Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen, Fassung vom 07.12.2022

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, mit welcher die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen erlassen werden; Bekanntmachung der Lehrpläne für den Religionsunterricht an diesen Schulen
StF: BGBl. Nr. 134/1963 idF BGBl. Nr. 267/1963 (DFB)

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des Schulorganisationsgesetzes, BGBl. Nr. 242/1962, insbesondere dessen §§ 6, 10, 16 und 23, wird verordnet.

Art. 1 § 1

Text

§ 1.

Für die Volksschule wird der in Anlage A enthaltene Lehrplan (mit Ausnahme der darin im fünften Teil wiedergegebenen Lehrpläne für den Religionsunterricht) erlassen.

Art. 1 § 3

Text

§ 3.
  1. (1) Für Sonderschulen werden (mit Ausnahme der darin wiedergegebenen Lehrpläne für den Religionsunterricht) folgende Lehrpläne erlassen:
    1. 1.
      für die Allgemeine Sonderschule der in Anlage C/1 enthaltene Lehrplan,
    2. 2.
      für die Sonderschule für Gehörlose der in Anlage C/2 enthaltene Lehrplan,
    3. 3.
      für die Sonderschule für blinde Kinder der in Anlage C/3 enthaltene Lehrplan,
    4. 4.
      für die Sonderschule für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf der in der Anlage C/4 enthaltene Lehrplan,
    5. 5.
      für die Sondererziehungsschule der in Anlage C/5 enthaltene Lehrplan,
    6. 6.
      für das Berufsvorbereitungsjahr für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf der in Anlage C/6 enthaltene Lehrplan.
  2. (2) Für die Sonderschule für körperbehinderte Kinder gilt je nach dem Alter und der Bildungsfähigkeit der Schüler der Lehrplan der Volksschule, der Mittelschule, der Polytechnischen Schule oder einer Sonderschule anderer Art, mit der Maßgabe, daß der Pflichtgegenstand Bewegung und Sport als verbindliche Übung Bewegung und Sport zu führen ist, wobei der Lehrplan des Pflichtgegenstandes als anzustrebendes Richtmaß gilt. Über die in der jeweiligen Stundentafel vorgesehene Gesamtstundenzahl hinaus werden für die Vorschulstufe zwei, für die 1. bis 4. Schulstufe vier, für die 5. Bis 7. Schulstufe drei und für die 8. Schulstufe zwei Wochenstunden für therapeutische und funktionelle Übungen, die der Behinderung der Schüler entsprechen, festgesetzt. Als solche kommen in Betracht:
    1. a)
      Bewegungstherapie: Zur Anbahnung der lebensnotwendigen Bewegungen, Erhöhung der motorischen Kraft, Vergrößerung des Bewegungsumfanges behinderter Gelenke, Koordination der Bewegungsabläufe.
    2. b)
      Unterwassertherapie: Zur Schulung und Förderung des Bewegungsablaufes bei bestimmten Gebrechen unter Ausnützung der besonderen Wirkung des warmen Wassers.
    3. c)
      Spezielle Übungstherapie für Handgeschädigte: Zur Schulung der kranken Hand, zum Erwerb und zur Automatisierung der Greifbewegung und der Zusammenarbeit beider Hände, zur Pflege kombinierter Bewegungsformen.
    4. d)
      Von den für therapeutische und funktionelle Übungen vorgesehenen Wochenstunden in der 5. und 6. Schulstufe können je zwei Wochenstunden und in der 7. Und 8. Schulstufe je eine Wochenstunde für den Unterricht in Maschinschreiben verwendet werden.
  3. (3) Für die Sonderschule für sprachgestörte Kinder gilt je nach dem Alter und der Bildungsfähigkeit der Schüler der Lehrplan der Volksschule, der Mittelschule, der Polytechnischen Schule oder einer Sonderschule anderer Art. Über die in der jeweiligen Stundentafel vorgesehene Gesamtstundenzahl hinaus werden zwei Wochenstunden je Schulstufe für sprachtherapeutische Übungen festgesetzt.
  4. (4) Für die Sonderschule für schwerhörige Kinder gilt je nach dem Alter und der Bildungsfähigkeit der Schüler der Lehrplan der Volksschule, der Mittelschule, der Polytechnischen Schule oder einer Sonderschule anderer Art. Über die in der jeweiligen Stundentafel vorgesehene Gesamtstundenzahl hinaus werden für die Vorschulstufe zwei, für die 1. bis 4. Schulstufe je drei und für die 5. bis 8. Schulstufe je zwei Wochenstunden für therapeutische und funktionelle Übungen festgesetzt. Als solche kommen in Betracht:
    1. a)
      Übungen im Ablesen;
    2. b)
      Übungen zur systematischen Hörerziehung, auch mit Hilfe elektro-akustischer Hörhilfen (individuelle Hörgeräte, Trainergeräte, Hör- und Sprechanlagen u. ä.);
    3. c)
      Übungen zur Verbesserung fehlerhafter Artikulation;
    4. d)
      Übungen zum Abbau behinderungsbedingter Leistungsrückstände.
  5. (5) Für die Sonderschule für sehgestörte Kinder gilt je nach dem Alter und der Bildungsfähigkeit der Schüler der Lehrplan der Volksschule, der Mittelschule oder einer Sonderschule anderer Art.

    (Anm.: Abs. 6 aufgehoben durch BGBl. Nr. 546/1993)

  6. (7) Für die Heilstättenschule gilt der Lehrplan der Volksschule, der Mittelschule, der Polytechnischen Schule oder einer Sonderschule mit der Maßgabe, daß an Stelle der darin jeweils vorgesehenen Stundentafel das Stundenausmaß der einzelnen Unterrichtsgegenstände vom Schulleiter auf Grund eines Gutachtens des behandelnden Arztes unter Bedachtnahme auf den Gesundheitszustand, das Alter und die Bildungsfähigkeit des Schülers zu bestimmen ist. Die im betreffenden Lehrplan für die einzelnen Schulstufen vorgesehene Gesamtwochenstundenzahl darf dabei nicht überschritten werden.
  7. (8) Für Sprachheilkurse an Volksschulen, Mittelschulen und Sonderschulen sowie an polytechnischen Schulen wird das Stundenausmaß mit zwei Wochenstunden je Kurs festgesetzt.
  8. (9) Für Kurse zur Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs gemäß § 25 Abs. 6 des Schulorganisationsgesetzes für Schüler an Volksschulen und Mittelschulen, bezüglich deren ein Verfahren gemäß § 8 des Schulpflichtgesetzes eingeleitet wurde, wird das Stundenausmaß mit zwei Wochenstunden je Kurs festgesetzt. Die Kursdauer darf den Zeitraum von der Antragstellung an die Bildungsdirektion bis zur Entscheidung über die Sonderschulaufnahme, längstens jedoch das Ausmaß von drei Monaten nicht überschreiten

Art. 1 § 4

Text

§ 4.
  1. (1) Die Bildungsdirektionen werden gemäß § 6 Abs. 1 des Schulorganisationsgesetzes ermächtigt, im Rahmen der Bestimmungen der in den §§ 1 bis 3 genannten Lehrpläne nach den örtlichen Erfordernissen zusätzliche Lehrplanbestimmungen zu erlassen. Insbesondere haben sie folgende Angelegenheiten zu regeln:
    1. a)
      Soweit in den Lehrplänen für Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch hinsichtlich des besonderen Förderunterrichtes, der unverbindlichen Übung „Muttersprachlicher Unterricht“ und des Freigegenstandes „Muttersprachlicher Unterricht“ nur die Mindest- und Höchstzahl des Wochenstundenausmaßes angegeben ist, haben sie das Stundenausmaß im Rahmen der vorgesehenen Grenzen zu bestimmen oder die Bestimmung den Schulforen der betreffenden Schulen zu übertragen;
    2. b)
      für die Oberstufe der Volksschule haben sie nach den örtlichen Gegebenheiten die Bildungs- und Lehraufgabe sowie den Lehrstoff der einzelnen Pflichtgegenstände festzulegen, wobei sie sich am Lehrplan der Mittelschule, Anlage 1 zur Verordnung BGBl. II Nr. 185/2012, in der jeweils geltenden Fassung, zu orientieren haben.
    3. c)
      hinsichtlich der im § 3 Abs. 2 bis 7 genannten Sonderschulen und der im § 3 Abs. 8 genannten Sprachheilkurse haben sie den Lehrstoff der therapeutischen und funktionellen Übungen zu bestimmen und auf die einzelnen Schulstufen aufzuteilen;
    4. d)
      für die Sonderschulen für mehrfach behinderte Kinder haben sie Lehrpläne zu erlassen, wobei die Bestimmungen der nach den Behinderungsarten in Betracht kommenden Sonderschullehrpläne soweit als möglich heranzuziehen sind. Die Gesamtstundenzahl in den einzelnen Schulstufen darf hiebei die höchste in den in Betracht kommenden Sonderschullehrplänen vorgesehene Gesamtstundenzahl nicht überschreiten;
    5. e)
      für Schülerinnen und Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch haben sie hinsichtlich des besonderen Förderunterrichtes gemäß Z 4 und 5 der Bemerkungen zur Stundentafel der Grundschule bzw. gemäß Z 4 und 5 der Bemerkungen zur Stundentafel der Grundstufen I und II sowie gemäß Z 3 und 4 der Bemerkungen zur Stundentafel der Sekundarstufe I der Allgemeinen Sonderschule die allfällige Kürzung der Wochenstundenanzahl in Pflichtgegenständen festzulegen oder die Festlegung den Schulforen der betreffenden Schulen zu übertragen.
    6. f)
      für Klassen, in denen die geringe Schülerzahl es zulässt und begleitende pädagogische und organisatorische Maßnahmen die Qualität des Unterrichts sicher stellen, kann die Gesamtwochenstundenzahl für die Grundschule und für die Oberstufe der Volksschule innerhalb des in der Stundentafel für die einzelnen Schulstufen vorgegebenen schulautonomen Rahmens um höchstens zwei Wochenstunden verringert werden.
  2. (2) Die Bildungsdirektion für Burgenland kann für die Schüler der Grundschule Kroatisch, Ungarisch und Romanes als unverbindliche Übung im Ausmaß von bis zu drei Wochenstunden vorsehen. Für die Bildungs- und Lehraufgaben sowie für den Lehrstoff gelten die Bestimmungen der in den Anlagen 2 und 3 der Verordnung des Bundesministers für Unterricht BGBl. Nr. 118/1966 enthaltenen Lehrpläne für den Pflichtgegenstand Kroatisch und Ungarisch; die Anforderungen sind jedoch entsprechend zu vermindern.
  3. (3) Bezüglich der Praxisvolksschulen, die einer Pädagogischen Hochschule zum Zwecke lehrplanmäßig vorgesehener Übungen eingegliedert sind, ist für die im Abs. 1 genannten Maßnahmen die Bundesministerin oder der Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung zuständig.
  4. (4) Das Schulforum der Volksschule oder der Sonderschule hat unter Bedachtnahme auf die örtlichen Gegebenheiten für die Grundschule die Wochenstunden im Bereich der Stundentafel der Vorschulstufe festzulegen, wobei auf eine gemeinsame oder getrennte Führung der Schulstufen zu achten ist.

    (Anm.: Abs. 5 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 135/2000)

Art. 1 § 5

Text

§ 5.
  1. (1) Artikel I § 4 Abs. 1 lit. f sowie die Änderungen der Anlagen A, B und C 1 dieser Verordnung durch die Verordnung BGBl. Nr. 528/1992 treten mit 1. September 1992 in Kraft.
  2. (2) Artikel I § 3, Artikel I § 4 sowie die Änderungen der Anlagen dieser Verordnung durch die Verordnung BGBl. Nr. 546/1993 treten mit 1. September 1993 in Kraft.
  3. (3) Die Anlagen A, B, C l, C 2, C 3 und C 4 dieser Verordnung jeweils in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 700/1994 treten wie folgt in Kraft:
    1. 1.
      Anlage A erster Teil Abschnitt I Z 7 (Betreuungsplan für ganztägige Schulformen), Abschnitt II Z 13 (Schulautonome Lehrplanbestimmungen) und Z 14 (Betreuungsplan für ganztägige Schulformen), Anlage B erster Teil Z 8 (Schulautonome Lehrplanbestimmungen) und Z 9 (Betreuungsplan für ganztägige Schulformen) sowie die Anlagen C l, C 2, C 3 und C 4 hinsichtlich der Vorschulstufe sowie der 1. und 5. Schulstufe mit 1. September 1994, hinsichtlich der 2. und 6. Schulstufe mit 1. September 1995, hinsichtlich der 3. und 7. Schulstufe mit l. September 1996 und hinsichtlich der 4. und 8. Schulstufe mit 1. September 1997
    2. 2.
      im übrigen mit 1. September 1994.
  4. (4) Die Anlage B erster, zweiter und vierter Teil dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 643/1995 tritt mit 1. September 1995, die Anlage B sechster Teil tritt für die 7. Schulstufe mit 1. September 1995 und für die 8. Schulstufe mit 1. September 1996 in Kraft.
  5. (5) Die Anlagen A, B, B/m, B/sp, B/ski, C 2, C 3 und C 4 dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 355/1996 treten mit 1. September 1996 in Kraft.
  6. (6) Die Anlagen B vierter und sechster Teil, B/m, B/sp und B/ski dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 60/1998 treten mit 1. September 1998 in Kraft.
  7. (7) Die Anlage A siebenter Teil dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 83/1998 tritt mit 1. September 1998 in Kraft.
  8. (8) § 3 Abs. 2, 3, 4, 5, 7 und 8 sowie Anlage A vierter und achter Teil, Anlage B erster, vierter und sechster Teil, Anlage B/m, Anlage B/sp, Anlage B/ski, Anlage C 1 erster, vierter, sechster und siebenter Teil, Anlage C 2, Anlage C 3, Anlage C 4 und Anlage C 5 dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 280/1998 treten wie folgt in Kraft:
    1. 1.
      § 3 Abs. 2, 3, 4, 5, 7 und 8 sowie Anlage B erster, vierter und sechster Teil, Anlage B/m, Anlage B/sp, Anlage B/ski, Anlage C 1 erster Teil, Anlage C 2 erster und dritter Teil, Anlage C 3 erster und dritter Teil, Anlage C 4 und Anlage C 5 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft;
    2. 2.
      Anlage A vierter Teil, Anlage C 1 vierter, sechster und siebenter Teil, Anlage C 2 zweiter, fünfter, sechster und siebenter Teil sowie Anlage C 3 zweiter, fünfter und sechster Teil treten bezüglich der Umbenennung des Unterrichtsgegenstandes „Hauswirtschaft“ in „Ernährung und Haushalt“ mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt, im übrigen mit 1. September 1998 in Kraft;
    3. 3.
      Anlage A achter Teil tritt mit 1. September 1998 in Kraft
  9. (9) Anlage A erster, vierter, achter und neunter Teil sowie Anlage B erster Teil dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 310/1998 treten mit 1. September 1998 in Kraft.
  10. (10) § 4 Abs. 2 und 4 sowie Anlage A erster, zweiter, dritter, vierter, sechster und siebenter Teil dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 355/1999 treten mit 1. September 1999 in Kraft.
  11. (11) Die nachstehend genannten Bestimmungen dieser Verordnung sowie der Anlagen zu dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 135/2000 treten wie folgt in Kraft bzw. außer Kraft:
    1. 1.
      Anlage A zweiter Teil Abschnitt I Z 13 letzter Satz, Anlage A zweiter Teil Abschnitt II, vierter Teil lit. c und vierter Teil lit. c Z 6 der Bemerkungen zu den Stundentafeln, siebenter Teil Abschnitt B, achter Teil Abschnitt B, neunter Teil Abschnitt B, Anlage C 1 erster Teil Z 7, Anlage C 1 sechster und siebenter Teil, Anlage C 2 erster Teil Z 7, Anlage C 2 fünfter, sechster 1260 BGBl. II – Ausgegeben am 11. Mai 2000 – Nr. 135 und siebenter Teil, Anlage C 3 erster Teil Z 6, Anlage C 3 zweiter, fünfter und sechster Teil sowie Anlage C 5 treten mit 1. September 2000 in Kraft,
    2. 2.
      der Titel der Verordnung, im § 4 Abs. 1 der Einleitungssatz sowie Abs. 1 lit. e und Abs. 3 treten hinsichtlich der 1. Klasse mit 1. September 2000, hinsichtlich der 2. Klasse mit 1. September 2001, hinsichtlich der 3. Klasse mit 1. September 2002 und hinsichtlich der 4. Klasse mit 1. September 2003 in Kraft,
    3. 3.
      Anlage B erster bis dritter Teil sowie die Anlagen B/m, B/sp und B/ski hinsichtlich der Allgemeinen Bestimmungen, des Allgemeinen Bildungsziels und der Allgemeinen Didaktischen Grundsätze treten mit Ablauf des 31. August 2000 außer Kraft,
    4. 4.
      § 2, § 4 Abs. 1 lit. b und Abs. 5, Anlage B vierter und sechster Teil, Anlage B/m hinsichtlich der Stundentafel und der Abschnitte A bis E, Anlage B/sp hinsichtlich der Stundentafel und der Abschnitte A und B und die Anlage B/ski hinsichtlich der Stundentafel und des Abschnitts A treten hinsichtlich der 1. Klasse mit Ablauf des 31. August 2000, hinsichtlich der 2. Klasse mit Ablauf des 31. August 2001, hinsichtlich der 3. Klasse mit Ablauf des 31. August 2002 und hinsichtlich der 4. Klasse mit Ablauf des 31. August 2003 außer Kraft.
  12. (12) Die nachstehend genannten Bestimmungen dieser Verordnung sowie die Anlagen zu dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 290/2001 treten wie folgt in Kraft:
    1. 1.
      Anlage C 1 erster und vierter Teil, Anlage C 2 siebenter Teil sowie Anlage C 3 fünfter Teil treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft;
    2. 2.
      § 3 Abs. 1 sowie Anlage A zweiter und vierter Teil und Anlage C 6 treten mit 1. September 2001 In Kraft.
  13. (13) Artikel I § 4 und die Anlage A dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 283/2003 treten mit 1. September 2003 in Kraft.
  14. (14) Die nachstehend genannten Bestimmungen dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 368/2005 treten wie folgt in Kraft:
    1. 1.
      Artikel I § 4 Abs. 3 und 4, Anlage A Erster Teil, Anlage C 1 Erster Teil, Anlage C 2 Erster Teil, Anlage C 3 Erster Teil und Anlage C 4 Erster Teil treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft;
    2. 2.
      Anlage A Zweiter bis Achter Teil, soweit es nicht die Umbenennung von „Leibesübungen“ in „Bewegung und Sport“ betrifft (Z 3), tritt mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft;
    3. 3.
      Artikel I § 3 Abs. 2 sowie Anlage A Zweiter bis Achter Teil, soweit es die Umbenennung von „Leibesübungen“ in „Bewegung und Sport“ betrifft, und Neunter Teil treten mit 1. September 2006 in Kraft.
  15. (15) Anlage A Siebenter Teil, Anlage C 1, Anlage C 2, Anlage C 3 sowie Anlage C 6 vierter und sechster Teil dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 314/2006 treten mit 1. September 2006 in Kraft.
  16. (16) Anlage A Siebenter Teil dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 107/2007 tritt mit 1. September 2007 in Kraft.
  17. (17) Die nachstehend genannten Bestimmungen dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 137/2008 treten wie folgt in Kraft:
    1. 1.
      Art. I § 3 Abs. 9, Art. I § 4 Abs. 1 lit. a und e, Art. I § 4 Abs. 3 sowie Art. I § 4 Abs. 4 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft;
    2. 2.
      Anlage C1, C2 und C3 treten mit 1. September 2008 in Kraft.
  18. (18) Art. I § 4 Abs. 1 lit. e, Anlage A Vierter Teil, Anlage C 1 Z 3, 5 und 7, Anlage C 2 Z 4 und 6 sowie Anlage C 3 Z 4 und 6 dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 290/2008 treten mit 1. September 2008 in Kraft.
  19. (19) Anlage A Siebenter Teil dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 402/2010 tritt mit 1. September 2011 in Kraft.
  20. (20) Anlage C 5 dieser Verordnung in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 242/2012 tritt mit 1. September 2012 in Kraft.
  21. (21) Anlage A Siebenter Teil in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 303/2012 tritt hinsichtlich der 1. Schulstufe mit 1. September 2012 und hinsichtlich der weiteren Schulstufen jeweils mit 1. September der Folgejahre schulstufenweise aufsteigend in Kraft.
  22. (22) Art. I § 3 Abs. 9 sowie die Anlagen A und C 4 in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 190/2014 treten mit 1. August 2014 in Kraft.
  23. (23) Die nachstehend genannten Bestimmungen in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 220/2014 treten wie folgt in Kraft:
    1. 1.
      Artikel I § 3 Abs. 1 Z 6, Artikel I § 3 Abs. 2, 3, 4, 5, 7, 8 und 9, Artikel I § 4 Abs. 1 lit. b und c sowie Artikel I § 4 Abs. 3 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft,
    2. 2.
      Anlage C 6 tritt mit 1. September 2014 in Kraft.
  24. (24) Die Anlagen A, C 1, C 2, C 3, C 4 und C 6 in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 174/2015 treten mit 1. September 2015 in Kraft.
  25. (25) Artikel I § 3 Abs. 1 Z 4 und die Anlage C4 in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 261/2015 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft.
  26. (26) Anlage A Vierter und Zehnter Teil, Anlage C1 5. und 10. Teil, Anlage C2 6. und 10. Teil, Anlage C3 6. und 10. Teil sowie Anlage C4 Vierter, Sechster Teil und Siebenter Teil in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 230/2018 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft.
  27. (27) Art. I § 3 Abs. 2, 3, 4, 5, 7, 8 und 9, Art. I § 4 Abs. 1, 2 und 3, Anlage A Zweiter Teil Abschnitt I Unterabschnitt 13, Vierter Teil Abschnitte a und b, Anlage C1 Zweiter Teil, Dritter Teil Abschnitte 2.11 und 3.13, Fünfter Teil Abschnitte A und B, Neunter Teil, Anlage C2 Erster Teil, Vierter Teil Abschnitte 4.6, 4.7, 4.9, 4.10, 4.11, 4.12 und 4.14, Fünfter Teil Abschnitte 5.10 und 5.11, Sechster Teil Abschnitte B und C, Neunter Teil samt Überschrift, Anlage C3 Erster Teil, Vierter Teil Abschnitte 4.6, 4.7, 4.10, 4.12 und 4.14, Fünfter Teil Abschnitte 5.12 und 5.13, Sechster Teil Abschnitte B und C, Neunter Teil, Anlage C4 Erster Teil Abschnitte 9 und 11, Anlage C5 Erster, Dritter und Fünfter Teil, Anlage C6 Vierter Teil Abschnitt 4.5 sowie Siebenter Teil Abschnitte 7.1, 7.3 und 7.5 in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 379/2020 treten mit 1. September 2020 in Kraft.

Art. 2

Text

Bekanntmachung.

Die jeweils im vierten Teil der Anlagen wiedergegebenen Lehrpläne für den Religionsunterricht wurden von den betreffenden Kirchen und Religionsgesellschaften erlassen und werden hiemit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes in der Fassung der Religionsunterrichtsgesetz-Novelle 1962, BGBl. Nr. 243, bekanntgemacht.

Anl. 1

Beachte für folgende Bestimmung

zum gestaffelten Außerkrafttreten vgl. Art. 1 Z 2, BGBl. II Nr. 375/2021

Text

Anlage A

LEHRPLAN DER VOLKSSCHULE

ERSTER TEIL
ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL

Die Volksschule hat – wie alle österreichischen Schulen – im Sinne des § 2 des Schulorganisationsgesetzes die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken. Sie hat die Jugend mit dem für das Leben und den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen.

Die jungen Menschen sollen zu gesunden, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewussten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich als Mitglied der Europäischen Union herangebildet werden. Sie sollen zu selbstständigem Urteil und sozialem Verständnis geführt, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderer aufgeschlossen, sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen und in Freiheits- und Friedensliebe an den gemeinsamen Aufgaben der Menschheit mitzuwirken.

Humanität, Solidarität, Toleranz, Frieden, Gerechtigkeit und Umweltbewusstsein sind tragende und handlungsleitende Werte in unserer Gesellschaft. Auf ihrer Grundlage soll jene Weltoffenheit entwickelt werden, die vom Verständnis für die existenziellen Probleme der Menschheit und von Mitverantwortung getragen ist. Dabei hat der Unterricht aktiv zu einer den Menschenrechten verpflichteten Demokratie beizutragen sowie Urteils- und Kritikfähigkeit, Entscheidungs- und Handlungskompetenzen zu fördern.

Gemäß § 9 des Schulorganisationsgesetzes hat die Volksschule in der Vorschulstufe die Aufgabe, die Kinder im Hinblick auf die für die 1. Schulstufe erforderliche Schulreife zu fördern, wobei die soziale Integration behinderter Kinder zu berücksichtigen ist. In den darauf folgenden vier Schulstufen der Grundschule hat die Volksschule eine für alle Schülerinnen und Schüler gemeinsame Elementarbildung unter Berücksichtigung einer sozialen Integration von Kindern mit Behinderungen zu vermitteln.

Dabei soll den Kindern eine grundlegende und ausgewogene Bildung im sozialen, emotionalen, intellektuellen und körperlichen Persönlichkeitsbereich ermöglicht werden.

Ausgehend von den individuellen Voraussetzungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler, hat die Grundschule daher folgende Aufgabe zu erfüllen:

  • Entfaltung und Förderung der Lernfreude, der Fähigkeiten, Interessen und Neigungen;
  • Stärkung und Entwicklung des Vertrauens der Schülerin bzw. des Schülers in seine eigene Leistungsfähigkeit;
  • Erweiterung bzw. Aufbau einer sozialen Handlungsfähigkeit (mündiges Verhalten, Zusammenarbeit, Einordnung, Entwicklung und Anerkennung von Regeln und Normen; Kritikfähigkeit);
  • Erweiterung sprachlicher Fähigkeiten (Kommunikationsfähigkeit, Ausdrucksfähigkeit);
  • Entwicklung und Vermittlung grundlegender Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten, Einsichten und Einstellungen, die dem Erlernen der elementaren Kulturtechniken (einschließlich eines kindgerechten Umganges mit modernen Kommunikations- und Informationstechnologien), einer sachgerechten Begegnung und Auseinandersetzung mit der Umwelt sowie einer breiten Entfaltung im musisch-technischen und im körperlich-sportlichen Bereich dienen;
  • schrittweise Entwicklung einer entsprechenden Lern- und Arbeitshaltung (Ausdauer, Sorgfalt, Genauigkeit;
    Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme);
  • ausgehend von den eher spielorientierten Lernformen der vorschulischen Zeit zu bewusstem, selbstständigem, zielerreichendem Lernen hinführen.
Der umfassende Bildungsauftrag der Grundschule setzt sich die individuelle Förderung eines jeden Kindes zum Ziel. Dabei soll einerseits der individuellen Erziehungsbedürftigkeit und Bildsamkeit der Schülerinnen und Schüler entsprochen werden, andererseits bei allen Schülerinnen und Schülern eine kontinuierliche Lernentwicklung angebahnt werden. Damit soll die Grundschule die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen in den weiterführenden Schulen schaffen.

In der nur noch selten geführten Oberstufe (5. bis 8. Schulstufe) hat die Volksschule die Aufgabe, eine grundlegende Allgemeinbildung zu vermitteln sowie die Schüler je nach Interesse, Neigung, Begabung und Fähigkeit für das Berufsleben und zum Übertritt in mittlere Schulen oder in höhere Schulen zu befähigen.

Volksschule als sozialer Lebens- und Erfahrungsraum

Die Schule ist ein vielfältiger Erfahrungs- und Handlungsraum für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern. Schulleben geht über den Unterricht weit hinaus. Neben sachlichem Lernen findet in der Schule immer auch soziales Lernen in unterschiedlichen Formen und Situationen statt. Dies wird insbesondere dann der Fall sein, wenn Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen bzw. Kinder mit Behinderungen (Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf) sowie Kinder mit speziellen Bedürfnissen gemeinsam unterrichtet werden.

Die Volksschule muss dem Kind Raum und Schutz gewähren, damit es Selbstwertgefühl entwickeln und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufbauen kann. Durch eine Situation gefühlsmäßiger Sicherheit und Entspanntheit wird einerseits schulisches Lernen begünstigt, andererseits wird aber auch soziales Verhalten positiv beeinflusst. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist das grundsätzlich wertschätzende Verhalten der Lehrerin bzw. des Lehrers jedem einzelnen Kind gegenüber. Ein Klima des Vertrauens, der Zuneigung, der Anerkennung und Offenheit begünstigt soziale Verhaltensformen der Kinder.

Die Volksschule soll den Kindern die Möglichkeit geben, ihre Bedürfnisse und Interessen unter Berücksichtigung anderer Personen wahrzunehmen und zu vertreten.

Konflikte, die sich aus dem Zusammenleben bzw. aus Interessenunterschieden ergeben, müssen frühzeitig zum Gegenstand gemeinsamer Reflexion gemacht werden; dabei wird die Schülerin bzw. der Schüler Mittel und Wege der Konfliktbewältigung kennen lernen.

Eine besondere sozialerzieherische Aufgabe erwächst der Grundschule dort, wo sie interkulturelles Lernen ermöglichen kann, weil Kinder mit deutscher und nichtdeutscher Muttersprache unterrichtet werden. Die Aspekte des interkulturellen Lernens unter besonderer Berücksichtigung des Kulturgutes der entsprechenden Volksgruppe werden im besonderen Maße in jenen Bundesländern zu verwirklichen sein, in denen Angehörige einer Volksgruppe bzw. österreichische und ausländische Kinder gemeinsam unterrichtet werden.

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem jeweils anderen Kulturgut sind insbesondere Aspekte wie Lebensgewohnheiten, Sprache, Brauchtum, Texte (zB Erzählungen, Märchen, Sagen), Tradition, Liedgut usw. aufzugreifen. Interkulturelles Lernen beschränkt sich nicht bloß darauf, andere Kulturen kennen zu lernen. Vielmehr geht es um das gemeinsame Lernen und das Begreifen, Erleben und Mitgestalten kultureller Werte. Aber es geht auch darum, Interesse und Neugier an kulturellen Unterschieden zu wecken, um nicht nur kulturelle Einheit, sondern auch Vielfalt als wertvoll erfahrbar zu machen.

Interkulturelles Lernen soll in diesem Zusammenhang einen Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis bzw. zur besseren gegenseitigen Wertschätzung, zum Erkennen von Gemeinsamkeiten und zum Abbau von Vorurteilen leisten. Ausgehend von schulischen und außerschulischen Erfahrungen mit Menschen aus anderen europäischen Staaten, insbesondere aus einem an das eigene Bundesland angrenzenden Nachbarstaat soll interkulturelles Lernen helfen, europäisches Bewusstsein bzw. Weltoffenheit anzubahnen. Querverbindungen zum didaktischen Grundsatz des sozialen Lernens und zum Unterrichtsprinzip Politische Bildung einschließlich Friedenserziehung sind sicherzustellen.

Eine günstige Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit und das Lernen der Kinder sind in hohem Maße von der Persönlichkeit der Lehrerin bzw. des Lehrers abhängig. Aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler befindet sich die Lehrerin bzw. der Lehrer in einer Vorbildrolle. Diese Rolle wird bestimmt durch Art und Fähigkeit der Lehrerin bzw. des Lehrers, der Schülerin bzw. dem Schüler offen zu begegnen. Sie bzw. er soll auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen, auftretende Schwächen mit Einfühlungsvermögen und Verständnis akzeptieren und an ihrer Behebung bewusst mitarbeiten. Darüber hinaus muss die Lehrerin bzw. der Lehrer durch ihr bzw. sein Verhalten Vorbild in Konfliktsituationen, Partner in mitmenschlichen Beziehungen sowie Helfer und Berater bei der Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten sein. Im täglichen Unterricht darf sich die Lehrerin bzw. der Lehrer nicht ausschließlich als Wissensvermittler und Belehrender, sondern auch als Lernender verstehen.

Nicht nur Lehrerverhalten, sondern auch bestimmte Rahmenbedingungen für Unterricht spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle: kooperative Arbeitsformen, Abbau zu starker Lenkung, Einschränkung von Konkurrenzsituationen usw. Dadurch erfahren die Selbsttätigkeit und die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler eine besondere Förderung.

ZWEITER TEIL
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

I. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR DIE GRUNDSCHULE

1. Art, Funktion und Gliederung des Lehrplanes nach Lehrplan-Grundstufen

Der Lehrplan der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Dieser äußert sich in der allgemeinen Festlegung des Bildungsziels, der Bildungs- und Lehraufgaben und des Lehrstoffs für die einzelnen Unterrichtsgegenstände sowie der fächerübergreifenden Lernbereiche. Der Lehrplan bildet die Grundlage für die eigenverantwortliche Planung und Durchführung des Unterrichts durch die Lehrerin bzw. durch den Lehrer.

Gemäß § 12 Abs. 2 des Schulorganisationsgesetzes ist die Grundschule in der Grundstufe I mit einem getrennten Angebot von Vorschulstufe (bei Bedarf) sowie 1. und 2. Schulstufe oder mit einem gemeinsamen Angebot von Schulstufen der Grundstufe I zu führen.

Auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen ist die Planungsgrundlage für die Arbeit in der Vorschulstufe der Lehrplan. Wegen des vielfältigen Förderauftrages und des kompensatorischen Charakters der Vorschulstufe wird im Lehrplan eine umfassende Aufgabenbeschreibung der vorschulischen Erziehung vorgenommen.

Er ist als Planungskonzept angelegt, das der Lehrerin bzw. dem Lehrer in der Auswahl der Aufgaben und Inhalte ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Kinder und die besonderen Gegebenheiten in der jeweiligen Vorschulklasse bzw. bei gemeinsamer Führung von Schulstufen der Grundstufe I ermöglicht. Es ist im Sinne dieser Lehrplankonzeption, dass ein Durchlaufen des gesamten Vorschulstufenlehrplanes für in diese Schulstufe aufgenommene Kinder nicht zwingend erforderlich ist.

In der Grundstufe I sind der Lehrplan der Vorschulstufe und der Lehrplan der darauf folgenden 1. und 2. Schulstufen so aufeinander abgestimmt, dass ein Wechsel gemäß § 17 Abs. 5 des Schulunterrichtsgesetzes während des Unterrichtsjahres ermöglicht wird, um eine Über- oder Unterforderung auszuschließen. Ein solcher Wechsel der Schulstufe kann erst nach dem Ausschöpfen dieser in den Lehrplanstufen vorgesehenen Möglichkeiten erfolgen. Bei der Unterrichtsplanung gemäß Ziffer 5 ist dies entsprechend zu berücksichtigen.

Die Neuordnung des Schuleingangsbereiches soll auch der Förderung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern dienen, indem diese von der 1. in die 2. Schulstufe wechseln können.

Mit dem allgemeinen Bildungsziel und den Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände ist der Lehrplan zielorientiert. Der Lehrstoff der einzelnen Unterrichtsgegenstände deckt den Inhaltsaspekt des Unterrichts ab. Die allgemeinen didaktischen Grundsätze und die den einzelnen Unterrichtsgegenständen zugeordneten didaktischen Grundsätze geben Leitlinien für unterrichtliches Entscheiden und Handeln.

Der Lehrstoff ist im Lehrplan in zwei Spalten dargestellt: In der linken Spalte wird die stoffliche Grobstruktur angegeben und dadurch die inhaltliche Linienführung eines Unterrichtsgegenstandes verdeutlicht. In der rechten Spalte wird die Grobstruktur modellhaft konkretisiert, sehr oft beispielhaft interpretiert.

Der Lehrplan umfasst

  • Allgemeines Bildungsziel,
  • Allgemeine Bestimmungen einschließlich der Unterrichtsprinzipien,
  • Allgemeine didaktische Grundsätze,
  • Stundentafel,
  • Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoff und didaktische Grundsätze der Unterrichtsgegenstände.
Zur leichteren Lesbarkeit des Lehrplanes wurde die unten folgende Gliederung vorgenommen, bei der zunächst die primär für die Vorschulstufe geltenden Bestimmungen aufscheinen. Wegen der notwendigen Vernetzung aller für die Grundschule geltenden Lehrplanteile sind selbstverständlich auch jene Bestimmungen, die schwerpunktmäßig für die Grundstufe II gelten, zu beachten.

Grundsätzlich werden die je einem Schuljahr entsprechenden Schulstufen im Lehrplan der Volksschule (Grundschule) zu zwei Grundstufen zusammengefasst, und zwar so, dass sich die Grundstufe I über die Vorschulstufe sowie die erste und zweite Schulstufe, die Grundstufe II über die dritte und vierte Schulstufe erstreckt. Die Grundstufe I und die Grundstufe II bilden die Grundschule.

Innerhalb einer Grundstufe sind die im Lehrplan angegebenen Jahresziele als Richtmaß anzusehen. Die Zusammenfassung von Schulstufen zu Lehrplan – Grundstufen ermöglicht die Verlängerung der Lernzeit durch einen sich über zwei bzw. mehrere Unterrichtsjahre erstreckenden Zeitraum, wenn dies aus didaktischen Gründen erforderlich ist.

Zum Schuleingangsbereich vergleiche auch Punkt 11 und zur Volksschuloberstufe Punkt II.

2. Zur Organisation der Grundstufe I – Wechsel der Schulstufen

Die Grundschule ist gemäß § 12 des Schulorganisationsgesetzes in der Grundstufe I

  • mit einem getrennten Angebot von Vorschulstufe (bei Bedarf) sowie der 1. und 2. Schulstufe oder
  • mit einem gemeinsamen Angebot von Schulstufen der Grundstufe I zu führen.

Bei gemeinsamer Führung von Schulstufen der Grundstufe I gibt es zB folgende Möglichkeiten:

  • Vorschulstufe gemeinsam mit der 1. Schulstufe,
  • Vorschulstufe gemeinsam mit der 1. und 2. Schulstufe,
  • 1. und 2. Schulstufe.

In der Grundstufe I sind erforderlichenfalls der Lehrplan der Vorschulstufe und der Lehrplan der darauf folgenden 1. und 2. Schulstufen aufeinander abgestimmt einzusetzen.

Wechsel der Schulstufen gemäß § 17 des Schulunterrichtsgesetzes

Der Zeitpunkt des Wechselns von Schulstufen wird von der individuellen Entwicklung des einzelnen Kindes bestimmt. Bevor ein Wechsel von Schulstufen vorgenommen wird, sind alle Förder- bzw. Differenzierungsmaßnahmen auszuschöpfen. Ein Wechsel der Schulstufe bezieht sich auf alle verbindlichen Übungen bzw. Pflichtgegenstände. Dieser Wechsel ist unabhängig von der Organisationsform zu gewährleisten und hat somit entsprechende Konsequenzen für die Unterrichtsplanung und -gestaltung, sowie auf die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten im Sinne des § 19 Abs. 4 des Schulunterrichtsgesetzes.

3. Verbindliche Übungen auf der Vorschulstufe

Auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen ist der Lehrstoff der Vorschulstufe im Lehrplan nach verbindlichen Übungen gegliedert. Diese Gliederung der Lehrplanangebote in verbindliche Übungen und deren weiteren Untergliederung in Teilbereiche weist die Lehrerin bzw. den Lehrer auf die Vielseitigkeit der Aufgaben hin und zielt auf die Ausgewogenheit des Bildungsangebotes.

Bei der Arbeit in der Vorschulstufe ist von einer strengen Scheidung des Lehrstoffes nach verbindlichen Übungen Abstand zu nehmen, vielmehr ist deren enge Verklammerung sicherzustellen. Die konkrete Lernsituation hat auf die schulischen und außerschulischen Erlebnisse, Erfahrungen und Interessen der Kinder Bezug zu nehmen. Lernanlässe ergeben sich aus kindnahen Sach- und Lebensbereichen.

4. Gliederung der Bildungsangebote nach Unterrichtsgegenständen – Dauer unterrichtlicher Einheiten

Auf Grund der §§ 6 und 10 des Schulorganisationsgesetzes ist der Lehrstoff der Grundschule nach Unterrichtsgegenständen gegliedert, denen in den Stundentafeln Zeitrichtwerte zugeordnet werden. Damit ist die Lehrerin bzw. der Lehrer verpflichtet, den Kindern Bildungsangebote aus allen angeführten Lernbereichen zu machen. Dem Wesen des Grundschulunterrichts entspricht es, eine strenge Scheidung des Lehrstoffs nach Unterrichtsgegenständen zu vermeiden. Dies ist schon deshalb nötig, weil der Unterricht in der Grundschule – besonders auf der Grundstufe I – womöglich von den Erfahrungen, Interessen und Bedürfnissen der Kinder ausgeht oder diese zumindest einbezieht. Somit sind die Lernanlässe oft situationsorientiert und fachübergreifend. Auf der Grundstufe II wird sich der Unterricht in größerem Ausmaß an den Eigengesetzlichkeiten bestimmter Lernbereiche orientieren.

Die Dauer unterrichtlicher Einheiten in der Grundschule orientiert sich vor allem an der Konzentrations- und Lernfähigkeit der Kinder und hängt von der jeweiligen Lehraufgabe und vom Lehrstoff ab. Sie wird sich deshalb – mit Ausnahme von raum- bzw. personengebundenem Unterricht (zB Bewegung und Sport, Werkerziehung) – im Allgemeinen nicht an der schulorganisatorischen

Zeiteinheit „Unterrichtsstunde” orientieren. Im Stundenplan ist daher nur der raum- bzw. personengebundene Unterricht auszuweisen.

Bei gemeinsamer Führung ist das Wochenstundenausmaß entsprechend der gewählten Stundentafel I oder II vom Schulforum gemäß Art. I § 4 Abs. 4 festzulegen.

Darüber hinaus ist grundsätzlich für ein entsprechendes Ausmaß an täglicher Bewegungszeit für die Kinder zu sorgen.

Die verbindliche Übung Lebende Fremdsprache ist auf der 1. und 2. Schulstufe der Grundstufe I integrativ zu führen (in kürzeren Einheiten fächerübergreifend). Auf der Grundstufe II kann die verbindliche Übung Lebende Fremdsprache im Rahmen der in der Stundentafel vorgesehenen Wochenstunden in längeren Unterrichtseinheiten bzw. integrativ geführt werden.

5. Unterrichtsplanung

Im Sinne des § 17 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes ist unterrichtliches Planen Ausdruck der eigenständigen und verantwortlichen Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrerin bzw. des Lehrers.

Der Lehrplan dient der Lehrerin bzw. dem Lehrer bei der Planung als Grundlage für

  • die Konkretisierung des allgemeinen Bildungsziels, der besonderen Bildungsaufgaben und fachübergreifenden Lernbereiche sowie der Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände;
  • die Konkretisierung und Auswahl der Lehrstoffe;
  • die zeitliche Verteilung und Gewichtung der Ziele und Lehrstoffe;
  • die Festlegung der Methoden (Unterrichtsgliederung, Sozial- und Arbeitsformen, Projekte, Differenzierungsmaßnahmen und Ähnliches) und Medien des Unterrichts.

Jede Lehrerin bzw. jeder Lehrer hat der Arbeit eine Planung zu Grunde zu legen, welche kontinuierlich zu entwickeln ist. Angebotene Jahrespläne dienen der Lehrerin bzw. dem Lehrer als Hilfe für diese Planungsentscheidungen.

Jede Lehrerin bzw. jeder Lehrer hat bei der unterrichtlichen Arbeit von einer Jahresplanung auszugehen, die eine Konkretisierung des Lehrplanes für die jeweilige Schulstufe oder Lerngruppe und Schulsituationen bezogen auf ein Unterrichtsjahr, darstellt. Die Arbeit mit dem Lehrbuch ist dieser Konzeption unterzuordnen.

Die Planung der Jahresarbeit auf der Vorschulstufe verlangt von der Lehrerin bzw. vom Lehrer besondere Überlegungen hinsichtlich flexibler Gestaltung von Lernsituationen und individueller Fördermaßnahmen. In dieser Planung sind sowohl die Inhalte der einzelnen verbindlichen Übungen aufzunehmen, die allen Kindern angeboten werden sollen, als auch die speziellen Lernangebote zur differenzierenden und individualisierenden Förderung einzelner Schüler und Schülerinnen bzw. Schülergruppen.

Im Jahresplan erfolgt ab Beginn des Schuljahres eine erste vorläufige zeitliche Anordnung der Lehrstoffe, und zwar nach Gegebenheiten des Jahreskreises, unter Berücksichtigung der regionalen und örtlichen Bedingungen, hinsichtlich der Möglichkeit von Querverbindungen zwischen verschiedenen Unterrichtsgegenständen (vorfachlicher, fachübergreifender Unterricht), nach vorgesehenen Schulveranstaltungen usw. sowie nach sachlogischen bzw. lehrgangsmäßigen Gesichtspunkten gemäß der Stoffstrukturen. Für Übung, Wiederholung, freies Lernen, Spiel und Feier usw. ist bereits bei der Jahresplanung ein entsprechender Zeitrahmen vorzusehen. Aktuelle Ereignisse und Lernanlässe sind im Sinne des Gelegenheitsunterrichts aufzugreifen. Der Grundschule ist damit mehr Möglichkeit gegeben, Lebens- und Erfahrungsraum für Kinder zu sein. Die klassenbezogene Jahresplanung soll während des Schuljahres durch mittelfristige Planungen ergänzt werden.

Diese sollen auch die aktuellen Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen und ihnen ein dem Alter und der Entwicklung entsprechendes Maß an Mitbestimmung ermöglichen können. Hier bieten sich ua. auch Formen des offenen Unterrichts an.

6. Lernen und Lehren in der Grundschule

  1. a)
    Lernorganisation auf der Vorschulstufe
    Bei der Planung und Gestaltung des Schultages ist auf eine entsprechende Rhythmisierung zu achten. Dabei ist auf den Wechsel der Lernbereiche, der individuellen und sozialen Lernphasen (Wechsel der Sozialformen) und der Arbeits- und Pausenzeiten Bedacht zu nehmen.
    Innerhalb und in der Wechselwirkung der Lernbereiche ist auf Ausgewogenheit der kognitiven, affektiven und psychomotorischen Lerndimension zu achten.
    Auf Grund der besonderen psychischen und sozialen Situation der Kinder der Vorschulstufe beginnt der Schultag insbesondere in den ersten Monaten des Unterrichtsjahres mit einer Phase freien Spielens. Bei der Dauer der Lernphasen sowie beim Übergang zu neuen Aktivitäten ist auf die Belastbarkeit der Kinder bzw. auf die Einplanung von entsprechend gestalteten Erholungsphasen Rücksicht zu nehmen. Der Großteil der zur Verfügung stehenden Zeit eines Schultages ist für die Kleingruppenaktivitäten vorzusehen; dies ermöglicht den Kindern die Betätigung in unterschiedlichen Lernbereichen sowie ein Nebeneinander von verschiedenen didaktischen Grundformen (Arbeit und Spiel). Kleingruppenaktivitäten stellen eine besonders geeignete Form der Aktivierung und Motivierung der Schülerinnen und Schüler dar und bieten der Lehrerin bzw. dem Lehrer Gelegenheit zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern.
    Für die Durchführung der Kleingruppenaktivitäten, aber auch für gemeinsames Tun der Klasse (Gruppe) kommt der Einrichtung und Gestaltung des Raumes – auch im Hinblick auf das Bewegungsbedürfnis der Kinder – besondere Bedeutung zu. Durch eine entsprechende Ausstattung wird der Klassenraum zu einer kindgemäßen Lern- und Lebensstätte. Dafür ist eine Aufgliederung in Spiel-, Bau- und Leseecke mit den entsprechenden Spiel- und Arbeitsmitteln zweckmäßig. Gezielte Förderungsmaßnahmen dürfen grundsätzlich nicht zu Leistungsdruck und Überforderung führen. Dies erfordert genaue Beobachtung und setzt bei der Lehrerin bzw. beim Lehrer großes Verständnis für kognitive, physische, emotionale und soziale Belastbarkeit der Kinder voraus. Hausaufgaben sind auf dieser Stufe nicht zu geben.
    Zum Beobachten, Erkunden und Klären von Sachverhalten kommt den unmittelbaren Begegnungen mit der Wirklichkeit auch außerhalb des Schulhauses besondere Bedeutung zu; in diesem Zusammenhang kommt den Lehrausgängen großes Gewicht zu.
  2. b)
    Lernformen
    Um den Unterricht in der Grundschule kindgemäß, lebendig und anregend zu gestalten, soll die Lehrerin bzw. der Lehrer verschiedene Lernformen ermöglichen. Ausgehend von den eher spielorientierten Lernformen der vorschulischen Zeit soll zu bewusstem, selbstständigem, zielorientiertem Lernen hingeführt werden. Dieses Lernen kann durch folgende grundschulgemäße Formen gefördert werden:
    • Lernen im Spiel,
    • offenes Lernen,
    • projektorientiertes Lernen,
    • entdeckendes Lernen,
    • informierendes Lernen,
    • wiederholendes und übendes Lernen
    ua. mehr.
  3. c)
    Lerngesetzmäßigkeiten und Lerntechniken
    Bei der Planung und Organisation von Lernprozessen sollen für das Lernen in der Schule relevante Erkenntnisse der Lernforschung Berücksichtigung finden. Lern- und Arbeitstechniken sind situationsbezogen zu vermitteln und einzuüben.
  4. d)
    Moderne Kommunikations- und Informationstechniken (Einsatz nach Maßgabe der ausstattungsmäßigen Gegebenheiten an der Schule)
    Die Möglichkeiten des Computers sollen zum selbstständigen, zielorientierten und individualisierten Lernen und zum kreativen Arbeiten genutzt werden. Der Computer kann dabei eine unmittelbare und individuelle Selbstkontrolle der Leistung ermöglichen. Beim praktischen Einsatz des Computers im Unterricht ist auf den möglichst unkomplizierten und einfachen Zugang für die Schülerinnen und Schüler zu achten. Dies wird durch den integrativen Einsatz des Computers im Klassenzimmer in der Regel besser erreicht als durch die Benutzung zentraler Computerräume. Ergonomische Gesichtspunkte sind zu beachten.

7. Integration

Zu einer körperlichen bzw. geistigen Behinderung kommen häufig gesellschaftliche Benachteiligungen, wie etwa Vorurteile, Unwissenheit, unangemessenes Mitleid, Unverständnis und Berührungsängste. Die Solidarität mit Behinderten zu fördern und ein gemeinsames Aufwachsen im Wohnort zu ermöglichen, sind Anliegen der sozialen Integration. Die Schule wird somit zum Begegnungsort behinderter und nichtbehinderter Kinder. Im Vordergrund steht die soziale Integration der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Gemeinschaft der Gleichaltrigen. Wesentlich für das Gelingen von sozialer Integration ist auch die Einbeziehung und Information aller Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler der Klasse.

In der Regel wird der Lehrplan der Grundschule den Ausgangspunkt der Lernplanung bilden. Beim gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern können sowohl der Lehrplan der Grundschule als auch der Lehrplan einer Sonderschule – auch unterschiedlicher Schulstufen – insgesamt oder für einzelne Unterrichtsgegenstände zur Anwendung kommen und somit die Grundlage für die Unterrichtsplanung bilden. Maßgeblich dafür sind die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und ihre spezifischen Bedürfnisse, um eine Über- oder Unterforderung auszuschließen.

Der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfes während des Unterrichtsjahres hat das Ausschöpfen aller zur Verfügung stehenden Fördermaßnahmen voranzugehen. Schulische Integration ist ein Entwicklungsprozess, der von den Lehrerinnen und Lehrern Offenheit für geänderte Unterrichtssituationen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit (gemeinsame Planung; Abstimmung der Ziele und methodisch-didaktischen Maßnahmen im Unterricht; gemeinsame Verantwortung für alle Kinder) verlangt. Integrativer Unterricht bietet aber auch Gelegenheit, neue Wege des schulischen Lernens zu gehen und jene Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die in Zukunft im Sinne des lebensbegleitenden Lernens an Bedeutung gewinnen werden.

Der Rahmencharakter der Lehrpläne für die Grundschule (Volksschule, Sonderschule) eröffnet die Möglichkeit auf unterschiedliche Situationen hilfreich, ermutigend und individualisierend einzugehen, um bei der Leistungsfeststellung die Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstwertgefühl, ihrem Selbstvertrauen und in ihrer Erfolgszuversicht zu stärken.

8. Unterrichtsprinzipien

Der Schule sind viele Bildungs- und Erziehungsaufgaben gestellt, die nicht einem Unterrichtsgegenstand oder wenigen Unterrichtsgegenständen zugeordnet werden können, sondern nur fächerübergreifend im Zusammenwirken vieler oder aller Unterrichtsgegenstände zu bewältigen sind. Kennzeichnend für diese Bildungs- und Erziehungsaufgaben ist, dass sie in besonderer Weise die Grundsätze der Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit und die Konzentration der Bildung berücksichtigen; kennzeichnend für sie ferner, dass sie nicht durch Lehrstoffangaben allein beschrieben werden können, sondern als Kombination stofflicher, methodischer und erzieherischer Anforderungen zu verstehen sind; und schließlich, dass sie unter Wahrung ihres interdisziplinären Charakters jeweils in bestimmten Unterrichtsgegenständen oder Teilen von Unterrichtsgegenständen einen stofflichen Schwerpunkt besitzen.

Als solche Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die auch „Unterrichtsprinzipien” genannt werden, sind aufzufassen:

  • Gesundheitserziehung
  • Leseerziehung
  • Medienerziehung
  • Musische Erziehung
  • Politische Bildung (einschließlich Friedenserziehung)
  • Interkulturelles Lernen
  • Sexualerziehung
  • Sprecherziehung
  • Erziehung zum Umweltschutz
  • Verkehrserziehung
  • Wirtschaftserziehung (einschließlich Sparerziehung und Konsumentenerziehung)
  • Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern

Die Umsetzung der Unterrichtsprinzipien im Schulalltag erfordert eine wirksame Koordination der Unterrichtsgegenstände unter Ausnützung ihrer Querverbindungen, den Einsatz geeigneter zusätzlicher Unterrichtsmittel und allenfalls die gelegentliche Heranziehung außerschulischer Fachleute. Für diese Umsetzung bieten sich vor allem projektorientierter Unterricht und Formen offenen Unterrichts an. Die Unterrichtsprinzipien sollten jedoch nicht eine Vermehrung des Lehrstoffs bewirken, sondern zu einer intensiven Durchdringung und gezielten Auswahl des im Lehrplan beschriebenen Lehrstoffs beitragen. Unterrichtsprinzipien bleiben auch gleichbedeutend, wenn in bestimmten Schulstufen zur selben Thematik eigene Unterrichtsgegenstände geführt werden.

9. Entscheidungsfreiräume im Lehrplan – Methodenfreiheit und Methodengerechtheit

Der Rahmencharakter des Lehrplanes ermöglicht der Lehrerin bzw. dem Lehrer Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der Auswahl und Gewichtung, der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrstoffe sowie hinsichtlich der Festlegung der Unterrichtsmethoden und -mittel nach verschiedenen didaktischen Gesichtspunkten. Durch die Anwendung von Lehrplanteilen verschiedener Schulstufen bzw. von Lehrplänen verschiedener Schularten (Volksschule, Sonderschule) gemäß § 17 Abs. 4 des Schulunterrichtsgesetzes erwächst der Lehrerin bzw. dem Lehrer eine verantwortungsvolle Aufgabe zur Sicherung der Kontinuität der individuellen Lernentwicklung.

Aus der Entscheidungsfreiheit der Lehrerin bzw. des Lehrers hinsichtlich der Unterrichtsarbeit erwächst die pädagogische und didaktische Verantwortung. Wahl und Anwendung von Unterrichtsmethoden sind zudem eine schöpferische Leistung.

