Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

L40019 Anstandsverletzung Lärmerregung Wien

Norm

EGVG Art8/Wr Fall2 Lärmerregung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 82/10/0141 E 16. September 1985 RS 1

Stammrechtssatz

Lärm ist dann störend, wenn er wegen seiner Art und/oder seiner Intensität geeignet ist, das Wohlbefinden normal empfindender Menschen zu stören (Hinweis E 25.5.1983, 83/10/0078).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X01

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X01

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

L40019 Anstandsverletzung Lärmerregung Wien

Norm

EGVG Art8/Wr Fall2 Lärmerregung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1990/09/26 89/10/0224 5

Stammrechtssatz

Das Erregen störenden Lärms erfolgt iSd Artikel 8, zweiter Fall EGVG dann ungebührlicherweise, wenn das Tun oder Unterlassen, das zur Erregung des Lärms führt, gegen ein Verhalten verstößt, wie es im Zusammenleben mit anderen verlangt werden muß und jene Rücksichtnahme vermissen läßt, die die Umwelt verlangen kann (Hinweis E 25.10.1948, 1192/47, VwSlg 543 A/1948).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X02

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X02

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall3 Lärmerregung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0853/49 E 14. Dezember 1951 VwSlg 2375 A/1951 RS 2

Stammrechtssatz

Die Strafbarkeit der ungebührlichen Erregung störenden Lärms ist bereits dann gegeben, wenn die Lärmerregung nach einem objektiven Maßstab geeignet erscheint, von anderen nichtbeteiligten Personen als ungebührlich und störend empfunden zu werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X03

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X03

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Fall2;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 87/10/0136 E 21. Dezember 1987 RS 5

Stammrechtssatz

Zur Feststellung, ob Lärm objektiv geeignet ist, von unbeteiligten Personen als ungebührlich oder störend empfunden zu werden, genügen die Erfahrungen des täglichen Lebens (Hinweis auf E 15.6.1987, 85/10/0105).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X04

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X04

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

L40019 Anstandsverletzung Lärmerregung Wien

Norm

EGVG Art8/Wr Fall2 Lärmerregung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Das typische Schreien von Säuglingen und Kleinstkindern, aber auch der typische Lärm von kleineren Kindern, etwa die durch ein gelegentliches "Herumlaufen" von solchen Kindern in einer Wohnung verursachte Lärmerregung (genauer: deren Nichtunterbindung durch die Aufsichtsperson) kann nicht als ungebührlich im Sinne des Artikel 8, zweiter Fall EGVG beurteilt werden (Hinweis zum Versuch einer solchen Differenzierung bei der Lärmerregung durch Kinder etwa auch GAISBAUER, Der verwaltungsstrafrechtliche Tatbestand der ungebührlicherweise störenden Lärmerregung, ÖJZ 1988, 203). Dasselbe wird auf eine gelegentliche kurze Rauferei von Kleinkindern bzw Vorschulkindern zutreffen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X05

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X05

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

L40019 Anstandsverletzung Lärmerregung Wien

Norm

EGVG Art8/Wr Fall2 Lärmerregung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Wird eine etwa halbstündige Rauferei zwischen achtjährigen und zehnjährigen Kindern, wobei dieses Verhalten mit einer massiven Lärmentwicklung verbunden ist, einen derartigen Zeitraum hindurch nicht unterbunden - wobei es durchaus Möglichkeiten gibt, Kinder, besonders wenn es sich bereits um Schulkinder handelt, zur Rücksichtnahme gegenüber ihrer Umwelt (mit rechtlich und pädagogisch unbedenklichen Methoden) zu erziehen - so wird damit jedenfalls gegen ein Verhalten verstoßen, wie es im Zusammenleben mit anderen verlangt werden muß.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X06

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X06

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

L40019 Anstandsverletzung Lärmerregung Wien

Norm

EGVG Art8/Wr Fall2 Lärmerregung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Der Umstand, daß die Bauart eines Hauses die Weiterleitung von Geräuschen begünstigt, zu Lasten des Lärmerregenden geht, ist dahingehend zu verstehen, daß dann, wenn nicht ein "gebührlicherweise" erregter, also ein im Zusammenleben von Menschen hinzunehmender (wenn auch störender) Lärm erzeugt wird, sondern dieser störende Lärm ungebührlicherweise erregt wird, eine schlechte Bausubstanz auf die Tatbildmäßigkeit ohne Einfluß ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X07

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X07

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

L40019 Anstandsverletzung Lärmerregung Wien

Norm

EGVG Art8/Wr Fall2 Lärmerregung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1990/09/26 89/10/0224 9

Stammrechtssatz

Bei der Verwaltungsübertretung nach Artikel 8, zweiter Fall EGVG handelt es sich um ein Erfolgsdelikt, sodaß die Behörde gemäß Paragraph 5, Absatz eins, erster Satz VStG dem Täter nicht nur die Erfüllung des objektiven Tatbestandes, sondern auch das Verschulden nachzuweisen hat; der Wohnungsinhaber - hat er selbst keinen ungebührlich störenden Lärm erregt - kann wegen der erwähnten Verwaltungsübertretung dann schuldig erkannt werden, wenn er, obwohl es ihm möglich gewesen wäre, es unterlassen hat, den in seiner Wohnung erzeugten ungebührlich störenden Lärm abzustellen. Es liegt somit ein Kommissivdelikt per omissionem (Begehungselikt durch Unterlassung) vor (Hinweis auf E 20.4.1984, 83/10/0268).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X08

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X08

Rechtssatz für 90/10/0153

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

9

Geschäftszahl

90/10/0153

Entscheidungsdatum

29.03.1993

Index

L40019 Anstandsverletzung Lärmerregung Wien

Norm

EGVG Art8/Wr Fall2 Lärmerregung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Das Unterbinden einer intensiven Lärmentwicklung anläßlich der Rauferei zwischen achtjährigen und zehnjährigen Kindern ist nach Verstreichen einer halben Stunde nicht mehr als umgehend iSd Artikel 8, zweiter Fall EGVG anzusehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1993:1990100153.X09

Im RIS seit

03.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

08.05.2009

Dokumentnummer

JWR_1990100153_19930329X09