Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ro 2015/11/0015

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ro 2015/11/0015

Entscheidungsdatum

09.11.2016

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
60/01 Arbeitsvertragsrecht

Norm

AVRAG 1993 §7b Abs1 Z1;
AVRAG 1993 §7e Abs4;
AVRAG 1993 §7i Abs3;
VwRallg;

Beachte

Besprechung in: ZAS 03/2018, 198-203;

Rechtssatz

Die dem Revisionswerber mit dem Erkenntnis zur Last gelegte Tat (Übertretung des Paragraph 7 i, Absatz 3, AVRAG) besteht im Wesentlichen darin, dass er von ihm nach Österreich zur Arbeitsleistung entsendeten Arbeitnehmern nicht den nach österreichischen Rechtsvorschriften "zustehenden Grundlohn" geleistet habe. Die Frage, ob der Tatbestand verwirklicht wurde, erfordert sohin eine Gegenüberstellung des "zustehenden Grundlohnes" einerseits mit dem vom Revisionswerber tatsächlich bezahlten Lohn andererseits. Was bei dieser Gegenüberstellung zunächst den nach österreichischen Rechtsvorschriften (Gesetz, Verordnung oder Kollektivvertrag) "zustehenden Grundlohn", sohin das zustehende Mindestentgelt, anlangt, so sind bei dessen Ermittlung einerseits Aufwandersätze und Sachbezüge nicht aufzurechnen (sofern der Kollektivvertrag nicht anderes bestimmt; Paragraph 7 e, Absatz 4, letzter Satz AVRAG) und andererseits das Überstundengrundentgelt einzurechnen, nicht jedoch die sonstigen allenfalls gewährten Zulagen und Zuschläge oder Sonderzahlungen (anders die - im vorliegenden Fall noch nicht anzuwendende - Rechtslage seit der Novelle Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 94 aus 2014,, der zufolge in Paragraph 7 i, Absatz 5, AVRAG eine Ausweitung der Lohnkontrolle auf das Nichtleisten des "zustehenden Entgelts" erfolgte; vergleiche dazu die Erläuterungen zu dieser Novelle, Regierungsvorlage 319 BlgNR römisch 25 . GP, Seiten 1 und 11, sowie die Ausführungen zur wirkungsorientierten Folgekostenabschätzung dieser Regierungsvorlage).

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RO2015110015.J02

Im RIS seit

01.12.2016

Zuletzt aktualisiert am

03.08.2018

Dokumentnummer

JWR_2015110015_20161109J02