Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 1551/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 9789 A/1979

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

1551/77

Entscheidungsdatum

06.03.1979

Index

L10018 Gemeindeordnung Gemeindeaufsicht Gemeindehaushalt Vorarlberg
L40058 Prostitution Sittlichkeitspolizei Vorarlberg

Norm

GdG Vlbg 1965 §90;
ProstV Feldkirch 1977 §1;

Beachte

Siehe: 3295/78 E VS 19. Mai 1980 VwSlg 10138 A/1980

Rechtssatz

Der Ausdruck "Prostitution" oder "Gewerbsunzucht" erfaßt insb auch das bloße Sichanbieten zur Ausführung eines entgeltlichen Geschlechtsverkehrs in der erkennbaren Absicht, sich hiedurch eine Einnahmsquelle zu verschaffen. Unter diesem Gesichtspunkt werden auch alle jene Verhaltensweisen umfaßt, die - wie etwa das Herumstehen in der ERKENNBAREN Absicht, "Kunden" anzulocken, die Kontaktaufnahme oder das Treffen von Preisabsprachen für die Durchführung des Geschlechtsverkehrs - als Anbahnung begriffen werden. (Hinweis auf E 0685/77, 0688/77 ua). Die Anbahnung muß jedoch in einem Verhalten bestehen, das ALLGEMEIN - nicht nur einem eingeweihten Personenkreis gegenüber - als Anbieten zum entgeltlichen Geschlechtsverkehr verstanden wird. Dieser Prostitutionsbegriff lag bereits der Vdg Feldkirch vom 17.10.1974 zugrunde, so daß die Neufassung durch Vdg vom 4.6.1976 nur als Verdeutlichung und nicht als inhaltliche Erweiterung aufzufassen ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1979:1977001551.X01

Im RIS seit

06.03.1979

Zuletzt aktualisiert am

31.12.2010

Dokumentnummer

JWR_1977001551_19790306X01

Rechtssatz für 1551/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 9789 A/1979

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

1551/77

Entscheidungsdatum

06.03.1979

Index

L10018 Gemeindeordnung Gemeindeaufsicht Gemeindehaushalt Vorarlberg
L40058 Prostitution Sittlichkeitspolizei Vorarlberg
40/01 Verwaltungsverfahren

Beachte

Siehe: 3295/78 E VS 19. Mai 1980 VwSlg 10138 A/1980

Rechtssatz

Wegen des weiten Prostitutionsbegriffes ist ein Versuch (Paragraph 2, zweiter Satz der ProstV Feldkirch vom 4.6.1976) kaum denkbar. Denn der Versuch erfasst nur solche Handlungen, die AN SICH GEEIGNET sind, die Vollendung des strafbaren Tatbestandes zu bewirken (Hinweis E 23.5.1966, 949/65); dazu gehört nicht der bloße Aufenthalt auf der Straße, selbst in der (nicht nach außen erkennbaren) Absicht der gewerbsmäßigen Unzucht. Der AUFENTHALT

ZUM ZWECKE DES ANBIETENS DER AUSÜBUNG DER GEWERBSMÄSSIGEN UNZUCHT

kann dem Tatbild der Ausübung der gewerblichen Unzucht (einschließlich des Anbietens hiezu) nicht unterstellt werden. Wird jemand im Spruch nur dieses Verhaltens schuldig erkannt, ist der Strafbescheid inhaltlich rechtswidrig, auch wenn in der insoweit im Widerspruch zum Spruch stehenden Begründung der Beschuldigten vorgeworfen wird, sich so aufgestellt zu haben, dass die Freier auf sie aufmerksam gemacht worden seien.