Für die Auswahl und Gewichtung der Lehrstoffe innerhalb der einzelnen Pflichtgegenstände, verbindlichen und unverbindlichen Übungen ist Ausgewogenheit anzustreben; soziale, emotionale, intellektuelle und körperliche Bildung stehen in engem Zusammenhang und sind daher entsprechend zu berücksichtigen. Außerdem sollen bei der Auswahl und Gewichtung der Lehrstoffe und Unterrichtsmittel beachtet werden:

  • die Berücksichtigung des Lernstandes der Klasse im Allgemeinen sowie einzelner Schülerinnen und Schüler im Besonderen;
  • die Berücksichtigung des sozialen und kulturellen Umfeldes des Kindes und der Schule sowie aktueller Anlässe;
  • das Vermeiden von Überlastungen bzw. Überforderungen der Schülerin bzw. des Schülers durch zu umfangreiche, verfrühte oder zu komprimierte Anforderungen, die sowohl der notwendigen Vertiefung und Verinnerlichung von Lern- und Bildungsinhalten als auch einer ausgewogenen Persönlichkeitsentwicklung hinderlich sind;
  • die Berücksichtigung exemplarischer Lehrstoffe, das heißt solcher Inhalte, die in besonderer Weise geeignet erscheinen, grundlegende und bedeutsame Einsichten und Erkenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, Erfahrungen und Erlebnisse auf andere Sachverhalte zu übertragen;
  • das Nutzen moderner Kommunikations- und Informationstechniken (nach Maßgabe der ausstattungsmäßigen Gegebenheiten an der Schule).

10. Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten, schulischen und außerschulischen Einrichtungen

Im Hinblick auf die vielfältigen Aufgaben der Grundschule ist der enge Kontakt zwischen Lehrerin bzw. Lehrer und Eltern besonders wichtig. Lehrerinnen bzw. Lehrer und Eltern sollten insbesondere über Maßnahmen beraten, die erforderlich sind, um eine bestmögliche Förderung der Kinder sicherzustellen. Diese Zusammenarbeit wird in besonderem Maße gefördert, wenn die Eltern auch an der Gestaltung schulischer Aktivitäten mitwirken.

Aber auch die enge Wechselwirkung von schulischem und außerschulischem Lernen macht eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten erforderlich. Je konsequenter die gegenseitige Information wahrgenommen wird, desto leichter wird es gelingen, Unterschiede in den Erziehungsformen der Schule und jenen des Elternhauses zu erkennen und pädagogische Maßnahmen zu überlegen.

Der Lehrerin bzw. dem Lehrer fällt auch die Aufgabe zu, die Erziehungsberechtigten nicht nur über Inhalte und Gestaltung des Unterrichts, sondern auch über den individuellen Leistungsstand ihres Kindes zu informieren.

Hiebei hat die Lehrerin bzw. der Lehrer besonders in der Vorschulstufe die Eltern über Maßnahmen zu beraten, die die Gesamtentwicklung des Kindes fördern.

Bei der gemeinsamen Führung von Schulstufen der Grundstufe I sind erforderlichenfalls der Lehrplan der Vorschulstufe und der Lehrplan der darauf folgenden höheren Schulstufen der Grundschule flexibel bzw. individuell auszuschöpfen. Das erfordert einen intensiven Kontakt zu Eltern und Erziehungsberechtigten, im Besonderen, wenn ein Kind für das Durchlaufen der Grundstufe I drei Jahre benötigt. Durch die Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen und Lehrern und Eltern bzw. Erziehungsberechtigten können unterschiedliche Erwartungen und Anforderungen an das Kind durchschaubar und daraus resultierende Belastungen reduziert werden. Für die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Lehrerin bzw. des Lehrers kann es eine große Hilfe sein, wenn die Erziehungsberechtigten Aufschlüsse über das Kind geben.

Für die individuelle Förderung der Kinder in der Vorschulstufe sowie in den weiteren Schulstufen der Grundschule ist auch die Kooperation der Lehrerin bzw. des Lehrers mit anderen Einrichtungen erforderlich. Besonders wichtig ist die Kontaktnahme mit dem Kindergarten und der 1. Schulstufe der Grundschule. Darüber hinaus ist auch die Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer mit anderen Einrichtungen vorteilhaft (vgl. hiezu auch die Ziffern 11 und 12).

Wertvolle Hilfestellung kann durch den schulpsychologischen Dienst, die Schulärztin bzw. den Schularzt und allenfalls weiteren in der Klasse beschäftigten Lehrerinnen und Lehrern sowie gegebenenfalls durch Sonderpädagogische Zentren usw. erfolgen.

11. Schuleintritt

Einer pädagogischen Gestaltung der Schuleingangsphase kommt besondere Bedeutung zu. In Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und vorschulischen Institutionen soll der Schuleintritt möglichst harmonisch erfolgen.

In den ersten Schultagen und Schulwochen erwirbt das Kind wichtige Orientierungen für künftiges Leben und Lernen. Das Kind soll Zeit und Gelegenheit haben, seine Mitschülerinnen und Mitschüler kennen zu lernen und zu ihnen wie zur Lehrerin bzw. zum Lehrer positive Kontakte herzustellen. Es soll mit dem Schulhaus und der Zeiteinteilung in der Schule vertraut werden.

Diese ersten schulischen Erfahrungen entscheiden mit darüber, ob sich die Lernfähigkeit und Lernbereitschaft eines Kindes entsprechend entwickeln können. Es ist daher darauf zu achten, dass zunächst die dem Kind bekannten und vertrauten Formen des täglichen Lebens, der Sprache, des Spielens und des häufig eher zufälligen Lernens von der Schule aufgenommen werden. Allmählich und behutsam sind diese Formen zu eher zielorientierten Lernformen zu erweitern. Die bereits angeführten Möglichkeiten des Ausschöpfens des Rahmencharakters des Lehrplanes der Vorschulstufe einerseits und der darauf folgenden Schulstufen andererseits dienen insbesondere der Vermeidung von Über- bzw. Unterforderungen beim Wechsel von Schulstufen gemäß § 17 Abs. 5 des Schulunterrichtsgesetzes. Anzustreben ist eine sachbezogene Arbeitshaltung, die unter anderem durch Genauigkeit, Sorgfalt und Ausdauer gekennzeichnet ist, die aber auch Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme mit einschließt.

Besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass es nicht durch ein zu rasches Ansteigen der Lernanforderungen im Schuleingangsbereich bei einzelnen Schülerinnen bzw. einzelnen Schülern zu Überforderungen kommt.

Erfahrungsaustausch zwischen Lehrerinnen, Lehrern und Eltern kann widersprüchliche Lern- und Erziehungsmuster durchschaubar machen und daraus resultierende Belastungen für Kinder abbauen.

Derartige Ziele werden nur dann erreichbar sein, wenn im Sinne der Schulpartnerschaft (siehe die §§ 62, 63a sowie § 19 Abs. 8 des Schulunterrichtsgesetzes) die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus sowie ein entsprechendes Vertrauensverhältnis gegeben sind.

12. Schulübertritt

Der pädagogischen Gestaltung des Schulübertritts kommt besondere Bedeutung zu. In Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und den weiterführenden Schulen soll der Schulübertritt möglichst harmonisch erfolgen.

Als besonders empfehlenswert haben sich Projekte zum gegenseitigen Kennenlernen erwiesen (zB Schnuppertage, Schulfeste, Tage der offenen Tür, Besuche in der abgebenden bzw. aufnehmenden Schule).

Möglichst häufige Kommunikation zwischen den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Erziehungsberechtigten kann unterschiedliche bzw. widersprüchliche Lern- und Erziehungsmuster durchschaubar machen und daraus resultierende Belastungen der Kinder abbauen.

Im Sinne der Aktivierung und Motivierung, aber auch des Sozialen Lernens der Schülerinnen und Schüler kann die Kenntnis über die Arbeitsweisen in den weiterführenden Schulen wesentlich zum Gelingen des Schulübertritts beitragen. Die Schülerinnen und Schüler sollen auf die neue Lernwelt vorbereitet werden.

13. Lehrplan-Zusatz „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache”

Der Lehrplan-Zusatz „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache” ist in Verbindung mit dem Lehrplan „Deutsch, Lesen, Schreiben” bzw. „Deutsch, Lesen” Grundlage für das Lehren und Lernen von Deutsch als Zweitsprache.

Eine detaillierte Berücksichtigung der zum Teil sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der Schülerinnen bzw. der Schüler in der Zweitsprache Deutsch kann nicht im Lehrplan, sondern nur auf der Ebene der klassenbezogenen Jahresplanung unter Berücksichtigung des jeweiligen lernorganisatorischen Modells, das an der Schule verwirklicht wird, erfolgen.

Der Lehrplan-Zusatz „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache” ist nicht nach Schulstufen gegliedert. Er versteht sich als ein mehrjähriges Lernkonzept, das von Schülerinnen bzw. Schülern mit mangelhaften Sprachkenntnissen in Deutsch jeweils vom Beginn an durchlaufen wird (unabhängig von der Schulstufe, in die die Schülerin bzw. der Schüler eingestuft wird), das bei bestehenden Vorkenntnissen aber auch in Teilzeitbereichen übersprungen werden kann.

Der Lehrplan-Zusatz „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache” ist im Wesentlichen als Differenzierungs- und Individualisierungshilfe für einen Unterricht zu verstehen, der sich immer auch an den Lernzielen und Vermittlungsformen des allgemeinen Lehrplanes für Deutsch orientiert. Dies ist schon allein deshalb erforderlich, weil Schülerinnen bzw. Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache in vielen Fällen in einem mehr oder weniger großen Ausmaß am Unterricht in „Deutsch, Lesen, Schreiben” bzw. „Deutsch, Lesen” teilnehmen bzw. in diesen immer wieder einbezogen werden. Die unterrichtspraktische Verklammerung zwischen einzelnen Teilbereichen des Lehrplanes für Deutsch mit jenen des Lehrplan-Zusatzes wird mit zunehmender Lernzeit wachsen und zu fließenden Übergängen führen. Hinsichtlich der Volksschuloberstufe siehe Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, BGBl. II Nr. 134/2000, in der jeweils geltenden Fassung.

14. Schulautonome Lehrplanbestimmungen

Schulautonome Lehrplanbestimmungen (§ 6 Abs. 1 des Schulorganisationsgesetzes) sind in der 1. bis 4. Schulstufe der Grundschule im Bereich der Pflichtgegenstände (ausgenommen ist der Pflichtgegenstand „Religion“), der verbindlichen Übung „Lebende Fremdsprache“ und der unverbindlichen Übungen vorgesehen. Die Gesamtwochenstundenzahl für die einzelnen Schulstufen ist in einem Rahmen vorgegeben. Innerhalb dieses Rahmens können in den einzelnen Pflichtgegenständen sowie in der verbindlichen Übung „Lebende Fremdsprache“ die Wochenstunden pro Schulstufe um höchstens eine Wochenstunde, insgesamt um höchstens zwei Wochenstunden, erhöht bzw. verringert werden. Die gänzliche Streichung eines Unterrichtsgegenstandes auf einer Schulstufe ist nicht zulässig.

Schulautonome Lehrplanbestimmungen haben sich an der jeweiligen Bedarfs- und Problemsituation in einer Klasse oder Schule an einem bestimmten Schulort sowie aus den daraus resultierenden Wunsch- bzw. Zielvorstellungen zu orientieren und haben den zur Verfügung stehenden Rahmen an Lehrerwochenstunden und Möglichkeiten der räumlichen und ausstattungsmäßigen Gegebenheiten der Schule zu beachten.

Sofern durch die schulautonomen Lehrplanbestimmungen ein höheres Stundenausmaß vorgesehen wird, als für den Fall des Nichtbestehens schulautonomer Lehrplanbestimmungen in diesem Lehrplan vorgeschrieben wird, können durch die zusätzlichen Lehrplanbestimmungen zusätzlich Bildungs- und Lehraufgaben, didaktische Grundsätze und Lehrstoffumschreibungen vorgenommen werden. In diesem Zusammenhang sind folgende Gesichtspunkte von grundsätzlicher Bedeutung:

  1. 1.
    Im Rahmen des Konzeptes der Allgemeinbildung ist ein breit gefächertes Bildungsangebot sicherzustellen, das die Vielfalt von Begabungen und Interessen berücksichtigt und zu frühe Spezialisierungen vermeidet.
  2. 2.
    Allgemeinbildung schließt eine zu frühe, einengende Ausrichtung an möglichen Schul- und Berufslaufbahnen durch spezielle Vorbereitungs- und Qualifikationsangebote aus. Dies steht nicht im Widerspruch zum Bedarf nach erweiterten und intensivierten Angeboten zur Berufsorientierung und Schullaufbahnberatung.
  3. 3.
    Auf die Bildungsaufgabe der Volksschule und die Übertrittsmöglichkeiten ist Bedacht zu nehmen.
  4. 4.
    Bei der Erweiterung des Lernangebotes im Rahmen bestehender Unterrichtsgegenstände hat es sich um eine vertiefende, besondere Interessen und Begabungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigende Erweiterung zu handeln, die nicht Bildungsinhalte anderer Schularten in wesentlichen Bereichen vorwegnehmen darf.

15. Betreuungsplan für ganztägige Schulformen

Der Betreuungsteil an ganztägigen Schulformen umfasst die Bereiche gegenstandsbezogene Lernzeit, individuelle Lernzeit sowie Freizeit (einschließlich Verpflegung). Der Betreuungsteil kann sowohl in zeitlicher Trennung vom Unterricht als auch mit diesem verschränkt organisiert werden.

Aufgaben des Betreuungsteils:

Allgemein:

  • Individuelle Interessens- und Begabungsförderung
  • Soziales Lernen, Bestärken des Zusammenlebens und Persönlichkeitsbildung
  • sprachliche Förderung
  • Leseförderung
  • Förderung des Gesundheitsbewusstseins

Freizeit:

  • Erholung
  • individueller Freiraum
  • Motivation zu körperlicher Bewegung – ergänzende Bewegungseinheiten
  • Förderung der Kreativität
  • Anregung zu sinnvoller Freizeitgestaltung

Lernzeiten:

  • Förderung der Lernmotivation
  • Festigung des Unterrichtsertrages
  • Unterstützung des schulischen Erfolgs
  • Anleitung zu eigenständiger Lernorganisation

Zur Verwirklichung dieser Aufgaben sind folgende Grundsätze zu beachten:

Pädagogisches Konzept und Planung:

Das Zusammenwirken von Unterricht, Lern- und Freizeit sowie die konkreten Angebote sind durch mittel- und langfristige Planung inhaltlich und organisatorisch-konzeptionell abzustimmen und in einem standortspezifischen pädagogischen Konzept festzuhalten. In der Planung ist auf die Heterogenität (zB Entwicklungsstand, Alter, Schulstufen) der Gruppen sowie auf die unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler durch ein gefächertes Bildungsangebot und Differenzierung einzugehen. Dabei sind die vor- und außerschulischen Erfahrungen und Potentiale (Mehrsprachigkeit, Interkulturalität usw.) der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen.

Kommunikation und Austausch:

Bezüglich der zu erreichenden Lernziele und Lernfortschritte der einzelnen Schülerinnen und Schüler sowie hinsichtlich der Quantität und Qualität der Aufgabenstellungen aus dem Unterricht (zB Hausübungen) hat in regelmäßigen Abständen ein Austausch zwischen den Pädagoginnen und Pädagogen des Unterrichtsteils und jenen des Betreuungsteils zu erfolgen, um eine optimale Förderung in beiden Phasen zu ermöglichen.

Eine sinnvolle und zweckmäßige Kommunikation zwischen Pädagoginnen und Pädagogen des Unterrichtsteils und des Betreuungsteils mit den Erziehungsberechtigten, insbesondere hinsichtlich der Lernfortschritte und der zu erledigenden Aufgaben, ist sicherzustellen.

Der Ablauf von Lern-, Ruhe-, Bewegungs-, Spiel-, Förder- und Essenszeiten ist unter Berücksichtigung der Leistungskurve altersgemäß differenziert zu gestalten. Rückzugsmöglichkeiten und Freiräume sollen in ausreichendem Ausmaß vorgesehen werden. Als notwendige Erholungsphase vor der Lernzeit soll nach Möglichkeit Freizeit eingeplant werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten in der Lernzeit individuelle Unterstützung bei der Bearbeitung von Aufgabenstellungen aus dem Unterricht (zB Hausübungen) und der Festigung der Lerninhalte des Unterrichtsteils. Bestandteile des Freizeitteils sind die individuelle Förderung und Entdeckung kreativer, musischer sowie sportlicher Begabungen und Interessen. Damit die schulische Tagesbetreuung ein qualitativ hochwertiges Angebot sein kann, ist die Anwesenheit bis zumindest 16:00 Uhr erforderlich.

Es sind Möglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen, soziale Kontakte über die Zugehörigkeit zu Gesellschaftsschichten, Religionen, Kulturen uä. hinweg zu knüpfen und zu pflegen sowie in der Gruppe zu lernen und sich gemeinsam weiter zu entwickeln.

Umfassende, fächerübergreifende sprachliche Bildung sowie eine nachhaltige Sprach- und Lesekultur sind zentrale Aufgaben in allen Bereichen der ganztägigen Schulform und somit fixer Bestandteil des Angebotes sowohl in der Lernzeit als auch in der Freizeit. Der Leseförderung ist als Teil der sprachlichen Bildung Platz einzuräumen.

Projekte sollen das Angebot an ganztägigen Schulen ergänzen. Diese können in weniger intensiven Phasen des Unterrichtsjahres über einen längeren Zeitraum und auch übergreifend zwischen Freizeit und Lernzeiten auf Basis der mittel- und langfristigen Planung stattfinden.

Wo die Möglichkeit besteht, sollen Aktivitäten im Freien vorgesehen werden und soll die Betreuung auch an dislozierten Betreuungsorten (Ausflüge und Exkursionen) Teil des Angebotes sein.

Lernzeiten:

Die Lernzeiten müssen strukturiert sein und dienen der Festigung und der Förderung der Unterrichtsarbeit aus dem Unterrichtsteil (zB durch Hausübungen) sowie der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler, nicht jedoch der Erarbeitung neuer Lerninhalte. Der Lernbetreuung kommt die Aufgabe der Unterstützung und nicht die Kompensation des Unterrichts zu. Dabei muss auf angepasste Angebote geachtet werden und angeregt werden, Schritte in Richtung Weiterentwicklung zu tun. Es soll ermutigt werden, Energie und Zeit in das eigene Lernen (Schülerinnen- und Schülerinvolvement) zu investieren. Pädagoginnen und Pädagogen haben dabei nach Bedarf Unterstützung zu leisten.

Durch eine offene und anregende Gestaltung ist eine positive Lernatmosphäre sicherzustellen, die die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler unterstützt. Der Vermittlung von Lerntechniken ist Raum zu geben.

Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, eigenverantwortlich individuelle Lernarbeit zu bewältigen. Das individuelle Lernziel (Lenkung), die selbstständige Lernkontrolle (Steuerung), die eigenverantwortliche Energieeinteilung (Lernökonomie) sowie die individuelle Nutzung von Begabungen werden gefördert. Dabei ist darauf zu achten, dass fehlende Unterstützung der Entwicklung und des Lernfortschrittes durch die Erziehungsberechtigten durch das ganztägige schulische Angebot nach Möglichkeit ausgeglichen werden soll.

Im Sinne der individuellen Betreuung sind innere Differenzierung und häufiges Arbeiten in kleinen Gruppen oder in Einzelarbeitsphasen vorzunehmen, vor allem wenn Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassen gemeinsam betreut werden.

Aufgabenstellungen aus dem Unterricht:

Aufgabenstellungen aus dem Unterricht (zB Hausübungen) dienen dazu, das im Unterricht Erarbeitete durch Üben und die selbstständige Auseinandersetzung zu festigen, einzuprägen und anzuwenden, Lernvorgänge selbst zu organisieren sowie Arbeitsmittel und Arbeitstechniken selbst zu wählen und einzusetzen. Es liegt im Ermessen und im Erfahrungsbereich der Lehrkraft des Unterrichtsteils, Hausübungen qualitativ und quantitativ sinnvoll und gezielt einzusetzen. Es ist darauf zu achten, dass diese Aufgaben in Absprache zwischen den Pädagoginnen und Pädagogen des Unterrichtsteils und des Betreuungsteils (Lernzeit) grundsätzlich so zu stellen sind, dass sie im zeitlichen Ausmaß der im Betreuungsteil für die individuelle Lernzeit anberaumten Wochenstunden erledigt werden können.

Gegenstandsbezogene Lernzeit:

Die gegenstandsbezogene Lernzeit umfasst drei Wochenstunden (sofern schulautonom keine andere Festlegung erfolgt), wobei nicht mehrere Stunden an einem Tag vorgesehen werden sollen. In der gegenstandsbezogenen Lernzeit ist der Ertrag der Unterrichtsarbeit zu sichern und durch entsprechende Übungen zu festigen. Dabei soll nicht die Menge, sondern die Wesentlichkeit der Bildungsinhalte im Vordergrund stehen. Neue Lernstoffe dürfen nicht erarbeitet werden. Im Sinne der Individualisierung ist offenen Arbeitsformen mit gezielt zusammengestellten Aufgabenpaketen der Vorzug zu geben. Die Unterstützung durch die Pädagogin und den Pädagogen darf nur so weit gehen, dass die Erledigung der gestellten Aufgabe die selbstständige Leistung der Schülerin und des Schülers bleibt. Vorbereitete Lernimpulse sind zur Vertiefung und zur Förderung der Talente zu setzen.

Individuelle Lernzeit:

Die individuelle Lernzeit umfasst vier Wochenstunden (sofern schulautonom keine andere Festlegung erfolgt). Im Mittelpunkt der individuellen Lernzeit steht die eigenständige Vertiefung. Zweckmäßige und zeitökonomische Verfahrensweisen des selbstständigen Lernens (Erledigung der Aufgabenstellungen aus dem Unterricht wie zB Hausübungen, Aneignung des Lernstoffes, Vermittlung von Lerntechniken, Vorbereitung auf Leistungsfeststellungen usw.) stehen im Vordergrund. Jede Schülerin und jeder Schüler ist in der individuellen Lernzeit von den betreuenden Pädagoginnen und Pädagogen durch individuelle Lernunterstützung bestmöglich zu begleiten. Die Organisation und Struktur der Lernzeit soll eigenständiges Lernen begünstigen und den Schülerinnen und Schülern nach Bedarf Hilfestellungen zukommen lassen.

Schulautonome Gestaltung der gegenstandsbezogenen und der individuellen Lernzeiten:

Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen kann das Ausmaß der gegenstandsbezogenen Lernzeit und der individuellen Lernzeit unter Bedachtnahme auf pädagogische, räumliche und ausstattungsmäßige Gegebenheiten entsprechend der nachfolgenden Tabelle festgesetzt werden:

Lernzeiten

Wochenstunde(n)

Gegenstandsbezogene Lernzeit

1

2

3

4

Individuelle Lernzeit

8

6

4

2

Wenn es in Ermangelung des erforderlichen Personals nicht möglich ist, individuelle Lernzeit im Ausmaß von zumindest zwei Wochenstunden vorzusehen, dann ist statt der individuellen Lernzeit die gegenstandsbezogene Lernzeit mit fünf Wochenstunden festzulegen.

Sowohl in der gegenstandsbezogenen als auch in der individuellen Lernzeit sollen die Möglichkeiten von Informations- und Kommunikationstechnologien genutzt werden.

Ebenso können therapeutische und funktionelle Übungen – auch unter Einbeziehung von geeigneten Computerprogrammen – vorgesehen werden, die wichtige psychische und physische Grundfunktionen stärken und damit die Voraussetzungen zur Erreichung der Lehrplanziele verbessern.

Bei Schülerinnen und Schülern mit erhöhtem Förderbedarf ist dem richtigen Einüben von Alltagshandlungen im Sinne eines lebenspraktischen Trainings besonderes Augenmerk zu schenken.

Bei der Gestaltung des Betreuungsteiles soll gegebenenfalls eine Koordinierung mit außerschulischen Therapiemaßnahmen für einzelne Schülerinnen und Schüler oder Gruppen von Schülerinnen und Schülern vorgenommen werden.

Freizeit:

Im Freizeitteil ist verstärkt auf individuelle Interessen und Begabungen der Schülerinnen und Schüler einzugehen und Erholungsphasen sind einzubauen. Freiräume zur selbstbestimmten Planung durch Schülerinnen und Schüler sind einzuplanen. Es sollen auch Anreize geboten werden, sich mit neuen Bereichen auseinanderzusetzen. Auch dem Bedürfnis nach Sich-Zurückziehen und Erholung sowie Bewegung im Freien ist ausreichend Raum zu geben. Projekte können unter Wahrung der Zeiteinheiten übergreifend in Lern- und Freizeit organisiert werden.

Die Schülerinnen und Schüler sollen zu einem sinnvollen Freizeitverhalten geführt werden, indem sie Einstellungen, Kompetenzen und Fähigkeiten erwerben, die über die Schulzeit hinaus positive Wirkung haben.

Das Angebot unterschiedlicher Aktivitäten ist unter Einbeziehung und Mitgestaltung der Schülerinnen und Schüler zu erstellen. Es sollten, sofern es die Rahmenbedingungen zulassen, Wahlmöglichkeiten geboten werden, um bedürfnisorientierte Entscheidungen zu ermöglichen.

Teil der Freizeit ist das Mittagessen mit einem altersgerechten Speisenangebot und einem abwechslungsreichen Speiseplan. Durch richtige Ernährung wird ein wichtiger Beitrag zur körperlichen Gesundheit geleistet. Aspekte der Ernährungspädagogik sind dabei zu berücksichtigen.

An ganztägigen Schulformen hat die Angebotspalette insbesondere folgende Bereiche zu berücksichtigen:

  • Physische Fitness durch ausreichende Bewegung, um Bewegungsmangel auszugleichen und die motorische Entwicklung zu unterstützen; insbesondere an jenen Tagen, an denen im Stundenplan kein Unterricht in „Bewegung und Sport“ vorgesehen ist, sind die Angebote im Bereich der Freizeit nach Möglichkeit so zu setzen, dass eine Bewegungseinheit angeboten wird. Dafür sind geeignete und zur Verfügung stehende Außen- und Innenbereiche einzubeziehen.
  • Schulische Kulturarbeit zur Entfaltung von Kreativität und sozialen Kompetenzen: Theater, Instrumentalmusik, Chor, Tanz, Spielpädagogik, Medienpädagogik, Erlebnispädagogik, kreatives Gestalten, Werken, Malen, Zeichnen usw.
  • Soziales Lernen: Entwicklung von Kontaktfähigkeit, Toleranz, Konfliktmanagement, Interreligiosität usw. als Beiträge zu Inklusion, Friedenserziehung, Gewaltprävention, politischer Bildung uä. Peer-Mediation kann in das Angebot integriert werden.
  • Lesen: Die Kulturtechnik „Lesen“ ist durch eine positive Lesekultur und Leseatmosphäre, ein altersadäquates Literaturangebot und Bibliotheksnutzung zu fördern.
  • Persönlichkeitsbildung: Stärkung von Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Stärkung des Selbstkonzepts, eigene Stärken und Schwächen erkennen, Umgang mit Gefühlen usw.
  • Geschlechterbewusste Pädagogik: Unterschiedliche Rollen und Verhaltensweisen von Männern und Frauen in unserer Gesellschaft einbeziehen und reflektieren; Stereotypen begegnen und mit entsprechenden Angeboten entgegenwirken.
  • Freizeitverhalten: Ohne Leistungs- und Konkurrenzdruck zu einem sinnvollen Freizeitverhalten führen (zB spielerische und sportliche Aktivitäten, Umgang mit den Medien und Social Media, Lesen).
  • Erholung: Für die Schülerinnen und Schüler sind Freiräume (in den Außen- und Innenbereichen) und Erholungsphasen zur selbstständigen Ausgestaltung vorzusehen.

II. Allgemeine Bestimmungen für die Volksschuloberstufe

Die verhältnismäßig gleichartige Zusammensetzung der Schülerjahrgänge der 1. bis 4. Schulstufe ist auf der Oberstufe der Volksschule nicht mehr gegeben. Der Übertritt von Schülerinnen bzw. Schülern in Hauptschulen und in allgemein bildende höhere Schulen bedingt sehr veränderte Leistungssituationen, besonders im Zusammenhang mit den verschiedenen Organisationsformen der wenig gegliederten Schulen. Da die örtlichen Gegebenheiten der einzelnen Oberstufen der Volksschule sehr verschieden sind, wird die Festlegung der Bildungs- und Lehraufgaben sowie des Lehrstoffes der einzelnen Pflichtgegenstände den Landesschulräten übertragen, wobei sich diese am Lehrplan der Hauptschule, Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, BGBl. II Nr. 134/2000, in der jeweils geltenden Fassung, zu orientieren haben. In den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache hat diese Orientierung an den Anforderungen für die II. Leistungsgruppe zu erfolgen. In Klassen, die mehrere Schulstufen in sich vereinigen, ist der Lehrstoff so weit wie möglich in gleichwertigen Jahreswechselfolgen durchzunehmen. Auf diese Weise soll ein Zersplittern des Unterrichts vermieden werden. Das Lehrgut ist dabei so aufzuteilen, dass die jeweils neu hinzutretenden Schülerinnen bzw. Schüler den Anschluss an den jeweiligen Abschnitt der Wechselfolge ohne Schwierigkeiten finden können.

Im Hinblick auf eine abgerundete Bildung können zur Behandlung einzelner Bildungseinheiten alle Entlassungsschüler zeitweise zusammengefasst werden.

In ähnlicher Weise ist auf der 8. Schulstufe für die Förderung begabter Schülerinnen bzw. Schüler, besonders im Hinblick auf den Übertritt in weiterführende Schulen, zu sorgen.

Im Übrigen finden die Bestimmungen der Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, BGBl. II Nr. 134/2000, in der jeweils geltenden Fassung, unter Bedachtnahme auf die organisatorischen Gegebenheiten sinngemäß Anwendung.

DRITTER TEIL
ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE

I. Allgemeine didaktische Grundsätze für die Grundschule

Bei der Arbeit der Lehrerin bzw. des Lehrers in der Grundschule insbesondere in der Vorschulstufe sind

  • das Aufgreifen von Lerngelegenheiten,
  • das Arrangieren von Lernsituationen und
  • das Organisieren von Lernprozessen
von besonderer Bedeutung.

Mit den folgenden didaktischen Grundsätzen sollen wesentliche und kennzeichnende Merkmale eines kind- und grundschulgemäßen Unterrichts charakterisiert werden:

1. Kindgemäßheit und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen

Die Grundschullehrerin bzw. der Grundschullehrer hat den Unterricht grundsätzlich am Kind zu orientieren, an seinen Lernmöglichkeiten und -grenzen im Spannungsfeld von dem, was es braucht, und dem, was es will. Dies bedeutet auch, dass den Kindern ein ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechendes Maß an Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts wie bei der Gestaltung des Schullebens insgesamt eingeräumt wird.

Individualisierung verlangt von der Lehrerin bzw. vom Lehrer, dass sie bzw. er trotz der vereinheitlichenden Tendenz jedes Klassenunterrichts die Verschiedenartigkeit der kindlichen Persönlichkeiten und ihrer Bedingtheiten ernst nimmt und ihnen zu entsprechen versucht. Dabei wird sie bzw. er die unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Individuallagen der Schülerinnen bzw. der Schüler im Allgemeinen sowie den sachstrukturellen Entwicklungsstand auf einem umschriebenen Sachgebiet auf Grund bisheriger Lernerfahrungen im Besonderen, also die verschiedenen Bildungsvoraussetzungen der Kinder, berücksichtigen.

Die Unterschiedlichkeiten der Kinder betreffen im Einzelnen ihr Lerntempo, ihre Lernbereitschaft und Lernfähigkeit, ihre Interessen, ihre Vorerfahrungen, ihre Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit, ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kulturkreis, ihre Kommunikationsfähigkeit, ihre Selbstständigkeit und anderes. Diesen Unterschiedlichkeiten der Kinder soll die Lehrerin bzw. der Lehrer durch differenzierende und individualisierende Maßnahmen entsprechen. In diesem Sinne sind auch die wahrgenommenen Lernfortschritte des Kindes zu berücksichtigen. Ein besonderes Augenmerk gilt auch jenen Kindern, die nach dem Lehrplan der Vorschulstufe unterrichtet werden.

Bei der Unterrichtsgestaltung ist darauf zu achten, dass dem besonderen Bewegungsbedürfnis des Kindes Rechnung getragen wird. Es gibt zahlreiche Lernsituationen, die keinerlei Sitzzwang erfordern. Schulkurzturnen wie gymnastische Übungen, Bewegungsspiele und andere motorische Aktivitäten sind in den Unterricht einzubauen. Besondere Bedeutung kommt auch der Pausengestaltung zu. Bei der Bemessung der Hausübungen muss darauf Bedacht genommen werden, dass auch langsamen und lernschwachen Kindern genügend Zeit für Bewegung und Spiel bleibt. An ganztägigen Schulen sollen die Aufgabenstellungen aus dem Unterricht (zB Hausübungen) hinsichtlich Quantität und Qualität in Abstimmung mit den Pädagoginnen und Pädagogen des Betreuungsteils erfolgen. Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie nach Möglichkeit im zeitlichen Ausmaß der im Betreuungsteil für die individuelle Lernzeit anberaumten Wochenstunden erledigt werden können.

2. Soziales Lernen

Soziales Lernen hat wie alles Lernen in der Schule Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung. Die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten spielt im Lebensvollzug des Kindes und des Erwachsenen eine ebenso bedeutende Rolle wie seine Kenntnisse und Fertigkeiten. Zielorientiertes soziales Lernen greift geeignete Situationen auf und ist um eine kontinuierliche Lernentwicklung bemüht.

In Verbindung mit und neben dem sachlichen Lernen hat die Lehrerin bzw. der Lehrer auch das soziale Lernen der Kinder anzuregen, zu fördern und es damit weiter zu entfalten.

Die Förderung der Persönlichkeit der Kinder zielt einerseits auf die Stärkung des Selbstwertgefühles und andererseits auf die Entwicklung des Verständnisses für andere ab. In besonderer Weise ermöglicht diese: das Mit- und Voneinanderlernen, das gegenseitige Helfen und Unterstützen, das Erwerben einfacher Umgangsformen, das Entwickeln und Akzeptieren von Regeln bzw. eines Ordnungsrahmens als Bedingung für Unterricht, das gewaltfreie Lösen bzw. das Vermeiden von Konflikten, das Erkennen und Durchleuchten von Vorurteilen, das ansatzweise Verständnis für Manipulation, die Sensibilisierung für Geschlechterrollen.

Möglichkeiten dazu bieten zum Beispiel verschiedene Situationen im Zusammenleben der Klasse, das Lernen in kooperativen Sozialformen (Kreisgespräch, Partner- und Gruppenarbeit, Rollenspiel, Kinder als Helfer für Kinder usw.) und das Aufgreifen und Anbieten von sozialen Themen im Unterricht.

Um soziales Lernen zu ermöglichen, muss die Lehrerin bzw. der Lehrer trachten, ein Klima des gegenseitigen Vertrauens und der mitmenschlichen Verantwortung zu schaffen.

Klasse und Schule sollen von Lehrerinnen bzw. Lehrern sowie Schülerinnen bzw. Schülern gemeinsam als Hilfe-, Aussprache-, Arbeits-, Spiel- und Feiergemeinschaft gestaltet und erlebt werden.

Der Weg führt dabei von der Entwicklung möglichst vieler positiver Ich-Du-Beziehungen über den Aufbau eines Wir-Bewusstseins zur gemeinsamen Verantwortung aller für alle. Dies gilt in der Klasse oder Lerngruppe beim Mitgestalten einer lebendigen Schulgemeinschaft und dient dem Verständnis für andere größere Sozialgebilde, wie Gemeinde, Bundesland und Österreich als Staat in Europa. Damit soll Verantwortungsbewusstsein für verschieden große Solidargemeinschaften bei den Kindern grundgelegt werden. Dies gelingt nur, wenn Vorurteile bewusst gemacht und Toleranz zu üben gelernt werden. Soziales Lernen erhält besonders große Bedeutung und Chance, wenn Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Kinder unterschiedlicher Schulstufen, Kinder mit unterschiedlicher Muttersprache, Kinder mit Behinderungen (Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf) sowie Kinder mit speziellen Bedürfnissen gemeinsam unterrichtet werden.

3. Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit

Die Grundsätze der Lebensbezogenheit und der Anschaulichkeit verlangen von der Lehrerin bzw. vom Lehrer, dass der Unterricht nach Möglichkeit von der konkreten Erlebniswelt des Kindes ausgeht und zu dieser auch wieder zurückführt. Veranschaulichung verlangt von der Lehrerin bzw. vom Lehrer, dass sie bzw. er die Lehrstoffe den Erfahrungen der Kinder zugänglich machen soll. Dies kann auf der Ebene der Sinneswahrnehmungen oder auf der Ebene der Vorstellungen geschehen. Inhalte können zum einen dadurch konkret erfahrbar gemacht werden, dass man sie ihrer Art entsprechend, zB durch Sehen, Hören usw., zugänglich macht, zum anderen, dass man sie durch Beispiele bzw. durch Nutzung der modernen allenfalls vorhandenen Informationstechniken vergegenwärtigt. Wo es für das Lernen sinnvoll erscheint, soll es mehr- bzw. vielsinnig angeregt werden. Von diesen Erfahrungen ausgehend, soll das Kind zum Denken und zur Abstraktion geführt werden. Lernprozesse des Erkennens und Verstehens, des Denkens und Abstrahierens werden oft durch die Auseinandersetzung mit der konkreten Wirklichkeit, oft aber auch durch Nachbildungen, Abbildungen oder Symbole ermöglicht.

Die Lehrerin bzw. der Lehrer soll Lerngelegenheiten arrangieren bzw. aufgreifen, die das soziale, kulturelle und naturhafte Umfeld des Kindes und der Schule, die Alltagssituationen oder aktuelle Ereignisse bieten. Sie bzw. er wird versuchen, dem Kind die Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit der Lehraufgaben und Lehrstoffe für sein gegenwärtiges und zukünftiges Leben zu vermitteln. Die Lebensbezogenheit drückt sich auch in der Verbundenheit der Schule und des Unterrichts mit dem Leben außerhalb der Schule aus.

4. Konzentration der Bildung

Die Schulerziehung hat den ganzen Menschen zu bilden und darf keinen Seinsbereich, vom Körperlichen bis zum Seelisch-Geistigen, vernachlässigen.

Im Hinblick auf das Bildungsgut der Schule bedeutet dies, dass der Stoff in größeren Sinnganzheiten unter Ausnützung aller Wechselbeziehungen an die Schülerin bzw. den Schüler heranzubringen ist.

Vom eher ganzheitlichen Erleben der Kinder ausgehend, wird die Wirklichkeit unter verschiedenen Aspekten betrachtet. Damit wird, ausgehend vom vorfachlichen Unterricht auf der Grundstufe I, auf der Grundstufe II allmählich zu einem stärker fachlich gegliederten Unterricht fortgeschritten. Zugleich werden der Lebenszusammenhang und der sachstrukturelle Zusammenhang eines Lehrstoffes bei seiner Vermittlung berücksichtigt.

5. Sachgerechtheit

Die Lehrerin bzw. der Lehrer hat im Unterricht den Anspruch der Sache zur Geltung zu bringen, hiebei ist Sachrichtigkeit grundsätzlich erforderlich, auch wenn aus psychologischen bzw. methodischen Gründen Vereinfachungen geboten sind.

Außerdem ist der Unterricht so zu führen, dass die Schülerin bzw. der Schüler genügend Zeit zur persönlichen Auseinandersetzung mit den Lehrstoffen hat. Es bedeutet auch keinen Verstoß gegen diesen didaktischen Grundsatz, den Kindern die Möglichkeit zu geben, auf dem Umweg über Irrtümer zu lernen, was häufig viel nachhaltiger und damit letztlich effektiver ist. (Dies gilt jedoch nicht für den Teilbereich Rechtschreiben.) Denn auch dieses Lernen ist von der Absicht geleitet, zum Erfassen des „Sachrichtigen” hinzuführen.

Sachgerechtheit und Kindgemäßheit sind einander notwendigerweise ergänzende, keinesfalls einander ausschließende oder widersprechende Grundsätze.

6. Aktivierung und Motivierung

In allen Bereichen des Unterrichts sollen, wo immer möglich, spontanes Interesse, Neugierverhalten, Wissensbedürfnis und Leistungsbereitschaft der Schülerin bzw. des Schülers geweckt und gepflegt werden.

Im Sinne dieses Grundsatzes soll die Lehrerin bzw. der Lehrer an die natürliche Aktivität der Kinder anknüpfen, und es gilt, möglichst viele und vielfältige Möglichkeiten für hantierenden Umgang bzw. für das Handeln zu eröffnen. Das Tun soll zum Überlegen, Abwägen, Ordnen, Planen und zum Erkennen führen. Die Aktivitäten reichen vom spielerischen Tun über planmäßiges Arbeiten bis zum selbst gesteuerten, entdeckenden Lernen auf eigenen Wegen. Die Kinder können an der Vorbereitung (zB durch vorbereitende Hausübungen) des Unterrichts, gelegentlich auch am Nachdenken über Unterricht beteiligt werden. Die Kinder sollen durch Unterricht auch zu verschiedenen Aktivitäten außerhalb der Schule angeregt werden.

Das Erlernen und Beherrschen von verschiedenen Arbeits- bzw. Lerntechniken ist eine wichtige Grundlage für die Möglichkeit selbsttätigen Bildungserwerbs in verschiedenen Unterrichts- und Sozialformen. Eine wichtige Voraussetzung für Aktivierung und Motivierung schafft die Lehrerin bzw. der Lehrer dadurch, dass sie bzw. er versucht, die Bedeutsamkeit von Lehraufgaben und Lehrstoffen, dort, wo es sinnvoll ist, über die subjektive Betroffenheit der Kinder zu vermitteln. Damit wird einerseits der Sinn eines Unterrichtsabschnitts einsichtig, andererseits die Aufmerksamkeit für das Unterrichtsangebot geweckt.

Die medienspezifischen Vorteile moderner Kommunikations- und Informationstechniken können zur Aktivierung und Motivierung beitragen (Einsatz nach Maßgabe der ausstattungsmäßigen Gegebenheiten an der Schule).

7. Individualisieren, Differenzieren und Fördern

In der Grundschule unterscheiden sich die Schülerinnen und Schüler, insbesondere die Schulanfängerinnen und Schulanfänger hinsichtlich des Entwicklungsstandes des Sozialverhaltens, der Kommunikationsfähigkeit, der Selbstständigkeit, der Interessen, der Motivation, des Vorwissens, der Lernfähigkeit, der Arbeitshaltung ua., wie kaum in einer anderen Schulart.

Diese Unterschiede müssen erkannt, beachtet und zum Ausgangspunkt für individualisierende und differenzierende Lernangebote und Lernanforderungen gemacht werden. Eine verantwortungsvolle Berücksichtigung der Unterschiede schafft die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen aller Schülerinnen und Schüler und hilft mit, Über- bzw. Unterforderungen möglichst zu vermeiden.

Ein das Lernen fördernder Unterricht soll in einer pädagogischen Atmosphäre von Ermutigung und Erfolgszuversicht, Geduld und Güte, Vertrauen und Verständnis, gegenseitiger Achtung und Rücksichtnahme erfolgen.

Dies erfordert von der Lehrerin bzw. vom Lehrer, dass sie bzw. er sich um die bestmögliche Förderung jeder einzelnen Schülerin bzw. jedes einzelnen Schülers bemüht. Der Klassenraum soll sowohl als lernanregende Umwelt als auch als Raum für kindliches Zusammenleben gestaltet sein und eine flexible Sitzordnung ermöglichen.

Jeder Unterrichtstag soll inhaltlich und zeitlich so ausgewogen gestaltet sein, dass Arbeit und Spiel, Anstrengung und Entspannung einander ergänzen und durchdringen.

Maßnahmen der Individualisierung bzw. inneren Differenzierung sind im Sinne des Förderns und des Forderns zu verstehen und zu gestalten. Sie tragen dazu bei, dass die Grundschule auch die sehr wichtige Aufgabe der Begabungsförderung erfüllt.

Im Rahmen der Differenzierung werden innerhalb der Jahrgangsklassen oder heterogenen Lerngruppen unterschiedliche, stets veränderbare Schülergruppierungen vorgenommen. Als mögliche Kriterien für Gruppierungen gelten: Interesse, Selbsteinschätzung, unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Freundschaftsbeziehungen, Lerntempo usw. Differenzierungsmaßnahmen beziehen sich auf Schülergruppen und Individualisierungsmaßnahmen beziehen sich auf das einzelne Kind.

Als mögliche Verfahren bieten sich ua. an:

  • Unterschiede in der Aufgabenstellung (zB Anzahl der Aufgaben, Zeitaufwand, Schwierigkeitsgrad, Anzahl der Wiederholungen);
  • unterschiedliche Sozialformen;
  • unterschiedliche Medien und Hilfsmittel;
  • unterschiedliche Hilfestellung durch Lehrpersonen und Kinder.

Die Realisierung der Individualisierung, der inneren Differenzierung und Förderung wird durch eine entsprechende Ausstattung der Schule bzw. der Klasse mit Arbeitsmitteln, technischen Medien, modernen Informations- und Kommunikationsmedien usw. unterstützt.

Förderunterricht bietet die Möglichkeit, Lernprozesse durch gezielte Übungen, individualisierende Arbeitsweisen, intensivierte Lehrerhilfen und zeitlich längeres Verweilen an Stoffelementen zu unterstützen, einzelnen Schülerinnen bzw. Schülern den Anschluss an den Lernfortschritt der Klasse zu sichern sowie vorhandene Lücken zu schließen und einen kontinuierlichen Lernzuwachs zu ermöglichen.

Die Lehrerin bzw. der Lehrer wird sich nicht nur im Förderunterricht bemühen, vor allem lernschwächeren Schülerinnen bzw. Schülern kontinuierliche Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, die eine auf Selbstvertrauen begründete Leistungsbereitschaft entstehen lassen.

Zur Unterstützung von Förderungsmaßnahmen sowie vor schwer wiegenden Entscheidungen soll die Schule beratende Einrichtungen in Anspruch nehmen.

Wertvolle Hilfestellung wird dabei vor allem durch den schulpsychologischen Dienst erfolgen.

8. Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrages

Die Schulanfängerinnen und Schulanfänger kommen im Allgemeinen mit einer hohen Lernbereitschaft in die Schule. Eine wichtige Aufgabe der Grundschule ist es, diese ursprüngliche Lernbereitschaft der Kinder weiterzuentwickeln und damit ihre Lernfähigkeit zu fördern.

Die Vorerfahrungen, das Vorwissen, die Lern- und Leistungsfähigkeit, das Lerntempo, die Konzentrationsfähigkeit und vieles andere mehr sind bei den einzelnen Schülerinnen bzw. Schülern in der Regel sehr unterschiedlich ausgebildet. Daher darf grundsätzlich nicht erwartet werden, dass Kinder im gleichen Zeitraum gleiche Leistungen erbringen. Das Lernangebot hat diese unterschiedlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen, um leistungsmäßige Über- wie Unterforderung möglichst zu vermeiden. Es sind auch unterschiedlich lange Lernzeiten zu gewähren. Vor allem ist den Kindern im Rahmen der Grundstufe I für die Erstlehrgänge in den Bereichen Lesen, Schreiben und Mathematik gegebenenfalls unter Einbeziehung von Teilen der verbindlichen Übungen „Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben” sowie „Mathematische Früherziehung” genügend Zeit zu lassen. Beim Durchlaufen der Grundstufe I in drei Schuljahren wird die für das erfolgreiche Absolvieren erforderliche Lernzeit zur Verfügung gestellt, ohne dass es zu einem Wiederholen einer Schulstufe kommt. Um die Lern- bzw. Leistungsfreude und -fähigkeit der Kinder zu erhalten und womöglich zu steigern, wird die Lehrerin bzw. der Lehrer versuchen, ihnen Erfolgserlebnisse im Lernen und Leisten zu ermöglichen. Dazu wird sie bzw. er trachten, den Lernertrag zu sichern und zu bewahren, und zwar einerseits durch kontinuierliches, abwechslungsreiches und sinnvolles Zusammenfassen und Üben bzw. Wiederholenlassen des Wesentlichen, andererseits durch das Anwendenlassen des Gelernten in andersartigen Aufgabenstellungen und in verschiedenen Zusammenhängen (auch in mündlichen und schriftlichen nachbereitenden Hausaufgaben, wobei auf die Belastbarkeit des einzelnen Kindes Bedacht zu nehmen ist). So wird der Lernerfolg zur sicheren Grundlage für weiteres Lernen und Leisten. Damit Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung als ermutigende Rückmeldung auf den individuellen Lernprozess wirken können, soll im Rahmen der Lernzielorientierung auch der individuelle Lernfortschritt des Kindes berücksichtigt werden. Lernkontrolle ist ein integrierter Bestandteil von Lernprozessen. Die Kinder sollen daher allmählich angeleitet werden, Lernkontrolle zunehmend auch in der Form von Selbstkontrolle ihrer Lernprozesse wahrzunehmen. Dies wird ua. durch den Einsatz eines Computers erleichtert.

Lernen und schulische Leistungen beschränken sich nicht allein auf Fachwissen. Sozialverhalten und Arbeitsverhalten sind zwei entscheidende Dimensionen schulischen Lernens, die Aufschlüsse darüber geben, wie Leistungen zu Stande kommen.

Lernkontrolle und Beobachtung der Schülerleistung dienen der Lehrerin bzw. dem Lehrer dazu, die Wirksamkeit der Unterrichtsarbeit zu überprüfen und Maßnahmen zu ihrer Verbesserung zu treffen; sie informieren aber auch Schülerinnen bzw. Schüler und Eltern über den Leistungsstand und über Lernfortschritte beim einzelnen Kind. Die dazu erforderlichen Kontakte sind sorgsam zu pflegen.

Die schulische Leistungsbereitschaft von Kindern wird wesentlich von ihrem Selbstwertgefühl, ihrem Selbstvertrauen und ihrer Erfolgszuversicht bestimmt. Leistungsbeurteilungen haben daher äußerst behutsam zu erfolgen. Der Rahmencharakter des Grundschullehrplanes eröffnet für eine ermutigende, hilfreiche und individualisierende Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung ausreichende Möglichkeiten.

II. Didaktische Grundsätze der Volksschuloberstufe

Die didaktischen Grundsätze der Volksschuloberstufe orientieren sich an jenen der Hauptschule.

VIERTER TEIL
GESAMTSTUNDENZAHL UND STUNDENAUSMASS DER PFLICHTGEGENSTÄNDE, DER VERBINDLICHEN ÜBUNGEN, DES FÖRDERUNTERRICHTES, DER FREIGEGENSTÄNDE UND UNVERBINDLICHEN ÜBUNGEN

a) Stundentafel der Vorschulstufe

Verbindliche Übungen

Klasse

Religion

2

Sachbegegnung

1,5–21)

Verkehrserziehung

0,5

Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben

3,5

Mathematische Früherziehung

1,5

Singen und Musizieren

1,5

Rhythmisch-musikalische Erziehung

1–1,5

Bildnerisches Gestalten

1

Werkerziehung

1

Bewegung und Sport

6–71)

Spiel

Gesamtwochenstundenzahl

20

Förderunterricht2)

 

_________________________

1. Wird gemäß Art. I § 4 Abs. 4 vom Schulforum festgelegt und dient insbesondere bei gemeinsamer Führung der Vorschulstufe mit der 1. bzw. 1. und 2. Schulstufe der Vermeidung von organisatorischen Problemen, die sich durch ein unterschiedliches Stundenausmaß der Vorschulstufe und den darauf folgenden Schulstufen ergeben können.

2. Siehe Z 3 der Bemerkungen zur Stundentafel der Vorschulstufe.

Bemerkungen zur Stundentafel der Vorschulstufe

  1. 1.
    Die in der Stundentafel für die einzelnen verbindlichen Übungen angeführten Wochenstunden sind als Richtmaß aufzufassen, wobei die Aufteilung der zur Verfügung stehenden Zeit auf kleinere Lernsequenzen der Lehrerin bzw. dem Lehrer überlassen bleibt.
  2. 2.
    In der Vorschulstufe kann im Rahmen der verbindlichen Übung „Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben“ eine besondere Förderung in der Muttersprache des Kindes im Ausmaß von drei Wochenstunden bei Bedarf parallel zum Unterricht in den verbindlichen Übungen bzw. ganz oder teilweise mit diesem gemeinsam geführt werden.
  3. 3.
    Zur Förderung im Hinblick auf einen Wechsel können Förderangebote zur Anwendung kommen, wobei die in der Stundentafel vorgesehenen Gesamtwochenstundenzahlen nicht überschritten werden sollen.

b) Stundentafel der 1. bis 4. Schulstufe

 

Schulstufen und Wochenstunden1)

Pflichtgegenstände

1.

2.

3.

4.

Gesamt

Religion

2

2

2

2

 

Sachunterricht

3

3

3

3

 

Deutsch, Lesen, Schreiben

7

7

7

7

 

Mathematik

4

4

4

4

 

Musikerziehung

1

1

1

1

 

Bildnerische Erziehung

1

1

1

1

 

Technisches Werken

1

1

2

2

 

Textiles Werken

Bewegung und Sport

3

3

2

2

 

Verbindliche Übungen

 

 

 

 

 

Lebende Fremdsprache

x2)

x2)

1

1

 

Verkehrserziehung

x3)

x3)

x3)

x3)

 

Gesamtwochenstundenzahl

20–23

20–23

22–25

22–25

90

Förderunterricht4)

1

1

1

1

 

Unverbindliche Übungen

  1. 1.
    Ermächtigung für schulautonome Lehrplanbestimmungen:5)

Chorgesang

(1)–2

(1)–2

(1)–2

(1)–2

Spielmusik

(1)–2

(1)–2

(1)–2

(1)–2

Bewegung und Sport

(1)–2

(1)–2

(1)–2

(1)–2

Darstellendes Spiel

(1)–2

(1)–2

(1)–2

(1)–2

Musikalisches Gestalten

(1)–2

(1)–2

(1)–2

(1)–2

Bildnerisches Gestalten

(1)–2

(1)–2

(1)–2

(1)–2

Lebende Fremdsprache

(1)–2

(1)–2

(1)–2

(1)–2

Interessens- und Begabungsförderung

(1)–2

(1)–2

(1)–2

(1)–2

Muttersprachlicher Unterricht

2–6

2–6

2–6

2–6

  1. 2.
    Soweit keine schulautonomen Lehrplanbestimmungen bestehen:

Chorgesang

2

2

2

2

Spielmusik

1

1

1

1

Bewegung und Sport

2

2

2

2

Darstellendes Spiel

1

1

1

1

Musikalisches Gestalten

2

2

2

2

Bildnerisches Gestalten

2

2

2

2

Lebende Fremdsprache

1

1

Interessen- und Begabungsförderung

2

2

2

2

Muttersprachlicher Unterricht

2–6

2–6

2–6

2–6

_______________________________________

1. Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen können innerhalb des vorgesehenen Rahmens die Wochenstunden in den einzelnen Pflichtgegenständen (ausgenommen ist der Pflichtgegenstand „Religion“) sowie in der verbindlichen Übung „Lebende Fremdsprache“ pro Schulstufe um höchstens eine Wochenstunde, insgesamt um höchstens zwei Wochenstunden, erhöht bzw. verringert werden. Eine Verringerung des Stundenausmaßes im Pflichtgegenstand „Bewegung und Sport“ ist nicht zulässig. Die gänzliche Streichung eines Unterrichtsgegenstandes auf einer Schulstufe ist nicht zulässig. Siehe zweiter Teil, Abschnitt I Z 14 (Schulautonome Lehrplanbestimmungen).

2. 32 Jahresstunden, die im Rahmen der zur Verfügung stehenden Gesamtwochenstundenzahl der Unterrichtsgegenstände zu berücksichtigen sind. Die Gesamtwochenstundenzahl wird dadurch nicht verändert.

3. Zehn Jahresstunden, die im Rahmen der zur Verfügung stehenden Gesamtwochenstundenzahl der Unterrichtsgegenstände zu berücksichtigen sind. Die Gesamtwochenstundenzahl wird dadurch nicht verändert.

