Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2022/01/0002

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

11

Geschäftszahl

Ra 2022/01/0002

Entscheidungsdatum

29.03.2023

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren
41/01 Sicherheitsrecht
41/02 Staatsbürgerschaft

Norm

AnhO 1999 §28
SPG RichtlinienV 1993 §10 Abs1
SPG 1991 §38a Abs6
VwRallg

Rechtssatz

Nach dem Wortlaut der Bestimmung des Paragraph 10, Absatz eins, SPG RichtlinienV 1993 (argum. "die für ihr Einschreiten maßgeblichen Umstände") ergibt sich daraus die Verpflichtung zur Dokumentation jener Gründe bzw. rechtlich relevanten Sachverhalte, die für das jeweilige Einschreiten ausschlaggebend waren, d.h. die - im Lichte der tatbestandsmäßigen Voraussetzungen der angewendeten gesetzlichen Bestimmungen - den Anlass zu der zu dokumentierenden Amtshandlung gegeben haben vergleiche in diesem Sinn auch Paragraph 38 a, Absatz 6, SPG 1991: "Bei der Dokumentation der Anordnung eines Betretungs- und Annäherungsverbots ist auf die für das Einschreiten maßgeblichen Umstände ... Bedacht zu nehmen, ..."; vergleiche Paragraph 28, AnhO 1999, wonach die Dokumentationspflicht im Sinne des Paragraph 10, SPG RichtlinienV 1993 "alle Maßnahmen verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt" umfasst). Art und Ausmaß der Dokumentationsverpflichtung hängen dabei fallbezogen vom konkreten Einschreiten bzw. von den hiefür jeweils "maßgeblichen Umständen" ab. Dabei ist eine ex ante Betrachtung aus dem Blickwinkel der einschreitenden Exekutivbeamten geboten vergleiche zu diesem Maßstab VwGH 5.12.2017, Ra 2017/01/0373, mwN; vergleiche aus jüngerer Zeit zu Paragraph 38 a, SPG 1991 VwGH 14.2.2023, Ra 2022/01/0334, mwN).

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Bindung an den Wortlaut des Gesetzes VwRallg3/2/1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022010002.L12

Im RIS seit

11.05.2023

Zuletzt aktualisiert am

27.03.2025

Dokumentnummer

JWR_2022010002_20230329L11