Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 91/11/0105

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

91/11/0105

Entscheidungsdatum

28.04.1992

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
90/01 Straßenverkehrsordnung
90/02 Kraftfahrgesetz

Norm

AVG §37;
AVG §45 Abs2;
KFG 1967 §73 Abs2;
KFG 1967 §74 Abs1;
StVO 1960 §5 Abs1;
VStG §24;
  1. KFG 1967 § 73 gültig von 20.08.1997 bis 31.10.1997 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 120/1997
  2. KFG 1967 § 73 gültig von 08.03.1995 bis 19.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 162/1995
  3. KFG 1967 § 73 gültig von 28.07.1990 bis 07.03.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  1. KFG 1967 § 74 gültig von 01.01.1968 bis 31.10.1997 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 120/1997
  1. StVO 1960 § 5 heute
  2. StVO 1960 § 5 gültig ab 24.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 17/2026
  3. StVO 1960 § 5 gültig von 14.01.2017 bis 23.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/2017
  4. StVO 1960 § 5 gültig von 01.09.2012 bis 13.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  5. StVO 1960 § 5 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  6. StVO 1960 § 5 gültig von 01.01.2003 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/2002
  7. StVO 1960 § 5 gültig von 25.05.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  8. StVO 1960 § 5 gültig von 22.07.1998 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/1998
  9. StVO 1960 § 5 gültig von 06.01.1998 bis 21.07.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 3/1998
  10. StVO 1960 § 5 gültig von 01.10.1994 bis 05.01.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 518/1994
  11. StVO 1960 § 5 gültig von 25.04.1991 bis 30.09.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 207/1991
  12. StVO 1960 § 5 gültig von 01.05.1986 bis 24.04.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986
  1. VStG § 24 heute
  2. VStG § 24 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. VStG § 24 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VStG § 24 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. VStG § 24 gültig von 20.04.2002 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  6. VStG § 24 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  7. VStG § 24 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1995
  8. VStG § 24 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1991/04/26 91/18/0005 3

Stammrechtssatz

Derjenige, der sich auf einen "Nachtrunk" beruft, hat die Menge des solcherart konsumierten Alkohols dezidiert anzugeben und zu beweisen

(Hinweis E 25.4.1985, 85/02/0019; E 13.1.1988, 87/03/0013; E 13.9.1963, 787/62).

Schlagworte

Beweismittel Beschuldigtenverantwortung Feststellung der Alkoholbeeinträchtigung Nachtrunk Sachverhalt Sachverhaltsfeststellung Beweislast Sachverhalt Sachverhaltsfeststellung Mitwirkungspflicht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1992:1991110105.X01

Im RIS seit

12.06.2001

Dokumentnummer

JWR_1991110105_19920428X01

Entscheidungstext 91/11/0105

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

91/11/0105

Entscheidungsdatum

28.04.1992

Index

40/01 Verwaltungsverfahren;
90/01 Straßenverkehrsordnung;
90/02 Kraftfahrgesetz;

