Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ro 2015/17/0022

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ro 2015/17/0022

Entscheidungsdatum

16.03.2016

Index

E6J
34 Monopole

Norm

GSpG 1989
61988CJ0331 The Queen / MAFF, ex parte FEDESA VORAB
61998CJ0101 UDL VORAB
62004CJ0338 Placanica VORAB
62007CJ0316 Markus Stoß VORAB
62008CJ0046 Carmen Media Group VORAB
62009CJ0347 Dickinger und Ömer VORAB
62014CJ0098 Berlington Hungary VORAB

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2018/09/0044 B 30.05.2018

Rechtssatz

Die von den Mitgliedstaaten vorgesehenen Beschränkungen des Glücksspiels müssen stets den sich aus der Rechtsprechung des EuGH ergebenden Anforderungen hinsichtlich ihrer Verhältnismäßigkeit genügen. Daher ist gesondert jede Beschränkung zu prüfen, ob sie geeignet ist, die Verwirklichung des vom Mitgliedstaat angestrebten Ziels oder der von ihm geltend gemachten Ziele zu gewährleisten, und ob sie nicht über das hinausgeht, was zur Erreichung dieses Ziels oder dieser Ziele erforderlich ist. Auf jeden Fall dürfen die Beschränkungen nicht diskriminierend angewendet werden vergleiche EuGH vom 6. März 2007, Rs C-338/04, Massimiliano Placanica ua, Rn 48f; EuGH vom 8. September 2010, Rs C-46/08, Carmen Media Group Ltd, Rn 60; EuGH vom 15. September 2011, Rs C-347/09, Jochen Dickinger und Franz Ömer, Rn 50; EuGH vom 8. September 2010, Rs C-316/07, Markus Stoß ua, Rn 77). Eine nationale Regelung ist nur dann geeignet, die Verwirklichung des geltend gemachten Ziels zu gewährleisten, wenn sie tatsächlich dem Anliegen gerecht wird, es in kohärenter und systematischer Weise zu erreichen vergleiche EuGH vom 11. Juni 2015, Rs C-98/14, Berlington Hungary Tanacsado es Szolgaltato kft ua, Rn 64). Hierfür muss ein normativer Rahmen errichtet werden, mit dem sich gewährleisten lässt, dass der Inhaber des Monopols tatsächlich in der Lage sein wird, das festgelegte Ziel in kohärenter und systematischer Weise zu verfolgen vergleiche Markus Stoß, Rn 83). Stehen mehrere geeignete Maßnahmen zur Auswahl, ist die am wenigsten belastende zu wählen vergleiche EuGH vom 13. November 1990, Rs C-331/88, Fedesa ua, Rn 13; EuGH vom 16. Dezember 1999, Rs C-101/98, Union Deutsche Lebensmittelwerke GmbH, Rn 30).

Gerichtsentscheidung

EuGH 62008CJ0046 Carmen Media Group VORAB
EuGH 62007CJ0316 Markus Stoß VORAB
EuGH 62004CJ0338 Placanica VORAB
EuGH 62009CJ0347 Dickinger und Ömer VORAB
EuGH 62014CJ0098 Berlington Hungary VORAB
EuGH 61988CJ0331 The Queen / MAFF, ex parte FEDESA VORAB
EuGH 61998CJ0101 UDL VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RO2015170022.J03

Im RIS seit

25.06.2021

Zuletzt aktualisiert am

28.06.2021

Dokumentnummer

JWR_2015170022_20160316J03