Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 99/17/0135

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7903 F/2004

Rechtssatznummer

9

Geschäftszahl

99/17/0135

Entscheidungsdatum

29.01.2004

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verfassungsgerichtshof
10/07 Verwaltungsgerichtshof
37/01 Geldrecht Währungsrecht
37/02 Kreditwesen

Norm

B-VG Art144;
BWG 1993 §103 Z21 litc sublitbb;
VerfGG 1953 §87 Abs1;
VwGG §41 Abs1;
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 41 heute
  2. VwGG § 41 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 41 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 41 gültig von 01.07.2012 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. VwGG § 41 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 41 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Die Frage der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit der bis zum 30. Juni 1997 verankerten Differenzierung zwischen Kreditinstituten und Kreditinstitutsgruppen steht im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht zur Debatte. Was jedoch die gemeinschaftsrechtliche Beurteilung der Regelung des Paragraph 103, Ziffer 21, Litera c, Sub-Litera, b, b, BWG in der Stammfassung anlangt, kommt dem Verfassungsgerichtshof - wie dieser in ständiger Rechtsprechung betont; vergleiche die Erkenntnisse VfSlg. 14.886 aus 1997,, 15.448 aus 1999,, oder vom 28. November 2002, B 1160/00 ua - nur insoweit eine Prüfungskompetenz zu, als er im Rahmen seiner Beurteilung, ob ein in die Verfassungssphäre reichender Vollziehungsfehler vorliegt, auch zu prüfen hat, ob sich die belangte Behörde denkmöglicher Weise auf die von ihr herangezogene innerstaatliche Norm gestützt hat. Ein in die Verfassungssphäre reichender Mangel läge auch vor, wenn die belangte Behörde etwa die Verdrängung der von ihr angewendeten nationalen Bestimmung durch Gemeinschaftsrecht trotz Offenkundigkeit nicht wahrgenommen hätte. Voraussetzung für die Qualifizierung des Mangels als denkunmöglich und damit als in ein Grundrecht eingreifend ist dabei aber die Offenkundigkeit der gemeinschaftsrechtlichen Rechtslage vergleiche beispielsweise Holzinger, Das Gemeinschaftsrecht in der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes, 14. ÖJT, I/2, 81, hier: 83 ff). Eine Beurteilung der Gesetzesanwendung durch die Verwaltungsbehörde erfolgt durch den Verfassungsgerichtshof somit nur insoweit, als der Verfassungsgerichtshof lediglich im Groben prüft, ob eine offenkundige Verletzung von Gemeinschaftsrecht vorliegt. Eine genaue Prüfung ("Feinprüfung"), ob die von der belangten Verwaltungsbehörde angewendete Bestimmung etwa wegen Verstoßes gegen Gemeinschaftsrecht unanwendbar war, hat nur durch den Verwaltungsgerichtshof zu erfolgen. Eine Aussage des Verfassungsgerichtshofes zu gemeinschaftsrechtlichen Bedenken ist daher stets im Lichte dieses seines Prüfungsmaßstabes gemäß Artikel 144, B-VG (hinsichtlich der Verletzung verfassungsgesetzlich gewährleisteter Rechte) zu verstehen.

Schlagworte

Beschwerdepunkt Beschwerdebegehren Entscheidungsrahmen und Überprüfungsrahmen des VwGH Gegenseitige Beziehung: VwGH - VfGH

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2004:1999170135.X09

Im RIS seit

10.03.2004

Zuletzt aktualisiert am

02.02.2017

Dokumentnummer

JWR_1999170135_20040129X09