4. Siehe Z 3 der Bemerkungen zur Stundentafel der Grundschule.

5. Siehe Z 6 der Bemerkungen zur Stundentafel der Grundschule.

Bemerkungen zur Stundentafel der Grundschule, 1. bis 4. Schulstufe:

  1. 1.
    Bei gemeinsamer Führung von Schulstufen der Grundstufe I kann gemäß § 13 Abs. 1 des Schulorganisationsgesetzes für noch nicht schulreife Kinder eine entsprechend ausgebildete Lehrerin bzw. ein Lehrer zusätzlich eingesetzt werden. Gleiches gilt in Klassen, in denen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden, oder für Kinder in Deutschförderklassen, in Deutschförderkursen sowie ordentliche Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, bei denen weiterhin Förderbedarf in der Unterrichtssprache gemäß Z 5 festgestellt wird. Wenn wegen zu geringer Schülerzahl mehrere Schulstufen in einer Klasse zusammengefasst werden, kann die zuständige Schulbehörde über Antrag der Schulleiterin bzw. des Schulleiters für einen gesondert zu führenden Unterricht aus den Pflichtgegenständen „Deutsch, Lesen, Schreiben“ und „Mathematik“ bis zu insgesamt 5,5 Wochenstunden bewilligen.
  2. 2.
    Unterrichtsgegenstände mit einer Wochenstunde können mit zwei Stunden in jeder zweiten Woche während eines ganzen Unterrichtsjahres geführt werden.
  3. 3.
    Der Förderunterricht in der Grundschule ist als fachübergreifende Unterrichtsveranstaltung je Unterrichtsjahr und Klasse bei Bedarf – für Schülerinnen bzw. Schüler, die eines zusätzlichen Lernangebotes bedürfen – anzubieten. Dieser Förderunterricht kann additiv oder integrativ durchgeführt werden. Bei der Feststellung der Förderbedürftigkeit durch die Lehrerin bzw. den Lehrer gemäß § 12 Abs. 6 und 7 des Schulunterrichtsgesetzes sind die voraussichtliche Dauer (Kursdauer) des Förderunterrichts, die Art der Förderung (schriftliches Förderkonzept) sowie der Unterrichtsgegenstand, auf den sich die Förderung bezieht („Deutsch, Lesen, Schreiben“ und/oder „Mathematik“), anzugeben.
(Anm.: Z 4 aufgehoben durch Z 15 BGBl. II Nr. 379/2020)
  1. 5.
    Für ordentliche Schülerinnen bzw. Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache kann bei Bedarf abweichend vom Förderunterricht im Sinne der Z 3 ein besonderer Förderunterricht im Ausmaß von bis zu fünf Wochenstunden angeboten werden. Dieser Förderunterricht kann sowohl parallel zum Unterricht in den Pflichtgegenständen bzw. verbindlichen Übungen als auch mit diesen gemeinsam geführt werden. Bei Bedarf ist eine ganzjährige Führung dieses Förderunterrichtes zulässig. Bei einer drei- bis fünfstündigen Führung dieses Unterrichtes kann für die teilnehmenden Schülerinnen bzw. Schüler eine Kürzung der Gesamtwochenstundenzahl in den Pflichtgegenständen bis zu drei Wochenstunden vorgesehen werden.
  2. 6.
    Im Sinne einer flexiblen Organisation können die unverbindlichen Übungen bei schulautonomen Lehrplanbestimmungen geblockt oder im gleichen Wochenstundenausmaß während des ganzen Unterrichtsjahres geführt werden. „(1)“ bedeutet, dass eine unverbindliche Übung auch mit weniger als einer ganzen Wochenstunde geführt werden kann.
  3. 7.
    Bei der unverbindlichen Übung „Muttersprachlicher Unterricht“ siehe Artikel I § 4 Abs. 1 lit. a der Verordnung.

c) Stundentafel der Volksschuloberstufe

  1. 1.
    Ermächtigung für schulautonome Lehrplanbestimmungen:

 

Schulstufen und Wochenstunden

Pflichtgegenstände

5.

6.

7.

8.

Gesamt

Religion

2

2

2

2

8

Deutsch

 

 

 

 

16–18

Lebende Fremdsprache

 

 

 

 

13–19

Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung

 

 

 

 

6–11

Geographie und Wirtschaftskunde

 

 

 

 

7–12

Mathematik

 

 

 

 

15–21

Geometrisches Zeichnen

 

 

 

 

2–6

Biologie und Umweltkunde

 

 

 

 

6–13

Physik und Chemie

 

 

 

 

6–12

Musikerziehung

 

 

 

 

4–11

Bildnerische Erziehung

 

 

 

 

7–12

Technisches Werken

 

 

 

 

7–12

Textiles Werken

 

 

 

 

Ernährung und Haushalt

 

 

 

 

2–6

Bewegung und Sport

 

 

 

 

13–18

Verbindliche Übung

 

 

 

 

 

Berufsorientierung

0–1

0–1

0–2

1–42)

Gesamtwochenstundenzahl

27–31

27–31

28–32

30–34

120

Förderunterricht

Wien die nachfolgende Z 2.

Freigegenstände und unverbindliche Übungen

Wien Anlage B (Lehrplan der Hauptschule) vierter Teil (Stundentafel)

  1. 2.
    Soweit keine schulautonomen Lehrplanbestimmungen bestehen:

 

Schulstufen und Wochenstunden

Pflichtgegenstände

5.

6.

7.

8.

Gesamt

Religion

2

2

2

2

8

Deutsch

5

4

4

4

17

Lebende Fremdsprache

4

4

3

3

14

Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung

2

2

2

6

Geographie und Wirtschaftskunde

2

1

2

2

7

Mathematik

4

4

4

4

16

Geometrisches Zeichnen

2

2

Biologie und Umweltkunde

1

2

2

5

Physik und Chemie

1

1

1

1

4

Musikerziehung

2

2

1

1

6

Bildnerische Erziehung

2

2

2

1

7

Technisches Werken

2

1

2

2

7

Textiles Werken

Ernährung und Haushalt

1,5

1,5

3

Bewegung und Sport

4

3

3

3

13

Verbindliche Übung

 

 

 

 

 

Berufsorientierung

x3)

x3)

x3)

Gesamtwochenstundenzahl

29

29,5

29,5

32

120

Förderunterricht

Deutsch

1

Mathematik

Lebende Fremdsprache

Freigegenstände und unverbindliche Übungen:

Wie Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, BGBl. II Nr. 134/2000, in der jeweils geltenden Fassung, vierter Teil (Stundentafel).

_______________________________

1. Als alternativer Pflichtgegenstand

2. Kann geblockt geführt werden, wobei Schulveranstaltungen zur „Berufsorientierung“ bis zur Hälfte des in den einzelnen Schulstufen vorgesehenen Stundenausmaßes eingerechnet werden dürfen. Die verbindliche Übung „Berufsorientierung“ kann integriert in den Unterricht der Pflichtgegenstände geführt werden.

3. In der 7. und 8. Schulstufe je 32 Jahresstunden integriert in den Unterricht der Pflichtgegenstände, wobei Schulveranstaltungen zur „Berufsorientierung“ bis zur Hälfte des in den einzelnen Schulstufen vorgesehenen Stundenausmaßes eingerechnet werden dürfen. Die Gesamtwochenstundenzahl wird dadurch nicht verändert.

Bemerkungen zur Stundentafel:

  1. 1.
    Unterrichtsgegenstände mit einer Wochenstunde können mit zwei Stunden in jeder zweiten Woche während des ganzen Unterrichtsjahres geführt werden.
  2. 2.
    Der Unterricht in Ernährung und Haushalt kann in der 3. und 4. Klasse statt mit 1,5 Wochenstunden zB mit 3 Wochenstunden in jeder zweiten Woche oder nach den standortbezogenen Möglichkeiten auch in anderer Zusammenfassung während des ganzen Unterrichtsjahres geführt werden. Er ist in koedukativ zu führenden Schülergruppen zu erteilen.
  3. 3.
    Das Stundenausmaß für Religion in der geteilt geführten einklassigen Volksschule beträgt für die Untergruppe und für die Obergruppe je zwei Wochenstunden. In gleicher Weise ist die ungeteilte einklassige Volksschule für den Religionsunterricht in zwei Gruppen mit je zwei Wochenstunden zu teilen.
  4. 4.
    Der Förderunterricht in der Volksschuloberstufe ist als fachübergreifende Unterrichtsveranstaltung je Unterrichtsjahr und Klasse bei Bedarf anzubieten. Bei Feststellung der Förderbedürftigkeit durch den Lehrer gemäß § 12 Abs. 7 des Schulunterrichtsgesetzes sind die voraussichtliche Dauer (Kursdauer) des Förderunterrichtes sowie der Unterrichtsgegenstand, auf den sich der Förderunterricht bezieht („Deutsch“, „Mathematik“ und/oder „Lebende Fremdsprache"), anzugeben.
  5. 5.
    Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen können bei Vorliegen folgender Bedingungen bis zu sechs Wochenstunden in zusätzliche Angebote umgewandelt werden:
    • außerordentlich schwierige regionale Bedingungen (zB Erreichbarkeit der Schule) und
    • ausreichende Nachfrage nach zusätzlichen Angeboten und
    • Vorliegen eines anspruchsvollen Konzeptes, das der Förderung der Interessen, Begabungen und Lernmotivation der Schüler und der Steigerung der Vielfalt der Angebote, auch in Form eines wohnortnäheren Unterrichts, dient.
  6. 6.
    Im Übrigen gelten die Bemerkungen zur Stundentafel der Hauptschule gemäß Anlage 1 der Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, BGBl. II Nr. 134/2000, in der jeweils geltenden Fassung.

d) Stundentafeln der Deutschförderklassen

  1. 1.
    Stundentafel der Vorschulstufe

Verbindliche Übungen

Wochenstunden pro Semester

 

Deutsch in der Deutschförderklasse

15

Religion

2

Weitere verbindliche Übungen1

3

Gesamtwochenstundenzahl

20

_____________________________

1. Einzelne oder mehrere verbindliche Übungen (mit Ausnahme der verbindlichen Übung Religion) gemäß der Stundentafel der Vorschulstufe; die Festlegung der verbindlichen Übungen sowie der Anzahl der Wochenstunden, die auf die einzelnen verbindlichen Übungen entfallen, erfolgt durch die Schulleitung.

  1. 2.
    Stundentafel der 1. bis 4. Schulstufe

Pflichtgegenstände und verbindliche Übungen

Wochenstunden pro Semester

 

Deutsch in der Deutschförderklasse

15

Religion

2

Weitere Pflichtgegenstände und verbindliche Übungen1

x2

Gesamtwochenstundenzahl

x3

Freigegenstände und unverbindliche Übungen:

Wie Stundentafel der 1. bis 4. Schulstufe (Abschnitt b)

___________________________________

1. Einzelne oder mehrere Pflichtgegenstände (ausgenommen den Pflichtgegenstand Religion) und verbindliche Übungen gemäß der Stundentafel der 1. bis 4. Schulstufe; die Festlegung der weiteren Pflichtgegenstände und der verbindlichen Übungen sowie der Anzahl der Wochenstunden, die auf die einzelnen Pflichtgegenstände und verbindlichen Übungen entfallen, erfolgt durch die Schulleitung.

2. Die Anzahl der Wochenstunden ergibt sich aus der Differenz zur Gesamtwochenstundenzahl.

3. Die Gesamtwochenstundenzahl entspricht jener der jeweiligen Schulstufe gemäß der Stundentafel der 1. bis 4. Schulstufe

  1. 3.
    Stundentafel der Volksschuloberstufe

Pflichtgegenstände und verbindliche Übungen

Wochenstunden pro Semester

 

Deutsch in der Deutschförderklasse

20

Religion

2

Weitere Pflichtgegenstände und verbindliche Übungen1

x2

Gesamtwochenstundenzahl

x3

Freigegenstände und unverbindliche Übungen:

Wie Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschule, BGBl. II Nr. 134/2000, in der jeweils geltenden Fassung, Vierter Teil (Stundentafel).

_____________________________________

1. Einzelne oder mehrere Pflichtgegenstände und verbindliche Übungen gemäß der Stundentafel der Volksschuloberstufe; die Festlegung der weiteren Pflichtgegenstände und der verbindlichen Übungen sowie der Anzahl der Wochenstunden, die auf die einzelnen Pflichtgegenstände und verbindlichen Übungen entfallen, erfolgt durch die Schulleitung.

2. Die Anzahl der Wochenstunden ergibt sich aus der Differenz zur Gesamtwochenstundenzahl.

3. Die Gesamtwochenstundenzahl entspricht jener der jeweiligen Schulstufe gemäß der Stundentafel der Volksschuloberstufe.

FÜNFTER TEIL.
LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT AN HAUPTSCHULEN.

(Bekanntmachung gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes.)

a) Katholischer Religionsunterricht 1. Bildungs- und Lehraufgabe: Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in besonderer Weise ihren Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (Art. 14 Abs. 5a des Bundes-Verfassungsgesetzes und § 2 des Schulorganisationsgesetzes) in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule.

Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die entsprechend dem christlichen Menschenbild davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension.

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt seinen Standpunkt aus der Orientierung an der biblischen Offenbarung und der kirchlichen Tradition.

Ökumenische und interreligiöse Anliegen sollen nach Möglichkeit Berücksichtigung finden und so ein gelebtes Zeichen des Dialogs zwischen Konfessionen und Religionen sein.

Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube.

Daher sind Inhalt des Religionsunterrichts sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte.

Zugleich werden Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung sowie zur Gestaltung des Schullebens und der Schulkultur.

Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft

Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine ausführliche Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen, als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch.

Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft zu engagieren.

Die Stellung des Religionsunterrichts an der Volksschule

Religiöse Bildung im Religionsunterricht ist ein kommunikatives und prozessorientiertes Geschehen und bringt die dem christlichen Glaubensverständnis eigene Sicht von Gott, Mensch und Welt ein. Sie nimmt dabei Rücksicht auf biografische, geschlechtsspezifische und entwicklungspsychologische Gegebenheiten.

Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der eigenen Identität durch die Erschließung des Lebens aus der christlichen Perspektive.

Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Volksschule. Die allgemeinen Unterrichtsprinzipien gelten auch für den Religionsunterricht. Als Pflichtgegenstand leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.

Der Religionsunterricht lädt ein, aus christlichen Wurzeln zu leben, eine persönliche Spiritualität zu entwickeln und den Glauben in unterschiedlichen Ausdrucksformen zu feiern.

Beiträge zu den Aufgaben der Schule

Der Unterricht in Katholischer Religion leistet auf dem Hintergrund der christlichen Botschaft einen eigenständigen Beitrag zu den wesentlichen Aufgaben der Schule:

  • zur Werteerziehung und zur Gestaltung kultureller Werte
  • zur Entwicklung und Vermittlung grundlegender Kenntnisse, Fähigkeiten, Einsichten und Einstellungen
  • zur Entwicklung der Persönlichkeit
  • zum sozialen Lernen
  • zur individuellen Förderung eines jeden Kindes
  • zur Konfliktbewältigung und zur Friedenserziehung und
  • zu interreligiösem, ökumenischem und interkulturellem Lernen

Integration

In der Regel sind der Lehrplan der Grundschule und die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und ihre spezifischen Bedürfnisse Ausgangspunkte der Unterrichtsplanung (siehe Lehrplan der Volksschule, Zweiter Teil, I, Z 7 zu „Integration“). Inklusiver Unterricht eröffnet neue Perspektiven schulischen Lernens und ermöglicht Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die im Sinne des gemeinsamen lebensbegleitenden Lernens von Bedeutung sind.

2. Didaktische Grundsätze: Allgemeine didaktische Grundsätze

Die allgemeinen didaktischen Grundsätze des Lehrplans der Grundschule gelten auch für den Religionsunterricht:

  • Kindgemäßheit und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen
  • Soziales Lernen
  • Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit
  • Konzentration der Bildung
  • Sachgerechtheit
  • Aktivierung und Motivierung
  • Individualisieren, Differenzieren und Fördern
  • Sicherung und Kontrolle des Unterrichtertrages

Religionsdidaktische Grundsätze

Basis für die religionsdidaktischen Grundsätze bildet die theologische Korrelation als wechselseitige Erschließung von Glauben und Leben. Das Prinzip „der doppelten Treue, der Treue zu Gott und der Treue zu den Menschen“, wie es in Catechesi Tradendae (Nr. 55) festgehalten ist, ist Grundlage für die religionspädagogische Arbeit in der Grundschule.

  1. a)
    Theologisieren – Den Glauben gemeinsam reflektieren lernen

         Im Theologisieren wird Sprache für Religiöses gefunden, vielfältig vernetztes Wissen aufgebaut und Raum gegeben für existenzielle Fragen der Menschheit.

  1. b)
    Traditionen – Aus den christlichen Wurzeln lernen

         Die christliche Tradition bietet Antworten auf die Sinnfragen des Menschen. Glaubenswissen, tragende Rituale, Grundgebete und Brauchtum zeigen, wie Menschen leben und gelebt haben.

  1. c)
    Biblische Texte – Aus Biografien lernen

         Im Religionsunterricht kommt das Leben zur Sprache. Wie Gott im Leben der Menschen wirkt, wird in der Bibel offenbar. Der Zugang zu biblischen Texten, das Erzählen und Lebendigwerden des Textes sind wesentliche Grundzüge eines Religionsunterrichts, der sich seiner biblischen Schätze bewusst ist.

  1. d)
    Kräfteschulung – Mit allen Sinnen lernen

         Die Schulung menschlicher Grundkräfte – staunen, bitten, loben, danken, sich freuen, Empathie üben, achtsam sein, trösten – gehört zu den Aufgaben des Religionsunterrichts.

  1. e)
    Beziehungen – Beten lernen

         Beziehung und Kommunikation beeinflussen entscheidend das Gelingen von Lernprozessen. Der Religionsunterricht hilft, eine Sprache zu finden für die Hinwendung zum DU und für das Gebet.

  1. f)
    Symbole, Rituale und Sakramente – Feiern lernen

         Symbolerziehung trägt dazu bei, dass Wirklichkeit mehrdimensional wahrgenommen werden kann. Im Religionsunterricht werden die Symbole des Glaubens erschlossen und Möglichkeiten eröffnet, Leben und Glauben zu feiern (Kirchenjahr, Sakramente, Rituale für unterschiedliche Lebenssituationen, Brauchtum, Schulkultur).

  1. g)
    Bild und Sprache – Ästhetisches Lernen

         Ästhetische Erziehung bemüht sich um eine erhöhte Wahrnehmungskompetenz und einen differenzierten und kritischen Zugang zur Wirklichkeit. Religionsunterricht erschließt die vielfältige Sprache von Kunst, unterstützt ein Lernen mit allen Sinnen und fördert kreative Ausdrucksformen.

  1. h)
    Gewissensbildung – Versöhnung lernen

         Aufbauend auf christlichen Werten ermöglicht ethisches Lernen einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und Krisen, Schuld und Sünde, gibt Orientierung und wirkt gemeinschaftsstiftend. Das Lernen einer solidarischen und empathischen Grundhaltung und die Bereitschaft zur Versöhnung angesichts der Brüchigkeit des Lebens sind wichtige Beiträge des Religionsunterrichts für die Herzensbildung der Schülerinnen und Schüler.

  1. i)
    Multireligiosität – Von der Vielfalt lernen

         Schule spiegelt die multikulturelle Gesellschaft wider. Das Wissen um die eigene Identität und Religion und um andere Religionen und Bekenntnisse, sowie die Akzeptanz des bleibenden Fremdseins fördern den Dialog. Sie bauen mit an einer ökumenischen Grundhaltung, die von gegenseitiger Achtung getragen ist. Sie sind ein wesentlicher Beitrag zur Friedenserziehung.

3. Art und Gliederung des Lehrplans

Der Lehrplan für den Religionsunterricht der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Er beinhaltet verpflichtende Themenfelder und Grundanliegen. Die Themenfelder und Inhalte der einzelnen Schulstufen sind so angeordnet, dass Differenzierung und Individualisierung in Planung und Umsetzung erleichtert werden.

Der Lehrplan gliedert sich in Grundstufe I (Vorschulstufe, erste und zweite Schulstufe) und Grundstufe II (dritte und vierte Schulstufe) und ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrinhalte.

Besondere schulische und pastorale Gegebenheiten können eine Verschiebung der Themenfelder notwendig machen.

Durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten unter Wahrung der fachspezifischen Ziele und Inhalte wird ein ganzheitlicher Lernprozess angestrebt.

Der Lehrplan der Vorschulstufe ermöglicht einen Schulstufenwechsel entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes.

Das Kirchenjahr, bestimmte Feste und Festzeiten sowie Gedenktage der Heiligen prägen das schulische Geschehen der Grundschule. Dies wird auf allen vier Schulstufen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung berücksichtigt und gilt ebenso für die Gebets- und Sakramentenerziehung.

Die Schulstufen gliedern sich jeweils in

  • ein Leitmotiv
  • sieben Themenfelder mit einem Grundanliegen
  • Themen und exemplarische Inhalte

Vorschulstufe GEBORGENHEIT SUCHEN – GOTT SCHENKT MIR VERTRAUEN Themenfeld 1 ICH BIN – GOTT IST MIT MIR

Grundanliegen:

Sich selbst und andere wahrnehmen und vertrauen – Gott ist bei mir

  • Ich und mein Name
  • Ich und die Anderen
  • Gott ist bei mir

Themenfeld 2 ICH ENTDECKE DIE WELT – GOTT IST DA

Grundanliegen:

Auf die Schöpfung Gottes schauen und vertrauen – Gott ist da

  • Die Welt ist voller Wunder – entdecken und staunen
  • Die Welt ist voller Geheimnisse – wachsen und vergehen
  • Gott ist da – loben und danken

Themenfeld 3 ICH ERLEBE LICHT – GOTT SCHENKT LICHT

Grundanliegen:

Jesus, das Licht Gottes, erwarten und feiern

  • Licht und Dunkelheit erfahren
  • Heilige Menschen bringen Licht in unsere Welt
  • Jesus, das Licht von Gott

Themenfeld 4 ICH ENTDECKE MEINE RELIGION – GOTT TEILT SICH MIT

Grundanliegen:

Still werden und von Jesus hören, wie Gott ist

  • Still werden und hören
  • Durch die Bibel von Jesus erfahren, wie Gott ist
  • Miteinander beten

Themenfeld 5 ICH ERLEBE LEID UND FREUDE – GOTT TRÄGT

Grundanliegen:

Freude und Leid in unserem Leben und im Leben Jesu zur Sprache bringen, bedenken und feiern

  • Ablehnung und Angenommensein
  • Jesus geht einen schweren Weg – Gott trägt
  • Die Freude der Osterbotschaft

Themenfeld 6 ICH BIN GERUFEN – GOTT SCHENKT MIR NEUES LEBEN

Grundanliegen:

Durch die Taufe zur Gemeinschaft der Christinnen und Christen gehören

  • Wachsen und sich verändern
  • Gott ruft mich beim Namen
  • Die Taufe

Themenfeld 7 ICH LEBE IN GEMEINSCHAFT– GOTTES GEIST VERBINDET

Grundanliegen:

Freude und Begeisterung erleben

Gottes Geist verbindet und hält lebendig

  • Freude und Begeisterung stecken an
  • Das Leben feiern – der Sonntag
  • Gottes Geist wirkt

1. Schulstufe GEBORGENHEIT SUCHEN – GOTT SCHENKT VERTRAUEN Themenfeld 1.1 NICHT ALLEIN SEIN – GOTTES ZUWENDUNG ERFAHREN

Grundanliegen:

Die Sehnsucht nach Geborgenheit wahrnehmen und vertrauen, dass Gott da ist

Ich bin beim Namen gerufen

  • Ich bin einmalig – ich habe einen Namen (Jes 43,1)

Erfahrung von Zuwendung und Sehnsucht nach Geborgenheit

  • Ich bin nicht allein – ich habe meinen Platz
  • Aufeinander zugehen

Menschen erfahren Gottes Zuwendung

  • Gott segnet Abraham (Gen 15,1–7)
  • Ich bin da (Ex 3,1–17)
  • Gott geht mit (Buch Jona); Hannah (1 Sam 1,1–2,1); Elija (1 Kön 19)
  • Zeichen des Segens – das Kreuzzeichen

Themenfeld 1.2 DIE WELT STAUNEND ENTDECKEN – GOTT FÜR DIE SCHÖPFUNG LOBEN UND DANKEN

Grundanliegen:

Auf die Schöpfung Gottes schauen: Staunen – Loben – Danken

Die Welt staunend entdecken

  • Fülle des Lebens: Die Natur mit allen Sinnen erfahren – Erntedank
  • Geheimnis des Lebens: Werden und Vergehen – Allerheiligen und Allerseelen

Die Welt als kostbares Geschenk Gottes sehen

  • Menschen glauben: Gott hat die Welt erschaffen und uns anvertraut (Gen 1–2,4a)
  • Im Gebet Gott loben und danken (Ps 148)

Themenfeld 1.3 LICHT UND FINSTERNIS ERLEBEN – GOTT SCHENKT LICHT

Grundanliegen:

Erfahrungen von Licht und Dunkelheit mitteilen und deuten

Jesus, das Licht Gottes, erwarten und feiern

Licht und Finsternis erfahren

  • Erfahrungen von Licht und Dunkelheit deuten
  • Menschen bringen Licht in die Welt
  • Heilige

Jesus ist das Licht Gottes für die Menschen

  • Menschen warten auf Jesus – Advent (Jes 9,1.5–6a)
  • Jesus, das verheißene Licht (Lk 1,26–38)
  • Die Geburt Jesu (Lk 2,1–20)

Themenfeld 1.4 HÖREN UND ERZÄHLEN – GOTT TEILT SICH MIT

Grundanliegen:

Still werden, Hören und Erzählen einüben und offen werden für die Erfahrung, dass Gott sich den Menschen in Jesus mitteilt

Worte berühren

  • Aufmerksamkeit und Stille üben
  • Bedeutsame Worte und Geschichten miteinander teilen

Die Frohe Botschaft berührt

  • Die Bibel – das Buch des Lebens für Christinnen und Christen
  • Begegnungen mit Jesus
  • Jesus und die Kinder (Mk 10,13–16)
  • Jesus macht sehend – Bartimäus (Mk 10,46–52
  • Wer ist dieser Jesus – Seesturm (Lk 8,22–25)

Beten – Dasein vor Gott

  • Vom Vertrauen beim Beten (Mt 7,7–10)
  • Das Vater unser (Mt 6,9–13)
  • Gebetshaltungen

Themenfeld 1.5 NÄHE ERSEHNEN – GOTT WILL UNSER HEIL

Grundanliegen:

Angenommensein und Abgelehntwerden zur Sprache bringen und die Auferstehung Jesu als Ja zum Leben feiern

Sehnsucht nach Angenommensein

  • Erfahrungen von Ablehnung und Angenommensein
  • Jesus heilt einen Aussätzigen (Lk 5,12–16)

Österliche Bußzeit – Fastenzeit

  • Jesus erfährt Ablehnung und liebt bis in den Tod
  • Die Heilige Woche

Ostern – Auferstehung feiern

  • Jesus lebt (Joh 20,11–18)
  • Das Osterfest

Themenfeld 1.6 DEM LEBEN VERTRAUEN – GOTT SCHENKT NEUES LEBEN

Grundanliegen:

Wachsen und Werden erleben und beobachten

Die Taufe als Aufnahme in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen verstehen

Freude am Wachsen und Werden

  • Lebenskraft Erde – vom Aufblühen der Natur
  • Lebenskraft Liebe – von der Verwandlung der Menschen

Gott schenkt in der Taufe neues Leben

  • Die Symbole der Taufe
  • Gott ruft mich beim Namen
  • Aufgenommen in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen (Apg 16,13–15)

Themenfeld 1.7 FREUDE WEITERGEBEN – VON GOTTES GEIST ERFÜLLT SEIN

Grundanliegen:

Freude und Begeisterung zur Sprache bringen und das Wirken des Heiligen Geistes als ansteckende und verändernde Kraft erleben

Freude und Begeisterung erleben

  • Worüber ich mich freue – was mich begeistert
  • Begeisterung steckt an

Pfingsten feiern

  • Gott sendet seinen Geist (Apg 2,1–6)
  • Gottes Geist erfüllt die Herzen der Menschen und verändert sie

Die Botschaft Jesu breitet sich aus

  • Christinnen und Christen leben und feiern miteinander – Sonntag

2. Schulstufe MITEINANDER LEBEN UND FEIERN – GOTT BEGEGNEN Themenfeld 2.1 ZU JEMANDEM GEHÖREN – VON GOTT GETRAGEN SEIN

Grundanliegen:

Erfahrungen von Geborgenheit wahrnehmen, darin für Gottes Gegenwart offen werden und darauf antworten

Menschen, die mein Leben prägen

  • Wohin ich gehöre – wem ich vertraue
  • Ich brauche jemanden, der mich annimmt (Sir 6,14)

Menschen erleben: Gott liebt uns, er hält zu uns

  • Gott sorgt – der gute Hirte (Ps 23; Lk 15,3–7)
  • Gott segnet – die Jakobserzählung (Gen 27–33)

Auf die Gegenwart Gottes antworten

  • Beten: danken, bitten, loben, schweigen, klagen, singen, tanzen, …
  • Gebetsräume, Gebetszeiten

Themenfeld 2.2 MITEINANDER LEBEN – IN JESUS GOTT BEGEGNEN

Grundanliegen:

Sich der Vielfalt von Begegnungen bewusst werden

Gottes Liebe im Umgang Jesu mit den Menschen entdecken und neue Handlungsmöglichkeiten sehen

Miteinander leben

  • Auf vielfältige Weise einander begegnen
  • Einander zum Segen werden

In Jesus Gott begegnen

  • Sehend werden – Heilung eines Blinden bei Betsaida (Mk 8,22–25)
  • Heil werden – Tochter des Jairus (Mk 5,21–24.35–43)
  • Aufbrechen – Männer und Frauen gehen mit Jesus mit (Lk 8,1–3; Mt 4,18–22)

Themenfeld 2.3 EMPFANGEN UND GEBEN – GOTT SCHENKT UNS SEINEN SOHN

Grundanliegen:

Empfangen und Schenken als Grunderfahrungen des Menschen wahrnehmen

Die Geburt Jesu als Geschenk Gottes feiern

Beschenkt werden und schenken

  • Grunderfahrung des Schenkens und des Beschenktwerdens
  • Leben ist Geschenk

Gott schenkt Leben – Unerwartetes geschieht

  • Elisabet und Maria (Lk 1,5–45)
  • Gegrüßet seist Du, Maria

Gott schenkt sich selbst – in Jesus ist er uns ganz nahe

  • Weihnachtsevangelium (Lk 2,1–20)

Themenfeld 2.4 SICH NACH DEM HEIL SEHNEN – GOTT ERMÖGLICHT VERSÖHNUNG

Grundanliegen:

Auf die Auswirkungen des eigenen Handelns aufmerksam werden

Neue Wege suchen und sich von Gottes Liebe aufrichten lassen

Menschen sehnen sich nach dem Guten

  • Wahrnehmen, wer ich bin
  • Schuldig werden
  • Versöhnung erfahren: Zeichen und Gesten der Versöhnung

Jesus sagt den Menschen Gottes Vergebung zu

  • „Deine Sünden sind dir vergeben“ (Lk 5,17–26)
  • „Dein Glaube hat dir geholfen“ (Lk 7,36–50)
  • „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt“ (Lk 19,1–10)

Gottes Vergebung erfahren

  • Wege der Versöhnung
  • Der barmherzige Vater (Lk 15,11–32)
  • Das Sakrament der Versöhnung

Themenfeld 2.5 FÜREINANDER DASEIN – JESUS LEBT FÜR UNS

Grundanliegen:

Brot in seiner Bedeutung wahrnehmen

Die geheimnisvolle Gegenwart Jesu in Brot und Wein feiern

Brot Nahrung für das Leben

  • Brot für Leib und Seele

Jesus – das Brot des Lebens

  • Brot für alle (Joh 6,1–15)
  • Die Gegenwart Jesu – das letzte Abendmahl (Lk 22,14–20)

Jesu Leben für andere – über den Tod hinaus

  • Jesus, das lebendige Brot – Emmaus (Lk 24,13–35)

Themenfeld 2.6 MAHL FEIERN – JESUS IN DER EUCHARISTIE BEGEGNEN

Grundanliegen:

Über die Erfahrungen des Miteinander-Mahlfeierns die Bedeutung der Eucharistiefeier verstehen lernen

Um einen Tisch versammelt

  • Gemeinsames Essen verbindet
  • Miteinander feiern

Mit dem Auferstandenen Mahl feiern

  • Jesus lädt uns ein
  • Das Wort Gottes hören
  • Jesus begegnet uns in Brot und Wein (Apg 2, 46–47)
  • Gesegnet in den Alltag gehen

Fronleichnam – Feier der bleibenden Gegenwart Jesu unter uns

Themenfeld 2.7 EINANDER BESTÄRKEN – GOTT BEGLEITET UNS

Grundanliegen:

Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden und für eine gerechte Gesellschaft eintreten

Gott geht alle Wege mit

  • Josefsgeschichte (Gen 37–50)

Meinen Stärken auf der Spur

  • Was mich stark macht
  • Wie wir einander bestärken können

Der Geist der Stärke

  • Die Apostel handeln im Geist Jesu (Apg 5,12–16)
  • Menschen handeln heute im Geist Jesu

3. Schulstufe MITEINANDER UNTERWEGS SEIN – GOTT BEGLEITET UNS Themenfeld 3.1 GEMEINSAM LEBEN – MIT GOTT VERBUNDEN SEIN

Grundanliegen:

Das Leben in Gemeinschaft als Gabe und Aufgabe sehen und Gott als geheimnisvolle Mitte erahnen

Gemeinschaft stärkt und fordert heraus

  • Leben in Gemeinschaften als Gabe und Aufgabe
  • Glaube lebt in Gemeinschaft

Gott inmitten der Menschen

  • Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst (Ps 8)
  • Jesu Versprechen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20)
  • Jesu Zusage und Auftrag: „Der Friede sei mit euch“ (Joh 20,19–23)

Themenfeld 3.2 GEMEINSAM UNTERWEGS SEIN – GOTT GEHT MIT

Grundanliegen:

Das eigene Leben als Glaubensweg deuten und in der Exoduserzählung Rettung und Befreiung durch Gott erkennen

Wegerfahrungen

  • Spuren des Glaubens im Alltag
  • Persönliche Wegerfahrungen

Gott geht mit – die Exodusgeschichte

  • Mit Jahwe den Aufbruch wagen (Ex 1–11)
  • Jahwe rettet und befreit (Ex 12–20; Num 13,18–20.25–28)
  • Gott geht auch meine Wege mit

Themenfeld 3.3 EINE HEILE WELT ERSEHNEN – GOTT RETTET

Grundanliegen:

Die Welt in ihrer Brüchigkeit und die Sehnsucht nach Rettung wahrnehmen

Jesus als den von Gott verheißenen Retter feiern

Wenn Wege auseinander führen

  • Brüche und Aufbrüche
  • Auf Herbergssuche sein

Menschen sehnen sich nach Heil

  • Hoffnungsbilder
  • Propheten verheißen den Messias (Jes 7,14b; Jes 11,1–10)

Weihnachten: Christus, der Retter ist da

  • Erfüllte Verheißung (Lk 1,46–56)
  • Der freudenreiche Rosenkranz
  • Gott rettet (Mt 1,18–25)

Menschen auf der Suche nach Gott

  • Huldigung der Sterndeuter (Mt 2,1–12)

Themenfeld 3.4 EINANDER ERMUTIGEN – AUS GOTTES FÜLLE LEBEN

Grundanliegen:

In biblischen Erzählungen die Zusage Gottes entdecken: Gott will ein Leben in Fülle für alle

Spuren des Reiches Gottes im eigenen Leben finden

Einander ermutigen und aufrichten

  • Erfahrung von Ermutigung und Zuspruch
  • Liebe lernen (Buch Rut)
  • Jesus richtet auf – die gekrümmte Frau (Lk 13,10–17)

Gott will ein Leben in Fülle

  • Senfkorn und Sauerteig (Mt 13,31–33)
  • Vom Schatz im Acker und von der Perle (Mt 13,44–46)
  • Die Seligpreisungen (Mt 5,1–12)

Themenfeld 3.5 MIT GRENZEN LEBEN – GOTTES ERLÖSENDER KRAFT VERTRAUEN

Grundanliegen:

Grenzen erkennen und mit ihnen leben lernen

Aus dem Glauben an die Auferstehung neue Kraft gewinnen

Wenn ein Lebensweg zum Kreuzweg wird

  • Grenzen erleben
  • Leidvolle Wege
  • Der Kreuzweg Jesu
  • Der schmerzhafte Rosenkranz

Jesus überwindet Sünde und Tod

  • Die Botschaft des Engels: „Er ist auferstanden“ (Mt 28,1–8)
  • Die Botschaft des Auferstandenen: „Fürchtet euch nicht“ (Mt 28,9–10)
  • Christi Himmelfahrt (Apg 1,1–11)

Neues bricht auf – das Leben feiern

Neuanfänge im Alltag

Themenfeld 3.6 ALS BESCHENKTE DANKBAR SEIN – ERLÖSUNG FEIERN

Grundanliegen:

Mit dem Aufbau der Heiligen Messe vertraut werden und diese als Feier des neuen Lebens verstehen

Eucharistie feiern – Geschenk der Erlösung

  • Die Frohe Botschaft hören
  • Geheimnis des Glaubens: „Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“
  • „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19b)

Der Aufbau der Heiligen Messe

Themenfeld 3.7 IN GEMEINSCHAFT DAS LEBEN WAGEN – DURCH GOTTES GEIST VEREINT UND ERMUTIGT

Grundanliegen:

Die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden in ihren Anfängen und ihrem bleibenden Auftrag kennen lernen und von ihren Aufgaben, Visionen und Taten hören

Lebendige Gemeinschaft wird sichtbar

  • Was eine Gemeinschaft lebendig macht
  • Das Leben der Urgemeinde: Gemeinschaft, Teilen, Mahl halten, Lobpreis (Apg 2,42–47)

Menschen verkünden das Wort Gottes, handeln in seinem Geist und werden Gemeinde

  • Die Berufung des Saulus (Apg 9,1–30)
  • Gottes Geist führt zusammen (Apg 13–28)

Kirche – Volk Gottes unterwegs – Haus aus lebendigen Steinen

  • Was eine Pfarrgemeinde lebendig macht

4. Schulstufe DIE WELT MITGESTALTEN – GOTT RUFT UND ERMUTIGT UNS Themenfeld 4.1 WUNDER IN DER WELT ENTDECKEN – DIE SCHÖPFUNG ALS GESCHENK GOTTES BEGREIFEN

Grundanliegen:

Die Welt in ihrer Vielfalt entdecken, dankbar und verantwortungsvoll mitgestalten und Gott als Schöpfer bekennen

Unsere Welt – vielfältig und geheimnisvoll

  • Die Welt entdecken, ergründen und bestaunen
  • Menschen fragen: Woher kommen wir und wohin gehen wir

Die Welt ist Gottes Schöpfung und Geschenk

  • Gottes Atem schafft Leben (Gen 2,4b–25)
  • „Lobe den Herrn, meine Seele“ (Ps 104)
  • „Preist den Herrn, all ihr Werke des Herrn“ (Dan 3,57–82)
  • Menschen übernehmen Verantwortung für die Schöpfung

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“

Themenfeld 4.2 DAS LEBEN GESTALTEN – AUF GOTTES WEISUNGEN ACHTEN

Grundanliegen:

In den Geboten Gottes Orientierung und Hilfe für ein geglücktes Leben finden

Mein Leben – meine Welt

  • In verschiedenen Welten leben
  • Die Gestaltung unseres Lebensraumes
  • Sich nach geglücktem Leben sehnen – Allerheiligen, Allerseelen

Gottes Gebote als Weisung für ein Leben in Freiheit und Verantwortung

  • Gott will, dass es den Menschen gut geht (Joh 5,1–9; Mk 2,23–28)
  • Gott führt in die Freiheit (Gal 5,1; Ex 20,1–2)
  • Die zehn Gebote (Ex 20,1–17)

Themenfeld 4.3 VIELE STIMMEN RUFEN – AUF GOTTES RUF HÖREN

Grundanliegen:

Sich von Gott gerufen wissen und die Menschwerdung Gottes feiern

Vieles spricht an und fordert heraus

  • Ich bin gerufen und gemeint
  • Ich kann entscheiden und antworten

Gott spricht Menschen an – sie hören sein Wort und antworten

  • Abraham, Sara, Hagar (Gen 12–22)
  • Johannes der Täufer (Lk 3,1–20)

Gott wird Mensch – Weihnachten

  • Der Engel des Herrn
  • Simeon und Hanna bezeugen die Menschwerdung Gottes (Lk 2,25–38)
  • Gott wird Mensch, auch heute

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube (…) an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.“

Themenfeld 4.4 ORIENTIERUNG SUCHEN – SICH NACH DER BOTSCHAFT JESU RICHTEN

Grundanliegen:

In der Nachfolge Jesu Orientierung für die eigene Lebensgestaltung finden

Ins Leben gehen – Orientierung suchen

  • Traditionen prägen
  • Menschen als Wegweiser
  • Menschenrechte – Kinderrechte
  • Die Goldene Regel (Mt 7,12)

Auf Jesus schauen – Orientierung finden

  • Jesus lebt in der Tradition des Judentums – der zwölfjährige Jesus im Tempel (Lk 2,41–52)
  • Jesus hört die Not (Mt 15,21–28)

Jesus nachfolgen – Lieben lernen

  • Das Gebot der Liebe (Mk 12,28–34)
  • Der barmherzige Samariter (Lk 10,25–37)
  • Die Werke der Barmherzigkeit (Mt 25,35–40)

Themenfeld 4.5 DEM LEID BEGEGNEN – SICH IN DUNKLEN STUNDEN VON GOTT BEGLEITET WISSEN

Grundanliegen:

Leid als Teil unseres Lebens sehen und in der Botschaft vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu den Grund unseres Glaubens und unserer Hoffnung erkennen

Leid und Unheil fordern heraus

  • Erfahrungen von Abschied, Verlust und Sterben
  • Menschen stehen einander bei – mitfühlen, mittragen und trösten

Menschen fragen – Warum lässt Gott uns leiden?

  • Klagepsalmen (Ps 13; Ps 22,2)

Jesus vertraut im Leid auf Gott

  • Die Leidensgeschichte (Mt 26–27)

Der Auferstandene gibt Hoffnung über den Tod hinaus

  • Die Feier der Osternacht
  • Die Auferweckung Jesu (1 Kor 15,1–7)
  • Dem Auferstandenen begegnen – Jesus und Thomas (Joh 20,24–29)
  • Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14,1–6)

Christinnen und Christen bekennen:

„(…), gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Themenfeld 4.6 VON GEMEINSAMEN IDEEN GETRAGEN SEIN – MIT CHRISTUS KIRCHE WERDEN

Grundanliegen:

Die Kraft gemeinsamer Ideen entdecken, den Glauben bekennen und das Heilshandeln für die Menschen als Auftrag der Kirche begreifen

Der Glaube an Jesus Christus breitet sich aus und lebt in der Kirche fort

  • Der Auftrag des Auferstanden (Mt 28,16–20)
  • Begabungen, Berufungen, Dienste und Ämter (1 Kor 12,4–11)
  • Miteinander verbunden – Ortskirche und Weltkirche

Christinnen und Christen bekennen und feiern den gemeinsamen Glauben

  • Gebetsschatz der Kirche
  • Liturgische Feiern

Christinnen und Christen bekennen:

„Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige Katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen“

Themenfeld 4.7 UNTERWEGS MIT ALLEN MENSCHEN – MIT GOTT DEN FRIEDEN WAGEN

Grundanliegen:

Gemeinsames und Unterscheidendes der Konfessionen und Religionen entdecken und in Solidarität für Mensch und Welt gemeinsam handeln

Menschen suchen und fragen nach Gott

  • Die Christlichen Konfessionen – Ökumene
  • Die Abrahamitischen Religionen
  • In Wertschätzung einander begegnen

Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung als gemeinsame Aufgaben aller Menschen

  • Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit und Frieden
  • Menschen arbeiten für eine gerechte Welt und für die Bewahrung der Schöpfung

Gottes Verheißung

  • Am Ende der Tage wird es geschehen (Mi 4,1–5)
  • Ein neuer Himmel und eine neue Erde (Offb 21,1–4)

Volksschule Oberstufe

Für die Volksschule Oberstufe siehe die Bekanntmachung für den Katholischen Religionsunterricht an Hauptschulen, BGBl. II Nr. 571/2003.

b) Evangelischer Religionsunterricht

Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 395/2019 in der jeweils geltenden Fassung

c) Altkatholischer Religionsunterricht.

Allgemeine Bestimmungen und didaktische Grundsätze.

  1. 1.
    Die allgemeinen Bestimmungen und die didaktischen Grundsätze der vom Bundesministerium für Unterricht durch Verordnung festgesetzten Lehrpläne für die allgemeinbildenden Pflichtschulen sind nach gegebener Möglichkeit anzuwenden.
  2. 2.
    Werden Schüler von mehreren Schulstufen zu einer Religionsunterrichtsgruppe zusammengezogen, so kann eine entsprechende Wechselfolge der Lehrpläne einsetzen.
  3. 3.
    Es liegt in der Verantwortung der Religionsunterrichtsleitung und der Religionslehrkraft, die Lehrstoffverteilung jeweils unter Beobachtung des Stundenausmaßes, der Leistungsfähigkeit und der Stufenzusammensetzung der Religionsunterrichtsgruppe zu erstellen.

Allgemeines Bildungsziel.

Das Ziel des altkatholischen Religionsunterrichtes ist es, Persönlichkeiten heranzubilden, die sich ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen bewußt sind. Der Religionsunterricht hat daher die Aufgabe, die Schüler mit Kenntnissen und Werthaltungen auszustatten, die sie befähigen, ihr Leben nach christlichen Grundsätzen einzurichten sowie aktive und wertvolle Mitglieder ihrer Kirche, des Staates und der menschlichen Gesellschaft zu werden.

Bildungs- und Lehraufgaben.

Grundstufe I (erste und zweite Schulstufe):

Lehrstoff:

Die Einführung in den Religionsunterricht soll vom Lebenskreis des Kindes, dem Elternhaus, sowie der Schule ausgehen und die Grundbegriffe einer christlichen Persönlichkeitsbildung an das Kind herantragen.

(Sofern Schüler der zweiten Schulstufe zu einer Religionsunterrichtsgruppe zusammengezogen werden, ist nach den Bildungs- und Lehraufgaben eine Vertiefung und Erweiterung der in der ersten Schulstufe erworbenen Bildung anzustreben.)

Es soll der Schüler mit dem Beten (Anlaß, Form, Inhalt und Ort des Betens im allgemeinen Sinne) und der Kirche als Ort des gemeinsamen Gottesdienstes vertraut gemacht werden.

Die christlich-sittliche Erziehung soll die Glaubens- und Sozialbeziehungen des Schülers berücksichtigen.

In den Mittelpunkt des Unterrichtes ist zu

stellen:

Gott und die Schöpfung (Mensch, Tier und Pflanze, das Lebende in Gottes Welt).

Das Heilighalten Gottes (der Sonntag, Feste des Kirchenjahres, der Kindergottesdienst und das „Vaterunser“).

In diesem Rahmen sind Gottes Gebote zu behandeln, ohne deren Wortlaut zum Gegenstande des Unterrichtes zu machen.

Im Hinblick auf den umschriebenen Lehrstoff sind Geschichten aus dem Neuen Testament auszuwählen.

Ebenso ist in Verbindung mit dem Lehrstoff eine Auswahl von Gebeten und Liedern zu treffen.

Grundstufe II (dritte und vierte Schulstufe):

Lehrstoff:

Die Hauptaufgabe der Lehrplan-Mittelstufe ist es, den Schülern das Verständnis christlicher Glaubens- und Lebensgrundlagen an Hand der Bibel im allgemeinen zu vermitteln. Dabei sind die Feste und Festkreise des Kirchenjahres zu beachten. Eine Auswahl von Liedern und Gebeten ist in Verbindung mit dem Lehrstoff zu treffen.

D r i t t e S c h u l s t u f e:

Das Alte Testament in Auswahl, soweit es für die Darstellung der Glaubensumwelt von Jesus, dem Christus, und seinem Wirken von Bedeutung ist.

Der Kindergottesdienst in Einzelauswertung.

V i e r t e S c h u l s t u f e :

Das Neue Testament in Auswahl.

Gottes Gebote und Sakramente im Überblick.

Lehrplan der Volksschuloberstufe.

Für die Erteilung des Religionsunterrichtes an der Volksschuloberstufe sind die Bildungs- und Lehraufgaben der entsprechenden Hauptschulstufen nach Möglichkeit in Anwendung zu bringen.

d) Israelitischer Religionsunterricht.

Lehrziel:
Der israelitische Religionsunterricht an allen Lehranstalten, in allen Klassen, bei allen Altersstufen hat die Aufgabe, die jüdische Jugend religiös-sittlich zu erziehen, sie zur Teilnahme am religiösen Leben zu befähigen, von der Erhabenheit unseres Glaubens zu überzeugen, sie in ihrer Selbstachtung zu bestärken schon im Hinblick auf die Größe unserer mehrtausendjährigen Geschichte, auf den unüberbietbaren Opfermut und Opferwillen des jüdischen Volkes, dessen Mentalität sich auch in unseren Tagen beim Werden des altneuen ISRAEL dokumentierte.
Zur Erreichung dieses Lehrzieles dienen an der vierklassigen Volksschule die Unterweisung in der Biblischen Geschichte, in den wichtigsten Lehren des Judentums, die Einführung in das Verständnis des Gebetbuches durch Unterricht der hebräischen Sprache, durch Teilnahme am Jugendgottesdienst, durch Anschauungsunterricht biblischer Themen und der Aufbauarbeit im Lande ISRAEL.

Lehrstoff:

Die nachstehende Lehrstoffverteilung hat in vollem Ausmaße nur an jenen Lehranstalten Geltung, an denen der israelitische Religionsunterricht klassenweise erteilt wird. In Abteilungen, die infolge Schülermangels, zwei oder mehrere Klassengruppen umfassen, hat der Religionslehrer auf Grund der ihm von seiner Religionsbehörde erteilten Instruktion eine dem Schülermaterial entsprechende Auswahl zu treffen.

Vierklassige Volksschule:

E r s t e K l a s s e:

  1. a)
    Erzählungen aus der Biblischen Geschichte:
    1. 1.
      Gott ist Schöpfer der Welt. Der Sabbat
    2. 2.
      Adam und Eva. Kain und Abel.
    3. 3.
      Die Sintflut — Noah.
    4. 4.
      Turmbau zu Babel.
    5. 5.
      Abraham: seine Berufung. Abrahams Friedensliebe und Gastfreundlichkeit.
  2. b)
    Hebräisch: Bei Beginn des dritten Quartals:
    Leseübung in der Fibel — ungefähr die Hälfte der vorhandenen Leseübungen der Buchstaben. Memorieren des „Sch`ma-Gebetes“ bis „M`odecha“ mit der Übersetzung. Einige Wortbegriffe aus dem jüdischen Leben. Segensspruch über Brot. Sprechübungen: die hebräische Benennung der Gegenstände im Schulzimmer.

Z w e i t e K l a s s e:

  1. a)
    Erzählungen aus der Biblischen Geschichte. Nach der Wiederholung des Lehrstoffes der ersten Klasse, wobei die Schöpfungsgeschichte mit den einzelnen Tagen angeführt wird.
    1. 1.
      Abrahams Menschenliebe, Untergang Sodoms.
    2. 2.
      Abrahams Opferbereitschaft — Isaak.
    3. 3.
      Sarahs Tod — Höhle Machpela.
    4. 4.
      Elieser, der treue Diener — Rebekka.
    5. 5.
      Esau und Jakob.
    6. 6.
      Erzählungen aus dem Leben Jakobs bis zu seiner Heimkehr. Der Name Israel — jetzt auch der Name des Landes.
  2. b)
    Hebräisch: Wiederholung des Lehrstoffes der ersten Klasse. Beendigung der Leseübungen in der Fibel. Das „Sch`ma-Gebet“, erster Abschnitt mit der Übersetzung. Segenssprüche beim Händewaschen und beim Genuß von Baum- und Erdfrüchten. Einige Anschauungsbegriffe aus dem religiösen Leben, zum Beispiel Benennung der Feiertage, Hagadah, Seder, Thora. Sprechübungen aus dem durchgenommenen hebräischen Lehrstoff und Benennung von Gegenständen im Elternhaus.

D r i t t e K l a s s e:

  1. a)
    Erzählungen aus der Biblischen Geschichte: Wiederholung des bisher durchgenommenen Lehrstoffes. Aus dem Lehrbuch „Biblische Geschichte“ die Erzählungen der Bibel von Joseph und seine Brüder“ bis zum „Durchzug durch das Rote Meer“.
  2. b)
    Hebräisch: Leseübungen aus dem Jugendgottesdienstbuch. Einzelne Stücke des Jugendgottesdienstes, und zwar „Aschre“ — die „Tefilla“ (die ersten drei Benediktionen). Tischgebet — erster Abschnitt. Die Chanuka — Segenssprüche, Wiederholung der Segenssprüche über Genußmittel. Wortbegriffe und Sprechübungen aus dem durchgenommenen Lehrstoff.

V i e r t e K l a s s e:

  1. a)
    Erzählungen aus der Biblischen Geschichte. Wiederholungen des bisher durchgenommenen Lehrstoffes. Aus dem Lehrbuch „Biblische Geschichte“ die „Wanderung der Israeliten durch die Wüste“ bis zum „Tode Mosis“, die Zehn Gebote. Die Fest- und Gedenktage sind jeweils vor dem Eintritte derselben in allen Klassen der Volksschule zu behandeln, ebenso ist der Anschauungsunterricht unter Benützung von Illustrationen biblischer und nachbiblischer Themen zu pflegen.
  2. b)
    Hebräisch: Wiederholung des bisher durchgenommenen Lehrstoffes. Im Jugendgottesdienstbuch der Freitag-Abend-Gottesdienst an der Hand der deutschen Übersetzung. Einübung der synagogalen Gesänge. Beim Unterricht der Mädchen auch die Segenssprüche beim Anzünden der Sabbat- und Feiertagslichter; bei den Knaben die Segenssprüche beim Aufruf zur Thora. Erzählungen aus dem Lande Israel in biblischer und neuer Zeit.

SECHSTER TEIL.
BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN, LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE DER VERBINDLICHEN ÜBUNGEN DER VORSCHULSTUFE

Sachbegegnung Bildungs- und Lehraufgabe:

Aufgabe der verbindlichen Übung Sachbegegnung ist das Bewusstmachen sozialer und gegenständlicher Sachverhalte der unmittelbaren Umwelt des Kindes, Grundlegung von Einsichten und Einstellungen, sowie eine allmähliche Erweiterung des Verhaltens, des Wissens und Könnens sowie der Lern- und Arbeitsweisen in diesem Bereich auf Grund eigener Erfahrungen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • ausgehend vom natürlichen Neugierverhalten zunehmend zum Klären, Deuten und Handeln in ihrer sozialen und gegenständlichen Umwelt angeregt werden,
  • ihre eigenen Lernerfahrungen durch neue Arbeitsweisen erweitern,
  • Entwicklungsrückstände im Erfassen der sozialen und gegenständlichen Umwelt verringern bzw. aufholen,
  • zunehmend befähigt werden, Umwelteindrücke und Erfahrungen zu verbalisieren.

Die verbindliche Übung Sachbegegnung nimmt ihre Inhalte aus folgenden Erfahrungs- und Lernbereichen:

  • Gemeinschaft
  • Natur
  • Raum
  • Zeit
  • Wirtschaft
  • Technik

Lehrstoff:

Bei der Auswahl der Lehrstoffe sind Themenbereiche aufzugreifen, die bereichs- und fachübergreifendes Lernen zulassen.

