Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 82/11/0083

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11413 A/1984

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

82/11/0083

Entscheidungsdatum

25.04.1984

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
55 Wirtschaftslenkung

Norm

AVG §8;
PrG 1976 §11c Abs6 idF vor 1982/311;

Rechtssatz

"Sache" im Sinne des Paragraph 8, AVG 1950 ist der Prozessgegenstand des Verwaltungsverfahrens (die "Verwaltungssache"), d.i. die die Hauptfrage bildende Angelegenheit, über die im Spruch des Bescheides entschieden werden soll (Hinweis auf Walter-Mayer, Grundriss des öserr. Verwaltungsverfahrensrechts 2, S 40).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1984:1982110083.X01

Im RIS seit

21.09.2004

Dokumentnummer

JWR_1982110083_19840425X01

Rechtssatz für 82/11/0083

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11413 A/1984

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

82/11/0083

Entscheidungsdatum

25.04.1984

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2414/59 E 1. April 1960 VwSlg 5258 A/1960 RS 2

Stammrechtssatz

Darüber, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, daß von einem Rechtsanspruch oder rechtlichen Interesse die Rede sein kann, enthält Paragraph 8, AVG keine Bestimmung. Es kann demnach die Frage, wer in einem konkreten Verwaltungsverfahren die Rechtsstellung einer Partei besitzt, an Hand des AVG allein nicht gelöst werden. Die Parteistellung muß vielmehr aus den verwaltungsrechtlichen Vorschriften abgeleitet werden, auf dem Boden des materiellen Verwaltungsrechtes muß sie nach dem Gegenstand des betreffenden Verwaltungsverfahrens und dem Inhalt der zur Anwendung kommenden Verwaltungsvorschrift beurteilt werden. Die Begriffe "Rechtsanspruch" und "rechtliches Interesse" gewinnen erst durch die jeweils zur Anwendung kommende Verwaltungsvorschrift einen konkreten Inhalt, wonach allein die Frage der Parteistellung beantwortet werden kann. (Hinweise auf E vom 20.2.1969, Zl. 0933/66, VwSlg. 7507 A/1969, vom 20.10.1969, Zl. 1579/68, VwSlg. 7662 A/1969 und vom 10.6.1970, 0001/70, VwSlg. 7810 A/1970)

Schlagworte

Parteibegriff - Parteienrechte Allgemein diverse Interessen Rechtspersönlichkeit

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1984:1982110083.X02

Im RIS seit

21.09.2004

Dokumentnummer

JWR_1982110083_19840425X02

Rechtssatz für 82/11/0083

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11413 A/1984

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

82/11/0083

Entscheidungsdatum

25.04.1984

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
55 Wirtschaftslenkung

Norm

AVG §8;
PrG 1976 §11c Abs6 idF vor 1982/311;

Rechtssatz

Unter den "Betroffenen" im Sinne des Paragraph 11, c Absatz 6, PreisG sind nicht nur die Personen zu verstehen, die unmittelbar zur Preisersichtlichmachung, um deren Ausnahme es geht, verpflichtet sind, sondern alle durch eine Ausnahme von der Preisersichtlichmachungspflicht wirtschaftlich Betroffenen, also insbesondere die Konsumenten. Die bloß wirtschaftlich "Betroffenen" sind aber keine Parteien im Sinne des Paragraph 8, AVG 1950 im Verfahren nach Paragraph 11, c Absatz 6, PreisG. Einer Messeveranstalterin kommt daher als bloß wirtschaftlich Betroffener keine Parteistellung im Verfahren nach Paragraph 11, c Absatz 6, PreisG auf Ausnehmung der Messeaussteller von der Preisersichtlichmachungspflicht zu.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1984:1982110083.X03

Im RIS seit

21.09.2004

Dokumentnummer

JWR_1982110083_19840425X03