Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2017/22/0086

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2017/22/0086

Entscheidungsdatum

22.02.2018

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
19/05 Menschenrechte
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

MRK Art8;
NAG 2005 §11 Abs3;
NAG 2005 §21 Abs3 Z2;
NAG 2005 §64;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Im Verfahren betreffend Aufenthaltsbewilligung gemäß Paragraph 64, NAG 2005 ist für die Prüfung des Vorliegens der Voraussetzung des Paragraph 21, Absatz 3, Ziffer 2, NAG 2005 die Rechtsprechung zur Interessenabwägung nach Paragraph 11, Absatz 3, NAG 2005 bzw. Artikel 8, MRK maßgeblich. Sowohl im Anwendungsbereich des Paragraph 21, Absatz 3, Ziffer 2, NAG 2005 als auch bei Interessenabwägungen nach Artikel 8, MRK in anderen Zusammenhängen - ist einem mehr als zehnjährigen Inlandsaufenthalt eine besondere Bedeutung beizumessen vergleiche VwGH 17.10.2016, Ro 2016/22/0005; VwGH 10.12.2013, 2013/22/0242; VwGH 17.4.2013, 2011/22/0185; VwGH 26.2.2013, 2010/22/0073; VwGH 13.9.2011, 2009/22/0216). Das VwG hat dem mehr als 14-jährigen Aufenthalt der Fremden in Österreich, der noch dazu weit überwiegend rechtmäßig war, zu Unrecht der Sache nach keine entscheidungserhebliche Bedeutung beigemessen. Den oben zitierten Erkenntnissen des VwGH lagen vereinzelt Konstellationen zugrunde, in denen der langjährige Aufenthalt überwiegend unrechtmäßig (2009/22/0216) bzw. nur auf Grund von asylrechtlichen Bestimmungen vorübergehend rechtmäßig (2013/22/0242) war. Vor diesem Hintergrund kommt dem vom VwG besonders hervorgehobenen Umstand, dass die von der Fremden 14 Jahre innegehabten Aufenthaltsbewilligungen jeweils nur zum vorübergehenden Aufenthalt berechtigt haben, - wenngleich er in die Gesamtbetrachtung einfließen kann - jedenfalls keine überragende Bedeutung für die Interessenabwägung zu.

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2018:RA2017220086.L03

Im RIS seit

15.03.2018

Zuletzt aktualisiert am

10.04.2018

Dokumentnummer

JWR_2017220086_20180222L03