Erfahrungs- und Lernbereich Gemeinschaft

Orientierung im neuen Lebensraum

  • In kontaktbehaglicher Atmosphäre einander vorstellen und kennen lernen
  • Die Klasse als neue Gemeinschaft akzeptieren

Zusammenleben

  • Spiel- und Arbeitsregeln finden und einhalten
  • Die Gemeinschaft mitgestalten
  • Arbeiten gemeinsam ausführen
  • Umgangsformen beachten (einander helfen, zuhören, aufeinander Rücksicht nehmen, …)

Schule als Gemeinschaft

  • Andere Personen bzw. andere Klassen im Schulhaus kennen lernen
  • An der Schulgemeinschaft mitwirken

Die Familie als Lebensgemeinschaft

  • Das Zusammenleben in der Familie Familienmitglieder
  • Gleichberechtigung von Frau und Mann, Aufgabenteilung
  • Liebe und Partnerschaft
  • Wenn ein Baby kommt (Schwangerschaft, Geburt, Säuglingsalter, …)

Erfahrungs- und Lernbereich Natur

Begegnung mit Tieren und Pflanzen um uns

  • Kinder betreuen Tiere und Pflanzen und berichten darüber (Tiere und Pflanzen in der Wohnung, in der Klasse, …)
  • Tiere und Pflanzen, die wir beobachtet haben (im Park, im Wald, auf der Wiese, am Wasser, …)
  • Gemeinsame Merkmale und Unterschiede finden (zB Tiere mit Fell; Tiere, die schwimmen können usw.)
  • Tiere und Pflanzen bringen Freude, aber auch Gefahren (sachgemäßer Umgang mit Tieren, gefährliche Tiere bzw. Pflanzen, …)

Naturerscheinungen

  • Beobachtungen und einfache Versuche machen
  • Tageszeiten (Tag, Nacht)
  • Himmelskörper
  • Wetter
  • Jahreszeiten

Natur- und Umweltschutz

  • Zum Natur- und Umweltschutz beitragen (Abfall richtig trennen; Energie sparen)

Kind und Gesundheit

Der eigene Körper

  • Körperteile benennen, Sinneseindrücke bewusst erleben
  • Regelmäßige Körperpflege/Zahnpflege
  • Bewegung und Sport
  • Freude und Wohlbefinden

Ernährung

  • Vom Essen und Trinken (vielseitige Ernährung, Flüssigkeitsbedarf,…)
  • Richtiger Umgang mit Lebensmitteln (Sauberkeit, Frische)

Gefahren für unsere Gesundheit

  • Umgang mit technischen Geräten, mit elektrischem Strom; mit Medikamenten; Reinigungsmitteln; mit alkoholischen Getränken, …)

Krank sein

  • Von verschiedenen Krankheiten
  • Ärztin bzw. Arzt, Zahnärztin bzw. Zahnarzt, Krankenhaus,…

Abbau übertriebener Ängste

  • Wovor wir Angst haben
  • Verhalten in Situationen, die Kindern Angst machen

Erfahrungs- und Lernbereich Raum

Orientierung

  • in der neuen Umgebung
  • auf dem Schulweg
  • Einrichtung der Klasse (Bezeichnung, Lage und Funktion der Einrichtungsgegenstände)
  • Räumlichkeiten der Schule (deren Lage und Funktion)
  • Orientierungsspiele und -aufgaben in Klasse und Schule
  • Orientierungsgesichtspunkte finden und beschreiben Wege beschreiben
  • (Querverbindungen zur Verkehrserziehung herstellen)

Raumlagebegriffe und Raumlagebeziehungen

  • Links, rechts, oben, unten, … (Querverbindungen zur Mathematischen Früherziehung herstellen)

Arbeit mit Modellen

  • Räumliche Gegebenheiten mit Bausteinen darstellen
  • Selbst hergestellte Modelle verwenden (Einrichtung der Klasse planen; mein Wunschzimmer; …)

Erfahrungs- und Lernbereich Zeit

Tagesablauf erfassen

  • Den Tagesablauf gliedern (am Morgen; am Nachmittag; in der Klasse; in den Ferien; … )
  • Zeitliche Begriffe wie heute, gestern, morgen, … verwenden

Die Uhr

  • Verschiedene Uhren
  • Erkennen der Uhrzeit vorbereiten (Stunden, halbe Stunde,…)

Größere Zeitabschnitte

  • Wochenablauf, Wochentage, Jahreszeiten,
  • Gliedern des Jahres durch Feste und Feiern

Erinnerungen

  • Sich an Kindergartenzeit, an Geburtstage, Feste, Ereignisse erinnern …
  • Woran sich andere Menschen erinnern (Großeltern, Eltern, Verwandte, Bekannte)
  • Viele Dinge sahen früher anders aus (Spielsachen, Kleidung, Fahrzeuge, Wohnung)

Erfahrungs- und Lernbereich Wirtschaft

Die Familie als Wirtschaftsgemeinschaft

  • Wirtschaften in der Familie (Zusammenhang Arbeit – Verdienst – Geld ausgeben)
  • Dinge, die wir zum täglichen Leben brauchen (Lebensmittel, Kleidung, …)
  • Unterschiedliche Wohn- und Lebensbedingungen
  • Wünsche und Wunscherfüllung

Arbeit und Arbeitsstätten

  • Arbeit der Eltern
  • Ausgewählte Berufe und Arbeitsstätten kennen lernen (zB Polizistin bzw. Polizist, Ärztin bzw. Arzt, Handwerksberufe; Post, Feuerwehr, …)
  • Erstes Kennen lernen der Arbeitswelt

Erfahrungs- und Lernbereich Technik

Wie Dinge funktionieren

  • Funktionsweise ausgewählter Geräte und Maschinen aus der Umgebung des Kindes kennen lernen (Haushaltsgeräte, Taschenlampe, Rad, …)

Gefahren der Technik

  • Sachgemäßer, sicherer Umgang mit einfachen Geräten
  • Handhabung von Werkzeug
  • Umgang mit elektrischem Strom (zB Steckdose, elektrische Geräte, Spielsachen, PC …)

Medien informieren und unterhalten

  • Bewusstes Ansehen bzw. Anhören von Fernseh-, Rundfunksendungen, CD, Kassetten, Videos, …
  • Spiele und Lernen mit dem Computer

Gefahren der Medien

  • Anbahnen einer kritischen Haltung beim Gebrauch der Medien

Didaktische Grundsätze:

Der Unterricht geht von den sehr unterschiedlichen Lebens- und Lernerfahrungen der Kinder aus, hebt sie ins Bewusstsein, verdeutlicht, klärt bzw. ordnet sie und erweitert sie durch neue Erfahrungen und Einsichten. Dabei ist auf die Weckung und Pflege der Motivation, auf die Förderung der Wahrnehmungs- und Handlungsfähigkeit, auf das soziale Lernen, auf die Erweiterung des Sprachgebrauchs sowie auf das Gewinnen und Sichern von Grundeinsichten und -einstellungen besonderer Wert zu legen. In diesem Zusammenhang sind die zahlreichen Möglichkeiten des Beobachtens, Vergleichens und Erprobens zu konkreten Sachverhalten in und außerhalb der Klasse zu nützen.

Verkehrserziehung Bildungs- und Lehraufgaben

In der Vorschulstufe soll Verkehrserziehung eine kritische und verantwortungsbewußte Einstellung zum Straßenverkehr wecken.

Im einzelnen soll Verkehrserziehung

  • die optische und akustische Wahrnehmungsfähigkeit gezielt fördern,
  • Motorik, Reaktions- und Konzentrationsvermögen schulen,
  • verkehrsgerechtes soziales Verhalten anbahnen,
  • zu richtigem Verhalten als Fußgänger und als Mitfahrer hinführen
  • entsprechende Kenntnisse vermitteln,
  • dazu führen, Polizeibeamtinnen als Helferinnen bzw. Polizeibeamte als Helfer anzuerkennen (Abbau von Angst).

Lehrstoff

Verkehrserziehung als soziales Lernen

Partnerverständnis aufbauen und angstfrei gestalten

Verschiedene Verkehrspartner in verschiedenen Verkehrssituationen

Behinderte im Verkehrsgeschehen

Einsatzpersorial – Funktionserklärung,,,Angstabbau“

Kontaktaufnahme mit Verkehrsteilnehmern

Verschiedene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme besprechen

Vorbildfunktion anderer Menschen

kritisch sehen und beurteilen

und im Spiel erfahren (Blickkontakt, Handzeichen, ... )

Im Spiel und in der Realität bestimmte (richtige und falsche)

Verhaltensweisen darstellen, verbalisieren und kritisch beurteilen

Verständnis für die Notwendigkeit von Verkehrsregeln wecken

In unterschiedlichen Situationen einfache Verkehrsregeln beobachten, üben und unter dem Gesichtspunkt der gegenseitigen Rücksichtnahme anwenden

Umwelterfahrung

Der Schulweg

Mein sicherer täglicher Schulweg (der sichere Umweg)

Mögliche Veränderungen auf dem Schulweg (Witterungseinflüsse, Licht- und Sichtverhältnisse, besondere Verkehrssituationen,...)

Das Verkehrsgeschehen unter besonderen

Bedingungen

Veränderungen bringen Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer (Straßenglätte, Nebel, ...)

Besondere Reaktionen anderer erwarten (Straßenglätte – Bremsweg, Nebel – Sichtweite, .. )

Baustelle

Seh- und Hörerziehung

Schulung der optischen und akustischen Wahrnehmungsfähigkeit

Spezifische Zeichen und Signale unterscheiden, bewußt wahrnehmen und darauf entsprechend reagiere

Schulung des Bewegungssehens

Bewegungsabläufe bewußt wahrnehmen und verfolgen (die Bewegung eines Fahrzeuges, ... )

Schätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten

Begriffe klären: weit – nahe, langsam – schnell,...

Größe und Entfernung vergleichen Verschieden lange Strecken abgehen (Schritte zählen, schätzen,…)

Sehen und gesehen werden

Verschiedene Spiele (,,blinde Kuh“,…)

Bestimmte Situationen besprechen, spielen und in der Realität erleben (Dunkelheit – helle Kleidung, ... )

Bewegungserfahrung – Bewegungserziehung

Kontrolliertes Bewegen

Gehen, laufen, springen, ... dabei ausweichen, nicht zusammen oder anstoßen

Nebeneinander, hintereinander gehen ...

Jemanden führen, jemandem folgen (Querverbindung auch zu Bewegung und Sport)

Gleichgewichtsübungen

Balanceübungen auf Bodenmarkierungen und auf Schnüren und Bänken (Querverbindung auch zu Bewegung und Sport)

Begriffsverständnis

Rechts – links, oben – unten, vorne – hinten, davor – dahinter, geradeaus – schräg, vorwärts – rückwärts, ...

Schulung des Reaktionsvermögens

Vielfältige Reaktionsübungen (Querverbindung auch zu rhythmisch-musikalischer Erziehung)

Richtig reagieren lernen (Mutter wartet auf der anderen Straßenseite, Ball auf der Straße, ...)

Verhalten im Straßenverkehr

Verkehrsteilnehmer:

Der Mensch als Teilnehmer am Straßenverkehr in verschiedenen Rollen

Kinder als Fußgänger und Mitfahrer, ihr Verhalten gegenüber

Fahrzeuglenkern

Begegnung verschiedener Verkehrsteilnehmer

Beobachten und Einschätzen verschiedener Verhalten im Straßenverkehr (Aggressionen, Ängstlichkeit, Hilfsbereitschaft, Vorsicht, partnerschaftliches Verhalten,...)

Aufzeigen und Besprechen von Gründen für bestimmte Verhaltensweisen

Verhalten in Unfallsituationen

Situationsgerechtes, altersgemäßes Handeln anbahnen (Hilfe holen, durch Neugier nicht behindern, sich selbst nicht in Gefahr bringen,...)

Verhalten bei der Überquerung (grundsätzliches Verhalten)

Stehenbleiben am Gehsteigrand oder an der Sichtlinie, Blicke nach allen Seiten, Beobachten der Verkehrssituation, Entscheidung zum Überqueren treffen, zugig gehen (bei Unsicherheit nicht zurückgehen, Fahrbahn nicht diagonal, sondern auf dem kürzesten Weg überqueren)

Überqueren an gesicherten Übergängen

Ampel und Handzeichen von Exekutive und Schülerlotsen als Überquerungshilfe

Funktion der Fußgängerampel

,,Grün“ heißt nicht unbedingt gehen (abbiegende Fahrzeuge)

Negatives Vorbild der Erwachsenen nicht übernehmen

Überqueren an ungesicherten Übergängen (siehe Verhalten bei der Uberquerung)

Achtung, Zebrastreifen ist kein „Schutzweg"!

Bodenmarkierungen (,,Spuren“ auf der Straße)

Hinweise auf Bodenmarkierungen und ihre Bedeutung, besonders im örtlichen Bereich des Kindes

Verkehrswege:

Unterscheiden und Benennen von Verkehrsflächen

Gehsteig, Über- und Unterführung, Zebrastreifen, Radweg, Fahrbahn; der Gehsteigrand als Grenze (Sichtlinie)

Bestimmte Verkehrsflächen für bestimmte Verkehrsteilnehmer

Gehsteig – Fußgänger

Radweg – Radfahrer

Fahrbahn – Auto

Verkehrsmittel:

Fahrzeuge, die das Kind selbständig benützt

Kinderfahrzeuge und deren richtige Handhabung (Roller, Rollschuhe, Skateboard, Kinderfahrrad, ...)

Verschiedene Fahrzeuge auf der Straße

Lastauto, Personenwagen, Einsatzfahrzeuge, öffentliche Verkehrsmittel, Schienenfahrzeuge, Bus, …

Merkmale der Fahrzeuge: Farbe, Form, Größe, Geräusche, Lichter usw., einspurig, mehrspurig

Finden von Unterschieden: große, kleine, stehende und fahrende, schnelle und langsame Fahrzeuge

Fahrzeuge in Bewegung

Vom Anfahren, Bremsen, Anhalten und Abbiegen, das Schleudern, der Zusammenstoß

Öffentliche Verkehrsmittel

Richtiges V erhalten an der Haltestelle beim Ein- und Aussteigen, in Verkehrsmitteln

Wichtige Verkehrsmittel

Verkehrsregeln:

Einsicht für die Notwendigkeit von Verkehrsregeln

Regelwissen nur so weit vermitteln, wie es im Hinblick auf verkehrssicheres Verhalten des Kindes notwendig ist: Überqueren der Fahrbahn, Gehen auf der Freilandstraße, Spielen auf Verkehrsflächen, ...

Verkehrsregeln beobachten, beschreiben und erklären

Regelung durch Exekutive – Handzeichen,...

Regelung durch Ampel – Bedeutung der Farben,...

Regelung durch Verkehrszeichen

Bewußtes Anwenden und Einüben der wichtigsten auf das Kind bezogenen Verkehrsregeln

Oftmaliges Üben in bestimmten Situationen (Gewöhnungseffekt!)

Didaktische Grundsätze

Ausgehend vom unterschiedlichen Entwicklungsstand der physischen und psychischen Anlagen des Schulanfängers wird Verkehrserziehung vorwiegend auf die Bereiche Reaktionsvermögen, Abstraktionsvermögen, Konzentrationsvermögen und Differenzierungsvermögen Einfluß zu nehmen haben.

Verkehrserziehung versteht sich auch als Teil des sozialen Lernens und soll daher den unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen der Kinder Rechnung tragen.

Verkehrserziehung kann grundsätzlich nicht isoliert betrachtet werden, sie soll immer auch in Verbindung mit den anderen verbindlichen Übungen der Vorschulstufe gesehen werden.

Bei der unterrichtlichen Arbeit ist von den Erfahrungen des Kindes in seiner Umwelt auszugehen.

Praktische Übungen sind zunächst im sicheren Raum (Schulhof, Spielplatz, Turnsaal, Verkehrsgarten, . . .) durchzuführen.

Erst später soll auch richtiges Verhalten in der Verkehrswirklichkeit trainiert werden, wobei die Beiziehung der Exekutive möglich ist. Bei all diesen Vorhaben ist der körperlichen Sicherheit der Kinder größte Aufmerksamkeit zu schenken. Kooperation mit den Erziehungsberechtigten und der Exekutive ist erforderlich.

Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben Bildungs- und Lehraufgabe:

Diese verbindliche Übung gliedert sich in „Sprache und Sprechen” und „Vorbereitung auf Lesen und Schreiben”.

Bei „Sprache und Sprechen” geht es im Einzelnen darum,

  • die Erweiterung der Sprachfähigkeit der Kinder behutsam zu fördern,
  • zu einer adäquaten Verwendung der Standardsprache hinzuführen – ausgehend von der individuellen Sprache des Kindes,
  • die verfügbaren sprachlichen Mittel der Kinder zu üben, zu erweitern und als Verständigungsmittel zunehmend besser und sicherer einsetzen zu lernen,
  • den kreativen Umgang mit Sprache zu fördern,
  • im Gebrauch der Sprache eine gewisse Sicherheit und Selbstständigkeit zu erreichen und
  • die Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit durch die Begegnung mit Literatur anzuregen, das Verständnis für die Umwelt anzubahnen und das schöpferische Denken zu fördern.

„Vorbereitung auf Lesen und Schreiben” hat die Aufgabe, sowohl die individuelle Motivation zum Lesen und Schreiben anzubahnen, zu entwickeln und zu fördern als auch die Grundleistungen für das Erlernen des Lesens und Schreibens zu sichern und dient der Sicherung des Wechsels nach § 17 Abs. 5 Schulunterrichtsgesetz.

Lehrstoff:

Situationsbezogenes Sprachhandeln

Alltagssituationen sprachlich bewältigen, zB Auskunft geben

Kinder informieren (zB in Frage-und-Antwort-Spielen)

über die eigene Person, über andere Personen

über Tiere, Gegenstände

über Sachverhalte (Situationen in der Schule, am Schulweg, in der Sachbegegnung)

Auskunft einholen

Kinder erkundigen sich

über Personen, Tiere, Sachverhalte

über Gegenstände (Name, Form, Farbe, Material, Geruch, Geschmack …)

Jemandem etwas wünschen

In verschiedenen Situationen jemandem entsprechende Wünsche ausdrücken (Wünsche zu Anlässen, zu Ereignissen, zu Vorhaben …)

Äußern von Bedürfnissen

In entsprechenden Handlungssituationen Bedürfnisse ausdrücken (zur Spielordnung, zur Sitzordnung, zur Raumordnung, zur Zeiteinteilung …)

Trösten, Helfen, in Schutz nehmen

Notsituationen bei Mitschülern erkennen und durch Sprachhandeln zu lösen versuchen

Grüßen, Bitten, Danken

In natürlichen Sprechsituationen

entsprechende Grußformen kennen lernen und anwenden (beim Kommen, beim Gehen, zu verschiedenen Tageszeiten…)

verschiedene Formen des Bittens und Dankens verwenden und ausbauen

Erzählen und Zuhören

Erlebtes und Beobachtetes erzählen

Den Kindern Gelegenheit geben, Erlebtes zu erzählen

Situationen schaffen, in denen die Kinder einen Vorgang beobachten und danach beschreiben können (Pflanzen setzen, Tisch decken …)

Bildgeschichten ordnen und erzählen lassen

Sensibilisierung der Wahrnehmungsfähigkeit (Kimspiele, „Geschichtenjagd“, …)

Zuhören und Verstehen

Die Aufnahmebereitschaft des Kindes wecken und fördern (geeignete Erzählsituationen schaffen, eventuell Aufmerksamkeitsübungen)

Die Aufnahmefähigkeit des Kindes beachten (Wechsel zwischen Zuhören und Mitreden, zwischen Stillsitzen und Mithandeln)

Den Kindern ausreichend Zeit geben, das Gehörte zu verarbeiten

Gehörtes wiedergeben

Über Erzähltes oder Vorgelesenes sprechen (ohne Anspruch auf Genauigkeit und Vollständigkeit)

Zu Gehörtem Fragen stellen

Miteinander sprechen

Vorformen des Gesprächs

In entsprechenden Spielen (Frage-Antwort-Spiele …) das gegenseitige Kennenlernen, Kontaktnehmen und Ansprechen ermöglichen

Aufgreifen geeigneter Anlässe für spontane Gespräche

Gespräche aus dem Erfahrungs- und Interessenbereich der Kinder in der Kleingruppe anregen

Einfache Gesprächsregeln

Beim Miteinander-Sprechen Gesprächsregeln kennen lernen bzw. vereinbaren und sich um deren Einhaltung bemühen, zB

  • den Sprecher ansehen
  • dem Sprecher zuhören
  • den Sprecher ausreden lassen
  • sich zu Wort melden
  • den Gesprächspartner mit dem Vornamen anreden
  • den Sprecher nicht auslachen, wenn er etwas Unpassendes sagt
  • das Wort weitergeben (Redeketten)
  • beim Thema bleiben

Gesprächsformen

Hinführen zu Gesprächen (im Kreis, in einer Gruppe, mit einem Partner)

Bewältigung und Klärung von Emotionen durch Sprache

Eigene Gefühle, Empfindungen und Emotionen äußern

Spontane sprachliche Äußerungen von Gefühlen, Angst, Wünschen ermöglichen

Darstellungsspiele und andere Spielformen arrangieren, bei denen Kinder lernen, Gefühle auszudrücken

Durch Erzählen, Vorlesen, Vorspielen … und mit Hilfe von Medien Gefühlsäußerungen der Kinder provozieren (im Spiel lustige, gefährliche ua. Situationen darstellen …)

Gefühle, Empfindungen und Emotionen anderer verstehen und beschreiben

Dargestellte (zB in Pantomime) bzw. durch Fotos oder Bilder vermittelte Gefühlszustände (jemand ist fröhlich, zornig, traurig, übermütig …) besprechen und deuten

Emotionen bewältigen

Für Situationen emotionaler Not (Angst vor dem Alleinsein …) Lösungsmöglichkeiten finden und besprechen

Spiele zum sozialen Lernen (Helferspiele …) und Situationsdarstellungen in Kinderbüchern als Lerngelegenheiten zur Bewältigung von Emotionen anbieten

Erweiterung der Sprachfähigkeit

Die individuelle Sprache des Kindes akzeptieren

Grundlage für alle weiterführenden Maßnahmen ist, dass die individuellen Sprachäußerungen des Kindes zunächst angenommen werden

Hinführen zur Standardsprache

Unter besonderer Berücksichtigung der mundartlichen Ausdrucksformen Üben von Modellsätzen in spielerischer Form

Memorieren von kurzen Texten (Sprüche, Lieder, alltagssprachliche Texte …)

Sprachgehemmten Kindern entsprechende Hilfen anbieten (gemeinsames Sprechen, Reim und Rhythmus ausnützen)

Gemeinsames Sprechen vorgeformter Texte (Reime, Sprüche, einfache Kindergedichte …)

Erweiterung des Wortschatzes (Begriffsbildung)

Benennen von Personen, Tieren, Pflanzen, Gegenständen und Tätigkeiten in Situationen, in denen das Kind die Wortbedeutung konkret erfahren kann

Benennen, Beschreiben und Vergleichen von Wahrgenommenem (Gesehenes, Gehörtes …) in möglichst lebensnahen Situationen

Finden einfacher Oberbegriffe

Ordnungsübungen zum Finden einfacher Oberbegriffe

Deutliches Sprechen

Artikuliertes Sprechen

Individuelle Hilfen für das richtige Bilden von Lauten anbieten

Schwierige Lautverbindungen üben (Pfl …)

Übungen im artikulierten Sprechen von Wörtern (Flüstersprache, verschiedene Tonhöhen, langsam, schnell, tonlos artikulieren …)

Spielerische Umgang mit geeigneten Reimen (Zungenbrecher, Schnellsprechübungen …)

Unterscheiden von Lauten

Übungen zum Unterscheiden von Lauten

Wörtern mit gleichem Anlaut, Inlaut und allenfalls Auslaut

Ähnlich klingende Wörter und Reimwörter suchen

Erlebnishafte Lautbegegnungen in spielerischer Form (bekannte Lieder auf la la singen, Sätze in der „a-Sprache“, „u-Sprache“ … sprechen)

Erster Umgang mit Literatur

Zum Umgang mit Literatur motivieren

Bilderbücher anbieten, die Unbekanntes beinhalten (wie Kinder in anderen Ländern leben …)

Bilderbücher, Geschichten und Gedichte im Zusammenhang mit aktuellen Erlebnissen der Kinder anbieten (Geburtstag, Streit …)

Bilder aus Büchern anbieten

Eigene Bücher der Schüler mit einbeziehen

Allmählich eine eigene Bibliothek für die Klasse zusammenstellen

Bilderbücher für einige Zeit nach Hause entlehnen

Wahrnehmung

– Anregung und Differenzierung der optischen Wahrnehmung

Vertieftes und wiederholtes Betrachten von Illustrationen verschiedener Stilrichtungen; ausgehend von Abbildungen, die deutlich dargestellt und leicht zu überblicken sind, bis zu Bildern, die eine Fülle an Details zeigen

– Anregung und Differenzierung der akustischen Wahrnehmungen

Wiederholtes und deutliches Anbieten (Erzählen, Vorlesen …) von Bilderbuchtexten, Geschichten, Märchen, Reimen und Gedichten

– Anregung der Aufmerksamkeit, der Konzentration und des Gedächtnisses

Wiederholtes Sich-Erinnern an Vorgelesenes und Betrachtetes

Verarbeiten der Eindrücke durch Erzählen, im Rollenspiel, im bildnerischen Gestalten …

Erweiterung des Wissens

– Erkennen von Zusammenhängen in sachlichen und mitmenschlichen Bereichen

Bilder und Geschichten darbieten, die sachlich richtige

Informationen über den Menschen, die Natur, die Technik, die Arbeitswelt, das Leben in fernen Ländern geben

Bilder, Geschichten und Märchen, die dem Kind mitmenschliche Beziehungen einsichtig machen

Sprachfähigkeit

– Erweiterung des Wortschatzes und der Begriffe

Bilderbücher, Geschichten, Märchen, Gedichte mit differenzierter Sprache und anschaulichen Begriffen anbieten

– Anregung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit

Lustbetonte Frage-und-Antwort-Passagen aus Bilderbüchern, Bilderbuch- oder Märchenthemen im Rollenspiel oder Handpuppenspiel darstellen

Bildergeschichten in Worte kleiden lassen

Bilderbuchgeschichten und Märchen mit eigenen Worten wiedergeben …

– Förderung des Sprachverständnisses (Wortbedeutung, Wortklang, Rhythmus, Sinnzusammenhang …)

Gedichte zu verschiedenen Themen, Festen, Stimmungen anbieten; lautmalende Volksreime, kurze Gedichte, Abzählreime, … lernen; über das Gehörte sprechen, etwa „Was hat mir besonders gut gefallen?“; …

– Kreativer und kritischer Umgang mit der Sprache

Reimspiele, Laut- und Wortverdrehspiele, Zungenbrecher, lautmalende Wörter, Zaubersprüche, Werbesprüche anbieten und selbst erfinden lassen …

Fantasie und Gestaltungsfreude

– Bei Problemstellungen nach verschiedenen Lösungsmöglichkeiten suchen

Beim Erzählen einer Geschichte oder eines Märchens an einem bestimmten Punkt abbrechen und die Kinder

weitererzählen lassen

Geschichten mit offenem Schluss anbieten

Einen gegebenen Schluss verändern

– Sich eine literarische Figur, eine Szene, einen Handlungszusammenhang vorstellen können

Immer wieder Geschichten und Märchen erzählen, welche die Kinder dazu anregen, sich den Ort der Handlung, die Figuren und die Ereignisse in der Phantasie vorzustellen

– Sich etwas Neues vorstellen können, das es in der Realität nicht gibt

Kurze Geschichten und Fantasiefiguren selbst erfinden lassen

– Bilderbuchgeschichten, Märchen oder selbsterfundene Geschichten und Figuren zeichnen und gestalten

Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich an im Rollenspiel, mit Handpuppen, Aufstellfiguren, Bau- und Konstruktionsmaterial, Knetmasse, Malmaterialien …

Soziales und emotionales Verhalten

– Sensibilisieren für soziale Probleme

– Modelle für soziales Verhalten

kennen lernen und kritisch betrachten

Aufgreifen von problematischen Situationen in der Klasse, Probleme bewusst machen, Lösungsstrategien entwickeln

Bilderbücher, Geschichten und Märchen anbieten, die zeigen, wie Kinder und Erwachsene sich in verschiedenen Lebenssituationen verhalten. Mit den Kindern über diese Verhaltensmodelle sprechen, einzelne Verhaltensweisen bewusst machen, kritisch betrachten

– Gefühle und Probleme durch

Identifikation mit den literarischen

Figuren nachempfinden

Über die Gefühle und Probleme der literarischen Figuren sprechen und mit eigenen Emotionen vergleichen. Auf die individuellen Probleme und Gefühle der Kinder eingehen und ihnen beim Bewusstmachen und Bewältigen ihrer Gefühle helfen

– Verständnis für aktuelle

gesellschaftliche Probleme gewinnen

Bilderbücher anbieten, die Probleme, wie Umweltschutz, Kritik an den Konsumgewohnheiten, Friedenserziehung … behandeln. Mit den Kindern über diese Probleme sprechen und im Rollenspiel verarbeiten

– Verständnis für Werte fördern

Bilderbuchgeschichten und Märchen auswählen, die Werte, wie das Recht auf Anerkennung der eigenen Individualität, Toleranz und Achtung anderen Menschen gegenüber Anbieten

Lieblingsbücher mitbringen und darüber sprechen, was daran so gut gefällt

Lernfreude und Bildungswillen

– Lernen, die eigenen Interessen und Fragen auch durch Literatur zu befriedigen

Zur Beantwortung von Fragen und Problemen Bilderbücher und Bilderlexika bereitstellen

Anhand von Bilderbüchern einen Lehrausgang vorbereiten: zB Feuerwehr, Bäcker …

Erlebnisse und Fragen, die sich nach einem Ausgang ergeben, mit Hilfe von Bilderbüchern klären und verarbeiten

Die Klassenbücherei allmählich vervollständigen und sie gemeinsam mit den Kindern nach Themen ordnen

Einen Besuch in einer Bibliothek, in einer Buchhandlung machen

Kreativer Umgang mit Sprache

Namen und Begriffe finden und erfinden

Kindliche Begriffsbildung annehmen und anregen

Mit Sprache spielerisch umgehen

Wortspielereien und Reimbasteleien anbieten und anregen

Geschichten erfinden und ändern

Fantasiegeschichten ausdenken (realitätsnah und irreal)

Zu einfachen, kurzen Geschichten einen Schluss finden

Vorbereitung des Lesens

Interesse am Lesen wecken und

entwickeln

Erfahren, dass Zeichen Bedeutung haben

Deuten und Übersetzen von Zeichen aus der Umwelt des Kindes

Freude am Umgang mit Literatur (Bilderbücher; vergleiche auch den einschlägigen Teilbereich)

Akustische Gliederungs- und Merkfähigkeit

Akustische Signale und Geräusche erkennen, deuten, unterscheiden und lokalisieren

Akustische Eigenschaften wie laut – leise, hoch – tief, hell – dunkel erkennen und spielerisch anwenden

Erleben, dass Sprache gegliedert ist (Sätze, Wörter)

Ähnlich klingende Wörter voneinander unterscheiden und später akustisch wieder erkennen (zB Tasche – Masche, Hand – Hund)

Akustisch dargebotene Reime nachsprechen und wiedergeben

Reimwörter erkennen und bilden

Gleiche Wortanfänge und Wortenden erkennen (zB Hase – Hafen, Dose – Hose)

Einen vorgegebenen Laut im Wort erkennen

Die Position eines vorgegebenen Lautes im An-, In- und Auslaut erkennen (nicht bei Auslautverhärtung, zB Hand, Korb, Tag)

Einfache Wörter in Laute zerlegen und die Anzahl der Laute feststellen

Erkennen, dass sich die Bedeutung des Wortes durch Hinzufügen, Weglassen bzw. Austauschen (zB ein – dein; Maus – aus; Maus – Haus) ändert

Einfache Wörter „zusammenbauen“, auch aus vorgegebenem Lautbestand

Visuelle Gliederungs- und Merkfähigkeit

Formen, Formmerkmale und Größenunterschiede (an Gegenständen, an Bildern, mit Lernspielen …) erfassen und wieder erkennen

Symbolcharakter von Zeichen

Verstehen, Verwenden und Bilden von symbolischen Darstellungen (Symbolformen für Gegenstände, Sachverhalte, Tätigkeiten, Symbolreihen für Handlungsabläufe …)

Vorhandene Motivation zum Lesenlernen nutzen

Zur individuellen Sicherung und Förderung der Grundvoraussetzungen und für einen beabsichtigten Wechsel von Schulstufen findet Lehrplanteil „Erstlesen“ (Grundleistungen) der Grundstufe I Anwendung

Grundlegende Begriffe

Vor allem Raumordnungsbegriffe, wie links, rechts, oben, unten, zwischen, erwerben

Vorbereitung des Schreibens

Interesse am Schreiben wecken und entwickeln

Freude am grafischen Gestalten

Freude am Nachahmen von grafischen Formen

Erlebnisse erzählen und aufzeichnen („Schreibzeichnen“);

grafisches Gestalten auch in Verbindung mit Musik

Grob- und feinmotorische Übungen

Lockerungsübungen, insbesondere für die Schulter-, Arm-, Hand- und Fingermuskulatur, beidhändig, Fingerspiele …

Sensibilität für Bewegungsrichtung und Bewegungsrhythmus entwickeln

Kräftigungsübungen für die Hand- und Fingermuskulatur (Kneten, Falten, Formen, Biegen, Reißen …)

Schulung der Auge-Hand-Koordination

Vorgegebene einfache und zusammenhängende Bewegungsabläufe übernehmen und nachvollziehen

Vorgegebene rhythmische Bewegungsreihen übernehmen und nachvollziehen

Schreibhaltung; verschiedene Schreibgeräte, Schreibmaterialien gebrauchen

Hilfen und Hinweise zur Körper- und Handhaltung

Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Schreibgeräten, auch auf unterschiedlichen Schreibflächen, sammeln

Orientierung auf Schreibflächen

Grunderfahrung auf verschiedenen Schreibflächen erwerben (oben – unten, links – rechts, Mitte …)

Zeilenführung Abstände

Formelemente der Schrift

Zunächst ausgehend vom kindlichen Formerleben verschiedene

Formelemente wie Kreis, Quadrat, Dreieck, Strich (waagrecht, senkrecht), Oval, Spitze, Girlande, Schleife nachbilden und kreativ gestalten

Symbolverständnis vorbereiten

Einfache Symbole erfinden, grafisch festhalten und deuten

Vorhandene Motivation zum Schreibenlernen nutzen

Zur individuellen Sicherung und Förderung der Grundvoraussetzungen und für einen beabsichtigten Wechsel von Schulstufen findet Lehrplanteil „Erstlesen“ (Grundleistungen) der Grundstufe I Anwendung

Didaktische Grundsätze:

Alles sprachliche Lernen auf diese Schulstufe geht von den individuellen sprachlichen Vorerfahrungen der Kinder aus. Differenzierte und gezielte Förderung der kindlichen Sprachentwicklung versteht sich als Erweiterung der Sprachfähigkeit durch vielfältige Anregungen zum Sprachhandeln und behutsame Anleitung zum richtigen Sprachgebrauch.

Grundhaltung in allen sprachlichen Lernsituationen sollte es sein, das Vertrauen des Kindes in seine eigene Sprachfähigkeit zu stärken bzw. zu wecken. Keinesfalls soll die Hinführung zu den Formen der Standardsprache unter Leistungsdruck erfolgen und dadurch sprachliche Hemmungen hervorrufen. Alle Lernsituationen, die auf Richtigkeit des Sprachgebrauches zielen, sollten mechanisierende Übungsformen möglichst vermeiden.

Der Lehrersprache kommt auf der Vorschulstufe grundlegende Bedeutung zu. Die Lehrerin bzw. der Lehrer muss beim Sprechen berücksichtigen, dass die Sprechmuster die kindliche Sprachentwicklung anregen sollen, die sprachlichen Äußerungen müssen aber auch dem Sprachverständnis der Kinder entsprechen.

Da Sprache für den Menschen vor allem in Handlungssituationen bedeutsam wird, sich ihm dort als Orientierungs-, Verständigungs- und Denkhilfe erweist, muss besonderes Gewicht auf das situationsbezogene Sprachhandeln gelegt werden.

Solche Lernanlässe (Sprachlernsituationen) beziehen sich auf gegenwärtige und künftige Lebenssituationen (Alltagssituationen). Als didaktische Möglichkeiten bieten sich der Lehrerin bzw. dem Lehrer das Aufgreifen von geeigneten Situationen aus dem Schulalltag (spontane Sprechsituationen) und das Herbeiführen gezielter Sprachhandlungssituationen (angeregte Sprechsituationen).

„Vorbereitung auf Lesen und Schreiben“ stellt keineswegs die Vorwegnahme eines systematischen Lese- und Schreiblehrganges dar. Wohl aber sollen individuelle Entwicklungen in dieser Richtung verstärkt und gefördert werden, um einen kontinuierlichen und leichteren Übergang zu den weiterführenden Lehrplaninhalten aus der 1. Schulstufe des Pflichtgegenstandes „Deutsch, Lesen, Schreiben“ zu gewährleisten. Dieser fließende Übergang erfolgt individuell und ist während des ganzen Unterrichtsjahres möglich.

Mathematische Früherziehung Bildungs- und Lehraufgabe:

Aufgabe der Mathematischen Früherziehung ist es, die Kinder in grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen einzuführen, die ein bewusstes Erfassen der Umwelt ermöglichen und in das begriffliche Vorfeld der Mathematik einmünden.

Mathematische Früherziehung ist Hinführen auf mathematisches Handeln und Denken.

Folgende grundlegende Zielbereiche aus der kognitiven und der sozioemotionalen Dimension sind anzustreben:

  • Anbahnung einfacher mathematischer Denkweisen
    Feststellen von Eigenschaften, Unterscheiden, Vergleichen
    Ordnen, Zuordnen, Zusammenfassen, Klassifizieren
    Herstellen von Beziehungen
    Symbolisieren, Abstrahieren
    Verallgemeinern
  • Förderung des Denkens in handlungsorientierten Lernsituationen
  • Entwicklung sachbezogenen Sprechens
  • Anregung eigenständigen Problemlöseverhaltens
  • Förderung der Kreativität
  • Förderung der Bereitschaft zu kooperativen Verhalten
  • Anregung spontaner Aktivitäten

Lehrstoff:

Vertrautwerden mit Eigenschaften von Gegenständen

Erfahren der Beschaffenheit

– Größe (groß, klein)

– Farbe (Grundfarben; hell, dunkel)

– Form (eckig, rund; spitz, stumpf)

– Masse (schwer, leicht)

– Oberfläche (rau, glatt)

– Material (Werkstoff)

Freies Auseinandersetzen mit Gegenständen im Klassenraum, aus dem Umweltbereich des Kindes, mit Naturmaterial und strukturiertem Material

Übungen zur Wahrnehmungsdifferenzierung (Greifen, Tasten, Fühlen, Betrachten, Beobachten usw.)

Förderung der Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Eigenschaften eines Gegenstandes – unabhängig vom emotionalen Gehalt – zu richten

Übungen zum eigenständigen Erklären der Beschaffenheit, zum Benennen der Gegenstände, zum Beschreiben der Eigenschaften

Erproben der Materialeigenschaften durch Hantieren

Vielfältiger Umgang mit Naturmaterial, Bausteinen, verschiedenen Werkstoffen, wertlosem Material …. zur Steigerung des kreativen Verhaltens und der experimentellen Neugier, ohne und mit Werkerklärung (Bauen, Stapeln, Legen, Formen, Reißen, Schneiden, Kleben, Fädeln, Knoten, Stecken, Schrauben, Einfüllen, Umfüllen, …)

Vertrautwerden mit dem Raum/Raumerleben

Erleben des Raums

– Platz

– Nähe, Ferne

– Abstand

Bewegungsaufgaben, wie Platz suchen, wieder finden, nahe herangehen/weit weggehen, den Raum unter Rücksichtnahme auf andere ausnützen, Abstände zu anderen bzw. zu Gegenständen herstellen und einhalten

Erfahren der Raumlage

– oben, unten

– neben; links, rechts

– vorne, hinten

– innen, außen

Übungen zur Wahrnehmung der räumlichen Position und zur Sicherung einfacher Raumlagebegriffe

Herstellen von Lagebeziehungen der Gegenstände zum

eigenen Körper

Bewusstwerden von links und rechts am eigenen Körper

Erfahren der Eigenschaften von Körpern

Freies Auseinandersetzen und kreatives Gestalten (Bauen, Stapeln, Legen, Einfüllen, Formen, Reißen, Schneiden, Falten, Kleben …) mit Materialien aus dem Umweltbereich des Kindes (Naturmaterial, Knetmasse, wertloses Material und Bausteine, Würfel, Stäbe, Bälle, Perlen, Legeplättchen, strukturiertes Material, Steckspiele, Baukästen, didaktische Spiele)

Übungen zur Wahrnehmungsdifferenzierung (Greifen, Tasten, Fühlen …)

Geometrische Eigenschaften

– rund

– eckig

Übungen zum eigenständigen Erklären, Benennen und Beschreiben der Eigenschaften rund (kugelrund, walzenförmig; kreisrund), eckig (würfelförmig, viereckig, dreieckig)

Anerkennen kindlicher Formulierungen

Handelnder Umgang mit Gegenständen zur Anbahnung mathematischen Denkens

Naives Zuordnen

– gleiche Dinge finden

– zusammengehörige Dinge finden

– Paare finden

– Gegensatzpaare finden

Aufgabenstellung aus dem Aufforderungscharakter des Materials nach selbst gefundenen oder vorgegebenen Regeln mit allmählich steigenden Anforderungen (Dinge aus dem Umweltbereich des Kindes; selbst hergestelltes Material; didaktische Spiele, wie Lotto, Memory, …)

Förderung des eigenständigen Verbalisierens der beim Hantieren gewonnenen Einsichten

Reihen

– Bilden von Reihen

– Auffassen und Fortsetzen

Üben des Erkennens und Einhaltens einfacher Regeln beim Legen, Stecken, Fädeln, Stapeln (Naturmaterial, Bausteine, Legeplättchen, Steckmaterialien, Perlen …)

Sortieren

– nach Eigenschaften

– nach Oberbegriffen

Dinge nach eigenen Vorstellungen und vorgegebenen Gesichtspunkten ordnen

Schätzen der Mächtigkeit der geordneten Dinge (viel, wenig; mehr, weniger) zur Förderung des unbestimmten Zahlbegriffs

Gruppieren

– Zweiergruppen

– Dreiergruppen

– Vierergruppen

Hantieren mit Naturmaterialien, Bausteinen, teilstrukturiertem Material, … in verschiedenen Anordnungen zur Förderung der Simultan- bzw. Gestaltauffassung

– durch Angabe der Eigenschaft

– durch Zuordnen zu Oberbegriffen

Sammeln, Aufsuchen, Aneinanderfügen von Dingen aus der Umwelt des Kindes und den vorhandenen Arbeitsmitteln nach einem vorgegebenen Kriterium und Zusammenfassen durch Verwendung von Reifen, Behältern, Mengenseilen…

– durch Zuordnen zu Symbolen für

einen Oberbegriff bzw. die

Eigenschaft

Förderung des Symbolverständnisses durch gemeinsames Erarbeiten von Symbolen und Verwendung von selbst hergestellten Merkmalkärtchen

Eigenständiges Auffinden und Verbalisieren von Kriterien zur Gruppierung

Feststellen der Zugehörigkeit/Nichtzugehörigkeit

Handelnder Umgang mit elementaren Raumformen/Raumerleben

Raumlagebeziehungen

Herstellen von Lagebeziehungen – von Gegenständen bzw. Personen zueinander (zB vor mir; unter dem Tisch; links und rechts)

Richtungen

Bewegungsübungen im Raum/Hantieren mit Gegenständen, auch mit Verwendung optischer/akustischer Signale

Aktive sprachliche Anwendung der gewonnenen Begriffe

Relationen

Körper einander gegenüberstellen und ihre Eigenschaften vergleichen (Bausteine, strukturiertes Material, Materialien aus dem Umweltbereich des Kindes mit annähernd geometrischer Form)

Übungen zum Verbalisieren der gewonnenen Einsichten

Aufsuchen von Gegensatzpaaren

– Raumlage

– Eigenschaften

Gegenüberstellen von Dingen mit deutlich unterschiedlicher

Raumlage/mit stark unterschiedlichen Eigenschaften zur

Sicherung der Raumlage- und Eigenschaftsbegriffe und

ihrer Bezeichnungen

Erleben der Relativität von Eigenschaften

Gegenüberstellen von Dingen mit unterschiedlichen Eigenschaften (ein und derselbe Gegenstand kann zB größer/kleiner sein als der jeweilige Vergleichsgegenstand)

Gestalten raumhafter Gebilde aus geometrischen Grundformen

Aufgabengebundenes Bauen mit Bausteinen, Würfeln, Stäben usw. bzw. mit Materialien aus dem Umweltbereich des Kindes, deren Form annähernd einem geometrischen

Körper entspricht (zB Verpackungen)

Förderung des Denkens durch eigenständiges Finden von Lösungen und Lösungsvarianten

Anwenden der gefundenen Lösungsmöglichkeiten beim Hantieren mit anderen Materialien

Nachbauen mit Regelveränderung

Eigenständiges Entwickeln von Regeln

Reihen von Körpern unter einem Ordnungsgesichtspunkt

Unter Berücksichtigung der Eigenschaften bestimmte Anordnungen von Körpern nach Regeln (nach der Größe, Dicke usw.) herstellen

Erfahren der Symmetrie

Bauen und Legen mit teilstrukturiertem Material (Bausteine, Legeplättchen …)

Spiegelsymmetrische Gebilde mit einer Achse

Falten und Schneiden einfacher symmetrischer Figuren

Untersuchen von Mengen

Auffassen von Mengen

  • durch Angabe der mengenbildenden Eigenschaften
  • durch Angabe des Oberbegriffes

Anwenden der beim handelnden Umgang mit Mengen erworbenen Erkenntnisse

Übungen zum eigenständigen Erklären der zur Mengenbildung angewandten Kriterien (mengenbildende Merkmale)

Anbahnung der Abstraktion durch Verwendung bildhaften Materials, durch Verwendung von Diagrammen und Rastern

Versuch der bildhaften Wiedergabe gewonnener Einsichten

Setzen von Symbolen

  • für den Oberbegriff
  • für die Eigenschaft
  • für die Anzahl (maximal 6)

Ausbau des Symbolverständnisses, behutsame Steigerung des Abstraktionsniveaus, Verwendung der Ziffern nur im für die gezielte individuelle Förderung nötigen Ausmaß (insbesondere dann, wenn der Wechsel in die 1. Schulstufe geplant ist)

Mächtigkeitsvergleiche durch

eindeutige Zuordnung (gleich viel,

mehr, weniger)

Zunächst Verwendung von Dingen, die eine natürliche Zuordnung herausfordern (Ei – Eibecher, Tasse – Untertasse,…)

Sichtbarmachen der Zuordnung durch Anfügen, Anlegen, Anbinden, Legen von Schnüren, Ziehen von Strichen, …

Bilden bzw. Finden gleich mächtiger Mengen (bis 4, maximal 6)

Üben des Erkennens der Gleichmächtigkeit (auch bei Änderung der räumlichen Verteilung der Elemente) zur Förderung des kardinalen Aspekts

Ordnen von Mengen (bis maximal 6)

Sortieren nach Anzahlen

Ordnen der Anzahlen nach steigender/fallender Reihenfolge

Anbahnen der Abstraktion durch Verwendung bildhaften Materials (Tuchtafelmaterial, bildliche Darstellungen von Mengen, …)

Untersuchen im räumlichen Bereich/geometrische Grunderfahrungen

Erfahren räumlicher Situationen

  • offen, geschlossen
  • innen, außen

Aufsuchen konkreter Situationen, Darstellen in Spielsituationen (Käfig, Zaun, …)

Symbolhafte Darstellung mit Seilen, Schnüren, …

Anwenden der gewonnenen Erfahrungen (Irrgarten bauen, Irrwege gehen, …)

Auffassen des geometrischen Formtypus

  • Wieder erkennen an Gegenständen
  • Identifizieren in verschiedenen Lagen

Erkennen der geometrischen Eigenschaften und Formen an Gegenständen aus der Umwelt des Kindes

Übungen zum eigenständigen Beschreiben

Erfassen der Struktur in zusammengesetzten Figuren

Nachbauen und Auslegen von einfachen Vorlagen mit Teilfiguren (Bausteine, Plättchen, …)

Sichern der gewonnenen Erkenntnisse in didaktischen Legespielen

Erfahren der Symmetrie

Erweitern der Symmetrievorstellungen durch Legen, Falten, Schneiden

Sichern der gewonnenen Erkenntnisse in didaktischen Legespielen

Didaktische Grundsätze:

Grundvoraussetzungen für die Erfüllung der kompensatorischen Aufgabe der Mathematischen Früherziehung ist die Berücksichtigung der individuellen Ausgangslage. Unterschiede sind vorwiegend in folgenden Bereichen zu beobachten:

  • Wahrnehmungsfähigkeit
  • Anschauliches Vorstellungsvermögen
  • Denkentwicklung
  • Erfahrungen im Umgang mit Materialien
  • Fähigkeit, mathematische Sachverhalte sprachlich auszudrücken
  • Soziales Verhalten

Grundlage für die Jahresplanung ist die Auswahl der Bildungsinhalte auf Grund der Individuallage der Kinder.

Die Erarbeitung der Bildungsinhalte des Lehrplans erfolgt in den drei Schritten

  • Vertrautwerden
  • Handelnder Umgang
  • Untersuchen/Ordnen und Sichern von Grunderfahrungen

Die Reihenfolge des Lehrstoffes innerhalb eines Schrittes bedeutet nicht unbedingt eine zeitliche Aufeinanderfolge.

Damit die mathematische Frühförderung allen Kindern weitgehend gerecht wird, sind differenzierende Maßnahmen erforderlich.

Das Erarbeiten mathematischer Grunderfahrungen soll von den Kindern durch Handeln in konkreten Situationen erlebt werden und darf nicht isoliert von anderen Lernbereichen erfolgen.

Die Lernatmosphäre soll frei sein von Leistungsdruck und Zwang, von Überforderung und Mechanisierung.

Als Lernform bietet sich das Spiel in Kleingruppen-, Partner- und Einzelaktivitäten besonders an.

Das Spiel als handelnde Auseinandersetzung mit der Umwelt schafft Möglichkeiten für entdeckendes Lernen, in dem mathematische Sachzusammenhänge selbsttätig erfasst werden können. Spielformen wie Regelspiele, Begriffsspiele, Erkundungsspiele, Planspiele usw. sind besonders geeignet.

Ausreichende Verwendung und Variation der Arbeitsmittel ist eine wesentliche Voraussetzung für die Einleitung mathematischer Denkprozesse. Sie sollen nicht nur an didaktischen Materialien, sondern vorerst an Gegenständen der kindlichen Erfahrungswelt entwickelt werden. Es sind solche Arbeitsmaterialien zu bevorzugen, die dem unterschiedlichen Leistungsvermögen der Kinder gerecht werden und Lösungen verschiedener Art zulassen.

Didaktische Materialien umfassen:

  • Homogenes Material (gleiche Form, Größe, Farbe; viele Exemplare): zB Würfel
  • Teilstrukturiertes Material (unterschiedliche Form, Größe, Farbe; jeweils mehrere Exemplare): zB Baukasten
  • Strukturiertes Material (unterschiedliche Form, Größe, Farbe; jeweils ein Exemplar): zB logische Blöcke

Der Einsatz von Arbeitsblättern soll nicht zu früh erfolgen und richtet sich nach den individuellen Voraussetzungen der Kinder. Arbeitsblätter dienen keinesfalls als Ersatz für konkrete Aktivitäten.

Singen und Musizieren Bildungs- und Lehraufgaben

Singen und Musizieren soll die natürliche Freude der Kinder an musikalischer Betätigung, an der Bewegung, an verschiedenen Geräusch- und Klangerlebnissen entfalten und fördern.

Ein vielseitiges musikalisches Angebot ermöglicht den Kindern intensive Erfahrungen im musikalischen Bereich, wirkt gemütsbildend, trägt zur Lockerung bei psychophysischen Hemmungen bei, steigert Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer und erleichtert die Entfaltung sozialer Verhaltensweisen.

In der Vorschulstufe soll Singen und Musizieren sicherstellen, daß

  • die Freude der Kinder an Musik erhalten und gefördert wird,
  • die Kinder sich musikalisch schöpferisch entfalten können,
  • der altersgemäße Liedschatz der Kinder erweitert wird,
  • die Kinder für eine Vielfalt akustischer Reize sensibilisiert werden,
  • die Kinder erste Erfahrungen im melodischen Bereich sowie mit musikalischen Ordnungen machen.

Lehrstoff

Singen eines altersgemäßen Liedgutes

Die Freude am Singen und Musizieren erhalten bzw. wecken und fördern

Ermutigung zu spontanem Singen

Schrittweiser Abbau von vorhandenen Hemmungen

Grundlegung bzw. Erweiterung des kindlichen Liedschatzes

Liedauswahl nach Art, Gattung und Inhalt (alte und neueKinderlieder, Lieder aus der Erfahrungswelt der Kinder, Lieder aus fremden Ländern, Kreis-, Spiel-, Tanzlieder)

Weiterentwicklung der musikalischen Ausdrucksfähigkeit

Erhalten bzw. Wecken und Fördern des natürlichen musikalischen Ausdrucksbedürfnisses

Bewußtmachen der verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten je nach Liedcharakter (fröhlich, lebhaft, traurig, schnell, leise, …)

Gemeinsame Liedgestaltung

Erleben der Musik als Möglichkeit zu Kontakt und Spiel mit anderen Erlernen und Üben sozialer Verhaltensweisen (Einordnen, Führen, Rücksichtnahme, ...)

An geeigneten Liedtexten Rhythmus und Melodie von Sprache erleben

Allmähliches Bewußtmachen von Rhythmus und Grundmelodie der Sprache

Die Singstimme richtig gebrauchen

Einfache Atemübungen (langsam ausatmen, „Blasespiele”, ...)

Einfache Übungen zur Stimmbildung; spielerische Formen der Vokal- und Konsonantenbildung, zB Kichern (hihihi), Erschrekken (au, hu), Tierstimmen, ...

Behutsame Hinführung zum richtigen Singen

Erfahrungen mit Geräuschen, Tönen und einfachen musikalischen Ordnungen

Geräuscherfahrung

Bewußtes Hören von Geräuschen der Umwelt (im Klassenzimmer, Straßengeräusche, …)

Wahrnehmen, Erkennen und Unterscheiden von Geräuschen Wiedererkennen und Wiedergeben von Geräuschen

Tonerfahrungen

Wahrnehmen, Erkennen und Unterscheiden von – kurz – lang (Tonlänge)

– schnell – langsam (Tempo)

– laut – leise (Lautstärke)

– hoch – tief (Tonhöhe) usw.

Wiedererkennen, Wiedergeben von Tonfolgen

Erfahrungen mit Schall- undKlangerzeugern, erster Einsatz von Instrumenten

Freies Ausprobieren und Einsetzen des vorhandenen (Orff-)- Instrumentariums

Herstellen von Geräuschinstrumenten (zum Schütteln, Anschlagen, Zupfen, Blasen, Reiben, …) und darauf spielen

Anbahnen des Verständnisses für Notation

Erkennen der Möglichkeit, akustische Wahrnehmungen optisch zu fixieren Zuordnung der entsprechenden Symbole zu rhythmischen und tonalen Motiven

Erste Erfahrungen mit Musik und Musikinstrumenten

Musikhören

Geeignete Beispiele aus der Musikliteratur anhören

Erleben, Entdecken und Besprechen musikalischer Phänomene (Ausdruck, Stimmung, Tempo, ...)

Kennenlernen von Musikinstrumenten

Erstes Verständnis für unterschiedliche Bauart und Funktion von Musikinstrumenten

Kreativer Umgang mit musikalischen Elementen

Imitieren und Improvisieren

Nachmachen und Erfinden von Geräuschen, Lauten und Tönen mit der Stimme, mit dem Körper, mit Instrumenten und mit verschiedenen Materialien (Tierstimmen, Maschinengeräusche, Naturgeräusche, ...)

Erfinden und Gestalten von Klanggeschichten, zB am Morgen zu Hause (Wecker, waschen, gurgeln, ...)

Finden von Melodien zu einfachen Texten

Finden von Phantasietexten zu bekannten Melodien

Spielerischer Umgang mit einfachen musikalischen Motiven (musikalisches Frage- und Antwortspiel, Motive verändern, ausbauen, fortsetzen, ...)

