Landesrecht konsolidiert Tirol: Gesamte Rechtsvorschrift für Erhaltungsziele für das Natura 2000-Gebiet Karwendel, Festlegung, Fassung vom 23.10.2026

§ 0

Langtitel

Verordnung der Landesregierung vom 23. Juni 2026, mit der Erhaltungsziele für das Natura 2000-Gebiet Karwendel festgelegt werden

StF: LGBl. Nr. 48/2026

Präambel/Promulgationsklausel

Aufgrund des Paragraph 14, Absatz 3, Litera a, des Tiroler Naturschutzgesetzes 2005, Landesgesetzblatt Nr. 26 aus 2005,, zuletzt geändert durch das Gesetz Landesgesetzblatt Nr. 72 aus 2025,, wird verordnet:

§ 1

Text

Paragraph eins

Erhaltungsziele

Für das Natura 2000-Gebiet Karwendel, kundgemacht durch Landesgesetzblatt Nr. 27 aus 2009,, werden folgende Erhaltungsziele festgelegt:

  1. Ziffer eins
    Erhaltung der von Menschen nicht oder kaum beeinflussten Lebensräume sowie deren natürliche Entwicklung;
  2. Ziffer 2
    Erhaltung und Wiederherstellung oder die Außer-Nutzung-Stellung von natürlichen oder naturnahen Wäldern, insbesondere im Weg des Vertragsnaturschutzes, wobei allfällige Nutzungen an die Lebensraumansprüche der im betroffenen Gebiet vorkommenden Arten anzupassen sind;
  3. Ziffer 3
    Erhaltung und Wiederherstellung von natürlichen und naturnahen Gewässerabschnitten mit einer charakteristischen Dynamik sowie der Lebensräume dieser Gewässerabschnitte;
  4. Ziffer 4
    Erhaltung der kulturlandschaftsbezogenen Lebensräume in ihrer typischen Ausprägung und Verbreitung, insbesondere durch die Förderung traditionell extensiv bewirtschafteter Kulturlandschaften;
  5. Ziffer 5
    Erhaltung und Wiederherstellung der alpinen Moore, insbesondere im Weg des Vertragsnaturschutzes;
  6. Ziffer 6
    Erhaltung und Förderung der charakteristischen Pflanzen- und Tierarten sowie Vögel, insbesondere Scharlachkäfer (1086), Alpenbockkäfer (1087), Koppe (1163), Rogers Goldhaarmoos (1387), Rudolphs Trompetenmoos (1399), Kriechender Sellerie (1614), Gänsesäger (A070), Wespenbussard (A072), Steinadler (A091), Turmfalke (A096), Wanderfalke (A103), Auerhuhn (A108), Waldschnepfe (A155), Flussuferläufer (A168), Ringeltaube (A208), Kuckuck (A212), Uhu (A215), Sperlingskauz (A217), Raufußkauz (A223), Alpensegler (A228), Grauspecht (A234), Schwarzspecht (A236), Weißrückenspecht (A239), Dreizehenspecht (A241), Rauchschwalbe (A251), Baumpieper (A256), Wasserpieper (A259), Heckenbraunelle (A266), Hausrotschwanz (A273), Gartenrotschwanz (A274), Steinschmätzer (A277), Ringdrossel (A282) Wacholderdrossel (A284), Singdrossel (A285), Misteldrossel (A287), Klappergrasmücke (A308), Gartengrasmücke (A310), Mönchsgrasmücke (A311), Berglaubsänger (A313), Waldlaubsänger (A314), Zilpzalp (A315), Fitis (A316), Grauschnäpper (A319), Trauerschnäpper (A322), Girlitz (A361), Stieglitz (A364), Bluthänfling (A476), Erlenzeisig (A478), Mehlschwalbe (A738) und Birkhuhn (A909);
  7. Ziffer 7
    Erhaltung und Förderung der charakteristischen Lebensräume, insbesondere Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Stillgewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen (3140), Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation (3220), Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Deutscher Tamariske (3230), Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Reifweide (3240), Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion (3260), Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri und Bidention (3270), Alpine und boreale Heiden (4060), Latschen- und Alpenrosengebüsche (4070), Wacholderheiden (5130), Lückige Kalk-Pionierrasen (6110), Alpine Silikatrasen (6150), Alpine Kalkrasen (6170), Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (6210*), Artenreiche Borstgrasrasen (6230), Pfeifengraswiesen (6410), Berg-Mähwiesen (6520), Lebende Hochmoore (7110*), Übergangs- und Schwingrasenmoore (7150), Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried (7210), Kalktuffquellen (7220*), Kalkreiche Niedermoore (7230), Kalkschutthalden der kollinen bis montanen Stufe (8160*), Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation (8210), Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation (8230), Kalk-Felspflaster (8240), Mitteleuropäische Orchideen-Kalk-Buchenwälder (9150), Schlucht- und Hangmischwälder (9180*), Moorwälder (91D0*), Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (91E0*), Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (9410) sowie Subalpine und montane Fichtenwälder (9430*).

§ 2

Text

Paragraph 2

Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem Ablauf des Tages der Kundmachung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung der Landesregierung vom 1. Dezember 2009, mit der Erhaltungsziele für das Natura 2000-Gebiet Karwendel festgelegt werden, Landesgesetzblatt Nr. 3 aus 2010,, außer Kraft.