Schlagworte

Spruch Begründung (siehe auch AVG §58 Abs2 und §59 Abs1 Spruch und Begründung) Widerspruch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1979:1977001551.X02

Im RIS seit

06.03.1979

Zuletzt aktualisiert am

31.12.2010

Dokumentnummer

JWR_1977001551_19790306X02

Rechtssatz für 1551/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 9789 A/1979

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

1551/77

Entscheidungsdatum

06.03.1979

Index

L10018 Gemeindeordnung Gemeindeaufsicht Gemeindehaushalt Vorarlberg
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art7;
GdG Vlbg 1965 §90 Abs3 impl;

Beachte

Siehe: 3295/78 E VS 19. Mai 1980 VwSlg 10138 A/1980

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0668/77 E 13. Dezember 1977 VwSlg 9452 A/1977 RS 1

Stammrechtssatz

Prostitution ist auch bereits das bloße Sichanbieten zur Durchführung eines GV's gegen Entgelt (Hinweis E 18.5.1978, 2491/77).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1979:1977001551.X03

Im RIS seit

06.03.1979

Zuletzt aktualisiert am

31.12.2010

Dokumentnummer

JWR_1977001551_19790306X03

Rechtssatz für 1551/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 9789 A/1979

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

1551/77

Entscheidungsdatum

06.03.1979

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Beachte

Siehe: 3295/78 E VS 19. Mai 1980 VwSlg 10138 A/1980

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0949/65 E 23. Mai 1966 RS 1

Stammrechtssatz

Ausführungen zum Begriff des Versuches (Hinweis E 3.10.1932, 364/32 und E 20.1.1934, 1392/33).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1979:1977001551.X04

Im RIS seit

06.03.1979

Zuletzt aktualisiert am

31.12.2010

Dokumentnummer

JWR_1977001551_19790306X04

Rechtssatz für 1551/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 9789 A/1979

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

1551/77

Entscheidungsdatum

06.03.1979

Index

L10018 Gemeindeordnung Gemeindeaufsicht Gemeindehaushalt Vorarlberg
L40058 Prostitution Sittlichkeitspolizei Vorarlberg

Norm

GdG Vlbg 1965 §90;
ProstV Bregenz 1975;
ProstV Feldkirch 1977 §1;

Beachte

Siehe: 3295/78 E VS 19. Mai 1980 VwSlg 10138 A/1980

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0942/77 E 27. März 1979 RS 3

Stammrechtssatz

Die Wendung "zum Zwecke" oder "zwecks" gibt (anstelle eines Finalsatzes), soweit sich nicht aus Zusätzen (zB "erkennbar") oder aus dem Sinnzusammenhang des Satzes etwas anderes ergibt, lediglich die Absicht des Handelnden wieder. Der Aufenthalt "zum Zwecke" der Prostitution (bzw der Anbahnung), also nur mit der (nach außen nicht allgemein erkennbaren) Absicht zur Prostitution, wird von den Prostitutionsverordnungen nicht erfaßt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1979:1977001551.X05

Im RIS seit

06.03.1979

Zuletzt aktualisiert am

31.12.2010

Dokumentnummer

JWR_1977001551_19790306X05

Rechtssatz für 1551/77

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 9789 A/1979

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

1551/77

Entscheidungsdatum

06.03.1979

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Beachte

Siehe: 3295/78 E VS 19. Mai 1980 VwSlg 10138 A/1980

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2237/71 E 25. Mai 1972 RS 2

Stammrechtssatz

Im Spruch ist die als erwiesen angenommene Tat (hier Verletzung des Gebotes, nach einem Verkehrsunfall an der Sachverhaltsdarstellung mitzuwirken) zu konkretisieren. Eine Umschreibung des Tatbildes in der Begründung allein widerspricht der zwingenden Norm des Paragraph 44, a Litera a, VStG. (Hinweis auf E vom 22.3.1949, VwSlg. 84 F/1949, vom 22.11.66, Zl. 0392/66 und vom 22.12.1969, Zl. 0516/69)

Schlagworte

Spruch Begründung (siehe auch AVG §58 Abs2 und §59 Abs1 Spruch und Begründung) Tatvorwurf Beschreibung des in der Begründung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1979:1977001551.X06

Im RIS seit

06.03.1979

Zuletzt aktualisiert am

31.12.2010

Dokumentnummer

JWR_1977001551_19790306X06