Mit Klanginstrumenten zu Kinderliedern eine Begleitung finden

Darstellen

Geräusche, Klänge und Melodien grafisch, plastisch, körperlich, szenisch umsetzen

Didaktische Grundsätze

Musikerziehung in der Vorschulstufe ist nicht lehrgangsmäßig aufzubauen. Alles musikalische Tun soll aus dem kindlichen Erfahrungsbereich erwachsen; in spielerischer Form sollen die Kinder mit den angebotenen Inhalten der Musikerziehung vertraut gemacht werden.

Die gemeinsame Begegnung mit Musik soll in einer ungezwungenen Atmosphäre stattfinden, die Freude an der Musik empfinden läßt und die Bildung von sozialen Kontakten fördert.

Bei der Arbeitsplanung ist die tägliche Begegnung mit Musik sicherzustellen.

Rhythmisch-musikalische Erziehung Bildungs- und Lehraufgaben

Rhythmisch-musikalische Erziehung in der Vorschulstufe versteht sich als Beitrag zur Entwicklung der kindlichen Gesamtpersönlichkeit; ihre grundlegenden Elemente sind Bewegung und Musik. Die Angebote der rhythmisch-musikalischen Erziehung konzentrieren sich auf die Erweiterung jener kindlichen Verhaltensweisen (Konzentration, Beherrschung, Reaktion, Phantasie uam.), die in der Folge affektive, motorische und kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten stützen sollen.

Lehrstoff

Sozialübungen

Einordnen, Unterordnen

Freigewählte und vorgegebene Bewegungsübungen einhalten (mit und ohne Gerät)

Gruppen-, Kreis- und Reihenbildungsübungen

Warten, Verzichten

Das Ende einer bestimmten Situation (musikalische bzw. rhythmische Motivation, Bewegung eines Gerätes, . . . ) abwarten, erkennen und anschließend eine vereinbarte Handlung setzen

Ohne Reihenvorgabe und ohne verbale Kontaktnahme setzt ein Kind nach dem anderen eine vereinbarte Handlung (Bauen eines Rasselbüchsenturms, …)

Führen und Folgen

Kinder bewegen sich paarweise (Partnerübungen wie zB „blindes” Kind führen, …)

Kinder bewegen sich in Gruppen (Gänsemarsch, Dirigentenspiel, ...)

Bewegungsart, Bewegungssystem und Zeitpunkt des Führungswechsels werden von den Kindern selbst bestimmt

Ordnungsübungen

- im freien und beschränkten Raum

Erleben und Erfassen des Bewegungsraumes durch freigewählte bzw. vorgegebene unterschiedliche Bewegungsarten (Laufen, Springen im freien Raum)

Ordnungserfahrung durch verschiedene Bewegungsarten in vorgegebenen kleinen Raumeinheiten (Raumteilung durch Seile, Reifen, ...)

- mit verschiedenen Materialienund Geräten

Bewußtes Ordnen und Gruppieren von Rhythmikgeräten (Rasseln, Seile, Klanghölzer, ...) und verschiedenen Materialien (Kastanien, Zweige, Spulen, ...)

Aktivität – Ruhe

Spannung – Entspannung

Bewußtes Erleben von Spannung und Entspannung, Aktivität und Ruhe durch Anregungen verschiedener Art. Kinder nehmen nach verschiedenen akustischen oder visuellen Angeboten gespannte oder entspannte Haltung ein (Ausschwingen eines Seils, Ausklingen eines Instruments, ...)

Reaktionsübungen

Unterbrechen und Ändern einer Bewegung

Eine Bewegung (Kind oder Gerät) wird nach vereinbarten Signalen unterbrochen (ein in einem Reifen rollender Ball wird auf Signal in der Bewegung verändert – „Umschalten”)

Antworten auf ein rhythmisches Motiv

Auf rhythmische Angebote durch Übernahme, Variation, Gegenbewegung usw. reagieren (Körperbewegung bzw. klopfen, klatschen, ...)

Konzentrationsübungen

Akustische, visuelle, taktile und motorische Konzentrationsübungen

Sich auf verschiedene Reize konzentrieren und mit entsprechenden Bewegungen reagieren, zB: Mit geschlossenen Augen das Geräusch eines sich drehenden Reifens erfassen und in Bewegung umsetzen, …

Übungen zur Förderung der Kreativität

Verschiedene eigenständige Bewegungs- und Gestaltungsmöglichkeiten finden und erproben

Körperliche Ausdrucksformen (BeAusdrucksformen (Bewegung, Gestik, …) finden, verändern, variieren und erweitern

Zu einem Motiv mehrere Bewegungsmöglichkeiten finden

Experimentieren und Gestalten (Bauen, Gruppieren, Legen, ...) mit Rhythmikgeräten und anderen Materialien

Grundlegung von Begriffen

 

Durch vielseitiges Erleben und vielfältiges Gestalten rhythmischer Elemente (Raum, Zeit, Kraft, Form) werden die Grundlagen für Begriffe geschaffen: vor – hinter, schnell – langsam, schwer – leicht, Kreis – Gerade, …

Didaktische Grundsätze

Das Kind sammelt vor Eintritt in die Vorschulstufe verschiedene Erfahrungen hinsichtlich Bewegung und Musik.

Die Aktivitäten im Bereich der rhythmisch-musikalischen Erziehung haben sich an den unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Kinder zu orientieren.

Die Aufgabenstellung im Bereich der Rhythmik hat so zu erfolgen, daß alle Kinder auf Grund ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten reagieren können. Von Kindern gefundene Lösungen sollten grundsätzlich akzeptiert werden.

Bildnerisches Gestalten Bildungs- und Lehraufgaben

Aufgabe des bildnerischen Gestaltens ist das Hinführen der Schüler zu lustbetontem, freiem Gestalten im grafischen, malerischen und plastischen Bereich, wobei das Dargestellte mit der Umwelt des Kindes in enger Beziehung stehen soll.

Die Kinder sollen

  • eine Gestaltungsaufgabe selbständig lösen oder gemeinsam Lösungsmöglichkeiten finden,
  • auf Gestaltungsanregungen spontan und kreativ reagieren,
  • Erfahrungen im Umgang mit Material und Werkzeug sammeln,
  • in ihrer Fähigkeit zu bewußtem Schauen gefördert werden,
  • Gesehenes verstehen und darüber sprechen.

Lehrstoff

Sammeln von Erfahrungen im grafischen und malerischen Bereich

Zeichnen

Zeichnen mit verschiedenen Werkzeugen (Bleistift, Buntstift, Filzstift, Kreide, Ölkreide, Kohle, …) auf unterschiedichen Materialien (Zeichenblätter, Packpapier, Naturpapier, Karton, Tafel, …)

Malen

Malen mit verschiedenen Werkzeugen (Pinsel, Spachtel, kleine Malerwalzen, Finger, …) mit und auf unterschiedlichen Materialien (Fingerfarbe, Pigmentfarbe, Deckfarbe, Kleisterfarbe, Tusche usw. auf Zeichenblättern, Packpapier, Karton, Stoff, Glas, …)

Drucken

Einfache Druckverfahren (Schablonendruck, Materialdruck, Kordeldruck, Stempeldruck, … ) mit verschiedenen Materialien (Kork, Hartschaumstoff, Pappe, Bausteine, …)

Herstellen und Verändern von Bildern

Gestalten durch verschiedene Verfahren wie Reißen, Schneiden, Kleben, Nähen, … Collage, Frottage, Spritztechnik, Applikation, …

Sammeln von Erfahrungen im plastischen Bereich

Erleben von Formen und Oberflächen verschiedener Gegenstände (vor allem haptische Erfahrungen)

Betasten, Berühren und Betrachten verschiedener Formen (rund, – eckig, spitz, …) sowie verschiedener Oberflächen (rauh, glatt, warm, kalt, weich, hart, …)

Erste Erfahrungen mit verschiedenen plastischen Materialien

Formen und Verformen verschiedener plastischer Materialien (Ton, Plastilin, Wachs, Papiermache, Gips, Sand, … ) durch Kneten, Drücken, Dehnen, Durchbohren, Rollen, Walzen, Klopfen, Schneiden, Kratzen, Schaben, …

Gestalten mit „wertlosen”Materialien

Durch Kleben, Stecken, Binden, Montieren, … Figuren, Gebilde, … aus verschiedenen Materialien (Naturmaterial, Schachteln, Rollen, Dosen, Netze alte Kleidungsstücke, …) herstellen

Sammeln von Erfahrungen im visuellen und emotionalen Bereich

Erkennen, Erleben und Deuten der Aussage von Zeichen und Bildern

Betrachten und Besprechen von Illustrationen, Bilderbüchern, Plakaten, Postern, Reproduktionen, Schildern und anderen Zeichen

Kennen und Erleben von Farben

Die richtigen Farbnamen kennen Beim Umgang mit Farben deren Wirkung erfahren Farben durch Mischen verändern

Didaktische Grundsätze

Beim Eintritt in die Vorschulstufe sind die Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder in den Bereichen des bildnerischen Gestaltens sehr unterschiedlich. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen sowie vorhandene Unsicherheiten und Hemmungen sind zu berücksichtigen.

Die Arbeit soll vorwiegend in Kleingruppen durchgeführt werden. Die Gruppen können nach Interessen, Sympathien oder Fähigkeiten gebildet werden.

Gruppierungen sind grundsätzlich veränderbar. Bei Einführung unbekannter Materialien, neuer Werkzeuge oder wichtiger Verhaltensweisen können alle Kinder zusammengefaßt werden.

Für die Durchführung selbstgewählter oder gestellter Aufgaben ist den Kindern genügend Zeit zu gewähren.

Werkerziehung Bildungs- und Lehraufgaben

Durch tätige Auseinandersetzung mit Material (Werkstoff) und Werkzeug sollen grundlegende Einsichten in den Bereichen Bauen – Wohnen, Technik und Produktgestaltung – einschließlich textiler Produktgestaltung gewonnen werden, wobei auch einfache Fertigkeiten vermittelt werden. Gleichzeitig soll auf die Entwicklung einer entsprechenden Begriffsbildung und Verbalisierung Bedacht genommen werden. Darüber hinaus soll es den Schülern ermöglicht werden, auch neue Situationen in allen Tätigkeitsbereichen zu bewältigen.

Die Kinder sollen

  • Erfahrungen im Umgang mit Materialien (Werkstoffen) und Werkzeug sammeln,
  • Werkzeug und Material zweckentsprechend verwenden lernen und dabei mögliche Gefahren richtig einschätzen können,
  • einfache Fertigkeiten (Handgeschicklichkeit uam.) kennen, erwerben und verbalisieren,
  • an einfache technische Sachverhalte herangeführt werden,
  • Vorhaben besprechen,
  • beim Entdecken, Erforschen, Experimentieren und Konstruieren sich kreativ verhalten und Freude am Tun gewinnen.

Lehrstoff

Materialerfahrungen

Beim Bauen mit Bausteinen, Baukästen, Bausätzen, Holz, Stoffen, wertlosem Material, … sammeln die Kinder Erfahrungen im Hinblick auf Art, Beschaffenheit und Verwendungsmöglichkeit der Materialien

Dabei entstehen Bauwerke aus der Erfahrungs- und Erlebniswelt der Kinder (Turm, Haus, Zelt, Bauernhof, Tiergarten, Eisenbahn, Straße, Brücke, …)

Bauerfahrungen

Im spielerischen Umgang mit dem Gebauten gewinnen die Kinder vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Standsicherheit, Gewicht, Raumgröße, Raumform, ...

Dabei wird den Kindern ausreichend Zeit gewährt, Bauten und Gebilde zu verändern, zu erweitern und zu neuen Bauwerken umzuformen

Sammeln von Erfahrungen im technischen Bereich

Zerlegen und Zusammensetzen

Beim Auseinandernehmen verfügbaren technischen Geräts (alte Uhr, . . . ), beim Auseinandernehmen und Zusammensetzen einacher Geräte (Küchengeräte, … ) sowie beim Umgang mit Baukastensystemen gewinnen die Kinder Erfahrungen und Einsichten in elementare technische Zusammenhänge

Herstellen von einfachen technischen Geräten

Geräte können aus vorgegebenen Teilen (Bauelementen von Baukästen und Bausystemen) sowie aus leicht zu bearbeitendem Material (Papier, Pappe, weiches Holz, Holzstäbe, weicher Draht, …) hergestellt werden

Dabei wenden die Kinder vielseitige Werkverfahren an (Trennen: Schneiden, Reißen, …; Fügen: Schrauben, Leimen, Kleben, Binden, …; Formen: Biegen, …)

Erproben der hergestellten Werkstücke

Beim Erproben der Werkstücke (Wippe, Waage, Schaukel, Fahrzeug, Flugzeug, Floß, Boot, …) werden Grundlagen für erste Einblicke in Naturgesetze geschaffen

Produktgestaltung – einschließlich textile Produktgestaltung

Materialerfahrungen

Bei der aktiven Auseinandersetzung mit verschiedenen Werkmaterialien wie Papier und Pappe, Naturmaterialien, Knetmassen, Holz, Metall, Fadenmaterial und Textilien machen die Kinder vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Aussehen, Beschaffenheit und Verwendbarkeit

Herstellen von einfachen

Produkten

Durch Bearbeitung (Schneiden, Reißen, Sägen, Kleben, Falten, Formen, …) der Materialien erleben und erweitern die Kinder ihre Fähigkeit, Material zu verändern und gewinnen dabei elementare Einsichten in Zweck, Funktion, Absicht und Aussehen.

Bei der Arbeit ist der zweckentsprechende Gebrauch von Werkzeug und Material zu beachten (richtige Nadelhaltung, ..)

Didaktische Grundsätze

Beim Eintritt in die Vorschulstufe sind die Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder in den Bereichen der Werkerziehung sehr unterschiedlich. Diesen unterschiedlichen Voraussetzungen sowie vorhandenen Unsicherheiten und Hemmungen ist durch entsprechende Maßnahmen zu begegnen.

Im Mittelpunkt der verbindlichen Übung Werkerziehung steht das praktische Tun der Kinder. Die Arbeit wird vorwiegend in Kleingruppen durchgeführt, wobei in besonderem Maße der Sicherheit der Kinder Rechnung zu tragen ist. Die Gruppen können nach Interesse, Sympathie oder Fähigkeiten gebildet werden. Die Gruppierungen sind grundsätzlich veränderbar.

Ein sinnvoller Wechsel zwischen Phasen des Planens, des praktischen Tuns und des Nachdenkens über das Tun soll berücksichtigt werden.

Eine sorgfältige Einführung in die Handhabung von Werkzeugen und Materialien und der Hinweis auf mögliche Gefahren ist von besonderer Bedeutung, ebenso ist auf sinnvollen und sparsamen Einsatz der Materialien Bedacht zu nehmen.

Für die Arbeit in den Bereichen „Bauen und Wohnen” und „Technik” können Baukastensysteme verwendet werden oder geeignete Geräte und Materialien (Tische, Sessel, Schachteln, Stoffe, . . . ).

Für den Bereich Produktgestaltung – einschließlich textiler Produktgestaltung – ist eine Vorbereitung der Bedarfsmaterialien erforderlich.

Werkstoffe mit geringem Bearbeitungswiderstand werden bevorzugt. Die Verwendung von Naturmaterial und wertlosem Material richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten.

Bewegung und Sport Bildungs- und Lehraufgabe:

Aufgabe von Bewegung und Sport ist – ausgehend von der individuellen Entwicklung und der motorischen Lernfähigkeit –, durch ein vielfältiges Bewegungsangebot die Gesamtpersönlichkeit des Kindes zu fördern.

Der Unterricht in Bewegung und Sport auf der Vorschulstufe soll

  • die Bewegungs- und Spielfreude der Kinder erhalten bzw. wecken und steigern und durch ein vielseitiges Bewegungsangebot den individuellen Bewegungsbedürfnissen und Interessen entsprechen,
  • zum kreativen Umgang mit der Bewegung anregen,
  • die Erprobung sozialer Verhaltensweisen im Bewegungsspiel und beim gemeinsamen Üben ermöglichen,
  • zur Steigerung der motorischen Eigenschaften durch vielfältiges Üben der grundlegenden Bewegungsfertigkeiten führen und damit der Wahrung der Gesundheit und der Verbesserung der Leistungsfähigkeit dienen.

Lehrstoff

Spiele

Lauf- und Hüpfspiele

Bei verschiedenen Spielen (Platzsuchspiele, Fangspiele, Reaktionsspiele; Tempelhüpfen, ...) an das Einhalten von Regeln gewöhnen; allenfalls auch Finden von Spielideen oder zusätzlichen Spielregeln

Ballspiele

Spiele mit Zuwerfen und Fangen bzw. Zielwerfen (mit dem Part

ner oder in der Gruppe)

Auch Erfinden von einfachen Spielformen

Sing- und Tanzspiele

Bewegungsformen an die Musik, an den Partner, an die Gruppe anpassen

Finden von passenden Bewegungen zu gegebenen Rhythmen und Melodien (selbstausgedachte Bewegungsformen)

Kooperationsspiele

Spiele, die zum Miteinander- und nicht Gegeneinanderspielen führen („Kennenlernen”, „Vormachen – Nachmachen”, „Kontakt aufnehmen”, ...)

Sinnesübende Spiele

Spiele zur Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit (im visuellen, akustischen und taktilen Bereich) und zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit durchführen

Scherzspiele

Spiele mit altersgemäßen Inhalten (foppen, necken, nicht lachen, ...)

Einander nicht kränken, Überempfindlichkeit abbauen

Grundlegende Bewegungsfertigkeiten

Laufen und Gehen unter verschiedenen Bedingungen

Beim Laufen und Gehen mit verschiedenen Bewegungsaufgaben (etwas tragen, ausweichen, Anpassen an einen Rhythmus oder an einen Partner, Richtungsänderung, ...) lernen, einen eigenen Weg zu finden und auf andere Kinder Rücksicht zu nehmen

Im Laufen und Gehen den Raum erleben (weit – nah, vorwärts – rückwärts, links – rechts, ...)

Hüpfen und Springen in vielen verschiedenen Formen

Verschiedene Möglichkeiten des Hüpfens und Springens (einbeinig, beidbeinig; linksherum, rechtsherum, ...) finden und erproben

Niedrige Hindernisse sowohl mit freien Sprüngen als auch mit Stütz- und Hangsprüngen überwinden (ohne Bewegungsvorschriften)

Rutschen und Kriechen mit verschiedenen Aufgabenstellungen

Zwischen und unter Hindernissen durchkriechen

Üben an Gerätebahnen

Rutschen auf schrägen Flächen

Steigen und Klettern an festen Geräten

Beim Steigen über verschiedene Hindernisse und an lotrechten Leitern (Höhe begrenzen) im besonderen die Griff- und Trittsicherheit üben Klettern über, durch und um verschiedene Hindernisse

Schwebegehen

Zwischen Linien, auf Linien und auf niedrigen Flächen verschiedene Formen des Schwebegehens erproben

Schaukeln, Hängen

Im Sitz aus eigener Kraft schaukeln

Flüchtiges Hängen

Erste Versuche im viergriffigen Hangeln

Heben und Tragen von Geräten

Verschiedene Geräte allein, mit einem Partner und in der Gruppe heben und tragen (kein gegenseitiges Heben und Tragen)

Finden und Durchführen von Transportmöglichkeiten (auf schonende Behandlung achten)

Ziehen und Schieben

Beim Ziehen und Schieben geeigneter Geräte oder eines Partners Widerstand und Schwere erleben

Rollen, Werfen, Fangen, Prellen

Beim freien Spielen mit verschiedenen Bällen und anderen geeigneten Hand- und Behelfsgeräten (geknotete Schnüre, Kartonröllchen, ...) Roll- und Flugeigenschaften erleben und die Auge-Hand-Koordination üben

Schwimmen

Wassergewöhnungsübungen

  • Fortbewegen in knie- bis hüfttiefem Wasser
  • Tauchen und Springen in Spielform als Vorbereitung des Schwimmens

Rutschen, Rodeln, Eislaufen, Schifahren

Finden und Erproben verschiedener Möglichkeiten der Fortbewegung, des Richtungswechsels und des Bremsens auf Schnee und Eis

Kunststücke

Einfache Kunststücke auf dem Boden und an Geräten

Sammeln von Bewegungserfahrungen Üben auf dem Boden (Wälzen, Purzelbaum, . . .) und an Geräten (Überdrehen an den Ringen, ...)

Aufgreifen, Übernehmen und Verändern von Kunststücken aus dem freien Spiel der Kinder

Einfache Kunststücke mit Handgeräten

Erfinden und Üben kleiner Kunststücke (wie Schnurspringen, Balancieren mit Bällen, Stäben, …)

Allgemeine Körperbildung

Kräftigungs- und Schmeidigungsübungen

Übungen in Spiel- und Zweckform zur Entwicklung der Ausdauer, der Schnelligkeit, der Kraft und der Beweglichkeit

Gesundheitserziehung

Körperpflege

Gewöhnen an regelmäßige Körperpflege

Kleidung

Gewöhnen an Reinlichkeit und Zweckmäßigkeit der Kleidung

Ernährung

Anregen zu gesunder Ernährung

Bewegung

Gewöhnen an eine tägliche Bewegungszeit

Anbahnen von positiven sportlichen Freizeitgewohnheiten (Eislaufen, Schwimmen, Wandern, ...)

Interaktionsspiel (Schulspiel)

Symbolspiel:

Grundlegende Erfahrungen sammeln

– mit sich selbst

– mit anderen

Sich etwas vorstellen (Ich binein Baum; ein Zwerg, …

Mir ist kalt; heiß, ...)

Die Aufmerksamkeit konzentriert nach innen richten (in sich hineinhorchen, ...)Sich körperlich, emotional und sprachlich auf die Partner einstellen (Bewegungen gemeinsam ausführen, jemanden führen, sich einer Person, einer Gruppe zuordnen – Bilder stellen, miteinander sprechen, gemeinsam sprechen, ...)

Nachahmen und Finden von Bewegungen bestimmter Menschen, Tiere, Pflanzen, Phantasiewesen, Naturkräfte, in der Gruppe; dazu entsprechende Geräusche,Laute, Worte, ... finden (mit dem Körper oder mit Gegenständen)

– im Raum

Durch freies und gelenktes Bewegen den Raum erleben

Die Lage eines Gegenstandes im Raum wahrnehmen und sich nach einiger Zeit daran erinnern

Den Raum mit offenen und geschlossenen Augen erleben und „begreifen” Geräusche orten

Die eigene Stimme im Raum erleben (die Stimme durch den Raum schicken und dabei Lautstärke, Höhe, Tiefe, ... erfahren)

– mit Requisiten

Erleben, wie Requisiten die sprachlichen emotionellen und körperlichen Ausdrucksfähigkeiten bereichern und kreative Einfälle fördern

Reale Requisiten: Verkleidungen, Gegenstände, ...

Symbolische Requisiten: Tuch als Puppe, als Teppich, als Wind, ...

Vorgestellte Requisiten: Mit etwas Ausgedachtem spielen, sprechen, ...

Spontanes Rollenspiel (freies Spiel):

Sich selbst und seine Beziehungen zur Umwelt darstellen

Mit und ohne Requisiten (Verkleidungen, Handpuppen, ...)

– eigene Alltagserlebnisse im Spiel wiedergeben bzw. neu gestalten (Tagesablauf, Geburtstag, . . .)

– eigene Gefühle (Freude, Angst, ...), Wünsche (im Mittelpunkt stehen wollen, Berufswünsche, ...)

Stimmungen (lustig sein, traurig sein, …),

Ideen im Spiel ausdrücken (jemanden retten, ...)

– Konflikte ausspielen dürfen, um sich durchzusetzen, um Kompromisse zu schließen, um nachgeben zu lernen (Streit um ein Spiel, ...)

Andere und deren Beziehungen zur Umwelt darstellen

Die Rollen von vertrauten Menschen, von Tieren,… (Vater, Mutter, Kasperl, Hund, …) übernehmen und deren Gefühle, Wünsche, Stimmungen, ... darstellen; Konflikte ausspielen

Gelenktes Rollenspiel:

Bei vorgegebener Problemstellung und offener Lösung Erfahrungen sammeln und Probleme zu bewältigen versuchen

Durch Sprache, durch Bewegung und durch Geräusche verschiedene Situationen, Themen und Probleme darstellen und Lösungsstrategien entwickeln (Ich habe eine Geldbörse gefunden. Ein neuer Schüler ist da ...)

Bei vorgegebenem Spielverlauf und festgelegtem Spielausgang Erfahrungen sammeln und Probleme zu bewältigen versuchen

Durch Sprache, durch Bewegung und durch Geräusche verschiedene Situationen, Themen und Probleme darstellen und Lösungsstrategien entwickeln (mit keinem Fremden mitgehen, beim Kaufmann eine Ware zurückweisen, ...)

Experimentier- und Konstruktionsspiel (siehe auch Werkerziehung)

Erfahrungen mit verschiedenen Baumaterialien machen

Beim Hantieren die Beschaffenheit von Bausteinen (Holz, Kunststoff, . . .) kennenlernen

Beziehungen zwischen verschiedenen Bausteinen erfahren

eim Bauen Größenbeziehungen erfassen, Gleichgewicht herstellen, ...

Verschiedene Konstruktionselemente kennenlernen und eventuell auch benennen

Beim Umgang mit verschiedenen Konstruktionssystemen die Funktionen verschiedenartiger Konstruktionselemente, wie Grundbaustein, Rad, Achse, Zahnrad, Riemen, ... erfahren

Verschiedene Verbindungstechniken zwischen Bauelementen ausprobieren und mit dem dazugehörigen Werkzeug umgehen lernen

Einsichten und Erfahrungen beim

Stecken, Klemmen, Schieben, Schrauben, ... gewinnen

Stabile und bewegliche Konstruktionen planen und herstellen

Nach eigenen Überlegungen und vorgegebenen Plänen konstruieren (Häuser, Brücken, Autos, Kräne, …), Material anbieten, das das Herstellen funktionsfähiger Konstruktionen ermöglicht

Regelspiel

Wahrnehmungsdifferenzierung durch Erkennen, Unterscheiden und Benennen

In verschiedenen Spielen die Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder ausgehend von der konkreten Umwelt fördern: zB

– von Farben, Formen und Oberflächenstrukturen

– Ich seh`, ich seh`, was nicht siehst, …

– von Bewegungen

– Bilderlotto

– von räumlichen Beziehungen

– Gegenstände ertasten

– von Geräuschen und Klängen

– Typische Tätigkeiten erkennen und nachspielen (springen, rühren, kämmen, ...)

– von Geruch und Geschmack

– In Bewegungsspielen räumliche Beziehungen erfahren (in einem Kreis stehen, um den Kreis laufen, ...)

– Beim Vergleich von Bildern bzw. von Gegenständen Raumlageunterschiede finden (links – rechts, oben – unten, darüber – darunter, ...)

– Verschiedene Speisen, Gewürze, Blüten, ... am Geruch bzw. Geschmack mit geschlossenen Augen erraten

Sich an Wahrgenommenes erinnern

In verschiedenen Spielen die Merkfähigkeit der Kinder fördern;

Gedächtnisspiele mit Gegenständen, Bildern, Melodien, Bewegungen, ... (Koffer packen, Kim-Spiele, ...)

Denk- und Sprachförderung durch:

In entsprechenden Spielen verschiedene Ordnungsgesichtspunkte finden (vergleichen, zusammenfassen, verallgemeinern, ...

– Herstellen von Beziehungen

Spiele zum Herstellen von Beziehungen (Gegenstände und Bilder nach bestimmten Gesichtspunkten ordnen, ...)

– Finden von Oberbegriffen

Spiele zum Finden von Oberbegriffen (Eßbares: Brot, Milch, Obst, ... Obst: Apfel, Birne, ...)

– Erkennen von Gegensätzen

Spiele zum Erkennen von Gegensätzen (Gegenstände und Bilder mit gegensätzlichen Eigenschaften finden, wie dick – dünn, groß – klein, ...)

– Erkennen und Verbalisieren von Sinnzusammenhängen

Spiele zum Erkennen und Verbalisieren von Sinnzusammenhängen (Bildergeschichten sinnvoll legen und die entstandenen Geschichten erzählen, ...)

Förderung der sozialen und emotionalen Fähigkeit

– einander helfen

– gemeinsam Probleme lösen

Kooperative Spiele, bei denen das Spielziel nur gemeinsam erreicht werden kann Spiele und Spielideen, die das Akzeptieren der eigenen Gefühle und der Gefühle anderer anbahnen

Bewegungsspiel

(Siehe verbindliche Übung Bewegung und Sport)

Didaktische Grundsätze:

Körperliche Aktivität ist das wesentlichste Element von Bewegung und Sport. Durch gezielte vielseitige körperliche Betätigung soll das Kind sowohl im motorischen Bereich als auch im kognitiven, sozialen und emotionalen Bereich gefördert werden, wobei die physischen und psychischen Voraussetzungen des einzelnen Kindes zu beachten sind.

Zur Verbesserung der Aktivitäts- und Zuwendungsbereitschaft soll den Kindern die Möglichkeit zum freien Spielen mit der Bewegung und mit verschiedenen Geräten, die Möglichkeit zum selbstständigen Erfahrung Sammeln am Übungsort, an Geräten und in der Gruppe geboten werden. Erst nach dieser ausgiebigen Orientierungsphase sollen die Kinder auch zu einfachen Kunststücken angeregt bzw. angeleitet werden.

Der Unterricht von Bewegung und Sport soll so geführt werden, dass er zu kooperativem Verhalten und gegenseitigem Helfen (aber kein „Hilfe geben“) erzieht, Konkurrenzverhalten weitestgehend vermeidet und Bewegungsängste abbauen hilft.

Ängstliche Kinder bedürfen besonderer Motivation. Der oft sehr unterschiedlichen körperlichen und motorischen Ausgangslage der Kinder ist durch ein differenziertes Bewegungsangebot zu entsprechen und nicht durch Zwang zur Bewegung.

Bewegung und Sport soll möglichst oft im Freien durchgeführt werden (zB Wiese, Wasser, Schnee, Eis ...).

Aus Gründen der Sicherheit und der Hygiene ist auf eine geeignete Kleidung Bedacht zu nehmen.

Auf der Grundlage der in der Stundentafel angegebenen Wochenstundenzahl ist auch bei ungünstigen räumlichen Gegebenheiten die tägliche Bewegungseinheit anzustreben.

SIEBENTER TEIL
BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE DER PFLICHTGEGENSTÄNDE DER GRUNDSCHULE UND DER VOLKSSCHULOBERSTUFE

A. GRUNDSCHULE

Sachunterricht

Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Sachunterricht soll die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihre unmittelbare und mittelbare Lebenswirklichkeit zu erschließen.

In diesem Sinne hat der Sachunterricht die Aufgabe, an entsprechenden Beispielen die vielseitige Betrachtungsweise der Wirklichkeit sowie die Stellung des Menschen – insbesondere die der Schülerin bzw. des Schülers – in dieser Wirklichkeit bewusst zu machen.

Ein kindgemäßer und gleichzeitig sachgerechter Unterricht führt die Kinder – allmählich zu einem differenzierten Betrachten und Verstehen ihrer Lebenswelt und befähigt sie damit zu bewusstem, eigenständigem und verantwortlichem Handeln.

Im Sachunterricht sind Lernprozesse so zu organisieren, dass Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Kenntnisse, Einsichten und Einstellungen grundgelegt werden. Dabei soll die Schülerin bzw. der Schüler auch fachgemäße Arbeitsweisen erlernen sowie Lernformen erwerben, die zur eigenständigen Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit und zu selbstständigem Wissenserwerb führen. Die Kinder lernen dabei schrittweise, sich Informationen zu beschaffen, zu interpretieren und kritisch zu bewerten. Sie entwickeln die Fähigkeit, Aufgaben und Problemstellungen selbständig und lösungsorientiert zu bearbeiten.

Der Unterrichtsgegenstand Sachunterricht ist in folgende Erfahrungs- und Lernbereiche gegliedert:

  • Gemeinschaft
  • Natur
  • Raum
  • Zeit
  • Wirtschaft
  • Technik

Bei der Unterrichtsplanung und der Unterrichtsgestaltung ist darauf Bedacht zu nehmen, dass Inhalte aus den einzelnen Teilbereichen unter besonderer Berücksichtigung der Erfahrungs- und Erlebniswelt der Schülerinnen und Schüler aufeinander abgestimmt werden.

Darüber hinaus sollen Zusammenhänge im Lernen und Denken der Schülerinnen und Schüler durch situationsorientierte Unterrichtsanlässe, durch handlungsorientierte Lernformen (zB entdeckendes Lernen, projektorientiertes Lernen) sowie durch sinnvolles Vernetzen von bereichsübergreifenden Aspekten angestrebt werden.

Erfahrungs- und Lernbereich
Gemeinschaft

Dieser Teilbereich gewinnt seine Lerninhalte aus der unmittelbaren sozialen Umwelt der Kinder. Dabei werden Einsichten in größere soziale Gebilde und Zusammenhänge gewonnen. Auszugehen ist daher vom Erfahrungsbereich der Schülerinnen und Schüler. Dem Schulleben als unmittelbarem sozialem Lebens- und Handlungsraum kommt besondere Bedeutung zu.

In diesem Teilbereich ist anzustreben, dass sich die Schülerinnen und Schüler zunehmend selbst besser kennen lernen und ihre soziale Handlungsfähigkeit erweitern. Sie lernen zunehmend, sich in andere Lebens- und Sichtweisen hineinzuversetzen.

Im Nachdenken über Werte und Normen sowie über unterschiedliches Verhalten von Menschen werden schrittweise die Fähigkeiten zum Perspektivenwechsel angebahnt, Toleranz und Akzeptanz gefördert, aber auch die Fähigkeit zu begründeter Abgrenzung gegenüber anderen Sicht- und Handlungsweisen entwickelt.

Die Kinder lernen miteinander zu kooperieren, Kompromisse einzugehen und mit Konflikten konstruktiv umzugehen. So erwerben sie Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen, die für die Mitwirkung an der Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft und für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen grundlegend sind.

Erfahrungs- und Lernbereich
Natur

Die Arbeit in diesem Teilbereich geht von den Erfahrungen und Begegnungen der Schülerinnen und Schüler mit der Natur sowie den Erfahrungen mit dem eigenen Körper aus.

Anzustreben ist ein Verständnis für die Natur als Lebensgrundlage des Menschen und für den Menschen selbst als einen Teil der Natur. Der Unterricht soll über das Gewinnen von Grundkenntnissen und dem Erlernen fachspezifischer Arbeitsweisen zu verantwortungsbewusstem Verhalten gegenüber der Natur führen. Damit soll den Kindern auch die Bedeutsamkeit gesunder Lebensführung bewusst gemacht werden.

Erfahrungs- und Lernbereich
Raum

Dieser Teilbereich setzt an der Orientierung der Schülerinnen und Schüler in ihrer unmittelbaren Umgebung an und vertieft Einsichten in das Beziehungsgefüge von Mensch und Raum.

Erste Einsichten können auf der Grundlage der Erfahrungen der Kinder am Beispiel des Heimatortes, des politischen Bezirkes, des Bundeslandes sowie größerer Regionen gewonnen werden. Dabei werden erste geographische Grundkenntnisse angebahnt und einfache fachspezifische Techniken vermittelt.

Erfahrungs- und Lernbereich
Zeit

Dieser Erfahrungs- und Lernbereich soll bei den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit entwickeln, zeitliche Dimensionen zur Orientierung nutzen (Vergangenes, Gegenwärtiges, Zukünftiges).

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Zeitabläufe beobachtbar sind, Zeit gliederbar und messbar ist.

Das Bewusstsein, dass sich soziale, politische wirtschaftliche und kulturelle Gegebenheiten und Entwicklungen der Vergangenheit in der Gegenwart auswirken und die Zukunft beeinflussen, soll gefördert werden.

Es soll ein erstes Verständnis für soziale Hintergründe, Ereignisse und Entwicklungen angebahnt werden. So lernen Kinder, Handlungen von Menschen nicht nur aus heutiger Perspektive, sondern unter Berücksichtigung von Gegebenheiten und Entwicklungen früherer Situationen wahrzunehmen und zu bewerten.

Darüber hinaus sollen Bemühungen des friedlichen Zusammenlebens und Zusammenwirkens bewusst gemacht werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Veränderung menschlicher Gewohnheiten, Lebensumstände und Bedürfnisse an ausgewählten Beispielen erkennen.

Erfahrungs- und Lernbereich
Wirtschaft

Dieser Teilbereich soll von den unmittelbaren Erfahrungen und Begegnungen der Schülerin bzw. des Schülers mit wirtschaftlichen Beziehungen und Einrichtungen ausgehen. Dabei stehen die wirtschaftlichen Grundbedürfnisse der Kinder in Bezug zu ihrem Lebensraum im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler sollen Einblicke in die Arbeitswelt erhalten und die Notwendigkeit einer guten Ausbildung verstehen. An konkreten Beispielen wird ein erster Einblick in wirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt. Darüber hinaus soll ein überlegtes, kritisches Konsumverhalten angebahnt werden.

Erfahrungs- und Lernbereich
Technik

Die Arbeit in diesem Teilbereich Technik geht von der Begegnung der Kinder mit technischen Gegebenheiten, mit Kräften und ihren Wirkungen sowie Stoffen und deren Veränderungen aus.

Anzustreben ist das Verständnis, dass der Mensch mit seinem technischen Wissen und Können in das Ordnungsgefüge der Natur eingebettet, von den Naturgesetzen abhängig und für die Auswirkungen seiner Eingriffe in die Umwelt verantwortlich ist.

In diesem Erfahrungs- und Lernbereich sollen die Kinder Grundkenntnisse und Einsichten gewinnen. Dabei gilt es fachspezifische Arbeitstechniken zu vermitteln und zu sachgerechtem und verantwortungsbewusstem Umgang mit Stoffen und technischen Geräten anzuleiten.

Lehrstoff:

Bei der Auswahl der Lehrstoffe sind solche Themenbereiche aufzugreifen, die bereichs- und fachübergreifendes Lernen zulassen.

Grundstufe I
Erfahrungs- und Lernbereich

Gemeinschaft

Die Schulklasse als neue Gemeinschaft erleben

Sich in der neuen Gemeinschaft zurechtfinden und das Gemeinschaftsleben mitgestalten

Regeln für das Zusammenleben finden, anerkennen und einhalten

Einige Beiträge für das Zusammenleben leisten (einander helfen,

mit anderen teilen, Aufgaben übernehmen und ausführen,... )

An der Gestaltung von Festen und Feiern zu verschiedenen Anlässen mitwirken (zB Frühlingsbeginn, Buchausstellung; Brauchtum; Nationalfeiertag)

Die Schulklasse als Teil der Schulgemeinschaft erfahren

Das Zusammenleben in verschiedenen Gemeinschaften

Die Familie als Lebensgemeinschaft

  • verschiedene Funktionen und Rollen der Familienmitglieder besprechen (zB unterschiedliche Rollen erkennen, andere Rollenverteilung überlegen)
  • Liebe und Partnerschaft in der Familie
  • besondere Ereignisse in der Familie aufgreifen (zB wenn ein Baby kommt, Taufe, Hochzeit)
  • unterschiedliche Formen von Familien besprechen (zB Familiengröße, Geschwistersituation, unvollständige Familie) verschiedene Verwandschaftsbeziehungen kennen

Über Erfahrungen, die wir in anderen Gemeinschaften (Freunde, Spielgruppe, Nachbarn, ... ) gesammelt haben, sprechen

Die Notwendigkeit von Regelungen und Ordnungen in größeren Gemeinschaften einsehen

Sich selbst und andere kennenlernen

Eigenes Verhalten und die eigene Rolle gegenüber anderen beobachten: sich selbst beschreiben (persönliche Daten), andere darstellen (Rollenspiele, ... )

Gefühle und Stimmungen in bestimmten Situationen beschreiben (zB Ich bin glücklich, traurig, wütend ... ); Wirkungen von Gefühlen bei sich und anderen erkennen (zB Wenn ich mich freue, dann ... )

Spiele zur Verbesserung der Kommunikation (zB Kennenlern- und Kommunikationsspiele)

das Anderssein der Mitmenschen (zB Wünsche, Meinungen) wahrnehmen, sich damit auseinandersetzen und andere akzeptieren

Über Versuche zur Bewältigung von Schwierigkeiten, die sich im Zusammenleben mit anderen ergeben, sprechen; richtiges Verhalten gegenüber möglicher Verführung und Gewalt

Erfahrungs- und Lernbereich
Natur

Lebensvorgänge und biologische Zusammenhänge

  • Begegnungen mit der Natur, dabei erste spezifische Arbeitsweisen und Fertigkeiten erlernen

Die Natur in der unmittelbaren Umgebung (zB Pflanzen, Tiere, Veränderungen) aufmerksam betrachten und beobachten

Einzelne Naturobjekte untersuchen (zB Früchte, Samen) Naturvorgänge (Pflanzen und Tiere im Jahresablauf) und Verhaltensweisen (zB Nahrungsaufnahme, Fortbewegung, Nestbau) beobachten

Erstes Experimentieren (zB verschiedenen Samen fliegen lassen, Samen zum Keimen bringen)

Wetterbeobachtungen einfacher Art durchführen

  • Erste Einsichten über Lebensvorgänge und biologische Zusammenhänge gewinnen

Lebensvorgänge an Pflanzen (zB Aufbrechen von Knospen, Blüten) und Tieren (zB Nahrungsaufnahme, Fortbewegung,

Fortpflanzung) kennenlernen

Einfache biologische Zusammenhänge erfassen (zB Bedingungen für das Wachsen der Pflanzen wie Wärme, Licht, Wasser, Nahrung; Nahrungsaufnahme – Freßwerkzeuge, Nahrungssuche – Fortbewegung)

Formenvielfa!t in der Natur

  • Begegnung mit der Natur, dabei erste spezifüche Arbeitsweisen und Fertigkeiten erlernen

Suchen, Sammeln und Betrachten (zB Blätter, Früchte, Samen; Federn), Ordnen (nach Farbe, Größe)

Vergleichen und Zuordnen nach auffälligen Formen und leicht erkennbaren Einzelmerkmalen (zB Fell, Federn; Blätter, Nadeln)

  • Erste Formenkenntnisse über Pflanzen und Tiere gewinnen

Einige Pflanzen und Tiere der unmittelbaren Umgebung kennen und benennen

Den Bau von Pflanzen und Tieren besprechen; einl.elne Teile benennen (.:z.B Stamm, Krone, Wurzel, Blatt, Blüte, Frucht, Samen; Kopf, Rumpf, Schnabel, Schnauze, Fluge!, Pfoten, Krallen;

Verantwortungsbewußtes Verhalten gegenüber der Natur

  • Die Beziehung des Menschen zur Natur verstehen lernen

Die Bedeutung von Pflanzen und Tieren für den Menschen erkennen

  • für die Ernährung (Gemilse, Obst, Futterpflanzen; Eier, Milch, Fleisch)
  • für die Verbesserung der Lebensqualität (Pflanzen als Luftverbesserer, Schattenspender, Pflanzen im Wohnbereich; Haustiere als Gefährten)

Die Bedeutung von Pflanzen und Tieren fur unseren Lebensraum erkennen (Pflanzen- und Tierschutz)

Zimmer- und Gartenpflanzen pflegen (zB gießen, umtopfen)

  • Die eigene Verantwortung gegenüber der Natur allmählich erkennen

Erfahrungen im Umgang mit Haustieren besprechen (zB Nahrung, Reinhaltung, Zuwendung, Disunz)

Umweltbewußt handeln: Umweltverschmutzung im eigenen Bereich vermeiden

Der Mensch: Körper und Gesundheit

  • Kenntnisse über den menschlichen Körper erwerben

Die Gliederung des menschlichen Körpers (Kopf, Rumpf, Gliedmaßen) besprechen

Die wichtigsten Funktionen von Körperteilen und von äußeren

Organen (zB Sinnesorgane) kennen

  • Die Bedeutung der eigenen Gesundheit erkennen lernen und gesundheitsbewußtes Verhalten anbahnen

Voraussetzungen einer gesunden Lebensführung kennenlernen (zB Körperpflege, Ernährung, Kleidung, Bewegung)

Verhalten bei Krankheiten und Unfällen Medizinische Einrichtungen kennen

  • Elementares Wissen und eine positive Einstellung zur menschlichen Sexualität anbahnen

Information über die menschliche Sexualit:it gewinnen:

  • Geschlechtsunterschiede von Mädchen und Bub, Frau und Mann
  • Liebe und Pannerschaft zwischen Mann und Frau
  • Die Tatsache der Elternschaft (Mutterschaft, Vaterschaft)

Erfahrungs- und Lernbereich
Raum

Die unmittelbare Umgebung kennenlernen, sich darin zurechtfinden und erste Orientierungsgesichtspunkte erfassen

Räumliche Beziehungen (zB links – rechts, davor – dahinter, weit – nahe, hinauf – hinunter) in der Klasse, im Schulhaus, in der Wohnung (Wohnhaus) erkennen und benennen

Standorte von Dingen, Wege und Entfernungen beschreiben (Suchspiele in der Klasse)

Orientierungsgesichtspunkte gewinnen

  • an Modellen (zB Spielzeughä.user, Puppenküche, Räume einrichten und gestalten)
  • in der unmittelbaren Umgebung (zB Wege, Plä.tze beschreiben und darstellen; einfache Skizzen anfenigen)
  • an Fixpunkten (zB Gebä.ude, Brücke, Ampel, Kreuzung)

Im Zusammenhang mit der Verkehrserziehung den Schulweg und andere Wege beschreiben, Verkehrseinrichtungen kennen und finden

Einfache geographische Gegebenheiten der näheren Umgebung kennen und benennen

ZB Geländeformen, Gewässer, Verkehrswege, Wohnstätten,…

Erfahrungs- und Lernbereich
Zeit

Durch Erlebnisse und Erfahrungen zu einem altersgemäßen Geschichtsverständnis gelangen

Von eigenen Erlebnissen und Ereignissen berichten und diese zeitlich zuordnen (jetzt, früher, später; gestern, heute, morgen)

Erinnerungen und Erfahrungen anderer Personen aus der Umwelt des Kindes etfragen und darüber berichten

Alte und neue Gegenstände (Spielsachen, Kleidungsstücke, Gebrauchsgegenstände, Bilder, Schrifmücke, Bücher) mitbringen und in der Klasse ausstellen sowie beschreiben und vergleichen

Zeitabläufe erfassen (fagesablauf, Wochenplan, Jahreskreis) und einfach darzustellen versuchen (Beispiele: Gebunstagskalender, Festkalender, Klassentagebuch, Zeitleisten und ähnliches)

Uhr und Kalender zur Bestimmung und Gliederung der Zeit (Stunde, Minute; Tage, Wochen, Monate; Jahreszeiten) verwenden

Alte Gebäude, Kulturdenkmäler in unmittelbarer Umgebung des Kindes als Zeugnisse der Vergangenheit aufsuchen, nach den Interessen des Kindes besprechen und einfachste historische Bedingungen erfahren

Erfahrungs- und Lernbereich
Wirtschaft

Ein erstes Verständnis für das Versorgtwerden und Versorgen gewinnen

Elementare Einsichten über Dinge gewinnen, die wir z.um täglichen leben brauchen (zB Nahrung, Kleidung, Wohnung)

Erste Erfahrungen über die Herstellung von Waren sammelnEinen einfachen Produktionsvorgang beobachten und z.u überschauen

Versuchen

Einfache Kenntnisse über Arbeit und Verdienst erwerben

Elementare Kenntnisse Uber einige Berufe• und Arbeitsstätten erwerben

Über grundlegende Zusammenhänge zwischen Arbeit, Geldverdienen und Geldausgeben Bescheid wissen

Erfahrungs- und Lernbereich
Technik (in Verbindung mit dem Unterrichtsgegenstand Werkerziehung)

Technische Gegebenheiten in der Umwelt des Kindes

  • Kenntnisse über technische Gegebenheiten in der unmittelbaren Umgebung des Kindes erwerben

Geräte und deren Verwendung besprechen (zB Spielzeug, Werkzeug, Gebrauchsgegenstände)

Durch den Umgang mit diesen Geräten wichtige Teile underen Funktion kennenlernen (zB Rad, Griff, Schalter)

  • Umgang mit Objekten, dabei spezifische Arbeitsweisen kennenlernen

Objekte· erkunden durch

Betrachten (zB Ball, Hammer, Taschenlampe)

Messen (zB Länge, Masse, Temperatur, Zeit)

Erstes Experimentieren (zB Umgang mit einfachen·Werkzeugen

und Geräten)

  • Verantwortungsbewußtes Handeln beim Gebrauch technischer Geräte entwickeln

Über Gefahren beim Gebrauch technischer Geräte Bescheid wissen;durch sachgemäßen und vorsichtigen Umgang Unfalle vermeiden

Mit technischen Geräten und Einrichtungen sinnvoll und sparsam umgehen (zB Wasser sparen, Energie sparen, Lärm vermeiden) und zum Umweltschutz beitragen

Kräfte und ihre Wirkungen

Auswirkungen einiger „Naturkräfte“ (zB Magnetkraft, Windund Wasserenergie) kennenlernen

  • Erste Kenntnisse über Kräfte und ihre Wirkungen erwerben

Im Zusammenhang mit der Werkerziehung Nutzungsmöglichkeiten dieser Kräfte (zB Windrad, Segel;,,Magnetspiele“, Wasserrad) erproben und besprechen

Mit Hilfe entsprechender Lehrmittel die Wirkungsweise von Kräften beobachten und einfache Experimente durchführen

Stoffe und ihre Veränderungen

  • Kenntnisse über Stoffe und ihre Veränderungen erwerben

Ausgehend von Gegenständen aus der Umwelt des Kindes einige Stoffe benennen und besprechen (zB Glas, Holz, Metall, Wolle, Gummi, Kunststoff; Luft, Wasser, Öl) und dabei einige ihrer Eigenschaften festste!Ien (zB rauh, hart, flüssig)

Zweckmäßigkeit der Verwendung bestimmter Stoffe besprechen

Veränderungen (flüssig, fest) einiger Stoffe (zB Wasser, Butter, Wachs) kennenlernen

  • Spezifische Arbeitsweisen kennenlernen

Einige stoffliche Eigenschaften bewußt wahrnehmen (zB Tasten, Riechen)

Erstes Experimentieren:

Durch Hantieren und Erproben die stoffliche Beschaffenheit von Gegenständen untersuchen

Diese Gegenstände nach ihren Eigenschaften und der Beschaffenheit vergleichen, ordnen und zuordnen

  • Sachgemäßes und verantwortungsbewußtes Handeln im Umgang mit Stoffen entwickeln

Die Gefährlichkeit bestimmter Stoffe (Medikamente, Reinigungsmittel, Schädlingsbekämpfungsmitte!) kennen und richtiges Verhalten besprechen; den Umgang mit den als gefährlich gekennzeichneten Stoffen vermeiden

Sachgemäßes und umweltgerechtes Handeln beim Gebrauch bestimmter Stoffe erlernen

Grundstufe II
Erfahrungs- und Lernbereich

Gemeinschaft

Das Zusammenleben in der Schule verstehen und mitgestalten

Gemeinsame Aktivitäten als sinnvolle und fruchtbare Form des Zusammenlebens und Zusammenlernens erfahren

Rechte und Pflichten in der Klasse kennen und wahrnehmen, dabei die Bedeutung von Klassen- und Schulregeln für das Zusammenleben erkennen, Rituale und Regeln finden, akzeptieren und anwenden

Gemeinsame Erlebnisse vorbereiten und gestalten (zB Feste, Feiern, Ausstellungen, Schulveranstaltungen)

Aufgaben im Rahmen der Klassen- bzw. Schulgemeinschaft erkennen und übernehmen, Möglichkeiten der Mitgestaltung wahrnehmen

An demokratischen Entscheidungen in der Klasse (im Schulleben) mitwirken

Aktuelle Konflikte im Zusammenleben lösungsorientiert bearbeiten (nach Ursachen suchen, Lösungen finden)

Die Vielfalt des Zusammenlebens in Gemeinschaften außerhalb der Schule kennen lernen und mitgestalten

Über „Familie“ als Lebensgemeinschaft sprechen

Verschiedene Formen der Lebensgemeinschaft „Familie“ besprechen

Von anderen Gemeinschaften (zB Spiel-, Sport-, Hobbygruppen) berichten, Verständnis für deren Aufgaben und die verschiedenen Rollen ihrer Mitglieder anbahnen

Besondere Situationen des Gemeinschaftslebens wahrnehmen (zB die Hilfsbedürftigkeit anderer erkennen, evt. sich an Hilfsaktionen beteiligen; sich in Konfliktsituationen angemessen verhalten)

Soziale Alltagskonflikte im Rollenspiel darstellen, Lösungsmöglichkeiten erproben und in einfacher Form zu bewerten versuchen

Möglichkeiten der Gestaltung von Festen und Feiern kennen lernen

  • in Familie und Verwandtschaft
  • in Heimat- bzw. Urlaubsregionen der Schülerinnen und Schüler
  • allenfalls in Regionen europäischer Partnerschulen

Über örtliches Brauchtum sprechen (zB Wohnort, Urlaubsregion)

Sich selbst und andere verstehen

Ausgewählte Erfahrungen mit anderen Menschen bewusst machen und besprechen

Verschiedenheit von Menschen erkennen und Anderssein verstehen und respektieren

Sich eigener Neigungen, Fähigkeiten und Schwächen bewusst werden

Eigene Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse sowie die anderer (zB Freude, Angst, Zuneigung, Einsamkeit) wahrnehmen und Möglichkeiten finden, damit umzugehen

Kindliche Wahrnehmungen und Erlebnisse (wie Schwangerschaft, Geburt, Partnerschaft, Nacktsein) sowie die damit verbundenen Gefühle und sozialen Erlebnisse besprechen und reflektieren

Konflikte aus dem Verständnis für andere bewältigen lernen, mit Konflikten leben können

Gegenüber Sexualtätern schützende und rettende Verhaltensweisen kennen lernen

Nachdenken darüber, wie sich Menschen in bestimmten Rollen oder Situationen (zu) verhalten (haben); Vorstellungen über verantwortungsbewusstes Handeln entwickeln

Verständnis für kulturelle Vielfalt entwickeln

Sprachliche und kulturelle Vielfalt wahrnehmen

Unterschiedliche Lebensweisen, Traditionen und Wertorientierungen respektieren

Einfluss verschiedener Kulturen auf den eigenen Lebensbereich wahrnehmen (Feste, Bräuche, …)

Sich eigener Fremdheitserfahrungen bewusst machen

Alltagsprobleme bei Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Verhaltensweisen besprechen (wechselseitige Toleranz bzw. Akzeptanz)

Öffentliche Einrichtungen, Verwaltungs- und Gemeinschaftseinrichtungen kennen lernen

Einblicke, Verständnis und elementares Wissen gewinnen über:

  • Einrichtungen und Organe der öffentlichen Ordnung und Sicherheit (zB Feuerwehr, Polizei, Rettung)
  • Öffentliche Dienstleistungsbetriebe (zB Post, Bahn)

Sich in einem öffentlichen Amt orientieren lernen (zB Gemeindeamt) und dabei Aufgaben und Organisation der Organe von Gemeinde und Bezirk kennen lernen (zB Bürgermeister, Gemeinderat, Bezirkshauptmann)

Die wichtigsten Ämter im Staat kennen

Allenfalls Gleichheit und Unterschiede solcher Einrichtungen in einigen den Kindern bekannten europäischen Regionen besprechen

Informationen über (ausgewählte) sozial bedeutsame Ereignisse und Einrichtungen selbstständig ermitteln

Medien als Informationsquelle nutzen

Gestaltung und Wirkung von Informationen vergleichen und bewerten

Überlegungen über den eigenen Bildungsweg anstellen lernen

Informationen über weiterführende Schulen sammeln

Angebotene Kontakte („Schnupperstunden“) wahrnehmen, Tage der offenen Tür nutzen

Erfahrungs- und Lernbereich
Natur

Lebensvorgänge und biologische sowie ökologische Zusammenhänge

 

  • Begegnung mit der Natur, dabei spezifische Arbeitstechniken und Fertigkeiten erweitern, festigen und bewusst anwenden

In der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Natur die bisher erlernten Arbeitstechniken wie Untersuchen, Beobachten, Betrachten erweitern, festigen und bewusst anwenden

 

  • bei Tieren bestimmte Verhaltensweisen beobachten und verstehen
  • einfache Experimente (gemeinsam) planen, durchführen und auswerten
  • Pflanzen unter verschiedenen Lebensbedingungen aufziehen, zB Knospenzweige zum Blühen bringen
  • Einsichten über Lebensvorgänge und biologische Zusammenhänge verstehen

Einige Entwicklungsvorgänge bei Pflanzen (zB Samen – Keimling – Pflanze; Blüte – Frucht – Samen) und Tieren (zB Laich – Kaulquappe – Frosch) erfassen

Einige Aufgaben einzelner Pflanzenteile erfassen (zB Wurzel zur Verankerung, Nahrungsaufnahme, Nahrungsspeicherung, Vermehrung; Stängel als Saftleiter)

Die Einsicht in Entwicklungsvorgänge am Beispiel Ei – Larve – Puppe – Insekt erweitern

  • Erste Einsichten in einfache ökologische Zusammenhänge gewinnen

Einsichten in Zusammenhänge innerhalb einzelner Lebensräume gewinnen

Veränderungen in der Pflanzen- und Tierwelt (zB Laubfall, Frühblüher; Überwinterung der Tiere) erkennen

Einrichtungen für bestimmte Lebensweisen bzw. Lebensräume (zB Tiere als Wasserbewohner, Waldbewohner, Tiere als Springer, Flieger; Bodenbeschaffenheit – Wurzellänge) verstehen

  • Pflanzengesellschaften (Stockwerkbau des Mischwaldes, …)
  • Wechselbeziehung zwischen Pflanzen und Tieren (Wiese, Hecke, ...)
  • Störung von natürlichen und naturnahen Lebensräumen durch den Menschen (zB Trockenlegung von Feuchtgebieten, Verschmutzung von Gewässern, Einsatz von Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln)
  • Möglichkeiten verbesserter Lebensbedingungen für Tiere (zB Nistgelegenheiten; Naturwiese; Tümpel)
  • Wachstum von Pflanzen (zB Düngung – Überdüngung; Verschmutzung des Gießwassers mit Öl, Waschmitteln, Salz; Änderung der Bodendichte)

Formenvielfalt in der Natur

 

  • Begegnung mit der Natur, dabei spezifische Arbeitsweisen und Fertigkeiten erweitern und bewusst anwenden

Die bisher erlernten Arbeitsweisen (Sammeln, Suchen, Betrachten und Benennen; Ordnen, Vergleichen und Zuordnen nach gemeinsamen Formen und Merkmalen) vertiefen, erweitern und selbst anwenden:

Anlegen einfachster Sammlungen (zB Herbarium); begonnene Sammlungen erweitern und an der Gestaltung von Ausstellungen mitwirken (zB Blätter-, Früchte-, Rinden-, Steine-, Federsammlungen)

Naturobjekte durch Vergleichen von Objekt und Bild (Vorgänge zur Tier- und Pflanzenbestimmung) bestimmen

Altersgemäße Bestimmungsbücher gebrauchen lernen

  • Formenkenntnis über Pflanzen und Tiere erweitern und festigen

Ausgewählte Pflanzen und Tiere der näheren und allmählich auch der weiteren Umgebung kennen und benennen; auch einige geschützte Pflanzen und Tiere

Das Wissen über den Bau von Pflanzen und Tieren erweitern: einige Blattformen; Merkmale von Säugetieren, Vogel, Fisch, Insekten

Durch Auffinden gemeinsamer Merkmale Tier- und Pflanzengruppen bilden (Anbahnen eines biologischen Ordnungsverständnisses)

Weitere Ordnungsgesichtspunkte über Pflanzen und Tiere gewinnen im Hinblick auf:

  • jahreszeitliche Gegebenheiten (Frühblüher, Herbstfrüchte; Wintergäste, Tierspuren, ...)
  • Nutzbarkeit (Nutzpflanzen; Haustiere, ...)
  • Lebensräume (zB Wasser, Wald)
  • Entwicklungsstufen (zB Zweige im Knospenzustand; Jungtiere)

Verantwortungsbewusstes Verhalten gegenüber der Natur

Aus der Einsicht in biologische Zusammenhänge die Nutzung der Natur und deren Auswirkungen erkennen und bewerten lernen, möglichst an einfachen Beispielen der unmittelbaren Umgebung der Schülerinnen und Schüler

  • Verständnis über die ökologischen Auswirkungen menschlichen Handelns gewinnen
  • dabei die Erkenntnis gewinnen, dass der Mensch die Natur behutsam nutzen, sie aber auch stören und zerstören kann (Probleme identifizieren: Abfall, Luft- und Wasserverschmutzung)
  • die Notwendigkeit von Gesetzen und Maßnahmen zur Erhaltung der Natur verstehen (zB Pflanzen- und Tierschutz, Schutzgebiete)
  • Sich umweltgerecht verhalten

Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf Natur und Umwelt erfassen und Folgen von Fehlverhalten (zB Verschmutzen, Lärmen, Verbrauchen von Energie) abschätzen und aus diesem Verständnis entsprechend handeln

Aus dem Wissen um die hohe Verantwortung jedes Einzelnen der Natur und Umwelt gegenüber selbst zu umweltbewusstem Verhalten gelangen

Der Mensch: Körper und Gesundheit

 

Kenntnisse über den menschlichen Körper erweitern und vertiefen

Aufgaben und Leistungen einzelner Körperteile und ausgewählter äußerer (zB Ohr, Auge) sowie innerer Organe (zB Herz, Magen) kennen lernen

Das Zusammenwirken mehrerer Körperteile und Organe an einfachen Beispielen erfassen (zB Auge – Hand – Koordination)

Zusammenhänge zwischen einzelnen Körperteilen und Organen und dem ganzen Körper (zB kranke Zähne – kranker Magen – einseitige Ernährung) kennen (zB Möglichkeiten der Gesunderhaltung formulieren und begründen)

Die Bedeutung gesunder Lebensführung erkennen.

