisse vom 16. Jänner 1984, Slg. Nr. 11.283/A, und vom 19. September 1984, Slg. Nr 11525/A) nicht verletzt worden. Seine Beschwerde war daher gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG mangels Berechtigung zur Erhebung ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung mit Beschluß zurückzuweisen.

Die Kostenentscheidung beruht auf den Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 104 aus 1991,.

Schlagworte

Berufungsrecht Begriff des Rechtsmittels bzw der Berufung Wertung von Eingaben als Berufungen Mangel der Berechtigung zur Erhebung der Beschwerde mangelnde subjektive Rechtsverletzung Parteienrechte und Beschwerdelegitimation Verwaltungsverfahren Mangelnde Rechtsverletzung Beschwerdelegitimation verneint keineBESCHWERDELEGITIMATION Spruch und Begründung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1991:1991020098.X00

Im RIS seit

03.04.2001

Dokumentnummer

JWT_1991020098_19911120X00

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