Norm

AVG §37;
AVG §45 Abs2;
KFG 1967 §73 Abs2;
KFG 1967 §74 Abs1;
StVO 1960 §5 Abs1;
VStG §24;
  1. KFG 1967 § 73 gültig von 20.08.1997 bis 31.10.1997 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 120/1997
  2. KFG 1967 § 73 gültig von 08.03.1995 bis 19.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 162/1995
  3. KFG 1967 § 73 gültig von 28.07.1990 bis 07.03.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  1. KFG 1967 § 74 gültig von 01.01.1968 bis 31.10.1997 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 120/1997
  1. StVO 1960 § 5 heute
  2. StVO 1960 § 5 gültig ab 24.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 17/2026
  3. StVO 1960 § 5 gültig von 14.01.2017 bis 23.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/2017
  4. StVO 1960 § 5 gültig von 01.09.2012 bis 13.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  5. StVO 1960 § 5 gültig von 01.07.2005 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  6. StVO 1960 § 5 gültig von 01.01.2003 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/2002
  7. StVO 1960 § 5 gültig von 25.05.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  8. StVO 1960 § 5 gültig von 22.07.1998 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/1998
  9. StVO 1960 § 5 gültig von 06.01.1998 bis 21.07.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 3/1998
  10. StVO 1960 § 5 gültig von 01.10.1994 bis 05.01.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 518/1994
  11. StVO 1960 § 5 gültig von 25.04.1991 bis 30.09.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 207/1991
  12. StVO 1960 § 5 gültig von 01.05.1986 bis 24.04.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986
  1. VStG § 24 heute
  2. VStG § 24 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. VStG § 24 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VStG § 24 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. VStG § 24 gültig von 20.04.2002 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  6. VStG § 24 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  7. VStG § 24 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1995
  8. VStG § 24 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Mag. Onder und die Hofräte Dr. Dorner, Dr. Waldner, Dr. Bernard und Dr. Graf als Richter, im Beisein der Schriftfüherin Dr. Lenhart, über die Beschwerde des römisch zehn in A, vertreten durch Dr. H, Rechtsanwalt in N, gegen den Bescheid des Landeshauptmannes von Vorarlberg vom 19. Juni 1991, Zl. Ib-277-46/91, betreffend vorübergehende Entziehung der Lenkerberechtigung, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Der Beschwerdeführer hat dem Bund Aufwendungen in der Höhe von S 3.035,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Mit dem im Instanzenzug ergangenen Bescheid des Landeshauptmannes von Vorarlberg vom 19. Juni 1991 wurde dem Beschwerdeführer gemäß Paragraph 74, Absatz eins, KFG 1967 die Lenkerberechtigung für Kraftfahrzeuge der Gruppen B, C, E, F und G vorübergehend für die Dauer von drei Monaten, gerechnet ab der vorläufigen Abnahme des Führerscheins am 6. April 1991, entzogen und zugleich gemäß Paragraph 73, Absatz 2, leg. cit. ausgesprochen, daß dem Beschwerdeführer "für dieselbe Zeit keine neue Lenkerberechtigung erteilt werden darf".

Gegen diesen Bescheid richtet sich die vorliegende Beschwerde, über die der Verwaltungsgerichtshof erwogen hat:

Nach der Begründung des angefochtenen Bescheides beruht die gegenständliche Entziehungsmaßnahme auf der - im Wege der selbständigen Vorfragenbeurteilung gemäß Paragraph 38, AVG getroffenen - Annahme, daß der Beschwerdeführer am 6. April 1991 um 1.05 Uhr an einem näher bezeichneten Tatort einen dem Kennzeichen nach bestimmten Pkw in einem durch Alkohol beeinträchtigten Zustand gelenkt und dadurch eine Übertretung nach (Paragraph 99, Absatz eins, Litera a, in Verbindung mit) Paragraph 5, Absatz eins, StVO 1960 begangen habe. Der Beschwerdeführer habe dabei einen Verkehrsunfall verschuldet und hierauf die Unfallstelle verlassen. Bei der um 1.59 Uhr bzw. 2.01 Uhr mittels eines Atemalkoholmeßgerätes vorgenommenen Untersuchung der Atemluft des Beschwerdeführers sei ein Atemalkoholgehalt von 0,40 bzw. 0,41 mg/l festgestellt worden.

In der vorliegenden Beschwerde bekämpft der Beschwerdeführer - wie bereits im Verwaltungsverfahren - die Annahme, ihm falle eine Übertretung nach Paragraph 5, Absatz eins, StVO 1960 zur Last, mit der Behauptung, er habe vor Antritt der Fahrt nur in geringem Ausmaß alkoholhältige Getränke konsumiert und sich zum Unfallszeitpunkt nicht in einem durch Alkohol beeinträchtigten Zustand befunden. Der festgestellte Atemalkoholwert sei damit zu erklären, daß er sich nach dem Unfall zu seinem Elternhaus begeben und dort einen "Schluck" aus einer Cognac-Flasche gemacht habe. Anschließend sei er an die Unfallstelle zurückgekehrt.