Gesundheitsbewusstes Verhalten an einigen Beispielen (Körperpflege, Ernährung; Kleidung, …) anbahnen

Die Bedeutung aktiver Erholung bzw. ausgleichender Bewegung erkennen

Bewegungserfahrungen besprechen

 

Bewegung und Entspannung für das eigene Wohlbefinden im Alltag bewusst machen

Einfachste Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen lernen

Unfallverhütung

 

Sachgerechtes Versorgen leichter Verletzungen

 

Lebensrettende Sofortmaßnahmen (zB Absichern der Gefahrenzone; Notruf; stabile Seitenlage)

Elementares Wissen und eine positive Einstellung zur menschlichen Sexualität anbahnen

Über Bereiche menschlicher Fortpflanzung grundlegendes Wissen erwerben und allmählich erweitern (zB Entstehung menschlichen Lebens, Schwangerschaft, Geburt, Bedürfnisse des Säuglings)

Liebe und Partnerschaft auch als wichtige Grundlagen menschlicher Sexualität verstehen

Im Zusammenwirken mit den Eltern (Erziehungsberechtigten) auf die bevorstehenden geschlechtsspezifischen Entwicklungen vorbereiten

Erfahrungs- und Lernbereich
Raum

Sich im Raum orientieren

Erkundungs- und Orientierungsübungen durchführen

Hilfen zur Orientierung im Raum kennen und anwenden

Die Wirklichkeit modellhaft darstellen

Im örtlichen Bereich und in der näheren Umgebung durch Erkundungsübungen (insbesondere bei Lehrausgängen) die Orientierungsfähigkeit erweitern,

  • Bezeichnungen für Geländeformen und Arten der Gewässer verwenden
  • den Verlauf von Wegen und die Landschaftsformen feststellen und beschreiben
  • öffentliche Einrichtungen, Verkehrsnetz, Lage der Geschäfte etc. besprechen

Orientierungsübungen an verschiedenen Darstellungen

  • modellhaft: Umgebung der Schule, Wohnviertel, Ortskern mit einfachen Mitteln (zB Bausteine, Spielzeug, Zündholzschachteln) oder im Sandkasten darstellen
  • anhand von Abbildungen (zB Landschaftsfoto, Flugbild, Gemälde, Wandskizze) Landschaft und Siedlung der näheren Umgebung (zB Tal, Bezirk, Stadtteil) besprechen
  • Skizzen und Pläne selbst herstellen und zur Orientierung nützen

Himmelsrichtungen durch den Sonnenstand beschreiben

Einfache Orientierungsübungen mit dem Kompass

Die Lage bedeutsamer Orientierungspunkte (zB Gebäude, Berg) durch Angabe der Himmelsrichtung beschreiben

Ausgehend vom Modell (zB Klasse, Wohnung; hergestellt in Verbindung mit dem technischen Werken) Grundrisse herstellen, vorgegebene Grundrissdarstellungen interpretieren und dabei des Verständnis für Verebnung und Verkleinerungen in geographischen Darstellungen anbahnen

Einfache Situationsskizzen anfertigen, die zB den Verlauf des eigenen Schulweges angeben, und mit einem Plan des Heimatortes vergleichen

  • Sich auf vorgelegten Ortsplänen grob orientieren (zB über Gebäude, Wege und Richtungen Auskunft geben)

Pläne und Karten als geografische Darstellungsformen kennen und als Orientierungshilfen verwenden

Auf der Grundlage anschaulicher Erfahrungen die Landschaftsdarstellung auf einfachen Karten erarbeiten

  • Maßstab, Verkleinerung
  • Höhendarstellung

Übungen im Umgang mit Karten:

  • Kartenzeichen kennen lernen
  • Die Karte mit Hilfe des Kompasses ausrichten (Einorden)
  • Verschiedene Karten lesen (zB Wanderkarte, Landkarte, Straßenkarte)
  • mit Hilfe von Landkarten Einsichten in das eigene Bundesland erweitern

Räume erschließen, dabei grundlegende geographische Einsichten und Informationen gewinnen

Kenntnisse über wichtige Bauwerke, Sehenswürdigkeiten, regionalen Besonderheiten etc. des Wohnortes/des Wohnbezirkes erwerben

  • Übersichten über die Lage einzelner Landschaften erarbeiten (Orte, Flüsse, Gebirge, Verkehrswege) und dabei Verständnis für Zusammenhänge anbahnen (zB Landschaft, Siedlung, Wirtschaft)
  • Das Beziehungs- und Wirkungsgefüge von Mensch und Landschaft an einem Beispiel (zentrale Lage – Verkehrsknoten – Industrie, schöne Landschaft – Fremdenverkehrszentrum) verstehen lernen
  • Übersicht über das eigene Bundesland gewinnen (beispielhaft über Verkehrswege, politische Bezirke, Wirtschaft und Kultur sprechen)

Einen ersten Überblick über Österreich gewinnen

Aspekte des Eingebundenseins in die Gemeinschaft Europas und der Welt diskutieren: Durch den Bezug zum eigenen Erlebten eine vorurteilsfreie Annäherung an fremde Kulturen schaffen

Erfahrungs- und Lernbereich
Zeit

Veränderungen in der engeren und erweiterten Umwelt im Ablauf der Zeit erschließen und deuten

  • Veränderungen im Leben von Menschen (zB Kindheit der Eltern, der Großeltern und davor) beobachten und an altersgemäß verständlichen Entwicklungsreihen feststellen (zB Wohnung, Bekleidung, Verkehr)
  • Einblick in Veränderungen von Umwelt und Gesellschaft anhand ausgewählter Beispiele (zB Besiedlung, Feste, Brauchtum) gewinnen

Erste Einsichten für Veränderungen durch fachspezifische Arbeitstechniken gewinnen

  • Beobachten und Erkunden
  • Sammeln und Vergleichen von Bildern und Quellen (zB Chroniken, Erzählungen, Sagen und Bilddokumente)
  • Museumsbesuche, Lehrausgänge (zB historische Stätten)
  • Befragungen (zB Fachleute, Zeitzeuginnen, Zeitzeugen)

Durch ausgewählte Bilder und andere Quellen aus der Geschichte und Kultur der Heimat einen ersten historischen Überblick gewinnen

Die Vergangenheit des Wohnortes an einigen anschaulichen Beispielen erschließen, erste Kenntnisse aus der frühen lokalen und regionalen Geschichte gewinnen

Vergangenes (zB im Bundesland, in Österreich, in Europa) an einfachen Beispielen historischer Zeitbilder kennen lernen, einige zeitlich einordnen (zB Anlegen eines Zeitstreifens) und gegebenenfalls eine Beziehung zur Gegenwart herstellen

Beispiele aus dem Kulturschaffen des Landes kennen lernen

Verständnis für Zukünftiges anbahnen

Zukünftiges allmählich strukturieren und einteilen lernen (zB Eintragen von Terminen, Planen und Einteilen von Zeiträumen)

Die mögliche Unsicherheit zukünftiger Ereignisse bewusst machen (zB Überraschungen, Wetter, Spielverläufe) und damit den Gedanken der Vorsorge anbahnen.

Erfahrungs- und Lernbereich
Wirtschaft

Das Verständnis für Bereiche des Versorgtwerdens, Versorgens und Vorsorgens erweitern und vertiefen

Eigene wirtschaftliche Bedürfnisse erkennen und einschätzen lernen, Möglichkeiten ihrer Erfüllung besprechen und verstehen, dass nicht allen Wünschen entsprochen werden kann

An ausgewählten Beispielen die Bedeutung erkennen, dass nicht alle Waren im Inland erzeugt werden (Einfuhr-Ausfuhr)

Erste Kenntnisse über die wirtschaftliche Versorgung größerer Gemeinschaften erwerben (Transport, Handel, Energie)

Kenntnisse über Arbeit, Beruf, Verdienst und Geld gewinnen

Die persönliche und wirtschaftliche Bedeutung von Arbeit, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit erkennen

Erste Einsichten über Arbeitsbedingungen (zB Arbeitsstätten, Arbeitszeit, Entlohnung) und deren mögliche Auswirkungen auf die Lebensgestaltung gewinnen

Verschiedene Berufe besprechen und erkennen, dass sie unterschiedliche Ausbildung erfordern

Einsicht in wirtschaftliche Zusammenhänge und dementsprechend eigenverantwortliches Handeln anbahnen

An leicht überschaubaren Beispielen aus dem täglichen Leben den wirtschaftlichen Zusammenhang der Erzeugung, Verteilung und des Verbrauchs von Waren erkennen

An einfachen Beispielen Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Umwelt erkennen

Die wirtschaftliche Bedeutung der Freizeitgestaltung kennen (Freizeiteinrichtungen; Freizeitaktivitäten; Urlaub, Reisen, …)

Bedeutung der Werbung kennen lernen

  • Werbung (Werbesendungen, Plakate, Slogans, …)
  • Einfluss auf das Kaufverhalten
  • Modetrend bzw. Marken

Ein erstes Verständnis für Risikoverhalten anbahnen (zB borgen, gewinnen, verlieren)

Mit Geld richtig umgehen lernen

  • über den Sinn des Sparens sprechen
  • Kosten abschätzen (zB Handyrechnung, Internet)

Erfahrungs- und Lernbereich
Technik

Technische Gegebenheiten in der Umwelt des Kindes

  • Kenntnisse über technische Gegebenheiten in der Umwelt des Kindes erwerben

Im Zusammenhang mit dem technischen Werken an konkreten Beispielen die Funktion von Werkzeugen, Geräten und einfachen Maschinen kennen lernen, erproben und verstehen (zB Technikspielzeug, Fahrrad)

An einem Beispiel aus der Umwelt eine aus mehreren Teilen zusammengesetzte technische Einrichtung kennen lernen (zB Wasserversorgung, Wasserentsorgung, Heizungsanlage); wesentliche Teile und deren Funktion erkennen (zB Wasserbehälter, Wasserleitung, Abwasserkanal)

Spezifische Arbeitstechniken anwenden; Experimentieren

Im Zusammenhang mit dem technischen Werken werden im sachgemäßen Umgang mit Materialien und Werkzeugen, grundlegende Fertigkeiten erworben

Einsicht in technische Gegebenheiten durch fachspezifische Arbeitsweisen (zB gezieltes Beobachten, Beschreiben und Ordnen nach Eigenschaften, Merkmalen und Funktionen) gewinnen

Durch probierendes und konstruierendes Tun sollen neben elementaren Handlungserfahrungen und grundlegenden Einsichten auch Arbeitsweisen des Experimentierens erworben werden

Zur Gewinnung und Vertiefung von Kenntnissen über den elektrischen Strom (Stromkreis, Leiter, Isolator) nur im Kleinstspannungsbereich (bis maximal 24 Volt) experimentieren, dabei auf die Lebensgefährlichkeit der Netz- und Hochspannung ausdrücklich hinweisen

  • Sachgemäßes und verantwortungs-bewusstes Handeln beim Gebrauch der Technik vertiefen

Sachgemäßen Umgang mit Werkzeugen lernen; dabei wichtige Fertigkeiten einüben und Vorsichtsmaßnahmen beachten

Aus der Einsicht in die Gefährlichkeit von Materialien, Geräten und elektrischem Strom vorsichtig handeln

Vorsichtsregeln zur Vermeidung von Unfällen verstehen und einhalten

Kräfte und Wirkungen

  • Kenntnisse über Kräfte und ihre Wirkungen erwerben

Die Wirkung der Magnetkraft (auf Metalle, zwischen Magneten; Kompassnadel) erproben, beobachten und als Gesetzmäßigkeit erkennen

Einige Auswirkungen von Wärme kennen lernen:

  • Wärmeausbreitung in unterschiedlichen Stoffen gezeigt an Alltagsbeispielen (Topfgriffe, Kühltasche, …)
  • Ausdehnung von Stoffen (zB gezeigt am Beispiel des Thermometers)
  • Wettererscheinungen (zB Gewitter, Nebel, Sturm), dabei auch besondere Gefahrenquellen kennen und beachten

Die Wirkungsweise verschiedener Kräfte kennen

  • Gewicht als Kraft (Verformung durch Belasten)
  • Auftrieb, Schwimmen, Sinken

Spezifische Arbeitstechniken anwenden

Experimente mit Magneten durchführen Langzeitbeobachtungen (des Wetters) durchführen und Tabellen anlegen

Vergleichen und Messen von Kräften (zB Tauziehen; Federwaage)

Experimente durchführen (zB Schwimm- und Sinkversuche, Rutsch- und Gleitversuche)

Stoffe und ihre Veränderungen

  • Kenntnisse über Stoffe und ihre Veränderungen erwerben

Die Erscheinungsformen verschiedener Stoffe kennen und benennen (fest, flüssig, gasförmig)

Die Bedingungen für die Zustandsänderungen des Wassers kennen lernen (zB Erhitzen, Abkühlen)

Wasserlösliche (zB Salz, Zucker, Seife, bestimmte Farben) und nichtwasserlösliche Stoffe (zB Öl, Sand, Erde) unterscheiden

Gewinnung und Nutzung von Bodenschätzen an einem Beispiel unter Beachtung regionaler Gegebenheiten besprechen

Luft als bedeutsamen Stoff (zB Atmung, Verbrennung) kennen

Umweltbelastende Stoffe (zB Abgase, Kunststoffe, Waschmittel) und Verfahrensweisen zu deren Beseitigung kennen lernen

  • Spezifische Arbeitstechniken anwenden:
  • Beobachten
  • Schmelzen von Eis, Gefrieren von Wasser, Verfärben bei Erwärmung, Verdunsten
  • Klassifizieren
    • Ordnen und Zuordnen nach bestimmten Gesichtspunkten
    • nach Eigenschaften, zB schwimmt – schwimmt nicht, magnetisch – nicht magnetisch
    • nach Veränderungen, zB wird größer, wird fest; wird leichter
    • Experimentieren
  • Experimente und einfache Versuchsreihen durchführen zB mit Wasser: Verdunsten, Verdampfen, Gefrieren, Schmelzen; Reinigen des Wassers durch Filtern, Mischen und Trennen von Stoffen Einfache Versuche an Beispielen der Verbrennung oder der Verrottung
  • Dokumentieren
    • Beschreiben beobachteter Vorgänge (zB Schmelzen: Eis, Fett; Auflösen in Wasser: Salz, Zucker, Dicksaft) und Ergebnisse von Experimenten in geeigneter Weise (zB Tabellen, Wetterkarten; Protokollieren) festhalten
  • Im Umgang mit Stoffen sachgemäß und verantwortungsbewusst handeln

Die Kennzeichnung gefährlicher Stoffe (zB Beipackzettel) kennen und den Umgang mit als gefährlich gekennzeichneten Stoffen vermeiden

Die Gefahren der Wasserverschmutzung kennen und sich um die Reinhaltung des Wassers bemühen

Zur Sammlung wiederverwertbarer Stoffe (Gegenstände) beitragen

Umweltgerechtes Handeln bei der Anschaffung, beim Gebrauch und bei der Beseitigung bestimmter Stoffe erlernen

Möglichkeiten zur Beseitigung und Wiederverwertung von Stoffen kennen lernen“

Didaktische Grundsätze:

Die Aufgliederung des Sachunterrichts in sechs Erfahrungs- und Lernbereiche ist für die Planung und die Gestaltung der täglichen Unterrichtsarbeit nicht das primär strukturierende Prinzip. Vielmehr ist sicherzustellen, dass über die allgemeinen didaktischen Grundsätze hinaus Lernprozesse in konkreten Erlebnis-, Handlungs- und Sachzusammenhängen ermöglicht werden. Es sind daher solche Themenbereiche aufzugreifen, die bereichs- und fachübergreifendes Lernen zulassen (zB Wohnen, Arbeiten, sicher versorgen, die Umwelt gestalten), dabei können auch erste Einblicke über die Grenzen Österreichs hinaus gemacht werden. Bei der didaktischen Umsetzung der „europäischen Dimension“ im Unterricht geht es vor allem um das Entwickeln von Einstellungen, Haltungen und Orientierungen. Auf der Grundstufe II wird sich der Unterricht in größerem Ausmaß an der Eigengesetzlichkeit der einzelnen Erfahrungs- und Lernbereiche orientieren können.

Erfahrungs- und Lernbereich Gemeinschaft

Lernen in diesem Bereich erfordert besondere didaktische Maßnahmen und Bedingungen und ist nicht selten auf langfristige Prozesse angewiesen; auch Umwege können positive Elemente dieses Lernens sein. Als Voraussetzung bedarf solches Lernen besonders der emotionellen Betroffenheit aller Beteiligten. Darüber hinaus ist es angewiesen auf eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Toleranz. Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollte den Kindern Vorbild in demokratischer Haltung und wertschätzendem Umgang sein. Diskretion, Taktgefühl und Behutsamkeit sind vor allem im Bereich der Sexualerziehung angebracht.

Als wichtige Rahmenbedingungen sind gerade in diesem Erfahrungs- und Lernbereich die Formen kooperativen Lernens und ein pädagogisches Klima, in dem sich alle wohl fühlen können, anzusehen.

Dafür steht eine Vielfalt methodischer Möglichkeiten zur Verfügung:

  • das Aufgreifen realer sozialer Begebenheiten und Situationen;
  • die verbale Darstellung und Verarbeitung sozialer Ereignisse und Probleme in unterschiedlichen Gesprächssituationen;
  • Verbalisieren von Gefühlen, Einstellungen und Meinungen;
  • das Verdeutlichen sozialer Erscheinungen und Abläufe sowie von Gefühlen durch Darstellen und Bearbeiten in verschiedenen Spielformen;
  • das Einholen und Verarbeiten von Informationen über sich selbst und andere;
  • soziale Situationen erfahrbar machen und für sie verschiedene Lösungsmöglichkeiten suchen (zB Bild- und Textvorgaben);
  • die vielfältigen Möglichkeiten des Schullebens für Begegnungen, soziales Planen, Entscheiden und Handeln nützen (zB klassenübergreifende Aktionen, Patenschaften, Einbeziehung der Eltern);
  • das Planen und Durchführen sozialer Vorhaben.

Erfahrungs- und Lernbereich Natur

Die didaktischen Überlegungen für den Lernbereich Natur müssen sich auf die Tatsache stützen, dass das Grundschulkind (bei der Auseinandersetzung mit der Umwelt) besonderes Interesse an der Natur zeigt. Eine wichtige Voraussetzung für Lernmotivation und guten Unterricht ist es, wenn die direkte Begegnung mit der Natur ermöglicht werden kann. Ergänzend dazu wird es notwendig sein, nicht unmittelbare Abläufe und Gegebenheiten den Kindern durch geeignete Medien anschaulich zu vermitteln. Der Unterricht hat solchen didaktischen Konzepten zu folgen, die im Kind den Wunsch zum Entdecken und Erforschen der Natur verstärken. Die Schülerin bzw. der Schüler soll in den Gebrauch altersgemäßer Informationsquellen, wie zB Bestimmungsbücher eingeführt werden.

Durch Vernetzung des Lernbereiches Natur mit den anderen Bereichen des Sachunterrichts wird die Vertiefung verantwortungsvollen und umweltgerechten Verhaltens angestrebt.

Erfahrungs- und Lernbereich Raum

Im Erfahrungs- und Lernbereich Raum werden erste Einblicke in nahe und weiter entfernte Bezugsräume ermöglicht. Dabei ist darauf zu achten, dass es um erste Einsichten, sowie das Erkennen von Zusammenhängen geht und nicht um vordergründiges, abfragbares Begriffswissen. Bei der Auswahl der Lerninhalte steht die Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder im Vordergrund und nicht die Systematik.

Ausgehend davon, dass sich die Kinder bereits in ihrer unmittelbaren Umgebung zurechtfinden können, soll diese Orientierungsfähigkeit erweitert und ausgebaut werden (zB durch Orientierungsspiele und kindgemäße Übungen).

Beispiele aus der Umgebung der Kinder bilden die Grundlage für das Erkennen und Verstehen von Zusammenhängen zwischen landschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Gegebenheiten.

Folgende methodische Möglichkeiten bieten sich an:

  • bewusste Betrachtung landschaftlicher Geländeformen und Vergleichen mit der Wirklichkeit und realistischen Abbildungen zB Fotos, Zeichnungen, Bildkarten, Prospekte;
  • Darstellen, Beschreiben der geographischen Umwelt des Wohnortes, des Schulortes, der Gemeinde, des politischen Bezirkes und des Bundeslandes;
  • Sammeln von Anschauungsmaterial zur Illustration und Festigung;
  • Einsatz von Modellen und einfachen Skizzen;
  • Orientierungshilfen: zB in der Natur; Kompass, Plan, Karte.

Erfahrungs- und Lernbereich Zeit

Schulanfängerinnen und Schulanfängern ist die Orientierung in zeitlichen Dimensionen nur in erlebnismäßig erfassbarem Ausmaß möglich; das Orientierungsvermögen muss daher durch entsprechende Hilfeleistung zunehmend ausgebaut und begrifflich erfassbar gemacht werden, indem Ereignisse, Personen, Gegenstände, zu denen die Schülerin bzw. der Schüler Beziehungen herstellen kann, in den Unterricht einbezogen werden.

An bedeutsamen Zeitbildern aus der Erlebnis- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler soll der historische Raum zunehmend erfasst werden.

Als Lern- und Arbeitsformen bieten sich an:

  • Sammeln, Ordnen und Vergleichen von Informationen unter historisch–kulturellem Aspekt;
  • Erkunden und Erkennen von Veränderungen der Umwelt der Schülerin bzw. des Schülers und ihrer bzw. seiner Bezugspersonen durch Beschreiben, Darstellen (Rollenspiel), Vergleichen, zeitliches Zuordnen (Entwicklungsreihen);
  • Begegnung mit Zeitzeugen; anderen Quellen der Vergangenheit;
  • andere Quellen der Vergangenheit.

Erfahrungs- und Lernbereich Wirtschaft

Elementares wirtschaftskundliches Lernen erfolgt primär in der unmittelbaren Begegnung und Auseinandersetzung mit jenen Ausschnitten und Zusammenhängen der Wirtschaft, denen die Schülerinnen bzw. Schüler in ihrem täglichen Leben begegnen.

Darüber hinaus sind immer wieder Erfahrungen aufzugreifen, die das Kind aus seiner eigenen wirtschaftlichen Situation gewonnen hat.

Folgende Vorgehensweisen bieten sich an:

  • der wirtschaftskundlich akzentuierte Lehrausgang; das Auswerten von Erkundungs- und Beobachtungsaufgaben; das Befragen von Personen, die von ihren eigenen wirtschaftlichen Erfahrungen berichten können (zB Eltern, Expertinnen und Experten);
  • das Arrangieren von Lernsituationen mit Hilfe originaler Materialien aus dem Bereich Wirtschaft (Lebensmittel, Kleidung, Verpackungsmaterial, Werbemittel, Werkzeuge und dergleichen) sowie mit einschlägigem didaktischem Material;
  • durch Erarbeiten bzw. Klären grundlegender Begriffe aus dem Wirtschaftsleben Tatsachen und Zusammenhänge besser verständlich machen;
  • Abläufe wirtschaftlichen Handelns in spielerischer Form durchschaubar machen;
  • angemessene Verhaltensweisen in Geschäften und Betrieben (zB Einkaufen, Reklamieren, Werbeangebot, Preis- und Qualitätsauszeichnungen) besprechen

Erfahrungs- und Lernbereich Technik

Die didaktischen Überlegungen für den Lernbereich Technik müssen von der Tatsache ausgehen, dass das Interesse des Grundschulkindes sehr stark auf naturwissenschaftliche Sachverhalte seiner Umwelt ausgerichtet ist.

In der unmittelbaren Begegnung mit der Wirklichkeit soll dem Kind handlungsorientiertes und entdeckendes Lernen ermöglicht werden. Dabei spielt das freie und angeleitete Experimentieren eine zentrale Rolle. Hier bietet sich Kindern die Gelegenheit, von ihren Alltagsvorstellungen zu sachlich fundierten Kenntnissen zu gelangen.

  • Sachtexte und Sachzeichnungen sollen das experimentierende Arbeiten begleiten;
  • Schülerversuche integrieren sämtliche fachspezifische Arbeitsweisen und fördern Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Kooperationsfähigkeit;

Durch Vernetzung des Lernbereiches Technik mit den anderen Bereichen des Sachunterrichts wird die Vertiefung verantwortungsvollen und umweltgerechten Verhaltens angestrebt;

Darüber hinaus sind die Querverbindungen zum Unterrichtsgegenstand Technisches Werken wahrzunehmen und Überschneidungen zu vermeiden.

Deutsch, Lesen, Schreiben

Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Deutschunterricht hat die Aufgabe, die Schüler – unter Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen – in ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zu zwischenmenschlicher Verständigung im mündlichen und schriftlichen Bereich durch Lernen mit und über Sprache zu fördern.

Im einzelnen geht es darum,

  • die individuelle Sprache des Kindes zur Standardsprache zu erweitern;
  • den richtigen Sprachgebrauch im mündlichen und schriftlichen Bereich zu üben und zu festigen;
  • zum Lesen und zur Auseinandersetzung mit dem Gelesenen anzuregen;
  • einen kreativen Sprachgebrauch zu ermöglichen und zu fördern;
  • einige Grundeinsichten in Funktion und Struktur unserer Sprache gewinnen zu lassen;
  • einfache Arbeits- und Lerntechniken zu vermitteln, die in zunehmendem Maße zu selbständigem Bildungserwerb befähigen.

Der Unterrichtsgegenstand Deutsch gliedert sich in folgende Teilbereiche:

  • Sprechen
  • Lesen
  • Schreiben
  • Verfassen von Texten
  • Rechtschreiben
  • Sprachbetrachtung.

Diese Aufgliederung in Teilbereiche verdeutlicht Sachstrukturen und die stoffliche Linienführung des Lehrplans, soll aber keinesfalls einer sinnvollen Vernetzung von Lernbereichen entgegenstehen, und ermöglicht daher dem Lehrer einen kindgemäßen und sachgerechten Unterricht.

Sprechen:

Abs. 5 aufgehoben

Sprechen ist einer der wichtigsten Teilbereiche des Deutschunterrichts, gliedert sich in fünf Aufgabenfelder und umfaßt grundlegende und langfristige Ziele. Wesentliche Aufgabe des Teilbereiches Sprechen ist es, die Bereitschaft und Fähigkeit der Schüler zur mündlichen Kommunikation allmählich zu erhöhen und sie zu einem möglichst sicheren Gebrauch der Standardsprache zu führen.

Lesen:

Der Leseunterricht auf der Grundstufe I hat die Aufgabe, den Schülern die grundlegende Lesefertigkeit zu vermitteln und damit die Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten zu ermöglichen. Zunehmend erfahren die Schüler das Lesen als einen bedeutenden Zugang zu unserer Kultur, insbesondere als ein wesentliches Mittel zur Informationsgewinnung und zur Unterhaltung.

Im Leseunterricht auf der Grundstufe II sollen die Schüler erfahren, daß sie durch Lesen und durch die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen über ihre realen Lebenserfahrungen hinaus das Verständnis für sich selbst und für andere vertiefen sowie sich und andere informieren und unterhalten können.

Die vielfältige Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten verschiedenster Art dient der Anbahnung der Lesemündigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch die Lesefertigkeit der Schüler zu erweitern und zu festigen.

Schreiben:

Aufgabe des Schreibunterrichtes ist es, die Schüler zum Gebrauch grundlegender konventioneller grafischer Zeichensysteme anzuleiten. Dabei sollen sie erfahren, dass Schreiben eine Form der Kommunikation und Dokumentation ist. Es geht aber auch um einfache Möglichkeiten des Layouts sowie um fantasievolles Anwenden von Schrift, Schriftzeichen und Skripturalem. Im Besonderen soll der Schreibunterricht zur sicheren Beherrschung unseres Schriftsystems führen.

Schrift und Typografie (Schreiben):

Schrift und Schriftzeichen sowie einfache Möglichkeiten des Layouts im Alltag

Briefe, Einladungen, Plakate, Schülerzeitungen, … herstellen

Schrift und Schriftzeichen als Verständigungsmittel und als Bildelemente

… auch Blockschrift und Gemischtantiqua; Buchstaben auch stempeln, schablonieren, ausschneiden, zerschneiden und anders zusammensetzen, aufkleben

Bewusstes Wahrnehmen von Schrift und Schriftzeichen in der engeren Umwelt

Plakate, Lichtreklamen, Geschäftsaufschriften, Zeitungsköpfe, Embleme, Fernsehsignets, …

Fantasievolles Anwenden von Schrift, Schriftzeichen und Skripturalem

Skripturale Kritzeleien; übernommene, variierte oder frei erfundene Schriftzeichen; unterschiedlichste Materialien und Werkzeuge; ein- und mehrfärbig“

Verfassen von Texten:

Im Teilbereich Verfassen von Texten sollen sich die Schüler auf der Grundlage ihrer Mitteilungsbereitschaft und der erworbenen Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben zunehmend selbständig schriftlich äußern, und zwar sowohl ichbezogen, zB über Erlebnisse, Beobachtungen, als auch partnerbezogen, zB Wünsche, Fragen; auf der Grundstufe II auch sachbezogen.

Rechtschreiben:

Aufgabe des Rechtschreibunterrichtes ist es, die Schüler zu normgerechtem Schreiben zu motivieren, grundlegende Rechtschreibkenntnisse zu vermitteln und in der Folge ihr Rechtschreibkönnen kontinuierlich zu erweitern, sie zum Erkennen und Anwenden einfacher Regeln zu führen und ihnen eine möglichst geläufige Nachschlagetechnik zu vermitteln.

Sprachbetrachtung:

Aufgabe der Sprachbetrachtung ist es, allmählich wachsende Einsichten in Funktion und Struktur unserer Sprache zu vermitteln und zunehmend begrifflich zu sichern.

Lehrstoff: Grundstufe I (1. und 2. Schulstufe)

Sprechen

Als Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Aufgabenfelder bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:

beim Erzählen, Mitteilen, Zuhören

  • beim Erzählen und Mitteilen anderer bewußt zuhören und sich zu Gehörtem äußern können; beim situationsbezogenen Sprechen
  • in verschiedenartigen Situationen sprachlich angemessen handeln; beim Gespräch
  • sich in verschiedenen Gesprächsformen beim Sprechen, Hören und Verstehen einander zuwenden;
  • einsehen, daß Miteinander Sprechen geregelt werden muß, und daher einfache Gesprächsregeln vereinbaren und beachten;
  • in der Schule erworbene Sprechformen und sprachliche Mittel allmählich auch im Gespräch anwenden; bei der Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit)
  • den Wortschatz auf verschiedenen Ebenen (Wortbedeutung, Wortfeld, Wortfamilie, Oberbegriffe usw.) erweitern;
  • über häufig gebrauchte Satzmuster verfügen und allmählich zur Standardsprache hingeführt werden; bei der Sprechübung (Deutliches Sprechen)
  • Laute richtig bilden sowie Wörter und Texte gut artikulieren können;
  • ausdrucksvoll sprechen können.

Erzählen, Mitteilen, Zuhören:

Motivation

In einer entspannten Atmosphäre Freude und Bereitschaft zum Erzählen, Mitteilen und Zuhören entwickeln

Geeignete Situationen aufgreifen oder schaffen, die zum Erzählen anregen

Erlebnisse, Beobachtungen und Gefühle mitteilen

Von persönlichen Erlebnissen, Ereignissen, Beobachtungen usw. erzählen

Zu Bildern und Bildgeschichten sprechen

Eigene Gefühle und Empfindungen äußern sowie die anderer wahrnehmen und verstehen, zB durch Trösten, Beruhigen und dergleichen verbal Hilfe anbieten

Spielerischer, kreativer Umgang mit Sprache

Laut- und Wonspielereien, Reimbasteleien uam. versuchen

Namen, Begriffe, Geschichten usw. erfinden und verändern

Zuhören

Dem Erzählen des Lehrers zuhören und daraus Anregungen für das eigene Erzählen gewinnen; dem Erzählen·der Mitschüler aufmerksam zuhören

Die Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit durch geeignete Erzählsituationen (Erzäh!kreis, regelmäßige Erzäh!zeiten vorsehen, eventuell Aufmerksamkeitsübungen und dergleichen) wecken und fördern Gehörtes (zunächst ohne Anspruch auf Genauigkeit und Vollständigkeit) wiedergeben

Sich zu Gehörtem äußern (zB Fragen stellen)

Situationsbezogenes Sprechen:

In einfachen Sprechsituationen Erfahrungen sammeln, Situationen sprachlich bewältigen

Sprechsituationen aufgreifen und spielerisch erproben, zB

  • Begrüßen, Verabschieden, sich entschuldigen
  • sich erkundigen bzw. Auskunft geben
  • Vorschläge äußern (Sitzordnung, Pausengestaltung, Spiele, Freizeitgestaltung)

Gespräch:

Hinführen zum Gespräch; Vorformen des Gesprächs

Spielerische Formen des Miteinander-Sprechens (zB Kennenler· nen, Rate- und Fragespiele, Zuhörspiele und Spiele zur Weitergabe des Wortes)

Einfache Kommunikationsformen (Weiterrufen in der Sprechkette, Erzählkreis usw.)

Schrittweises Sichern einfacher Formen des Ansprechens, Anknüpfens, Weiterführens und dergleichen

Schulung des Hörens und Verstehens

Vom Wahrnehmen ober das bewußte Hinhören und Zuhören zum Aufeinander-Hören

Einsehen, Vereinbaren und Beachten einiger wichtiger Gesprächsregeln

Die Wichtigkeit von Gesprächsregeln einsehen bzw. vereinbaren nd beachten (zB das Won weitergeben, den Sprecher ansehen und ihm zuhören, ihn ausreden· lassen, den Sprecher nicht auslachen, wenn er Unpassendes oder Unverständliches sagt, seine eigene Meinung begründen können)

Hinführen zu verschiedenen Gesprächsformen

Partner-, Gruppen- und Kreisgespräche zu Themen aus dem Erfahrungs- und lnteressensbereich der Kinder oder aus achbegegnungen in verschiedenen Lernbereichen oder über das Miteinander-Sprechen selbst (zB mittels Kasper-Spielen)

Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit):

Wortschatz erweitern und differenzieren

Über Gegenstände, Bilder und ähnliches sprechen: Tätigkeiten, Geräusche, Beobachtungen usw. sprachlich darstellen

Vorhandene sprachliche Elemente zu neuen Woneinheitenzusammenfügen und deren Bedeutung suchen

Die Bedeutung von Wönern umgrenzen, inhaltlich bestimmen, zB durch zugehörige Gegenwörter (groß – klein) oder durch kleine sprachliche Felder

Richtige Satzmuster üben

Sätze mit gleichem Satzbau analog bilden Üben von Satzmustern, die häufig fehlerhaft verwendet werden, insbesondere Fehlformen, die sich aus dem Umerschied zwischen Mundan- und Standardsprache ergeben

Sprechübung (Deutliches Sprechen):

Natürlich und ausdrucksvoll sprechen

Fördern und Verstärken des natürlichen Sprechens der Kinder

Sprache ausdrucksvoll gestalten (zB Emotionen, Meinungen, Interessen durch sprachlicheAusdrucksmittel unterstützen)

Deutlich sprechen

Bewußtes Beachten der Artikulation beim Sprechen; Zungenbrecher und ähnliche Texte anikulien nachsprechen; Sprachspiele

Übungen zur Lautumerscheidung (zB singen – sinken, reden – retten, Liebe – Lippe)

Texte nachgestaltend und sinngestaltend sprechen

Sprechen von Reimen, Versen und Gedichten; Reimwörter finden Verse und kurze Gedichte frei vortragen

Mundart – Standardsprache

Mundart und Standardsprache vergleichen; Gemeinsamkeiten

und Unterschiede feststellen

Lesen

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe

  • eine möglichst anhaltende Lesemotivation entwickelt haben;
  • in der Lage sind, altersgemäße Texte in gemischter Antiqua geläufig zu lesen;
  • den Sinn dieser Texte erfassen können;
  • sich mit Texten in einfacher Weise auseinandersetzen können.

Erstlesen (Grundleistungen):

Den nachfolgend genannten Grundleistungen kommt als Voraussetzung für den Erstleseunterricht im engeren Sinn besondere Bedeutung zu (siehe dazu auch diesbezügliche didaktische Grundsätze).

Lesemotivation

Permanente und gezielte Maßnahmen zur Weckung des Lesewillens und zur Erhaltung der Lesefreude

Sprachforderung

Umfassende und gezielte Maßnahmen zur Sprachentwicklung; wechselseitige Unterstützung von mündlichem Sprachunterricht und Lesenlernen

Sprechmotorik

Artikulierendes Sprechen, Beobachten der Lautbildung

Akustische Gliederungs- und Merkfähigkeit

Gehörte Sprache in Wöner gliedern; Wöner von ähnlich klingenden anderen unterscheiden und später wiedererkennen; Einzel!aute erkennen, von anderen unterscheiden und später ieder erkennen; einfache Reime erkennen, sich merken,

selbst bilden

Visuelle Gliederungs- und Merkfähigkeit

Auf Bildern Einzelheiten erkennen und später wiedererkennen; die Gliederung von gedruckten und geschriebenen Texten in Wöner wahrnehmen, einige Wöner von anderen unterscheien und später wiedererkennen

Symbolcharakter der Schrift und

anderer Zeichen

Edassen, daß Schrift und andere Zeichen {zB Verkehrszeichen) etwas bedeuten und daß man ihre Bedeutung durch „Lesen“

finden kann

Grundlegende Begriffe

Wort, Laut, Schrift, Buchstabe; links, rechts, oben, unten, vorne, hinten und dergleichen

Erstleseunterricht (Lehrgang):

Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Erstleseunterricht imeigentlichen Sinn der Grundstufe I mehrere Teilschritte, wobei ihre Reihenfolge keine bindende methodische Abfolge ausdrucken.

Übungen zum akustischen, sprechmotorischen und visuellen Durchgliedern von Sätzen und Wörtern

Durchgliedern von Sätzen in Wörter

Ähnlich klingende Wöner sprechen, vergleichen und unterscheiden

Laute und Lautgruppen heraushören und sprechen.

Gleiche Buchstabengruppen in verschiedenen Wörtern feststellen, von anderen unterscheiden und kennzeichnen

Durchgliedern von Wörtern durch Ah- und Aufbauübungen

Laute und Buchstaben austauschen und neue Wöner entstehen lassen

Erfassen der Laut-Buchstaben-Zuordnung in ihren verschiedenen

In vielseitigen Übungen jedem Buchstaben den ihm entsprechenden Laut zuordnen und artikulieren .(zB Buchstaben suchen, feststellen, benennen, sortieren, unterscheiden usw.)

Varianten und Qualitäten; Beherrschen der Buchstaben

Benimmte Buchstaben auch fur mehrere Laute anwenden (zB in sehen und Straße)

Unterschiedliche Buchstaben bzw. Buchstabengruppen für den gleichen Laut einander zuordnen (zB Großbuchstaben – Kleinbuchstaben)

Speichern und Wiedergeben von Wörtern nd Buchstabengruppen

Einprägen von ausgewählten Wörtern durch oftmaliges Anbieten ihres Schrift- und Klangbildes und sprechmotorisches Wiedergeben

Übungen zum raschen Wiedererkennen von Wörtern und uchstabengruppen

Aufbauendes Zusammenlesen

Aufhauendes Zusammenlesen zunächst von bekannten, dann von unbekannten Wörtern; Erfassen ihrer Bedeutung

Nonsenswörter aufbauen und lesen

Vielfältige Auf- und Abbautibungen

Durch Austauschen, Weglassen und Hinzufügen von Buchstaben bei bekannten und später bei unbekannten Wörtern, die Bedeutung eines Wortes verändern

In neuen Wörtern bekannte Elemente auffinden und als Lesehilfe verwenden

Sätze mit bekannten und neu gelernten Wörtern bauen und umbauen. Erfassen ihrer Bedeutung bzw. ihrer Bedeutungsänderung

Weiterführendes Lesen:

Steigerung der Lesesicherheit und der Lesegeläufigkeit

Vielfältige Übungen zur guten Ausspfache

Überschauendes Lesen von Texten in immer größeren Sinnschritten, zB durch Übungen im „Blitzlesen“

Beachtung der wichtigsten Satzzeichen

Übungen zum sinnerfassenden Lesen

Vom lauten zum stillen Lesen von Texten

Beantworten von Fragen zum gelesenen Text

Unterscheiden von Wichtigem und Unwichtigem

Schriftliche Anweisungen, Aufforderungen und ähnliches verstehen

Begegnung mit literarischen Texten in möglichst natürlichen Lesesituatioaon

Umweltgeschichten, Märchen, Kinderlyrik, kurze dramatische Szenen usw.

Einbeziehung von Privatlektüre

Erste Übungen zum partnerbezogenen sinngestaltenden Lesen (Vorlesen) von vorgeübten Texten in natürlichen Lesesituationen

Literarische Texte

Gebrauchstexte (zB Anleitungen, Einladungen, Aufforderungen, Hinweise, Anordnungen, Anfragen, Listen, Notizen)

Eigene Niederschriften und Niederschriften von Mitschülern lesen

Anbahnung selbständiger Auseinandersetzung mit Texten verschiedener Art

Gespräche und Diskussionen zur Sinnverarbeitung

Stellungnahmen, Vergleiche, Gegenüberstellungen, Veränderungen und phantasievolle Weiterführungen usw.

Schreiben

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe

  • Buchstaben, Ziffern und Zeichen in einer der österreichischen Schulschrift angenäherten Form aus der Vorstellung schreiben können (dies schließt nicht aus, daß die Schüler mit dem Schreiben der Druckschrift vertraut gemacht werden);
  • kurze Texte gut lesbar – auch aus der Vorstellung – schreiben können;
  • Ansätze zu einer geläufigen Schrift erkennen lassen.
Der Schüler soll seine Grundvoraussetzungen für das Schreibenlernen festigen und zumindest in folgenden Teilbereichen weiterentwickeln:

Bei diesen Übungen werden Leistungsunterschiede deutlich erkennbar. Sie geben Hinweise, in welchen Teilbereichen die einzelnen Schüler individuell zu fördern sind.

Auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schreiben-, Lesen- und Rechtschreiblernen ist zu achten, wobei aber auch den unterschiedlichen Lernfortschritten der Kinder in diesen Bereichen Rechnung zu tragen ist.

Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Schreibunterricht der Grundstufe I folgende Bereiche:

Schreibmotivation

Freude am grafischen Gestalten, am möglichst genauen Ausfoliren von grafischen Formen) an der gelungenen Verständigung durch grafische Zeichen

Training der filr das Schreiben bedeutsamen Grob- und Feinmotorik

Lockerungsubungen, insbesondere für die Schulter-, Arm-, Hand- und Fingermuskulatur; auch beidhändige Übungen; ingerspiele und anderes

Bewegungsabläufe von der Großmotorik in Richtung Feinmotorik berführen

Kräftigungsübungen für die Hand- und Fingermuskulatur (Kneten, Falten, Formen, Biegen, Reißen und dergleichen)

Grundlegendes Begriffsverständnis für Bewegungsrichtungen und Bewegungsformen

Im. Zusammenhang mit dem Training der Grob- und Feinmotorik:

auf, ab, hinaus, hinunter, nach links, nach rechts, schräg;

in der Mitte, oberhalb, unterhalb;

gerade, eckig, rund spitz

Schulung, der Auge-Hand-Koordination

Vorgegebene einfache und zusammenhängeride Bewegungsabläufe übernehmen und möglichst genau nachvollziehen

Vorgegebene rhythmische Bewegungsreihen übernehmen und möglichst genau nachvollziehen

Bewegungen aus der Vorstellung möglichst genau nachvollziehen

Übungen in kleiner werdenden Spurvorlagen

Schreibhaltung; verschiedene Schreibwerkzeuge und Schreibmaterialien gebrauchen

Hilfen und Hinweise zur Körper- und Handhaltung

Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Schreibgeräten auf unterschiedlichen Schreibflächen sammeln

Die Grundformen der Ausgangsschrift nachbilden und schreiben

Formelemente und Grundformen der Schreibbewegung üben; zB Aufstrich, Abstrich, Waagrechte, -Parallele, Spitze, Arkade, Girlande, Oval, Schleife

Das Zeichenverständnis vorbereiten

Einfache Zeichen (zB Verkehrszeichen, Symbole) darstellen und ihre Aussage verbalisieren

Bei Qiesen Übungen werden Leistungsunterschiede .deutlich erkennbar. Sie geben Hinweise, in welchen Teilbereichen die einzelnen Schüler individuell zu fordern sind.

Auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schreiben-, Lesen- und Rechtschreiblernen ist zu achten; wobei aber auch den unterschiedlichen Ler.nfonschritten der Kinder in diesen Bereichen Rechnung zu tragen ist.

Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Schreibunterricht der Grundstufe I folgende Bereiche:

Buchstaben und Ziffern formgerecht und im richtigen Bewegungsablauf ausfuhren

Aus Form- und Bewegungselementen entstehen Buchstaben und Ziffern; Wechseln von Schriftgröße und Schreibgerät

Wörter und Sätze gut lesbar ab- und aufschreiben

Buchstaben· zu Wörtern. und Sätzen zusammenfügen; dabei Schreiben als sinnvolle Tätigkeit erfahren; Selbstgeschriebenes stets auch lesen

Bei der Schulschrift: Zeigen und Beschreiben schwieriger Bewegungsabläufe, zB Richtungswechsel, Buchstabenverbindungen

Wörter zunehmend als Ganzes abschreiben; Hinführen zum Aufschreiben (Schreiben aus der Vorstellung)

Schreibabläufe zunehmend automatisieren

Allmähliches. Beschleunigen des Bewegungsablaufes, zB durch Nachfahren von Buchstabenverbindungen und kurzen Wörtern

Schreibbewegungen automatisieren, damit Schrift frei verfugbar wird

Formgerechtes und geordnetes Schreiben

Formale Ordnungen beim Schreiben einhalten; zB Steilheit des Schriftwinkels, Verhältnis der Ober-Mittel-Unterlängen; gleiche Wort.abstände und Zeilenabstände; Rand beachten

Die Beziehungen zwischen Druckschrift und Schulschrift

Druckschrift und Schulschrift miteinander vergleichen; auf der 2. Schulstufe Wörter und kurze Texte von Druckschrift in die Schulschrift übertragen

Verfassen von Texten

Als Schwerpunkte der einzelnen Aufgabenfelder können bis zum Ende der 2. Schulstufe angesehen werden:

  • Freude am Verfassen von Texten entwickeln;
  • Mitteilungen, Wünsche, Fragen, Antworten und dergleichen niederschreiben;
  • eigene Erlebnisse, Beobachtungen und ähnliches in kurzen Sätzen aufschreiben;
  • über Personen, Tiere, Gegenstände, Handlungsabläufe und Sachverhalte schreiben.

Vorbereitende und begleitende Übungen zum Verfassen von Texten

Das mündliche Erzählen und Mitteilen der Schüler allmählich in die Form kurzer schriftlicher Texte lenken

Vorgegebene kurze Texte, aber auch einzelne Sätze und Wortgruppen abschreiben und diese gelegentlich auch ohne Vorlage aufschreiben

  • Wichtiges von weniger Wichtigem bzw. Unwichtigem unterscheiden

Ungeordnet vorgegebene Wörter zu einem Satz, ungeordnet vorgegebene Sätze zu einem sinnvollen Text ordnen

Passende Überschriften zu einfachen Geschichten, zu Bildern ua. finden und schreiben

Die inhaltlichen Aussagen einer Bildfolge in Sätzen ausdrücken

  • Vorgegebene Textteile ergänzen

ZB zu einer Geschichte einen Schluß finden

  • Situationsbezogene Formulierungsübungen

Im Bereich des Wortschatzes und der Satzstrukturen

  • Einfache schriftliche Muster funktionsgerecht anwenden

ZB Beschriften von Heften und BüChern; Adressen auf Grußkarten; Bücherlisten

  • Gemeinsames Erarbeiten eines Textes

ZB zu einem Ereignis, Bild

Texte verfassen

Selbständig verfaßte Niederschriften können anfangs nur aus einem Wort, einer Wortgruppe oder einem kurzen Satz bestehen. Sie werden im allgemeinen erst allmählich (etwa auch durch das gemeinsame Verfassen von Texten) auf zwei oder mehrere kurze Sätze erweitert. Beim Verfassen von Texten ist – von der ursprünglich starken Ichbezogenheit des kindlichen Schreibens ausgehend – darauf hinzuarbeiten, daß allmählich eine oder mehrere vorwiegende Schreibabsichten berücksichtigt werden:

  • andere unterhalten oder Anteil nehmen lassen (zB eigene Erlebnisse aufschreiben, damit sie andere lesen können)
  • andere informieren (z.B durch Mitteilungen, durch einfache Beschreibungen)
  • an andere appellieren (zB durch Bitten, Wünsche, Anfragen, Einladungen)
  • sich etwas notieren (zB Merkzettel, Verzeichnis)

Rechtschreiben

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, dass die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe

  • einen begrenzten Wortschatz gründlich geübt haben und möglichst sicher beherrschen;
  • sich einiger Strategien bedienen können, um zu normgerechtem Schreiben zu gelangen;
  • einige grundlegende Kenntnisse der Großschreibung, der Interpunktion und der Trennung erworben haben.

Motivation

Das Bemühen um normgerechtes Schreiben wecken und fördern

Erarbeitung und Sicherung eines begrenzten Wortschatzes

  • Auswahl des Wortschatzes

Wörter, deren Bedeutung bereits erfasst wurde, nach folgenden Kriterien auswählen: aktiver Wortschatz, Häufigkeit, exemplarischer Wert auch im Hinblick auf spätere Analogie- und Regelbildungen

  • Wörter durchgliedern

Wörter akustisch, optisch und sprechmotorisch durchgliedern

Entsprechungen, Teilentsprechungen und Nichtentsprechungen zwischen Lautung und Schreibung entdecken

In verschiedenen Wörtern gleiche Schreibungen feststellen (Verdopplungen, Endungen ua.)

  • Wörter einüben

Wörter, Wortgruppen und kurze Sätze abschreiben und aufschreiben

Den erarbeiteten Wortschatz in verschiedenen sprachlichen Zusammenhängen anwenden

Von gesicherten Wörtern zur Schreibung anderer Wortformen bzw. anderer Wörter gelangen (Stammprinzip; Wortfamilien)

Beispiele:

Straße – Straßen

Baum – Bäume

Stange – Stängel

kalt – kälter

gehen – geht

essen – isst

fahren – mitfahren – Fahrzeug

Bahn, Autobahn, Eisenbahn

Besonderheiten der Rechtschreibung

  • Großschreibung

Aus vielen Analogiebildungen erfassen,

  • dass man Namenwörter großschreibt,
  • dass das erste Wort im Satz und das erste Wort einer Überschrift groß zu schreiben sind
  • Interpunktion

Die Satzschlusszeichen Punkt, Fragezeichen und

Rufzeichen in leicht erfassbaren Beispielen richtig

anwenden

  • Trennung

Einfache Zusammensetzungen in einzelne Wörter trennen

In einfachen Fällen: Wörter nach Sprechsilben trennen

Unterstützende Strategien beim Rechtschreibenlernen:

  • akusto-sprechmotorisch

Deutlich artikulierendes Sprechen in schriftnaher Überlautung als gelegentlich mögliche Hilfe zum normgerechten Schreiben erkennen können, insbesondere hinsichtlich der Vokallänge für die Schreibung von „ss“ und „ß“

Beim Schreiben leise mitsprechen

  • visuell-schreibmotorisch

Sich durch Lesen und Schreiben normgerechte Schreibungen einprägen

Wörter zunehmend aus der Vorstellung aufschreiben

  • erstes Rechtschreibwissen anwenden

Elementare Einsichten in die Regelhaftigkeit der Rechtschreibung anwenden

  • Hilfen für das Rechtschreiben

Den Lehrer, auch Eltern und Mitschüler um Auskunft bitten

Einführung in den Gebrauch des Wörterbuchs; das Wörterbuch und andere schriftliche Unterlagen verwenden

Sprachbetrachtung

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe

– Interesse am bewußten Umgang mit Sprache entwickeln.

Einsicht in Sprache durch Entdecken, Vergleichen und Betrachten

Im Zusammenhang mit dem Erstleseunterricht können viele sprachliche Erscheinungen (in den Bereichen Satz, Wort, Buchstabe) bewußt gemacht werden, zB die Gliederung von gedruckten oder geschriebenen Texten in·Wörter; Buchstaben in verschiedenen Positionen eines Wortes

Wiederholtes Vergleichen und Betrachten am anschaulich vorliegenden Sprachmaterial führen zunehmend zum Erfassen in Teilbereichen zum Benennen) sprachlicher Erscheinungen

Dabei kann auch die Erkenntnis angebahnt oder unterstützt werden, daß sich durch die geänderte Bedeutung die grafische Gestalt und die Lautgestalt eines Wortes meist ändert (Puppe – Puppen, Maus – Mäuschen)

Einsicht in Sprache durch spielerischen Umgang mit sprachlichen Elementen.

Neue Wörter durch Weglassen, Hinzufügen oder Austauschen eines Buchstaben oder eines Lautes bilden

Reimwörter

Unsinnige Wörter

Der Satz als Sinneinheit

Sätze bauen und umbauen

Unvollständige Sätze ergänzen bzw. Lückeflsätze vervollständigen

Satzschlußzeichen anwenden:

Punkt, Fragezeichen, Rufzeichen

Die Wortart „Namenwort“

Sammeln und Ordnen von Namen au s der Lebenswelt des Schülers (Namen von Menschen, Tieren, Pflanzen, Dingen)

Suchen von Namenwörtern in Sätzen

Den meisten Namenwönem können die Begleiter der, die oder das zugeordnet werden

Sprachbezogene Begriffe

Die Begriffe „Buchstabe“,,,Won“,,,Satz“ anhand von Beispielen verstehen (nicht ·definieren) und i m Umgang mit Sprache anwenden

Grundstufe II

Sprechen

Als Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Aufgabenfelder bis zum Ende der 4. Schulstufe gelten:

Erzählen, Informieren, Zuhören

  • sprachliche Ausdrucksformen allmählich bewußt einsetzen;
  • durch aufmerksames Zuhören Sachverhalte, Gedanken und die Lage anderer erfassen; Situationsbezogenes Sprechen
  • verschiedenartige Situationen einschätzen und sprachlich angemessen bewältigen; Gespräch
  • relativ selbständig partner-, sach- und problembezogene Gespräche in verschiedenen Formen führen;
  • Gesprächsregeln formulieren, begründen und beachten;
  • einfache Gesprächstechniken kennen und situationsgerecht anwenden;
  • in der Schule erworbene Sprech- und Sprachformen im Gespräch anwenden; Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit)
  • einen grundlegenden Wortschatz inhaltlich erschlossen und begrifflich verfügbar haben;
  • zunehmende Sicherheit im Gebrauch der Standardsprache erlangt haben;Sprechübung (Deutliches Sprechen)
  • Sicherheit im ausdrucksvollen und lautrichtigen Sprechen gewinnen.

3. Schulstufe

Erzählen, Informieren, Zuhören:

Interessant und anschaulich erzählen, andere unterhalten

Über Ereignisse, persönliche Erlebnisse und dergleichen in zeit•

lieh richtiger Abfolge erzählen

Beim Erzählen wesentliche Einzelheiten berücksichtigen

Durch Erzählen andere unterhalten

Kurze gelesene oder gehörte Geschichten anderen erzählen

Ausgedachte Geschichten erzählen (zu Bildern, Geräuschen,

Wörtern, Pantomimen usw.)

Andere informieren

Einfache Sachverhalte und Handlungsabläufe möglichst genau sprachlich darstellen

Eigene Gefühle, Gedanken und Wünsche anderen mitteilen Auffallende Merkmale von Gegenständen, Tieren und Menschen beschreiben

Aufmerksam·zuhören

Anderen Sprechern längere Zeit aufmerksam zuhören

Wesentliches erfassen und wiedergeben

Zu Gehönem Stellung nehmen

Situationsbezogenes Sprechen:

Verschiedenartige Sprechhandlungssituatiollen sprachlich allmählich sicher bewältigen

Reale Handlungssituationen bzw. in Rollenspielen dargestellte Situationen sprachlich bewältigen:

zB:

  • mit jemandem Kontakt aufnehmen
  • trösten, wünschen, fordern, richtigstellen
  • einem anderen zustimmen, die Meinung eines anderen anerkennen
  • die eigene Meinung begründen

Gespräch:

Weitergehende Schulung des Zuhörens, Aufeinander-Hörens und erstehens

ZB durch verschiedene kommunikative Spiele; Unterscheiden von Wesentlichem und Unwesentlicheffi; Zusammenfassen wichtiger Ergebnisse eines kurzen Gespdi.chs

Erweitern der Gesprächsregeln und der Gesprächstechniken

ZB beim Thema bleiben

Eigene Behauptungen begründen

Nicht alles unbefragt hinnehmen

Anteilnehmen durch Rückfragen, Zustimmen, Ablehnen

Die Klärung von Sachverhalten und Problemen anstreben (zB durch Fragen, Beurteilen von Gesprächsbeiträgen)

Sich auf Gesprächsteilnehmer und deren jeweilige Rolle einstellen

Beherrschen einfacher Gesprächsformen

Panner-, Gruppen- und Kreisgespräche zu Sachthemen und -problemen aus dem Erfahrungs- und Interessensbereich der inder oder aus Sachbegegnungen in verschiedenen Lernbereichen

Wie auf'der Grundstufe I können sich Gesprächsanlässe spontan aus bestimmten Situationen ergeben oder gezielt angeregt werden

Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit):

Wonschatz erweitern und differenzieren

Gegenstände und Bilder besprechen oder beschreiben

Beobachtungen und Vorgänge sprachlich darstellen

Möglichkeiten der Wonbildung erproben

Wortbedeutungen durch Ordnen, Vergleichen und Anwenden unterscheiden

Standardsprachliche Satzmuster üben und erweitern

Vorwöner mit dem richtigen Fall gebrauchen

Üben von Satzmustern mit steigendem Schwierigkeitsgrad, um Fehlformen vorzubeugen (Satzreihen und Satzgefüge)

Sprechübung (Deutliches Sprechen):

Ausdrucksvoll sprechen

Persönliche Aussagen ausdrucksvo!l gestalten

Sprachliche Äußerungen durch Mimik und Gestik unterstützten

Verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten sprachlichen Handelns für bestimmte Situationen erproben (Rollenspiele)

Deutlich sprechen

Übungen zur Schulung der Anikulation: Wöner und Texte bewußt artikulien sprechen (Sprechspiele, Zungenbrecher, Seherztexte und dergleichen)

Sicherung der Lautbildung und Übungen zur Lautunterscheidung

Texte nachgestaltend und umgestaltend sprechen

Durch unterschiedliches Sprechen von Texten (fröhlich, weinerlich,…) verschiedene Stimmungen ausdrücken

Sprechen

4. Schulstufe

Erzählen, Informieren, Zuhören:

In bewußter Gestaltungsabsicht erzählen, andere unterhalten

Beim Erzählen allmählich die eigene Gestaltungsabsicht umsetzen (Höhepunkt gestalten, Spannung bewirken, Mitgefühl erwecken und dergleichen)

Andere informieren

Wesentliche Merkmale von Gegenständen, Tieren und Personen treffend beschreiben

Sachinformationen weitergeben (zB von sachlichen Zusammen• hängen mit Hilfe von Texten, Bildern, Tafelbildern, ... berichten)

Arbeitsergebnisse zusammenfassen

Eigene Gefühle, Gedanken und Wünsche anderen mitteilen

Aufmerksam zuhören

Sprachangeboten verschiedenster An (auch Medien) über längere Zeit aufmerksam zuhören

Wesentliches erfassen und möglichst genau wiedergeben

Zu Gehörtem Stellung nehmen

Feststellen, wodurch eine Darstellung gefällt, wodurch eine Erzählung lustig, traurig, spannend wirkt

Situationsbezogenes Sprechen:

Verschiedenartige Sprechhandlungssituationen sprachlich allmählich sicher bewältigen

Reale Handlungssituationen bzw. in Rollenspielen dargestellte Situationen sprachlich bewältigen:

zB:

  • mit jemandem Kontakt aufnehmen
  • ermuntern, wünschen, richtigstellen, sich beschweren
  • einem anderen zustimmen, die Meinung eines anderen anerkennen
  • die eigene Meinung begründen und vertreten

Gespräch:

Weitergehende Schulung- des Zuhörens, Aufeinanider-Hörens und Verstehens

ZB durch verschiedene ko.mmllnikative Spiele; Zusammenfassen wesentlicher Ergebnisse eines· Gesprächs; Auswählen und Auswerten von Gesprächsbeiträgen unter bestimmten Gesichtspunkten

Wichtige Redeelemente für das Gespräch

ZB Einleitung, Anknüpfung, Überleitung, Weiterführung, Zusammenfassung und llhnliches

Erweitern der Gesprächsregeln und der Gesprächstechnik

Seine Meinung vertreten (nicht sofon aufgeben)

Seine Meinung ändern, wenn man überzeugt worden ist

Sich Stichwort-Notizen machen

Das Gespräch durch eigene Initiativen voranbringen

Die Klärung von Sachverhalten und Problemen anstreben (zB durch Vermtitungen, Fragen, Erkundigungen, Argμmente, Bestätigung und Widerspruch)

Beherrschen verschiedener Gesprächsformen

Auch längere Partner•, Gruppen• und Kreisgespräche bzw. -diskussionen zu Sachthemen und -problemen aus dem Erfahrungs- und lnteressensbereich der Kinder oder aus Sachbegegnungen in verschiedenen Lernbereichen führen

Über den Gesprächsablauf (zB anhand einer Tonbandaufnahme) miteinander sprechen

Die Gesprächsanlässe können sich spontan aus bestimmten Situationen ergeben oder angeregt werden

Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit):

Wortschatz erweitern und differenzieen

Vorgänge und Handlungsabläufe treffend, folgerichtig und begrifflich klar darstellen

Verschiedene Möglichkeiten der Wortbildung erproben

Wortbedeutungen durch Vergleichen ·und Abgrenzen u'nterscheiden

Standardsprachliche Verwendung einzelner Wortarten üben

Sicherung des normgerechten Gebrauchs von Zeitwort, Namenwort und Eigenschaftswort Korrektur von Fehlformen

Standardsprachliche Satzmuster üben und erweitern

Sichern von Satzmustern mit komplexerer Struktur, um Fehlformen vorzubeugen

Sprechübung (Deutliches Sprechen):

Ausdrucksvoll sprechen

Übungen zum siche!en Gebrauch unterschiedlicher Mittel des ausdrucksvollen Sprechens (Lautstärke, Anikulation, Tempo, Pausen, Mimik, Gestik)

Ausdrucksvolles Gestalten dialogischer Situationen

Deutlich sprechen

Erhöhte Anforderungen bei der Schulung der Artikulation (Flüstersprache, größere Entfernung usw.)

Sprechtechnische Übungen: Wortreihen und Texte schnell und deutlich sprechen

Sicherung der Lautbildung und Übungen zur Lautunterscheidung

Texte nachgestaltend und umgestaltend sprechen

Durch Verändern von Texten spielerisch neue Lautgestalten bilden owie durch unterschiedliches Sprechen von Texten verschiedene Stimmungen und Charakterzüge ausdrücken

Lesen

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe

  • ihr Lesen zunehmend an persönlichen Interessen orientieren;
  • altersgemäße Texte selbständig lesen und inhaltlich erschließen können;
  • durch die Auseinandersetzung mit Texten deren Absichten, Wirkungen und dergleichen erkennen können;
  • vorbereitete Texte sinngestaltend vorlesen können.

3. Schulstufe

Förderung und Unterstützung der Lesebereitschaft und der individuellen Leseinteressen

Möglichst oft auf aktuelle, altersgemäße Texte hinweisen

Vielfältige altersgemäße Texte anbieten (Klassenbibliothek, Schulbibliothek)

Zur selbständigen Textbeschaffung anregen (Bibliotheksbesuch, Büchertausch)

Erfahren, daß man aus Texten Sinn ntnehmen kann

  • aus literarischen Texten

In Märchen, Sagen, Erzählungen, Umweltgeschichten usw. Handlungszusammenhänge erleben und erkennen; einfache Handlungsabfolgen richtig wiedergeben (zB erzählen, spielen); Pointen erfassen

Gemeinsam über Texte und ihre unterschiedliche Wirkung sprechen

Zu Texten die eigene Meinung äußern und begründen, Texte phantasievoll weiterführen

  • aus Gebrauchstexten

Bilder und Bildunterschriften als Zusatzinformation nützen

Inhaltsverzei chnisse, Kurzbeschreibungen usw. a!s Informationsquelle benützen

Aus Nachschlagewerken Informationen entnehmen

Aus Überschriften, Buchtiteln usw. auf Informationsgehalt schließen

Steigerung der Lesefertigkeit

Überschauendes Lesen in immer größeren Sinnschritten

Lesen von Texten in verschiedener räumlicher Anordnung (zB in Pyramidenform)

Lesen von Texten ohne Wortabstände, ohne Satzzeichen

Lesen v on Texten verschiedener Druckgrößen und Schriftarten verschiedene Formen der Block• und Druckschrift, lateinische Schreibschrift)

Vielfältige Übungen zur guten Aussprache

Lesen einfacher Texte unter Beachtung der Leseflüssigkeit

Lesen einfacher Texte in zunehmend steigendem.Tempo

Vorbereitung. und Übung –textgerechten Vorlesens und Vortragens

Vielfältiges Üben sinnentsprechenden und sinngestaltenden Lesens und Vortragens

  • Lesen und Vortragen von Kinderreimen, Gedichten Geschichten uam. unter besonderer Beachtung der Klangstruktur und der Sprechpausen
  • Auswendiglernen und Vortragen von Gedichten

Lesen

4. Schulstufe

Förderung und Festigung ·guter Lesegewohnheiten; individuel!e .. Leseinteressen ausweiten und bilden

Möglichst oft :zur Auseinandersetzung mit aktuellen, altersgemäßen Texten anregen

Vielfältige altersgemäße Texte anbieten (Klassenbibliothek, Schulbibliothek)

Die selbständige Textauswahl fördern (Bibliotheksbesuch, Büchertausch usw.)

Ausweitung der Inhaltserschließung und des Textverständnisses

  • Literarische Texte

Märchen, Sagen, Fabeln, Umweltgeschichten, Erzählungen, dialogische Texte usw. lesen, um sich zu unterhalten, um mit zuempfinden, um sich anregen zu lassen usw.

Den Verlauf. einer Handlung, eines Geschehens durch Erzählung, durch spielerische oder pantomimische Darstellung

wiedergeben

  • Gebrauchstexte

Sachbücher, Nachschlagwerke, kurze Gebrauchstexte (z·B Spielregeln, Anleitungen, Kochrezepte) lesen, um sich zu informieren Informationen auswerten und anwenden

  • sich mit Texten verschiedener Art selbständig auseinandersetzen

Verschiedene Texte zum gleichen Thema einander gegenüberstellen, nach. Unterschieden suchen

An Texten (Werbetexten usw.) Absichten erkennen und besprechen

Zu Texten in einfacher Form Stellung nehmen

Steigerung der.Lesefertigkeit

Überschauendes Lesen in immer größeren Sinnschritten

Lesen von Texten in verschiedenen räumlichen Anordnungen

Lesen von Texten verschiedener Druckgrößen und Schriftarten (verschiedene Formen der Gemischtantiqua, lateinische Schreibschrift, Fraktur)

Lautrichtiges, wortgetreues Lesen

Lesen einfacher Texte mit zunehmender Steigerung der Leseflüssigkeit

Lesen einfacher Texte in zunehmend steigendem Tempo

Vorbereitung und Obung textgerechten Vorlesens und Vortragens

Vielfältiges Üben sinnentsprechenden und sinngestaltenden Lesens und Vortragens

  • Lesen und Vortragen von Gedichten, dialogischen Texten, Geschichten uam. unter besonderer Beachtung der Sprechpausen und der Ausdrucksgestaltllng
  • Auswendiglernen und Vortragen voll Gedichten

Verfassen von Texten

Als Schwerpunkt bis zum Ende der 4. Schulstufe gelten:

  • eine anhaltende Freude am Verfassen von Texten entwickelt haben;
  • eigene Erlebnisse, Beobachtungen, Dialoge, Erfundenes und ähnliches aufschreiben;
  • Mitteilungen, Aufforderungen, Wünsche, Hinweise, Anleitungen, Aufträge und ähnliches aufschreiben;
  • über Personen, Tiere, Gegenstände, Handlungsabläufe und Sachverhalte in ganzen Sätzen und in Stichwörtern schreiben;
  • Einzelbilder und Bildfolgen schriftlich versprachlichen sowie Texte ergänzen und verändern;
  • Briefe, Grußkarten und ähnliches zu verschiedenen Anlässen schreiben;
  • Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes, Gefühltes und Gedachtes in eigenen Worten (ganze Sätze oder Stichworte) schriftlich wiedergeben.

3. Schulstufe

Begleitende Übungen zum Verfassen von Texten

  • Wichtiges von weniger Wichtigem bzw. Unwichtigem unterscheiden

ZB passende ·Überschriften zu Bildern und Texten finden

  • Gedanken ordnen und damitMöglichkeiten des Textaufbaus erkennen und finden

ZB vorg,:gebene Bildfolgen und Textteile ordnen und ergänzen; Anfang, Höhepunkt, Abschluß von Texten erkennen und formulieren

  • Gedanken möglichst klar, gehau,anschaulich und folgerichtig ausdrücken

Im Bereich des Wonschatzes und der Satzstrukturen immer mehr situationsbezogen formulieren: treffende Wöner; Aufforderungen, usrufe, Fragen; Anrede-, Einleitungs- und Schlußformel in Briefen; Verwenden der wörtlichen Rede

  • Texte zu einer Erfahrungsgrundlage gemeinsam erarbeiten

Texte zu einem gemeinsamen Erlebnis, zu einem Bild und ähnliches in kleinen Gruppen oder mit der Klasse erarbeiten

  • einfache schriftliche Muster funktionsgerecht anwenden

Einfache Formulare, Tabellen und ähnliches ausfüllen; Adressen, Listen und ähnliches schreiben

Texte verfassen

  • vor allem, um andere zu unterhalten oder Anteil nehmen zu lassen

ZB durch eigene Erlebnisse, Träume; durch einfache Geschichten zu.vorgegebenen oder selbstgefertigten Bildern, zu.Reizwörtern, zu einem Erzählkern; durch Weitererzählen begonnener Geschichten; durch Sprechblasentexte, erfundene Geschichten, lustige Verse, Briefe, Karten

  • vor allem, um andere zu informieren

ZB durch einfache Beschreibung, durch Anleitungen; Einladungen, AnkUndigungen; Aufgabenpläne, Verlustanzeigen; durch Briefe und Karten

  • vor allem, um an andere (um eventuell auch an sich selbst) zu appellieren

ZB durch Einladungen, einfache Werbetexte (in Prospekt-, Plakat-, Schildform und ähnliches), Ge- und Verbote

  • vor .allem, um etwas für Sich zu notieren

ZB (telefonische) Mitteilungen, Einkaufswaren, Kochrezepte; kurze Sachtexte, Liedtexte

Lesen

4. Schulstufe

Förderung und Festigung ·guter Lesegewohnheiten; individuel!e .. Leseinteressen ausweiten und bilden

Möglichst oft :zur Auseinandersetzung mit aktuellen, altersgemäßen Texten anregen

Vielfältige altersgemäße Texte anbieten (Klassenbibliothek, Schulbibliothek)

Die selbständige Textauswahl fördern (Bibliotheksbesuch, Büchertausch usw.)

Ausweitung der Inhaltserschließung und des Textverständnisses

  • Literarische Texte

Märchen, Sagen, Fabeln, Umweltgeschichten, Erzählungen, dialogische Texte usw. lesen, um sich zu unterhalten, um mit zuempfinden, um sich anregen zu lassen usw.

Den Verlauf. einer Handlung, eines Geschehens durch Erzählung, durch spielerische oder pantomimische Darstellung

wiedergeben

  • Gebrauchstexte

Sachbücher, Nachschlagwerke, kurze Gebrauchstexte (z·B Spielregeln, Anleitungen, Kochrezepte) lesen, um sich zu informieren Informationen auswerten und anwenden

  • sich mit Texten verschiedener Art selbständig auseinandersetzen

Verschiedene Texte zum gleichen Thema einander gegenüberstellen, nach. Unterschieden suchen

An Texten (Werbetexten usw.) Absichten erkennen und besprechen

Zu Texten in einfacher Form Stellung nehmen

Steigerung der.Lesefertigkeit

Überschauendes Lesen in immer größeren Sinnschritten

Lesen von Texten in verschiedenen räumlichen Anordnungen

Lesen von Texten verschiedener Druckgrößen und Schriftarten (verschiedene Formen der Gemischtantiqua, lateinische Schreibschrift, Fraktur)

Lautrichtiges, wortgetreues Lesen

Lesen einfacher Texte mit zunehmender Steigerung der Leseflüssigkeit

Lesen einfacher Texte in zunehmend steigendem Tempo

Vorbereitung und Obung textgerechten Vorlesens und Vortragens

Vielfältiges Üben sinnentsprechenden und sinngestaltenden Lesens und Vortragens

  • Lesen und Vortragen von Gedichten, dialogischen Texten, Geschichten uam. unter besonderer Beachtung der Sprechpausen und der Ausdrucksgestaltllng
  • Auswendiglernen und Vortragen voll Gedichten

Verassen von Texten

4. Schulstufe

Begleitende Übungen zum Verfassen

von Texten

  • Wichtiges von weniger Wichtigem bzw. Unwichtigem unterscheiden

ZB in Texten das Wichtigste unterstreichen; Stichworte und Sätze zu Gelesenem und Gehörtem aufschreiben

  • Gedanken ordnen und damit Möglichkeiten des Textaufbaus erkennen nd finden

ZB vorgegebene Bildfolgen und Textteile ordnen und ergänzen; Anfang, Abschluß, Höhepunkt von Texten erkennen und formulieren; sich die Reihenfolge und Verknüpfung von Sätzen. bewußt machen und diese beim eigenen Schreiben beachten

  • Gedanken möglichst klar, genau, anschaulich und folgerichtig sprachlich darstellen

ZB Dinge, Tätigkeiten, Eigenschaften, Sachverhalte, Situationen usw. immer angemessener sprachlich darstellen: treffende Wöner finden, Begründungen formulieren, die entsprechenden Zeitformen wählen, die wörtliche Rede gezielt einsetzen

  • Texte zu einer Erfahrungsgrundlage gemeinsam erarbeiren

Texte zB zu. einem gemeinsamen Erlebnis, zu Bildern, zu einem sachunterrichtlichen Thema und ähnlichem in kleinen Gruppen oder im Klassengespräch erarbeiten

  • schriftliche Muster funktionsgerecht anwenden

ZB Formulare, Erlagscheine und ähnliches ausfüllen; Listen, Verzeichnisse und ähnliches schreiben; eine Kartei anlegen,etwa für die Klassenbilcherei

Texte verfassen

Die Schüller sollen immer bewußter erkennen, daß die Art der Abfassung eines Textes von der vorwiegenden Schreibabsicht .abhängt und davon, an Wen sich der Text richtet

  • vor allem, um andere zu unterhalten oder Anteil nehmen zu lassen

ZB durch das Erzählen von eigenen Erlebnissen, Träumen, Geschichten zu vorgegebenen oder selbstgefertigten Bildern, zu Reizwörtern, zu einem Erzählkern; Anfang und Schluß zu Erzählungsfragmenten; Sprechblasentexte, erfundene Geschichten, lustige Collage von Wörtern und Sätzen, Geheimsprache, Witze, Dialoge; Briefe, Karten

  • vor allem, um andere zu informieren

ZB durch das Beschreiben vori Personen, Tieren, Gegenständen, Handlungsabläufen und Sachverhalten; durch das Nacherzählen einfacher Texte (auch mit verä'ndertem Standpunkt); durch Gebrauchs- und Bastelanleitungen, Einladungen, Verkaufs-, Tausch- und Verlustanzeigen; durch Briefe und Karten zu verschiedenen Anlässen

  • vor allem, um an andere (und eventuell auch an sich selbst) zu appelieren

ZB durch Spielregeln, Einladungen, Programme, Werbetexte (in Prospekt-, Plakat-, Schildform und ähnlichem), verschiedene Anzeigen; Flugblätter

  • vor allem, um etwas filr sich zu notieren

ZB Mitteilungen und Vormerkungen aller Art, Kochrezepte; Wissenswertes, Sachtexte, Liedtexte; Erlebnisse in einem Tagebuch

Rechtschreiben

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, dass die Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe

  • einen allgemein gebrauchten, aber begrenzten Schreibwortschatz gründlich geübt haben und möglichst sicher beherrschen;
  • einige grundlegende Phänomene und Probleme der Rechtschreibung kennen, zB die gebräuchlichsten Fälle der Großschreibung, der Interpunktion sowie der Bezeichnung von Vokallänge und Vokalkürze;
  • zunehmend selbstständig Schreibstrategien anwenden können;
  • sich Regelmäßigkeiten bewusst machen und daraus erarbeitete einfache Regeln formulieren und anwenden.

3. Schulstufe

Motivation

Das Bemühen um normgerechtes Schreiben erhalten und festigen

Erarbeitung und Sicherung eines begrenzten Wortschatzes

  • Auswahl des Wortschatzes

Wörter, deren Bedeutung bereits erfasst wurde, nach folgenden Kriterien auswählen: aktiver Wortschatz, Häufigkeit, exemplarischer Wert auch im Hinblick auf Analogie- und Regelbildungen

  • Wörter durchgliedern

Wörter akustisch, optisch und sprechmotorisch

durchgliedern

Entsprechungen, Teilentsprechungen und Nichtentsprechungen zwischen Lautung und Schreibung entdecken

In verschiedenen Wörtern gleiche Schreibungen feststellen

  • Wortschreibungen festigen

Wörter, Wortgruppen und Sätze mit zunehmender Sprachbewusstheit schreiben

Den erarbeiteten Wortschatz in verschiedenen sprachlichen Zusammenhängen anwenden

Von rechtschreibmäßig gesicherten Wörtern zur Schreibung anderer Wortformen bzw. anderer Wörter gelangen

Wortzusammensetzungen

Wortableitungen

Analogien

Einfache Wortfamilien; der Wortstamm als Hilfe

Besonderheiten der Rechtschreibung:

  • Großschreibung

Festigung der Großschreibung von Namenwörtern, des ersten Wortes im Satz und des ersten Wortes einer Überschrift

Großschreibung des Anredefürwortes „Sie“ und des entsprechenden besitzanzeigenden Fürwortes „Ihr“ sowie deren Ableitungen

  • Bezeichnung der Vokallänge

Wörter mit bezeichneter und nicht bezeichneter Vokallänge sammeln und üben (zB Saal; nahm; kam – keine Gegenüberstellungen!)

  • Bezeichnung der Vokalkürze

Wörter mit bezeichneter und nicht bezeichneter Vokalkürze sammeln und üben

  • Häufungen von aufeinanderfolgenden Konsonantenzeichen

Wörter üben, bei denen eine Häufung von aufeinanderfolgenden Mitlautzeichen auftritt (zB pflegen, pflücken; empfangen; Schlusssatz, Krepppapier)

  • Trennung

Zusammengesetzte Wörter in einzelne Wörter trennen

Wörter des Schreibwortschatzes nach Sprechsilben trennen (zB Ap=fel, Wes=pe, ras=ten)

Keine Trennung von „ck“ (zB Zu=cker)

  • Interpunktion

Sichere Anwendung der Satzschlusszeichen Punkt, Fragezeichen und Rufzeichen in einfachen Fällen

Einfache Fälle der Beistrichsetzung, zB in Aufzählungen

Zeichen bei der einfachsten Form der wörtlichen Rede (zB Eva fragt: „…?“)

Hilfen für das Rechtschreiben

Erworbenes Rechtschreibwissen zunehmend anwenden

Wörter alphabetisch ordnen, auch nach dem zweiten Buchstaben

Übungen im Gebrauch des Wörterbuches

Das Wörterbuch als zuverlässige Rechtschreibhilfe nutzen lernen

Rechtschreiben

4. Schulstufe

Motivation

Das Bemühen um normgerechtes Schreiben erhalten und festigen

Erarbeitung und Sicherung eines begrenzten Wortschatzes

  • Auswahl des Wortschatzes

Wörter, deren Bedeutung bereits erfasst wurde, nach folgenden Kriterien auswählen: aktiver Wortschatz, Häufigkeit, exemplarischer Wert auch im Hinblick auf Analogie- und Regelbildungen

  • Wörter durchgliedern

Wörter akustisch, optisch und sprechmotorisch

durchgliedern

Entsprechungen, Teilentsprechungen und Nichtentsprechungen zwischen Lautung und Schreibung entdecken

In verschiedenen Wörtern gleiche Schreibungen feststellen

  • Wortschreibungen festigen, Schreibstrategien bewusst anwenden

Wörter, Wortgruppen und Sätze mit zunehmender Sprachbewusstheit schreiben, dabei erworbenes Regelwissen anwenden

Von rechtschreibmäßig gesicherten Wörtern zur Schreibung anderer Wortformen bzw. anderer Wörter gelangen

Wortzusammensetzungen, Wortableitungen, Analogien;

Wortfamilien; der Wortstamm als Hilfe

Besonderheiten der Rechtschreibung:

  • Großschreibung

Anredefürwort „Sie“ und das entsprechende besitzanzeigende Fürwort „Ihr“ sowie deren Ableitungen

Das erste Wort einer wörtlichen Rede

Einfache Fälle nominalisierter Verben (das Lesen, beim Schreiben und dergleichen)

Einfache Fälle nominalisierter Adjektive (das Neue, alles Liebe und Gute)

  • Bezeichnung der Vokallänge

Wörter mit bezeichneter und nicht bezeichneter Vokallänge rechtschreibmäßig sichern

Bezeichnungsformen der Vokallänge kennen und zunehmend selbstständig richtig anwenden (Verdoppelung, „ie“, Dehnungs-h, „ß“)

  • Bezeichnung der Vokalkürze

Wörter mit bezeichneter und nicht bezeichneter Vokalkürze rechtschreibmäßig sichern

Bezeichnungsformen der Vokalkürze kennen und zunehmend selbstständig richtig anwenden (Verdopplung, „tz“, „ck“)

  • Häufungen von aufeinanderfolgenden Konsonantenzeichen

Wörter rechtschreibmäßig sichern, bei denen eine Häufung von aufeinander folgenden Mitlautzeichen auftritt (zB „Arzt“, „schnell“).

  • Trennung

Die Trennung von Wörtern des Schreibwortschatzes sichern (zB Vorsilben, Wortbestandteile)

  • Interpunktion

Zeichen bei einfachen Formen der wörtlichen Rede (zB „…!“, rief Markus.)

Hilfen für das Rechtschreiben

Erworbenes Sprachwissen bewusst anwenden

Wörter alphabetisch ordnen, auch nach dem dritten (zB Maler, Mann, Maus) und nach dem vierten Buchstaben (zB schauen, schief, schreiben)

Übungen zum Erwerb einer möglichst geläufigen Nachschlagetechnik im Wörterbuch

Die Verwendung des Wörterbuches ist bei allen schriftlichen Arbeiten, bei der Überarbeitung von Diktaten und auch bei den Schularbeiten zu ermöglichen

Sprachbetrachtung

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe

  • Satzglieder durch die Verschiebeprobe ermitteln können;
  • Wortarten unterscheiden und mit der deutschen Fachbezeichnung benennen können;
  • erste Einsichten in Wortbildung und Wortbedeutung gewonnen haben.

3. Schulstufe

Ersten Einblick in Funktion und Bau von Sätzen gewinnen

  • Der Satz als Sinneinheir

Sinnvolles Ergänzen von Satzfragmenten

Unsinnige Sätze richtigs tellen

Durch die Betonung verschiedener Wörter den Sinn eines Satzes etwas än dern

  • Satzarten unterscheiden

Sätze nach ihren Leistungen unterscheiden; aussagen, fragen, auffordern, ausrufen (in konkreten Situationen erproben)

Den Satz in gleichen Wortfolgen mit verschiedener Intonation sprechen

Die entsprechenden Satzschlußzeichen anwenden

  • Satzglieder als umstellbare Elemente erkennen

Umstellung erproben und dabei Unterschiede hinsichtlich Bedeutung oder Wirkung angeben (,,zerschnittene“ Sätze)

Die wichtigsten Wortarten kennen

  • Zeitwörter als Wörter zur Benennung von Tätigkeiten, Vorgängen und Zus tänden

ZB Tätigkeiten ausführen und benennen

Zu bestimmten Sachbereichen Tätigkeiten finden

Hinführen zu den Zeitstufen (Gegenwärtiges, Vergangenes, Zukünftiges) in möglichst natürlichen Situationen

  • Namenwörter als Wörter zur Benennung von Menschen, Tieren, Pflanzen, Dingen, Gedanken und Vorstellungen

Wortreihen aus verschiedenen Sachbereichen zusammenstellen(Benennung von Tieren, Pflanzen u nd Dingen)

Abstraktes mit Namenwörtern bezeichnen, zB Freude, Angst, Glück

Namenwörter nach Einzahl und Mehrzahl unterscheiden und ordnen

Namenwörter in die Mehrzahl setzen

Namenwörter in die Einzahl setzen

  • Artikel als mögliche Begleiter desNamenwortes

Namenwörter nach dem Artikel ordnen

  • Eigenschaftswörter zur Kennzeichnung von Eigenschaften

Eigenschaftswörter als Mittel zur genaueren Beschreibung· von Eigenschaften von Lebewesen und Dingen

Zu Namenwörtern inhaltlich passende Eigenschaftswörtersuchen

Einblick in·Wortbildung und Wortbedeutung

  • Zusammensetzen von Wörtern

Einfache Zusam·mensetzungen aus Namenwörtern bilden

Genauere Bezeichnungen durch Zusammensetzen von Wörtern finden (zB Tiergarten, hellgelb, fingerbreit)

  • Sammelnamen

Zusammenfassen von Personen, Speisen, Pflanzen, Tieren und Gegenständen durch Sammelnamen

  • Wortfamilien

Zu eineni Wortstamm gehörende Wörter sammeln, ihre Bedeutung besprechen

Sprachbetrachtung

4. Schulstufe

Einsichten in· Funktion und -Bau von Sätzen gewinnen

  • Die Stellung des Zeitwortes in verschiedenen Satzarten

Mit Satzgliedern spielerisch umgehen (Satzstreifen)

Entdecken, wo das Zeitwort in einzelnen Satzarten steht

  • Verfahren zur Ermittlung von Satzgliedern (Verschiebe-, Ersatz-, Weglaß-. und Erweiterungsprobe)

Sätze mit Hilfe der. Verschiebeprobe untersuchen

Information durch Austausch eines Saizgliedes oder durch Umstellung verändern

Ausgebaute Sätze verkürzen

Kurze Sätze durch Ergänzungen erweitern und die auf diese Weise veränderte Information besprechen

  • Satzteile (Subjektsteil, Prädikatsteil)

Ausgebaute Sätze bis auf den Subjekts-· und Prädikatsteil verkürzen

Zusätzliche Information dur ch Ergänzungen feststellen

Die wichtigsten Wortarten kennen

  • Zeitwörter

Die wichtigsten sprachlichen Zeitformen einander gegenüberstellen, Formveränderungen besprechen

Unterscheiden der Vergangenheitsform beim mündlichen Erzählen (Vergangenheit – ich habe gespielt) und in schriftlichen

Erzählungen (Mitvergangenheit – ich spielte)

  • Namenwörter

Verschiedene“ Formen (Fälle) des Namenwortes in Texten entdecken

Die vier Fälle des Namenwortes erkennen

  • Fürwörter als Stellvertreter für Namenwörter

In Spielen und Gesprächen Fürwörter durch Gesten ersetzen

Namenwörter durch Fürwörter ersetzen

  • Eigenschaftswörter

Lebewesen und .Dingen bestimmte Eigenschaften zuordnen

Gleichheit und Unterschiede mit Hilfe von Eigenschaftswörtern feststellen

Veranschaulichen der Vergleichsformen (Grundstufe, Mehrstufe, Meiststufe)

Einblick in Wortbildung und Wortbedeutung

  • Zusammensetzen von Wörtern

Bilden zusammengesetzter Wöner aus verschiedenen Wortarten (zB kaufen – Haus: Kaufhaus; Kohle – schwarz: kohl-schwarz)

  • Vor- und Nachsilben

Neue Wöner durch Nachsilben bzw. Vorsilben bilden

  • Wortfamilien

Zu einem Wonstamm gehörende Wörter sammeln und nach schon bekannten Wortarten ordnen

  • Wortfelder

Sinnverwandte Wörter sammeln (zB sich fortbewegen) Bedeutungsunterschiede beschreiben

Didaktische Grundsätze:

Sprechen:

Ausgangspunkt für sprachliches Lernen sowie für eine gezielte Förderung der kindlichen Sprachentwicklung in der Grundschule sind die individuellen sprachlichen Vorerfahrungen der Kinder. In allen sprachlichen Lernsituationen ist es erforderlich, das Vertrauen des Kindes in seine eigene Sprechfähigkeit zu wecken bzw. zu stärken. Um sprachliche Hemmungen zu vermeiden bzw. abzubauen, soll das Hinführen zu den Formen der Standardsprache keinesfalls unter Leistungsdruck erfolgen. Vielfältige Anregungen zum Sprechen sowie eine behutsame Anleitung zum richtigen Sprachgebrauch werden die Sprechfähigkeit der Kinder erweitern.

Gespräch:

Das Gespräch ist eine Hochform des Sprechens. Es stellt hohe Ansprüche an alle Teilnehmer und setzt daher die Schaffung eines entsprechenden Gesprächsklimas voraus. Dies erfolgt durch: grundsätzliches Akzeptieren und Ermutigen von Äußerungen der Schüler in ihrer Herkunftssprache; Maßnahmen zur ausgewogenen Gesprächsbeteiligung aller Kinder; aktives Zuhören des Lehrers und Verringerung seines Sprechanteiles zugunsten der Kinder. Bei allen Formen der mündlichen Kommunikation muß durch günstige äußere Bedingungen (Sitzordnung, Gruppenbildung uam.) ein entsprechender Kontakt der Schüler untereinander gewährleistet sein.

Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit):

Sprachübung gründet auf dem Sprachkönnen, das der Schüler in seiner Familie und seiner sprachlichen Umwelt erworben hat. Der Übergang von der Mundart oder der regionalen Umgangssprache zur Standardsprache soll sich ohne Bruch vollziehen. Für die Erweiterung der kindlichen Sprachfähigkeit ist es wichtig, daß Gesprächsthemen aus der Erfahrungswelt und dem Interessensbereich der Kinder entnommen werden. Jede Abwertung der Herkunftssprache der Kinder ist dabei zu vermeiden. Für die Entwicklung ihrer Sprachfähigkeit brauchen die meisten Schüler gezielte Sprachübung, jedoch sollten mechanisierende Übungsformen möglichst vermieden werden.

Grundlegende Bedeutung kommt auch der Lehrersprache zu. Beim Sprechen wird der Lehrer beachten, daß seine Sprechmuster einerseits die kindliche Sprachentwicklung anregen, andererseits aber die sprachlichen Äußerungen des Lehrers von den Kindern verstanden werden müssen.

Lesen

Erstlesen:

Schulanfänger weisen in bezug auf den Teilbereich Lesen sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen auf. Diesen hat der Leseunterricht durch differenzierte Lernangebote gerecht zu werden. Jedenfalls ist dem Erwerb der für das Lesenlernen im engeren Sinn erforderlichen Grundleistungen durch jeden einzelnen Schüler besondere Beachtung zu schenken, dh. erst wenn der einzelne Schüler (Schülergruppe) die für das Lesenlernen erforderlichen Voraussetzungen erreicht hat, ist mit dem Erstleseunterricht (Leselehrgang) zu beginnen. Erstleseunterricht hat sowohl den Erwerb dieser Grundlagen als auch das Lesenlernen im engeren Sinn in geeigneten Lernsituationen und durch entsprechende Lernmittel zu ermöglichen. Dem Kind ist ausreichend Lernzeit zur Verfügung zu stellen und dem Selbstentdecken genügend Raum zu geben.

Übungen zur Steigerung der Lesefähigkeit und Lesefertigkeit sollen abwechslungsreich sein und so lebendig wie möglich in den Unterricht eingebaut werden. Sinnerfassung und Lesevergnügen sollen den Unterricht von Anfang an leiten, wobei auch ganzheitliches („naives”, „erratendes”) Lesen zum Tragen kommt (zB Lesen von Kinderreimen, die die Kinder auswendig können; Namenskärtchen der Kinder, Aufschriften, Plakate, Ge- und Verbotstafeln).

Weiterführendes Lesen:

Da das Lesenlernen sehr individuell erfolgt, wird der Übergang vom Erstleseunterricht zum weiterführenden Leseunterricht für die einzelnen Kinder zu verschiedenen Zeitpunkten stattfinden. Deshalb werden einerseits die Übungen zur Steigerung der Lesefertigkeit bis zum Ende der Grundstufe I und darüber hinaus durchgeführt und andererseits die Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten für einzelne Kinder schon sehr frühzeitig ermöglicht.

Im Leseunterricht auf der Grundstufe II sollen die Schüler zunehmend erfahren, daß sie durch Lesen und durch die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen über ihre realen Lebenserfahrungen hinaus das Verständnis für sich selbst und für andere vertiefen sowie sich und andere informieren und unterhalten können.

Die vielfältige Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten verschiedenster Art dient der Anbahnung der Lesemündigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch die Lesefertigkeit der Schüler zu erweitern und zu festigen.

Schreiben

In der Regel hat das Kind schon vor seinem Schuleintritt im Umgang mit Schreibmaterial Erfahrung gesammelt. Es darf aber nicht übersehen werden, daß die Schreibmuskulatur, der Stützapparat der Schreibhand, die Bewegungssteuerung und die Koordinationsfähigkeit des Schulanfängers für den Schreibunterricht nicht voll entwickelt sind, und daß der jeweils erreichte Entwicklungsstand dieser Bereiche innerhalb einer Schulklasse oft erhebliche Unterschiede aufweist.

Daraus ergibt sich für den Erstschreibunterricht die Notwendigkeit einer gründlichen Vorschulung und Differenzierung. Durch sie soll der Schüler auf den eigentlichen Schreibvorgang sowie auf das Erfassen der Funktion der Schrift vorbereitet werden. Kinder mit ausgeprägter Linkshändigkeit dürfen nicht gezwungen werden, mit der rechten Hand zu schreiben. In Grenzfällen kann jedoch der Lehrer das Schreiben mit der rechten Hand behutsam anregen. Auf der Grundstufe II ergibt sich als zusätzliche Zielsetzung auch der kreative Umgang mit Schrift.

Verfassen von Texten

Der Lernbereich „Verfassen von Texten” geht von der Mitteilungsbereitschaft des Kindes und von dessen Bedürfnis aus, etwas schriftlich festzuhalten.

In diesem komplexen Lernbereich wirken unterschiedliche Teilleistungen unmittelbar ineinander, und zwar vor allem das Sprechen, das Schreiben und das Rechtschreiben. Das Verfassen von Texten stellt daher hohe Ansprüche an das Kind.

Da auch die Ausgangslage und der Lernverlauf der Schüler in diesem Teilbereich individuell sehr unterschiedlich sind, müssen die Anforderungen an Umfang und Selbständigkeit der Niederschriften und die Fördermaßnahmen im Unterricht entsprechend den schreibmotorischen (eventuell auch den rechtschreibmäßigen) Fähigkeiten, dem Wortschatz und dem Satzbau differenziert werden.

Keinesfalls dürfen Texte der Schüler auf der Grundstufe I hinsichtlich ihrer rechtschreibmäßigen Mängel eingeschätzt bzw. beurteilt werden. Vielmehr muß jede schriftliche Arbeit so organisiert werden, daß die Schüler während der Niederschrift bzw. vor der Abgabe im Zweifelsfall lexikale Lösungswege einschlagen können. Die unsicheren Schreibungen werden Gegenstand des nachfolgenden Rechtschreibunterrichts. Es können aber auch die Schüler auf der Grundstufe I zB dem Lehrer ihre eigenen Geschichten ansagen.

Der Lehrer hat geeignete Schreibgelegenheiten zu schaffen bzw. aufzugreifen.

Im Lernbereich Verfassen von Texten sollen sich die Schüler auf der Grundlage ihrer Mitteilungsbereitschaft und der erworbenen Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben schriftlich äußern, und zwar sowohl ichbezogen, zB über Erlebnisse, Beobachtungen, als auch partnerbezogen, zB in Wünschen, Fragen.

Auch auf der Grundstufe II bildet die Mitteilungsbereitschaft der Kinder eine wesentliche Grundlage für das Lernen in diesem Teilbereich. Ihre Fähigkeit, etwas schriftlich auszudrücken, darzustellen bzw. anderen mitzuteilen, ist wegen der Abhängigkeit von den Teilleistungen, vor allem im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben sehr unterschiedlich. Deshalb sind sowohl das eigentliche Verfassen von Texten wie dessen begleitende Übungen entsprechend den individuellen Lernerfordernissen zu differenzieren.

Entsprechend der Steigerung ihrer Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben sollen sich die Schüler in kontinuierlicher Fortführung der Arbeit auf der Grundstufe I selbständig und immer angemessener ich-, partner- und sachbezogen schriftlich äußern.

Rechtschreiben

Das Erlernen der Rechtschreibung ist ein komplexer Vorgang, der in engem Zusammenhang mit anderen Teilbereichen des Deutschunterrichts steht:

Bevor die normgerechte Schreibung eines Wortes erworben wird, sollen die Schüler seine Bedeutung verstehen (Sprechen). Außerdem sollen sie die Lautbestandteile eines Wortes und deren Abfolge wahrnehmen und den Schriftzeichen zuordnen können (Erstlesen). Schließlich müssen die Grundformen der Schrift erworben sein und die Schüler Geschriebenes auch lesen können (Schreiben, Lesen).

Der Rechtschreibunterricht legt schon auf der Grundstufe I großen Wert auf Üben und sicheres Beherrschen eines begrenzten Schreibwortschatzes, um eine bloß oberflächliche Aneignung möglichst vieler Wörter zu vermeiden.

Wörter sollen in verschiedenen Zusammensetzungen, in unterschiedlichen Textvarianten und in vielseitigen Lernsituationen geübt werden.

Für den Lernprozess sind

  • das Verstehen der Wortbedeutung,
  • das bewusste Wahrnehmen des Lautbestandes,
  • das Einprägen der normgerechten Schreibung sowie
  • das gründliche Einüben des Bewegungsablaufes wesentliche Komponenten.

Bloß eindimensionale Vermittlungsweisen können demnach diese Aufgabe nicht zufriedenstellend lösen. Daneben sollen durch das Zusammenstellen gleichartiger Formen bestimmte Einzelphänomene der Rechtschreibung bewusst gemacht werden. Die Gegenüberstellung unterschiedlicher Schreibungen ist dann sinnvoll, wenn dies als Lösungsweg unverzichtbar ist bzw. sich daraus Rechtschreibsicherheit ergibt (zB Lärche – Lerche; gut – das Gute; schreiben – beim Schreiben). Wenig sinnvoll erscheint jedoch eine Gegenüberstellung bei der Bezeichnung oder Nichtbezeichnung der Vokallänge (zB Wörter mit „a“ – „aa“ – „ah“ oder „i“ – „ie“ – „ih“). Die Vermittlung der Interpunktion ist in engem Zusammenhang mit der Sprachbetrachtung zu sehen.

Auf der Grundstufe II soll die gründliche Vermittlung eines begrenzten Schreibwortschatzes fortgesetzt werden. Durch vielseitige methodische Maßnahmen wird sich auf der Grundlage dieses Wortschatzes die Rechtschreibfähigkeit der Schüler erweitern.

Das wiederholte Zusammenstellen gleichartiger Formen soll zu ersten Regelbildungen führen; diese sollen von den Schülern auch angewendet werden.

Die Vermittlung einer möglichst geläufigen Nachschlagetechnik führt in der Regel dazu, dass sich die Schüler an den Gebrauch des Wörterbuches als verlässliche Hilfe bei ihren Rechtschreibproblemen schneller und leichter gewöhnen. Diese Technik soll bei allen schriftlichen Arbeiten, zB bei der Überarbeitung von Diktaten, angewendet werden.

Die Verwendung des Wörterbuches ist auch bei den Schularbeiten zu ermöglichen.

Bei der Beurteilung von schriftlichen Leistungsfeststellungen, die nicht ausschließlich der Überprüfung von bestimmten Rechtschreibkenntnissen dienen, ist § 15 der Verordnung über die Leistungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Sprachbetrachtung Grundstufe I

Voraussetzung für das Gewinnen von Einsichten in Sprachstrukturen ist eine gewisse Sicherheit im Gebrauch der Sprache. Da zudem die Fähigkeit zur Abstraktion und Begriffsbildung bei den meisten Schülern der Grundstufe I noch auf konkrete Erfahrung angewiesen und daher begrenzt ist, kommt der Sprachbetrachtung geringere Bedeutung zu als der Erweiterung der Sprachfähigkeit. Sprachbetrachtung ist überall dort besonders angebracht, wo es gelingt, die Freude am Spracherleben und am Umgang mit sprachlichen Elementen zu fördern. Dies schließt die Überbetonung grammatischer Begriffsbildung aus.

Grundstufe II

Auch auf der Grundstufe II ist die Voraussetzung für das Gewinnen von Einsichten in Sprachstrukturen eine gewisse Sicherheit im Gebrauch der Sprache.

Da sich die Fähigkeit der Schüler zu Abstraktion und Begriffsbildung erst auf der Grundstufe II entsprechend entwickelt, bleibt Sprachbetrachtung mit Ausnahme der Beobachtung einiger leicht zu erfassender sprachlicher Erscheinungen der Unterrichtsarbeit der 3. und 4. Schulstufe vorbehalten; aber auch hier ist das Lernziel nicht das Beherrschen einer vordergründigen Begrifflichkeit.

Sprachbetrachtung erfolgt möglichst im Rahmen solcher Unterrichtsformen, die Gespräche über Sprache ermöglichen und bei denen die Kinder Einsichten in Sprachstrukturen durch Entdecken, Ordnen und Vergleichen gewinnen. Dabei wird sowohl die gesprochene als auch die geschriebene Sprache zum Gegenstand der Betrachtung.

Fachbegriffe werden erst dann eingeführt, wenn die Schüler durch vielfältigen Umgang mit Sprachmaterial eine Sprachform in ihrer Funktion erkannt haben. Werden Fachbegriffe ohne entsprechende Einsicht, also zu früh verwendet, bleiben sie leere Worthülsen. Zu einer ersten Benennung können auch Vorbegriffe herangezogen werden. Der Lehrer soll jedoch vermeiden, bei der Einführung dieser Bezeichnungen im Unterricht vordergründige inhaltliche Deutungen zu verwenden, die das grammatische Phänomen unzureichend oder irreführend beschreiben.

Auf der 4. Schulstufe sind die wichtigsten Fachbegriffe zu sichern.

Auch auf dieser Schulstufe ist jedoch die Überbetonung grammatischen Begriffswissens zu vermeiden.

Schularbeiten

Auf der 4. Schulstufe vier bis sechs Schularbeiten. Es ist jedoch sicherzustellen, dass bei einer Reduzierung der Anzahl der Schularbeiten im 2. Semester jedenfalls zwei Schularbeiten vorzusehen sind.

Lehrplan-Zusatz

Deutsch für Schüler mit nichtdeutscher

Muttersprache

Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Erwerb der Zweitsprache Deutsch durch Schüler nichtdeutscher Muttersprache ist Teil von vielfältigen interkulturellen Lernvorgängen, die sich als ein Mit- und Voneinanderlernen von Menschen verschiedener Herkunftskulturen auffassen lassen und auf jeden Kulturbereich beziehen können. Beim interkulturellen Lernen geht es vor allem darum, die spezifischen Lebensbedingungen der Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache und die aus der Migration erwachsenden Probleme zu berücksichtigen sowie die Bereitschaft und Fähigkeit zu entwickeln, Aspekte der eigenen Kultur darzustellen, das Anderssein des jeweiligen anderen wahrzunehmen, zu verstehen und sich damit kritisch auseinanderzusetzen; unter Umständen vorhandene Vorurteile gegenüber anderen Kulturen abzubauen, die eigene Kultur zu relativieren und entsprechend diesen Einsichten zu handeln. Zugleich gilt es aber auch, kulturelles Selbstwertgefühl und eine von Friedfertigkeit und Toleranz getragene kulturelle Identität zu bewahren bzw. aufzubauen. In der Schule soll interkulturelles Lernen als Chance für eine inhaltliche und soziale Bereicherung aller Schüler zur Vorbereitung auf ein Leben in einer multikulturellen Weltgemeinschaft erfahren und genützt werden. Diese Einbettung des Erwerbs der Zweitsprache in das interkulturelle Lernen soll kooperatives Von- und Miteinanderlernen aller Schüler ermöglichen.

Ziel der Unterrichtsarbeit ist es, daß die Schüler

  • Freude am Zuhören und Mitsprechen sowie am Lesen und Schreiben in der Zweitsprache entwickeln;
  • die deutsche Standardsprache immer besser verstehen können (zuerst nur Gesprochenes, dann auch Geschriebenes);
  • sich zunehmend differenziert in deutscher Standardsprache verständigen bzw. sich am Unterricht beteiligen können: zuerst nur mündlich, dann auch schriftlich;
  • Texte als eigenständige, für schulisches und außerschulisches Lernen bedeutsame Formen der Verarbeitung von Sprache verstehen, lesen, schreiben und verfassen können;
  • Arbeits- und Lerntechniken erwerben, welche den Erwerb der Zweitsprache unterstützen;
  • unter Wahrung ihrer sprachlichen und kulturellen Identität in die neue Sprach- und Kulturgemeinschaft als aktives Mitglied hineinwachsen.
Dieser Lehrplan-Zusatz gliedert sich in folgende Teilbereiche, die mit dem Hauptteil des Lehrplans folgendermaßen korrespondieren:
  • Hörverstehen und Sprechen mit ”Sprechen”, das für alle anderen Teilbereiche grundlegend ist und daher im Zentrum der Sprachförderung steht;
  • Lesen- und Schreibenlernen mit „Lesen – Erstlesen;
    Erstleseunterricht”; „Schreiben”: Dem Schüler werden in der Zweitsprache Deutsch zunächst die elementaren Lese- und Schreibkompetenzen vermittelt.
  • Weiterführendes Lesen mit „Lesen – Weiterführendes Lesen”;
  • Weiterführendes Schreiben mit „Verfassen von Texten”, „Rechtschreiben”,
  • Sprachbetrachtung mit „Sprachbetrachtung”.