Die belangte Behörde hat der Verantwortung des Beschwerdeführers keinen Glauben geschenkt und dies in Übereinstimmung mit der erstinstanzlichen Behörde im wesentlichen damit begründet, daß der Beschwerdeführer den an der Unfallstelle einschreitenden Gendarmeriebeamten gegenüber nichts von einem Nachtrunk erwähnt, sondern zunächst behauptet habe, seine Gattin habe den Pkw gelenkt. Diese Behauptung habe er kurz darauf als "verständliche Notlüge" bezeichnet. Erst in der Vorstellung gegen den Mandatsbescheid habe er erstmals den Nachtrunk behauptet.

Die von der belangten Behörde im Rahmen der Beweiswürdigung angestellten Überlegungen sind nicht als unschlüssig zu erkennen. Der Beschwerdeführer macht die Verletzung von Verfahrensvorschriften geltend und meint, die belangte Behörde hätte "von sich aus z.B. Erhebungen im Familienkreis des Beschwerdeführers zum dargelegten Alkoholkonsum pflegen müssen". Diesbezüglich ist ihm zu erwidern, daß er es verabsäumt hat, im Verwaltungsverfahren eine bestimmte Person aus seinem "Familienkreis" zu nennen, die Angaben zu dem von ihm behaupteten Nachtrunk hätte machen können vergleiche zur Behauptungs- und Beweispflicht des sich auf einen Nachtrunk berufenden Kfz-Lenkers unter anderem die hg. Erkenntnisse vom 25. April 1985, Zl. 85/02/0019, ZVR 1986/125, und vom 28. Juni 1991, Zl. 91/18/0078). Auch die Beschwerde enthält diesbezüglich keine konkreten Angaben, sodaß nicht zu erkennen ist, welche Person nach Meinung des Beschwerdeführers als Zeuge hätte vernommen werden müssen. In der Vorstellung hatte der Beschwerdeführer beantragt, die "amtshandelnden Beamten einzuvernehmen". Die belangte Behörde hat deren Vernehmung mit Recht für entbehrlich gehalten, weil sich aus den Verwaltungsakten nicht der geringste Anhaltspunkt dafür ergeben hat, daß die an der Unfallstelle tätigen Gendarmeriebeamten Wahrnehmungen über den angeblich im Elternhaus des Beschwerdeführers erfolgten Nachtrunk gemacht haben. Auch die Beschwerde enthält keine Behauptungen in dieser Richtung.

Der Beschwerdeführer wurde daher nicht in seinen Rechten verletzt, wenn die belangte Behörde davon ausgegangen ist, der Beschwerdeführer habe am 6. April 1991 als Lenker eines Kraftfahrzeuges eine Übertretung im Sinne des Paragraph 66, Absatz 2, Litera e, KFG 1967 begangen, und auf Grund dieser bestimmten Tatsache und ihrer Wertung in Ausübung ihrer Kontrollfunktion vergleiche dazu das Erkenntnis eines verstärkten Senates vom 28. November 1983, Slg. Nr. 11237/A) die Auffassung vertreten hat, der Beschwerdeführer sei für die von der erstinstanzlichen Behörde festgesetzte Zeit von drei Monaten als verkehrsunzuverlässig anzusehen.

Aus den dargelegten Gründen war die Beschwerde gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG als unbegründet abzuweisen.

Die Entscheidung über den Aufwandersatz gründet sich auf die Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 104 aus 1991,.

Schlagworte

Beweismittel Beschuldigtenverantwortung Feststellung der Alkoholbeeinträchtigung Nachtrunk Sachverhalt Sachverhaltsfeststellung Beweislast Sachverhalt Sachverhaltsfeststellung Mitwirkungspflicht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1992:1991110105.X00

Im RIS seit

12.06.2001

Dokumentnummer

JWT_1991110105_19920428X00