Weitgehend stehen die Teilbereiche jeweils nicht für gesonderte, nacheinander ablaufende Lernprozesse. Sie sind vielmehr als zum Teil parallel laufende, einander ergänzende und stützende Vorgänge zu verstehen.

Bei der klassenbezogenen und individuellen Lernplanung ist zu berücksichtigen, daß die Schüler besonders hinsichtlich der Sprachkompetenz sowohl in der Muttersprache als auch in der deutschen Sprache (Zweitsprache) überaus unterschiedliche und möglicherweise alters- und schulstufenunabhängige Lernvoraussetzungen haben. Im Bereich der schriftlichen Sprachkompetenz ist es wichtig, zunächst festzustellen, ob ein Kind in seiner Muttersprache bereits alphabetisiert wurde bzw. welche Schriftart es beherrscht.

Lehrstoff:

Unabhängig von den einzelnen Teilbereichen sollen sich sprachliche Lernsituationen auf folgende Lebens- bzw. Handlungsbereiche beziehen, wobei die einzelnen Themen immer die kulturellen und soziokulturellen Aspekte aller in der Klasse vertretenen Kulturen (der Herkunftskultur der Schüler und der Migrantenkultur und der Kultur des Gastlandes) umfassen:

  • die eigene Person und die Familie: eigene Lebensumstände, Erfahrungen, Interessen, Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle; Eltern, Geschwister, Großeltern; Ernährung (Speisen und Getränke), Kleidung, Gesundheitspflege, Wohnung, ...;
  • die Schule: Mitschüler, Schulsachen, Schulgebäude, Mitgestalten des Klassen- und Schullebens; verschiedene Lernbereiche bzw. Unterrichtsgegenstände, ...;
  • die Freizeit: Freunde, Spielformen und Spielzeug, Hobbies, Tiere und Pflanzen, Reisen, Massenmedien ...;
  • die Öffentlichkeit: Straßenverkehr, Einkaufen (Lebensmittel; Geld, ...) und Telefonieren, Postamt, Bahnhof, Arztordination und Krankenhaus, Bücherei, Berufs- und Arbeitswelt ...;
  • Lebensformen und Lebensgewohnheiten: Rollenverhalten von Buben und Mädchen, Männern und Frauen, Erwachsenen und Kindern; Sitten und Bräuche, Feste und Feiern; Wertvorstellungen und Normen ...;
  • die Zeit (Uhrzeit, Tageszeit, Jahreszeit) und das Wetter.

Hörverstehen und Sprechen

(korrespondiert mit dem Teilbereich des Fachlehrplanes „Sprechen”)

Mündliches Sprachhandeln

Den Sinn einfacher sprachlicher Äußerungen aus dem Sprechkontext erschließen

Verstehen des Wesentlichsten auf Grund der Sprechsituation, der Gestik und Mimik des Sprechers bzw. der Sprecher, von Intonation (Melodie, Tonführung) und Rhythmus des Gesprochenen sowie auf Grund der Reaktionen der Sprechpartner bzw. Zuhörer

Einfache (gesprochene) Texte verstehen und angemessen reagieren

Verstehen des Wesentlichen auf Grund sachbezogener und sprachlicher oder nur auf Grund sprachlicher Vorkenntnisse (auch vorgelesene und auf Tonträgern gespeicherte Texte)ZB nach Bitten, Aufforderungen, Anleitungen uä. handeln

Sich zu Gehörtem äußern

Gehörtes sinngemäß und in einfachen Worten wiedergeben

Äußern, daß man etwas nicht versteht; um Wiederholung des Gesagten bitten

Fragen zu dem Gehörten stellen, etwas dazu ergänzen

Etwas bejahen oder verneinen, Zustimmung oder Ablehnung ausdrücken,. . .

Sich in verschiedenen Sprechsituationen absichtsgemäß und partnerbezogen äußern

Kontakte aufnehmen und weiterführen: Grüßen, sich verabschieden, sich am Telefon melden und verabschieden, sich selbst oder jemand anderen mit einfachen Worten vorstellen, jemand einladen, sich nach dem Befinden erkundigen, jemand für etwas danken, sich entschuldigen,. . .

Handlungen anbahnen bzw. veranlassen: jemanden um etwas bitten, jemandem etwas anbieten (zB Hilfe), Vorschläge machen, Wünsche äußern (zB Sitzordnung, Pausengestaltung, Spiele, Freizeitgestaltung), jemanden um etwas ersuchen, etwas anordnen,...

Informationen bzw. Auskünfte einholen und geben:

sich nach etwas oder nach jemandem erkundigen bzw. jemandem Auskunft geben

Erzählen und Mitteilen

Über sich oder über jemand anderen erzählen;

Erlebnisse und Ereignisse, Erfahrungen und

Beobachtungen in einfachster Form/Weise mitteilen;

Gefühle und Empfindungen (persönliches

Befinden) äußern; zu Einzelbildern und Bildfolgen

sprechen („Bildlesen"); über Gegenstände,

Sachverhalte und Vorgänge sprechen; sich an

Gesprächen beteiligen

Rollensprechen im szenischen Darstellen

Einfaches Rollenhandeln in Spielszenen erproben und einüben

Sprachstrukturen

(Die Auswahl des sprachlichen Materials soll den Kindern vielfältige Begegnungs- und Übungsformen zu folgenden Schwerpunkten zur Verfügung stellen. Dabei ist auf konsequente Wiederbegegnung und ein allmähliches Fortschreiten vom Leichteren zum Schwereren zu achten.)

Einfache Aussagen situationsadäquat machen

  • Verneinung
  • Aufforderungen mit Imperativformen
  • Fragen mit und ohne Fragewörter
  • Fragen, bei denen Fragewörter verwendet bzw. nicht verwendet werden
  • einfache Satzgefüge (zB Ich glaube, daß … Ich möchte …, weil…)

Hinführen zu den Zeitstufen

in möglichst natürlichen Situationen (Gegenwärtiges, Vergangenes, Zukünftiges)

Beachten der Wortfolge

  • insbesondere Stellung des Prädikats
  • eventuell auch Umkehrung der Subjekt-Prädikat-Folge (Inversion)

Wortveränderungen

  • Mehrzahlbildungen
  • Anwenden der Fälle
  • Artikel (in Verbindung mit dem Namenwort)
  • unterschiedlicher Gebrauch des Eigenschaftswortes (attributiv, prädikativ, adverbial)
  • Verwendung der Personalformen des Verbs in Verbindung mit dem persönlichen Fürwort

Anredefürwörter

Anredefürwörter adressatenbezogen anwenden (zB bei Du/Sie)

Strukturwörter

Die gebräuchlichsten Strukturwörter in Satzzusammenhängen verstehen und intentionsgemäß sowie sprachrichtig anwenden:

Artikel, Fürwörter, Präpositionen, Konjunktionen, Verneinungswörter (nicht, keine, nie . . .) und „Füllwörter“ (bitte, doch, einmal, je, denn, wohl, schon,...)

Auf die Bedeutung von Sprachvergleichen mit der Muttersprache bei unterschiedlichen Sprachstrukturen zB bei der Verwendung von Artikel, Fürwort, Präposition usw. verweisen

Grammatische Übereinstimmung

Die richtige Übereinstimmung der entsprechenden Wörter im Satzzusammenhang beachten, üben und anwenden:

  • Subjekt — Prädikat (Vermeiden von Infinitivformen, zB Ich gehen . . .)
  • Artikel — Eigenschaftswort — Namenwort (zB die rot. . . Tasche)
  • Artikel — Namenwort
  • Fürwort — Namenwort (zB mein . . . Tasche

Wortschatz

Wortbedeutung

Die Bedeutung eines Wortes aus der Sprachhandlungssituation, aus dem Text und dem Satzzusammenhang erschließen

Die Bedeutung von Wörtern zB durch das Erlernen ihrer Gegenwörter (klein — groß, reden — schweigen, Frau — Mann…), durch das Ordnen von Wörtern (zB nach Größe und Gewicht, autstärke, Tempo), durch Wortbausteine (Maus — Mäuschen, Mäuslein, schön — unschön…), durch das Zusammenstellen von Wortfeldern mit häufig gebrauchten Wörtern (gehen, sagen ...) und durch das Erlernen wichtiger inhaltlicher Übereinstimmungen (Hähne krähen, Hennen gackern, Hunde bellen, Katzen miauen…) genauer erfassen

Alltagswortschatz

In Sprachhandlungssituationen des Alltags und in Rollenspielen einen passiven Verstehens- und einen aktiven Sprechwortschatz erwerben und kontinuierlich erweitern/differenzieren

Fachwortschatz

Den zur Bewältigung der verschiedenen Unterrichtsaufgaben unbedingt benötigten Fachwortschatz für das (passive) Verstehen wie für das (aktive) Sprechen kontinuierlich aufbauen und ständig erweitern

Wortbildung

Bilden von neuen Wörtern mit Hilfe von Vor- und Nachsilben, von Lautveränderungen (zB fliegt — flog — Flug; jung — jünger, gut — gütig, Kraft — kräftig) und von Wortzusammensetzungen

Gehörschulung und Aussprache

Gewöhnung an Intonation und Rhythmus der deutschen Sprache

Die Intonation (Melodie, Tonführung) und den Rhythmus von Wörtern, Sätzen und Texten anzheitlich erfassen und angemessen deuten; Aussagen bzw. Feststellungen, Fragen, Ausrufe und Aufforderungen unterscheiden

Rhythmische Sprechübungen durchführen

Wörter, Sätze und Texte melodisch und rhythmisch richtig nachsprechen

Intonation und Rhythmus intentions-, adressaten-, sach- und situationsgemäß einsetzen

Artikulation (deutliches Sprechen)

Wörter, Wortgruppen, Sätze und Texte artikuliert sprechen; Gehörtes nachsprechen (Echoübungen)

Phonetische Übungen

Laute und Lautgruppen in ihren Eigenschaften wahrnehmen, unterscheiden und bilden, zB ähnlich klingende Laute (i-u-ü-o-ö, ei-eu-au, m-n, d-t, b-p…), für das Deutsche charakteristische Laute (Umlaute, Zwielaute, H-Anlaut, SCH-Laut, CH-Laut…); kurze, stets offen gesprochene Vokale (offen…) und lange, stets geschlossen gesprochene Vokale (zB Ofen) Konsonantenhäufungen (pflegen, strickst, sprichst,…)

den Laut, der die Wortgrenzen im Satz markiert und zusammengesetzte Wörter unterteilt (Arbeits- amt, Schicht-arbeit. . .) suchen

Lautgedichte, Kinderreime, Abzählverse, Sprachabwandlungsspiele uä. nachsprechen

Bedeutungsunterscheidende Lautveränderung in Wörtern

Sich der unterschiedlichen Funktion von Lauten und Lautgruppen in Wörtern bewußt werden, zB Vokallänge (Hüte — Hütte) Vokaltausch (Berg — Burg), Konsonantentausch (backen — pakken)

Lesen- und Schreibenlernen

(korrespondiert mit dem Teilbereich des Fachlehrplanes: „Lesen — Erstlesen, Erstleseunterricht“; „Schreiben")

Das Lesen- und Schreibenlernen von Schülernmit nichtdeutscher Muttersprache erfolgt im Regelfallin einer zumeist wenig vertrauten und kaum altersgemäß beherrschten Sprache. Daraus ergibt sich, daß zunächst im Teilbereich Hörverstehen und Sprechen die erforderlichen Lernvoraussetzungen geschaffen werden müssen. Kinder, die in ihrer Muttersprache bereits lesen und schreiben können, haben im Bereich des Erstlesens und Erstschreibens der Zweitsprache Schwierigkeiten, wenn entweder die Buchstabenschrift ihrer Muttersprache von der im Deutschen gebräuchlichen abweicht (zB kyrillisches Alphabet) oder wenn ihre Muttersprache überhaupt andere Schriftsysteme (zB Bilder-, Silben- oder Konsonantenschriften) benützt. Das Lesenlernen ist in jedem Fall durch die von der Muttersprache abweichenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen erheblich erschwert (zB Schreibung der Diphthonge), wobei etwa folgende Unterschiede auftreten können:

  • gleiche Zeichen in beiden Sprachen, aber unterschiedliche Laute,
  • gleiche Laute, aber verschiedene Zeichen,
  • weder Laut noch Zeichen sind in der Muttersprache vorhanden.

Das Schreibenlernen kann durch abweichende Buchstabenformen bzw. Schreibrichtungen erschwert sein.

Der Zeitrahmen für das Erlernen des Lesens und Schreibens wird entsprechend den jeweiligen Vorkenntnissen in der Muttersprache ganz individuell gesteckt werden müssen. Im allgemeinen wird diesen Kindern für den Schriftspracherwerb wesentlich mehr Lernzeit einzuräumen sein, weil sie didaktische Schleifen benötigen. Damit sind in diesem Zusammenhang zusätzliche und spezielle Maßnahmen gemeint, welche den erfolgreichen Verlauf und Abschluß des Lese- und Schreiblernprozesses überhaupt erst ermöglichen, zum Beispiel:

  • besonders intensive Übungen zum akustischen Identifizieren, Diskriminieren und Artikulieren von Einzellauten, Lautgruppen und Wörtern (Hör- und Sprechübungen);
  • Erarbeiten des zum Lesen und Schreiben erforderlichen Wortschatzes sowie
  • Erarbeiten der zum Lesen und Schreiben benötigten Satz- und Wortbildungsformen.

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler nichtdeutscher Muttersprache — direkt zum Verständnis der Funktion der Buchstabenschrift und

  • unter Beachtung des jeweiligen muttersprachlichen Lautinverntars — zur Laut-Buchstaben-Zuordnung geführt werden, um von Anfang an möglichst selbständig mit Schrift umgehen zu können.

Weiterführendes Lesen

(korrespondiert mit dem Teilbereich des Fachlehrplanes „Lesen – Weiterführendes Lesen”)

Ist der Leselernprozeß abgeschlossen, ist aufbauend auf der erworbenen Lesefertigkeit sowie auf den Fähigkeiten im Hörverstehen und Sprechen die Lesefähigkeit hinsichtlich der Sinnentnahme und der Sinngestaltung von einfachen Texten zu erweitern und zu festigen.

Klanggestaltendes Lesen

Lautgedichte, Sprachspiele uä. vorlesen und „nachlesen“ (eines vorgelesenen Textes)

Ausspracherichtiges Lesen bearbeiteter und nicht bearbeiteter Texte

Artikulation, Intonation und Rhythmus deutscher Wörter, Sätze und Texte durch Vorlesen üben

Beachten der wichtigsten Satzzeichen (Punkt, Frage-, Ruf- und Redezeichen)

Sinngestaltendes und hörerbezogenes Lesen vorgeübter Texte

Literarische Texte (zB auch Rollentexte), Gebrauchstexte (zB Einladungen) sowie eigene Niederschriften vorlesen

Überschauendes Lesen von Texten in immer größeren Sinnschritten

Die Ausspracherichtigkeit und die Sinngestaltung zB über das Hören und Vergleichen von Tonbandaufnahmen überprüfen

Sinnerfassendes Lesen

Sich den wesentlichen Sinn eines Textes auf Grund der bereits bekannten Wörter und Strukturen, aber auch der Einbettung in einen verbalen/sprachlichen oder/und nonverbalen/nichtsprachlichen (illustrationsunterstützten) Kontext erschließen

Das Verstehen des Gelesenen zeigen, zB durch das sinngemäße Ausführen von schriftlichen Aufforderungen, Anweisungen, Anleitungen uä., durch das entsprechende Beantworten von Fragen, durch das Äußern von Gedanken zum Text, durch das sinngestaltende Vorlesen, Nachspielen ua.

  • mit dem Schwerpunkt der Festigung und Erweiterung des Wortschatzes

Den Wortschatz mittels verschiedener Wörterbücher, Wortlisten uä. sowie durch das Lesen einfacher Texte verschiedener Art festigen und erweitern

  • mit dem Schwerpunkt der Festigung und Erweiterung der Sprachstrukturen

Sich durch das Lesen einfacher Sätze und Texte an die Eigenarten des deutschen Satzbaus gewöhnen (Sätze mit gleichen Satzteilen, mit demselben atzmuster)

  • Sachtexte uä. lesen

Texte mit einfachen Aufgaben, Informationen

sinnentnehmend lesen

Selbständige Auseinandersetzung mit verschiedenen Texten anbahnen

Beantworten und Stellen von Fragen sowie Äußern von Gedanken zum Text

Gespräche über den Text, zu Texten Stellung nehmen

Texte miteinander vergleichen, sie untersuchen, eiterdenken, nachspielen; Textteile neu zusammenstellen, verändern ua.

Weiterführendes Schreiben

(korrespondiert mit dem Teilbereich des Fachlehrplanes „Verfassen von Texten”, „Rechtschreiben”)

Verfassen von Texten

Vorbereitende und begleitende Übungen zum Verfassen von Texten

Einzelne vorgegebene Wörter, Wortgruppen und Sätze sowie kurze Texte abschreiben

Ungeordnet vorgegebene Wörter zu einem Satz, ungeordnet vorgegebene Sätze zu einem sinnvollen Text ordnen (mit und ohne Bildunterstützung)

Einzelne Bilder und Bilderfolgen als Schreibanlässe nützen: zB vorgegebene Wörter, Wortgruppen und Sätze zuordnen

Vorgegebene Textteile ergänzen, zB zu einer Geschichte einen Schluß finden

Gemeinsames Erarbeiten eines Textes, zB zu einem Ereignis oder Bild

  • im Bereich des aktiven Wortschatze

durch Schreiben in Sinnzusammenhängen wiederholen

und festigen

Sinnzusammenhänge durch die bedeutungsgenaue Wortverwendung schriftlich darstellen bzw. festhalten und verändern

  • im Bereich der Satz- und Textstrukturen

Situationsbezogene Formulierungsübungen mit Hilfe einfacher Satz- und Textmuster

Die wichtigsten Satzzeichen (Punkt, Frage- und Rufzeichen sowie Redezeichen) sinnbezogen anwenden

Sich in verschiedenen Schreibsituationen absichtsund partnerbezogen äußern

Sehr einfache schriftliche Muster funktionsgerecht anwenden, zB Adressen auf Ansichts- und Postkarten, Beschriften von Heften und Büchern

Einfache Gebrauchstexte verfassen, zB Feriengrüße,

Merkzettel, Einladungen

Über sich schreiben, über eigene Gefühle und Empfindungen schreiben.

Rechtschreiben

Besondere Rechtschreibprobleme ergeben sich aus den Unterschieden zwischen der jeweiligen Muttersprache und der Zweitsprache Deutsch hinsichtlich ihrer Lautstruktur und Verschriftung. Deshalb sind auch für diesen Teilbereich die Kompetenzen im Hörverstehen und Sprechen von großer Bedeutung.

Bei der Unterrichtsarbeit, die vor allem auf die notwendigen individuellen Schwerpunktbildungen eingehen soll, ist anzustreben, daß die Schüler

  • Strategien des Abschreibenlernens entwickeln;
  • einen gebräuchlichen aber begrenzten Schreibwortschatz aufbauen und im Sinne des morphematischen Prinzips erweitern;
  • gleiche Formen zusammenstellen und Regeln erkennen und anwenden lernen;
  • allmählich eine geläufige Nachschlagetechnik erwerben.

Sprachbetrachtung

(korrespondiert mit dem Teilbereich des Fachlehrplanes „Sprachbetrachtung”)

Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler nichtdeutscher Muttersprache Interesse am bewußten Umgang mit der Zweitsprache und am Vergleichen der Zweitsprache mit der eigenen Muttersprache entwickeln.

Wiederholtes Betrachten und Vergleichen von anschaulich vorliegendem Sprachmaterial führen zunehmend zum Entdecken und Erfassen (in Teilbereichen auch Benennen) verschiedener sprachlicher Erscheinungen, zB daß Wörter anzeigen, ob sie etwa nur eine Person bzw. einen Gegenstand oder mehrere Personen bzw. Gegenstände meinen. An derartigen Beobachtungen kann erfahren werden, daß eine Änderung in der Wortbedeutung häufig auch eine veränderte Laut- und Schriftgestalt eines Wortes entspricht.

Erste grundlegende Einsichten in die deutsche Sprache durch Betrachten, Vergleichen und Entdecken gewinnen

Vor allem im Zusammenhang mit dem Erstleseunterricht und womöglich im Vergleich mit der eweiligen Muttersprache können viele sprachliche Erscheinungen erfaßt werden, zB die Gliederung von Texten in Sätze, von Sätzen in Wörter und von Wörtern in Laute bzw. Buchstaben;

Laute bzw. Buchstaben in verschiedenen Positionen von Wörtern;

Wörter und Wortgruppen in verschiedenen Positionen von Sätzen (zB stehen Adjektive stets vor den Namenwörtern, die sie näher bestimmen; Verben an Satzanfängen leiten Frage- oder Aufforderungssätze ein) Zusammenstellen von Wörtern zum selben Stammwort: „Wortfamilien“ bilden

Den Satz als Sinneinheit erfassen

Sätze bauen und umbauen

Unvollständige Sätze ergänzen bzw. Lückensätze vervollständigen

Satzschlußzeichen sinngemäß anwenden: Punkt, Fragezeichen, Rufzeichen; Redezeichen (Anführungszeichen) intentionsgemäß anwenden

Die wichtigsten Wortarten kennenlernen

  • Zeitwörter

Die wichtigsten sprachlichen Zeitformen einander gegenüberstellen

  • Namenwort

Sammeln und Ordnen von Namen aus der Lebenswelt des Schülers (Namen von Menschen, Tieren, Pflanzen, Dingen); Suchen von Namenwörtern in Sätzen

  • Artikel

Erfahren, daß den meisten Namenwörtern Artikel zugeordnet werden können

  • Persönliche Fürwörter

Namenwörter durch Fürwörter ersetzen

  • Eigenschaftswörter

Zu Namenwörtern inhaltlich passende Eigenschaften suchen

Sprachbezogene Begriffe

Die Begriffe Wort, Satz, Text, Laut (langes/kurzes A, E usw.), Buchstabe (großer, kleiner Anfangsbuchstabe), Schrift anhand von Beispielen verstehen (nicht definieren) und im Umgang mit Sprache anwenden

Didaktische Grundsätze:

Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache erwerben die Zweitsprache Deutsch im Rahmen der schulischen Gemeinschaft, darüber hinaus aber auch in vielen außerschulischen Lernsituationen. Im Regelfall kann davon ausgegangen werden, daß der Unterricht an ein vorhandenes Bedürfnis nach Kommunikation in der Zweitsprache und nach sozialer Integration in die Lerngemeinschaft anknüpfen kann.

Der Erwerb sprachlicher Kompetenzen geschieht im engen Wechselbezug mit dem Erwerb von sozialen und sachlichen Kompetenzen. Deshalb ist auch die soziale Eingliederung der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache von Anfang an in den Klassenverband für ihren Lernerfolg von besonderer Bedeutung.

Die Alltagskommunikation geschieht meistens teils in der Muttersprache des Kindes und teils in deutscher Umgangssprache oder in einer Mundart, weniger in deutscher Standardsprache.

Der Erwerb von Begriffen setzt die Konfrontation mit Dingen und Sachverhalten voraus. Daher ist dem didaktischen Grundsatz der „Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit” in diesem Zusammenhang besondere Beachtung zu schenken. Lernorte außerhalb des Klassenzimmers bieten dem Spracherwerb besonders wirkungsvolle Impulse.

Der Spracherwerb erfolgt möglichst unter Rückgriff auf bereits verfügbare Kenntnisse der Muttersprache und auf eventuell vorhandene Kenntnisse der Zweitsprache.

Der Spracherwerb geschieht im Wechselspiel von Global- und Detailverständnis. Bei der Sinnerschließung helfen vor allem der Handlungs- und der Sprachkontext (vor allem im schriftlichen Bereich unterstützen beigefügte Illustrationen), bei der Sinnvermittlung unter anderem nonverbale Elemente der Mimik und Gestik.

Wesentliche Bedeutung für Fortschritte im Prozeß des Spracherwerbes kommt der Fähigkeit und Bereitschaft zu, die eigenen Sprachäußerungen im Wechselspiel der Kommunikation zu reflektieren, zu vergleichen und zu korrigieren. Es ist Aufgabe des Unterrichtes, diese Bereitschaft und Fähigkeit zu fördern und zu entwickeln.

Wo es sich anbietet, soll der Bezug zur jeweiligen Muttersprache und Herkunftskultur des Kindes hergestellt werden (Vergleich von Sprachen und Kulturen). Dazu sind Kontakte, Kooperation und Absprachen, vor allem mit dem Lehrer für den muttersprachlichen Zusatzunterricht, aber auch mit den Eltern des Kindes, sehr hilfreich. Wenigstens gelegentlich sollte die Erarbeitung eines Themas in beiden Sprachen gleichzeitig erfolgen.

Der Unterricht hat an die besondere Motivationslage dieser Schüler anzuknüpfen. Die anfänglich meist vorhandene Leistungsbereitschaft soll erhalten und womöglich noch gesteigert werden. Dadurch kann der Gefahr des Stehenbleibens und Verfestigens auf einem bestimmten Niveau der Zweitsprache begegnet werden.

Kinder, die sich kaum auf Deutsch verständigen können, sollten keinesfalls zum Freischreiben angehalten werden. Gerade für sie müssen alle Formen eines lustbetonten Schreibens aufgespürt werden:

zB Pictogramme gestalten, Zeichnungen beschriften, dem Lehrer einen Text ansagen und dann abschreiben, Brieferl schreiben, Plakate entwerfen.

Die allgemeine Sprachkompetenz ist in jedem Unterrichtsgegenstand, nicht nur im Sprachunterricht, zu fördern: Jeder Unterricht ist auch als eine Sprachlernsituation aufzufassen.

Darüber hinaus sind in jedem einzelnen Unterrichtsgegenstand die dort benötigte fachliche Terminologie sowie die fachlichen Sprach- und Handlungsstrukturen aufzubauen. Die Textorientiertheit des schulischen Sprachgebrauchs bedeutet eine spezifische Form der kognitiven Orientierung.

Die verschiedenen schriftlichen Texte sollen durch optische Gliederung, durch das Hervorheben von Leit(Schlüssel)wörtern und -begriffen ua. in besonderer Weise aufbereitet werden.

Die Texte sind durch das Kürzen von Sätzen, das Auflösen von Satzgefügen, eine gezielte Wortwahl, durch Konzentration auf das Wesentliche, Einfügen von Erklärungen und Beispielen in verständlicher Alltagssprache ua. zu vereinfachen.

Es sind besondere Hilfsmittel bereitzustellen bzw. einzusetzen und verschiedene Arbeitstechniken zu vermitteln. Den verschiedenen Lösungshilfen beim Rechtschreiben ist besondere Beachtung zu schenken:

Nachschlagen in verschiedenartigen ein- und zweisprachigen Wörterbüchern und in Lexika, Erstellen und Gebrauchen von Wortlisten, Arbeit mit muttersprachlichen Paralleltexten ua. mehr.

Die Korrekturen in sprachlicher und in sachlicher Hinsicht sind sehr behutsam, verständnis- und taktvoll vorzunehmen.

Dort, wo es sachlich möglich und gerechtfertigt ist, wird das Erlernen der Sprache teilbereichsübergreifend bzw. integrativ erfolgen, gelegentlich auch unter Rückgriff auf die jeweilige Muttersprache. Im Unterricht ist daher dem sprachkomparativen Prinzip sowie dem kontrastierenden Lernen (besonders im Bereich der Sprachbetrachtung) besondere Beachtung zu schenken. Soweit die Schüler ihre Muttersprache bereits schriftmäßig beherrschen, können sie die Besonderheiten der deutschen Rechtschreibung, wo es sich anbietet, im kontrastierenden Vergleich erlernen.

Für das erfolgreiche Unterrichten von Deutsch als Zweitsprache ist es nötig, daß sich der Lehrer darum bemüht, seine eigene Muttersprache unter dem Gesichtspunkt der Neuheit und Fremdheit zu betrachten. Mit diesem Versuch einer gewissen Distanznahme von etwas ihm sehr Nahem kann er die Schwierigkeiten, die Menschen nichtdeutscher Muttersprache beim Erlernen des Deutschen haben, wenigsten erahnen und ihnen didaktisch angemessen begegnen.

Im Hinblick auf seine Rolle als entscheidendes Sprachvorbild ist es für Lehrer besonders wichtig, daß sie möglichst oft das einzelne Kind ansprechen, besonders deutlich artikulieren, ihr gewohntes Sprechtempo etwas verringern und das gesprochene Wort bei normaler Intonation und Rhythmisierung mimisch und gestisch unterstützen.

Übungsreihen sollten im Regelfall in der Reihenfolge Hören – Verstehen – Sprechen – Lesen – Schreiben aufgebaut werden.

Gleichlautende, aber in ihrer grammatischen (syntaktischen und morphologischen) Funktion unterschiedliche Formen sollten nicht gleichzeitig, sondern mit hinreichendem zeitlichem Abstand erarbeitet werden.

Mathematik

Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Mathematikunterricht soll dem Schüler Möglichkeiten geben,

  • schöpferisch tätig zu sein;
  • rationale Denkprozesse anzubahnen;
  • die praktische Nutzbarkeit der Mathematik zu erfahren;
  • grundlegende mathematische Techniken zu erwerben.

Schöpferische Fähigkeiten sind durch spielerisches, forschend-entdeckendes und konstruktives Tun aufzubauen.

Rationale Denkprozesse sind an geistigen Grundtätigkeiten wie Vergleichen, Ordnen, Zuordnen, Klassifizieren, Abstrahieren, Verallgemeinern, Konkretisieren sowie Analogisieren zu schulen. Besonderes Gewicht ist auf die Entwicklung des logischen Denkens und des Problemlöseverhaltens zu legen.

Sachverhalte der Umwelt sind mit Hilfe von Zahlen, Größen und Operationen zu durchdringen, räumliche Vorstellungen sind aufzubauen. Die Vielfalt der angebotenen kindgemäßen mathematischen Situationen aus den Bereichen Wirtschaft, Technik und Kultur soll dem Schüler die Bedeutung der Mathematik bewußt machen.

Neben dem Erwerb der grundlegenden mathematischen Techniken sind praktische mathematische Fertigkeiten wie Umgehen mit Zeichengeräten anzustreben.

Der Unterrichtsgegenstand Mathematik gliedert sich in folgende Teilbereiche:

  • Aufbau der natürlichen Zahlen
  • Rechenoperationen
  • Größen
  • Geometrie.

Auf der Grundstufe II wird diese Gliederung durch das Kapitel „Bruchzahlen” (im Anschluß an die Rechenoperationen) erweitert.

Diese Aufgliederung in Teilbereiche verdeutlicht Sachstrukturen und stoffliche Linienführung des Lehrplanes. Das soll aber keinesfalls zu einer isolierten Behandlung der einzelnen Teilbereiche führen, sondern deren sinnvolle Vernetzung ist möglichst durchgehend anzustreben.

Lehrstoff: Grundstufe I

Aufbau der natürlichen Zahlen

Als Schwerpunkte bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:

  • das Sichern des Verständnisses für Zahlen unter Berücksichtigung des Kardinal-, Ordinal-, Rechen- und Maßzahlaspekts und
  • das Erarbeiten des Zahlenraumes bis 100 ausgehend von gesicherten Zahlenräumen.

Entwickeln grundlegender mathematischer Fähigkeiten

Feststellen von Eigenschaften, Unterscheiden und Vergleichen, Zuordnen, Ordnen, Zusammenfassen, Klassifizieren

Entwickeln des Zahlbegriffs

Gewinnen des Zahlbegriffs im jeweiligen Zahlenraum einschließlich der Null (zB Zählen, Simultanerfassung)

Auf- und Ausbauen des Zahlenraums bis 100

Handlungsorientiertes Darstellen und Durchgliedern des schrittweise zu erarbeitenden Zahlenraumes

Entwickeln von Zahlvorstellungen (zB durch Mächtigkeitsvergleiche, Ordnen von Zahlen, Bündeln)

Veranschaulichen von Zahlen (zB durch Zahlbilder, Mengendarstellungen, Zahlenstrahl, symbolische Darstellung)

Orientieren im jeweiligen Zahlenraum: Auf- und Abbauen von Zahlenreihen, Herstellen von Relationen unter Verwendung der Symbole =, ¹, <, >

Schaffen des Verständnisses für den dekadischen Aufbau

Lesen und Schreiben von Ziffern bzw. Zahlen, Unterscheiden

von Ziffer und Stellenwert der Ziffer

Operatives Durchforschen von Zahlen: zB Finden von Nachbarzahlen, additives und multiplikatives Zerlegen

(zB 64 = 60 + 4, 80 = 4 . 20), Vergleichen (auch Termvergleiche wie 10 + 2 = 2 . 6, 50 > 30 + 10)

Rechenoperationen

Als Schwerpunkte bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:

  • das Erarbeiten der Operationsbegriffe in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des Zahlenverständnisses;
  • Durchführen der Rechenoperationen im additiven und im multiplikativen Bereich ohne und mit Notation der Rechensätze;
  • operatives Üben, zB Tausch-, Nachbar-, Umkehr-, Zerlegungsaufgaben;
  • das Gewinnen handlungsorientierter Erfahrungen zur Bedeutung von Rechenregeln und das Anwenden zunehmend auch als Lösungshilfe;
  • das Anwenden der Rechenoperationen in Spiel- und Sachsituationen.

Verstehen der Operationsstrukturen

Ausführen von Handlungen, zB Dazugeben, Wegnehmen, Ergänzen, Vervielfachen, Teilen, Messen, die die Einsicht in Operationsstrukturen vorbereiten

Herausarbeiten der Operationsstrukturen aus diesen Handlungen unter Verwendung adäquater Sprechweisen, wie plus, minus, (ist) gleich, mal, geteilt durch, enthalten in

Sichern der Einsicht in die Operationsstrukturen über verschiedene Darstellungsebenen (handelnd, bildhaft, symbolisch)

Verwenden der entsprechenden Symbole

( +, –, =, ., : )

Rechenoperationen im additiven

Bereich

Gewinnen der additiven Rechenoperationen ohne Zehnerüber- und Zehnerunterschreitung vorerst im kleineren Zahlenraum ohne und mit Notation der Rechensätze

Anwenden verschiedener Darstellungsmodelle (zB Zahlenstrahl, Operatorschreibweise) und Festigen der gewonnenen Rechenoperationen

Erweitern der additiven Rechenoperationen bei steigendem Schwierigkeitsgrad mit Zehnerüber- und Zehnerunterschreitung im größeren Zahlenraum

Erkennen von Zusammenhängen, zB Tausch-, Nachbar-, Umkehr- und Analogieaufgaben

Überprüfen (Abschätzen, Plausibilität, …) der Ergebnisse von Rechenoperationen

Vergleichen von Rechenausdrücken unter Verwendung der Relationszeichen =, , <, >

Rechenoperationen im multiplikativen Bereich

Sammeln von Grunderfahrungen zu multiplikativen Operationen im kleineren Zahlenraum nur in Verbindung mit konkretem Handeln und bildhaftem Darstellen

Anwenden verschiedener Darstellungsmodelle und Festigen der gewonnenen Rechenoperationen

Vertiefen des Verständnisses für multiplikative Beziehungen

auch unter Verwendung der Null

Erarbeitung des Einmaleins und Einsineins unter Beachtung von Zusammenhängen wie fortgesetztes Addieren, Verdoppeln, Halbieren, Vertauschen, Zerlegen, Messen

Operatives Üben, zB Tausch-, Nachbar-, Umkehr-, Zerlegungsaufgaben

Weit gehendes Automatisieren von Grundaufgaben, insbesondere des kleinen Einmaleins

Überprüfen (Abschätzen, Plausibilität, …) der Ergebnisse von Rechenoperationen

Vergleichen von Rechenausdrücken unter Verwendung der Relationszeichen =, , <, >

Spielerisches Umgehen mit Zahlen und Operationen

Beispielsweise: Bilden von Zahlenfolgen, spielerisches Anbahnen des Verständnisses von Rechengesetzen, Erkennen von Zusammenhängen und Rechenvorteilen

Durchführen von Würfelspielen, Wegspielen, Rechenpuzzles, Zahlenrätseln, Strategiespielen

Operieren nach Spielplänen, Lösen von Magischen Quadraten

Lösen von Sachproblemen

Mathematisieren von Spiel- und Sachsituationen nur aus dem kindlichen Erlebnisbereich

Beschreiben von realen oder bildhaft dargestellten Sachsituationen

Zuordnen von Rechenoperationen zu Sachsituationen

Finden von Sachsituationen zu Rechenoperationen

Herausarbeiten mathematischer Strukturen aus einfachen Texten mit Hilfe stufengemäßer Darstellungsformen, wie Rollenspiel, Situationsskizzen, Rechenpläne

Errechnen und Überprüfen des Ergebnisses

Formulieren sachlich richtiger Antworten

Größen

Als Schwerpunkte bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:

  • Begriffsbildung über Vergleichen und Formulieren von Relationen;
  • Einsetzen willkürlich gewählter Maßeinheiten zum Messen von Repräsentanten;
  • Einführen genormter Maßeinheiten:
    Größenbereich Länge: Meter (m), Dezimeter (dm), Zentimeter (cm);
    Größenbereich Masse: Kilogramm (kg), Dekagramm (dag);
    Größenbereich Raum: Liter (l);
    Größenbereich Zeit: Sekunde (s), Minute (min), Stunde (h); Tag, Woche, Monat, Jahr;
    Größenbereich Geld;
  • Anwenden von Größen in Sachsituationen und bei Sachaufgaben zur Vertiefung des Verständnisses für Größen.

Entwickeln von Vorstellungen zu Größen

Entdecken auffallender größenbezogener Merkmale (Länge, Rauminhalt, Geldwert) an Objekten aus dem kindlichen Erfahrungsbereich

Hantieren mit Repräsentanten für Größen aus Spiel- und Sachsituationen (zB Stab, Stein, Becher, Tauschobjekt)

Bewusstes Erleben von Zeitabläufen

Herstellen von Relationen durch unmittelbares und mittelbares Vergleichen auf der Handlungsebene, durch Messen (mit willkürlich gewählten Maßeinheiten), Zuordnen, Ordnen

Interpretieren von Mess-Ergebnissen

Einführen und Anwenden von Maßeinheiten

Anschauliches Einführen der genormten Maßeinheiten

Schaffen von Modellvorstellungen zu Maßeinheiten ohne Herstellen von Maßbeziehungen

Arbeiten mit Größen in Sachsituationen und Kennen lernen der Notwendigkeit verschiedener genormter Maßeinheiten

Messgeräte

Herstellen von Maßbeziehungen

Erfassen der Maßbeziehungen: m – cm, kg – dag; Geld

Herstellen der Beziehung Tag – Stunde, Woche – Tag, Jahr – Monat, Minute – Sekunde, Stunde – Minute

Kennenlernen gebräuchlicher Notationen bei der Uhrzeit und bei Geldbeträgen

Operieren mit Größen

Anwenden von Größen in Sachaufgaben

Vergleichen, Ordnen und Messen unter Verwendung der Maßeinheiten

Feststellen der Größe von Objekten durch Vergleich mit den Maßeinheiten

Geometrie

Als Schwerpunkte bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:

  • Beobachten, Ordnen und Strukturieren von räumlichen Beziehungen und von Formen aus der Erlebniswelt der Kinder;
  • Steigern des Orientierungsvermögens;
  • Hinführen zum Gebrauch von Zeichengeräten und das Herstellen von Querverbindungen zur Arbeit mit Größen als integrierender Bestandteil des Unterrichts;
  • Lösen von Sachproblemen.

Orientieren im Raum:

  • Räumliche Positionen und Lagebeziehungen

Erfahren und Erfassen von Begriffen aus der Erlebniswelt des Kindes, wie oben, unten, rechts, links, vorne, hinten, innen, außen; vor/davor, hinter/dahinter, neben/daneben, über/darüber, unter/darunter, zwischen/dazwischen, rechts von, links von, oberhalb, unterhalb, außerhalb, innerhalb, in der Mitte, auf dem Rand

Unterscheiden von Innerem und Rand bei Körpern (Außenfläche) und Flächen

Umspannen, Umfahren, Umlegen, Umfassen von Körpern und Flächen

  • Richtungen und Richtungsänderungen

Richtungen und Richtungsänderungen angeben, Durchführen von Orientierungsübungen, zB Bewegungsaufträge und Suchübungen, Wege begehen und (auch aus der Vorstellung) beschreiben

Erfassen und Beschreiben einfacher geometrischer Figuren:

  • Untersuchen von Körpern

Feststellen der Eigenschaften einfacher Körper durch Bauen, Bewegen, Begreifen

Verwenden von Begriffen wie spitz, stumpf, eckig, rund; krumm, gerade; offen, geschlossen

Hantieren mit würfel- und kugelförmigen Körpern aus der Umwelt des Kindes und Erfassen ihrer Eigenschaften

Aufsuchen solcher Körper

Verwenden der Begriffe kantig, eckig, rund; Kante, Ecke

Gegenstände aus der Umwelt geometrischen Eigenschaften zuordnen (zB rund: Dose, Flasche, Ball)

Benennen von Würfel und Kugel

Vergleichen von Körpern und Ordnen nach ihren Eigenschaften

Auf- und Abbauen von Körpern (zB mit Bausteinen)

  • Untersuchen von Flächen

Begrenzungsflächen von Körpern hantierend erfassen und beschreiben

Sammeln von Erfahrungen zum Begriff Fläche, zB Begreifen, Ausmalen, Nachfahren, Falten, Schneiden, Auslegen,…

Aufsuchen und Benennen von viereckigen, dreieckigen und runden Flächen, Flächen vergleichen und nach ihren Eigenschaften ordnen

  • Spielerische Gestalten mit Körpern und Flächen

Freies Bauen mit Würfeln, Bausteinen, …

Formen geometrischer Körper (zB mit Knetmasse)

Fortsetzen, Nachlegen, Herstellen, Erfinden geometrischer Figuren (zB Muster)

Handelndes Entdecken von Symmetrien, Herstellen und Untersuchen einfacher symmetrischer Figuren (zB Faltschnitte, jedoch ohne Verwendung einschlägiger Begriffe wie etwa Symmetrieachse)

Hantieren mit Zeichengerät

Freies und gezieltes Umgehen mit dem Lineal

  • Zeichnen gerader Linien in verschiedenen Lagen
  • Herstellen von Mustern (zB unter Verwendung von Karopapier)
  • Messen von Längen an konkreten Gegenständen
  • Messen von vorgegebenen Strecken
  • Zeichnen von Strecken bestimmter Länge

Lösen von Sachproblemen:

Durchforschen von Räumen

Eigenschaften von Körpern und deren Lage in realitätsnahen Situationen beschreiben

Wege beschreiben und deren Längen abschätzen

Wegskizzen erstellen

Längen vergleichen, Unterschiede feststellen, messen, addieren (zB Stäbe, Bänder, Wege)

Grundstufe II

Aufbau der natürlichen Zahlen

Ausgehend vom Vorwissen der Grundstufe I ist der Zahlenraum schrittweise zu erweitern. Das Verstehen großer Zahlen ist mit sach- und größenbezogenen Hilfsvorstellungen aufzubauen.

3. Schulstufe

Erweitern und Veniefen des Zahlenverständnisses

Festigen von Zahlvorste!Iungen im bekannten Zahlenraum

Aushauen des Zahlenraumes bis 1 000

Erarbeiten des neuen Zahlenraumes über Grobstrukturen zur Feinstruktur

Veranschaulichen von Zahlen (zB Zahlbilder, Zahlenstrahl, symbolische Darstellungen)

Ausbauen und Festigen des Verständnisses für den dekadischen Aufbau

Lesen und Schreiben von Zahlen, Unterscheiden von Ziffer und Stellenwert der Ziffer

Orientieren im Zahlehraum: Auf- und Abhauen von Zahlen folgen, Herstellen von Relationen unter Verwendung der bekannten Symbole, Runden von Zahlen

Operatives Durchforschen von Zahlen: Vergleichen (auch Termvergleiche wie 200+300=400 + 100, 200 + 300<900), Ordnen, additives und multiplikatives Zerlegen

Schaffen von sach- und größenbezogenen Vorstel!ungen zu großen Zahlen, zB mit Geldwerten, Längen (Entfernungen),...

4. Schulstufe

Erweitern und Vertiefen des Zahlenverständnisses

Festigen von Zahlvorstellungen im bekannten Zahlenraum

Ausbauen des Zahlenraumes bis zur Million

Erarbeiten des neuen Zahlenraumes bis 100 000 über Grobstrukturen zur Feinstruktur, bis zur Million in Grobstrukturen

Veranschaulichen von Zahlen (zB Zahlenmahl, symbolische Darstellung, einfache graphische Darstellung), Ausbauen und Festigen des Verständnisses für den dekadischen Aufbau

Lesen und Schreiben von Zahlen, Unterscheiden von Ziffer und Stellenwert der Ziffer

Orientieren im Zahlenraum: Auf- und Abhauen von Zahlenreihen, Herstellen von Relationen unter Verwendung der bekannten Symbole, Runden von Zahlen

Operatives Durchforschen von Zahlen:

  • Vergleichen (auch Termverg!eiche wie 7 000-1 ooo= 4 000+2 ooo, 48 ooo> 20 000+25 ooo)
  • Additives und multiplikatives Zerlegen

Schaffen von sach- und größenbezogenen Vorstellungen zu großen Zahlen, zB mit Geldwenen, Langen (Entfernungen),,,.

Ablesen und Interpretieren von Daten aus graphischen Darstellungen (zB Tabellen, Diagramme, Graphen)

Rechenoperationen

Über die Schwerpunkte der Grundstufe I hinaus gilt:

  • das mündliche Rechnen hat Bedeutung für die Förderung des Zahlenverständnisses, der Rechenfertigkeit, des Operationsverständnisses und für das Lösen von Sachproblemen;
  • die schriftlichen Rechenoperationen dienen vor allem der Lösung kindgemäßer Sachprobleme;
  • zum Lösen von Sachproblemen sind besonders überschlagendes Rechnen, Einschranken und vorteilhaftes Rechnen zu pflegen.

Verstehen der Operationsstruktur

Sichern der Einsichten in die Rechenoperationen wie

  • Dividieren als Teilen und Messen deuten
  • Vorgegebene Handlungen und Darstellungen interpretieren
  • Rechenoperationen durch Handlungen, Darstellungen usw. repräsentieren (zB Längendarstellungen, Mengendarstellungen)

Durchführen der Rechenoperationen im Zahlenraum 1 000:

  • mündliches Rechnen im additiven und multiplikativen Bereich

Sichern der Grundaufgaben im additiven Bereich Erweitern der additiven

Rechenoperationen unter besonderer Berilcksichtigung von Operationen folgender An: 300±200, 540± 120, 954±8

Sichern der Grundaufgaben im multiplikativen Bereich:

Einmaleins – Automatisierung

Einsineins ohne und mit Rest

Erweitern der multiplikativen Rechenoperationen mit steigendem Schwierigkeitsgrad unter besonderer Berücksichtigung von Aufgaben folgender An: 40. 3, 200. 4, 130 : 5, 800. 4

Verstehen des Operierens mit Null als Faktor

Lösen einfacher Operationen unter Nutzung vorteilhafter Rechenwege (zB durch Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben, Umkehraufgaben, Analogieaufgaben, Zerlegungsaufgaben)

Vergleichen von Rechenausdriicken unter Verwendung der Relationszeichen =, , <, >

Lösen einfacher Zahlengleichungen mit Platzhaltern (Variablen)

Durchfuhren von Rechenoperationen durch Zerlegen und Notieren der einzelnen Teilschritte, Berücksichtigen der Stellenwene, Anwenden von Rechenregeln, zB Veneilungsregel

  • schriftliches Rei:hnen im additiven und multiplikativen Bereich

Gewinnen der schriftlichen Rechenverfahren:

  • Addieren und Subtrahieren (Ergänzungsverfahren) zwei und dreistelliger Zahlen
  • Multiplizieren mit einstelligem Multiplikator, Dividieren durch einstelligen Divisor (ohne und mit Rest)

Begründen der Rechenschritte nach Einsicht in die den Operationen zugrunde liegenden Rechenregeln (zB Bündelungsprinzip, Monotonie der Subtraktion)

Bezeichnen der Rechenoperationen (Addition, ... ) und der dazugehörigen Tätigkeiten (Addieren, ...)

Abschätzen von Ergebnissen, zB überschlagendes Rechnen, Einschranken

Durchführen von Rechenproben

Lösen von Sachproblemen

Mathematisieren von Sachsituationen:

  • Beschreiben von dargestellten Sachverhalten, die zB in stufengemäßen Texten, Problembildern, Datenmaterial, graphischen Darstellungen enthalten sind
  • Herausarbeiten mathematischer Problemstellungen (zB Versprachlichen des Problems, Verwenden stufengemäßer Darstellungsformen, wie Situationsskizzen, Rechenpläne, Tabellen)
  • Zuordnen von Rechenoperationen, Beschreiben von Sachverhalten mit Zahlen und Platzhaltern. (Variablen) – Erstellen einfacher Gleichungen
  • Überschlagendes Rechnen, Einschranken
  • Lösen durch mündliches Rechnen oder durch schriftliche Verfahren

Kontrollieren und Verbalisieren der Ergebnisse Finden von Sachsituationen zu Rechenoperationen

Spielerisches Umgehen mit Zahlen und Operationen

Beispielsweise: Erfinden von Spielen, Durchfuhren von Strategiespielen, Erkennen von Zusammenhängen und Rechenvorteilen, Zahlenrätsel

4. Schulstufe

Verstehen der Operationsstruktur

Vertiefen der Einsicht in die Reclienoperationen (Deuten, Interpretieren, Repräsentieren, zB- durch Zahlens trahldarstellungen, Merigendarstellungen)

Durchfuhren der Rechenoperationen im Zahlenraum 100 000

  • mündliches Rechnen im additiven und multiplikativen Bereich

Erweitern der additiven Rechenoperationen mit steigendem Schwierigkeitsgrad beschrankt auf sinnvolles Zahlenmaterial besonders im Hinblick auf überschlagendes Rechnen (zB 8 500 ± 4 600, 25 000 ± 16 000)

Erweitern der multiplikativen Rechenoperationen mit steigenden Schwierigkeitsgraden beschränkt auf sinnvolles Zahlenmaterial {zB 6 000. 3, 30. 20, 45. 10, 25 000. 4, 12 000 : 3, 1 800 : 30)

Lösen einfächer Operationen unter Nutzung vorteilhafter Rechenwege (zB durch Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben, Umkehraufgaben, Analogieaufgaben). Vergleichen von Rechenausdrücken unter Verwendung der Relationszeichen =, , <, >

Lösen einfacher Zahlengleichungen mit Platzhalter (Variablen)

Durchfuhren von Rechenoperationen durch Zerlegen und Notieren der einzelnen Teilschritte, Berllcksichtigen"des Stellenwertes, Anwenden von Rechenregeln (zB Verteilungsregel)

  • schriftliches Rechnen im additiven und multiplikativen Bereich

Erweitern der schriftlichen Verfahren:

  • Addieren und Subtrahieren mehrstelliger Zahlen
  • Multiplizieren mit. ein- und zweistelligem Multiplikator, Dividieren durch ein- und zweistelligen Divisor (ohne und mit Rest) mit sinnvollen Schwierigkeitsgraden
  • Begründen der Rechenschritte durch Einsicht in die den Operationen zugrunde liegenden Rechenregeln (zB Bundelungsprinzip, Verteilungsregel)
  • Verwenden der auf der dritten Schulstufe eingefühnen Bezeichnungen für die Opetationen und zugehörigen Tätigkeiten
  • Abschätzen von Ergebnissen, zB Ubenchlagendes Rechnen, Einschranken. Durchfuhren von Rechenproben

Lösen von Sachproblemen

Mathematisieren von Sachsituationen

  • Diskutieren der dargestellten Sachverhalte, die zB in.Texten, Problembildern, Datenmaterial, graphischen Darstellungen enthalten sind
  • Herausarbeiten mathematischer Problemstellungen (zB Versprachlichen von Problemen, Verwenden stufengemäßer Darstellungsformen, wie Situationsskizzen, Rechenpläne, Tabellen, Diagramme)
  • Zuordnen von Rechenoperationen, Beschreiben von Sachverhalten mit Zahlen und Platzhaltern (Variablen), Erstellen einfacher Gleichungen
  • Überschlagendes Rechnen, Einschranken
  • Lösen durch mimdliches Rechnen ode'r durch schriftliche Verfahren
  • Kontrollieren und Verbalisieren der Ergebnisse

Finden von Sachsituationen zu Rechenoperationen und einfachen Gleichungen

Spielerisches Umgehen mit Zahlen und Operationen

Beispielsweise: Erfinden von Spielen, Durchführen von Strategiespielen, Erkennen von Zusammenhängen und Rechenvorteilen, Zahlenrätsel und Zahlentricks

Bruchzahlen

Im Vordergrund steht die Einsicht in das Weseh der Bruchzahlen:

  • Verwenden von Bruchzahlen, die sich als Brüche nur mit den Nennern 2, 4, 8 schreiben lassen;
  • Durchführen von Rechenoperationen mit Bruchzahlen nur im Zusammenhang mit einfachen Sachsituationen.

4. Schulstufe

Entwickeln des Bruchzahlbegriffs

Teilen (Brechen, Zerschneiden, Falten) von konkreten Dingen in 2, 4 oder 8 gleich große Teile und Benennen dieser Teile

Bildhaftes Darstellen von Bruchteilen

Aufsuchen von Repräsentanten für Bruchteile

Darstellen von Bruchzahlen und Verwenden der Bruchschreibweise

Erfassen, daß die Größe der Bruchteile von der Bezugsgröße abhängig ist

Deuten des Bruches zB als Teil eines Ganzen, als Teil einer Menge, als Teil einer Größe, als Division

Lesen und Schreiben von Bruchzahlen

Operatives Durchforschen

Vergleichen von Bruchzahlen, auch unter Verwendung von Symbolen

Additives Zerlegen und Ergänzen

Lösen von Sachproblemen

Arbeiten mit Bruchzahlen in einfachen Sachaufgaben

Größen

Über die Schwerpunkte der Grundstufe I hinaus gelten:

  • das Schätzen, Messen und Vergleichen unter sachgerechter Verwendung der Maßeinheiten;
  • einfache Maßumwandlungen

3. Schulstufe

Entwickeln von Vorstellungen zu Größen

Veniefen des Verständnisses für die bereits eingeführten Größen

Einführen neuer Maßeinheiten und Herstellen von Maßbeziehungen

Anschauliches Einfuhren der Einheiten Millimeter (mm), Kilometer (km), Gramm (g), Tonne (t)

Schaffen von Modellvorstellungen zu diesen Maßeinheiten Erfassen der Maßbeziehung 1 000 zu l; m – mm, km – m, kg-g,t-kg

Arbeiten mit Maßreihen: m-dm-cm-mm, kg-dag-g

Erfassen der Maßreihe: m-dm-cm-mm

Erarbeiten der Maßeinheit Minute (min)

Herstellen der Maßbeziehung: h – min

Operieren mit Größen

Schätzen, Messen und Vergleichen unter sachgerechter Verwendung der Maßeinheiten

Durchf uhren einfacher Maßumwandlungen im allgemeinen zwischen benachbanen Maßeinheiten

Anwenden von Größen in Sachaufgaben

Addieren, Subtrahieren und Ergänzen von dezimalen Geldbeträgen handlungsorientiert anbahnen und festigen

Wählen sach- und situationsgerechter Maßeinheiten

4. Schulstufe

Weiterentwickeln von Vorstellungen zu Größen

Vertiefen des Verständnisses für die bereits eingeführten Größen

Einführen neuer Maßeinheiten und Herstellen von Maßbeziehungen

Einführen der Maßeinheiten m2, dm2, cm2, mm2, a, ha, km2

Schaffen .von Modellvorstellungen zu diesen Maßeinheiten

Erfassen der Maßbeziehungen: m2 – dm2, dm2 – cm2, cm2- mm2

Erarbeiten der Maßeinheit Sekunde (s)

Herstellen der Maßbeziehung min – s

Erfassen der Notation der Uhrzeit

Lesen einfacher Zeitpläne

Unterscheiden von Zeitpunkt und Zeitspanne (Zeitdauer)

Operieren mit Größen

Schätzen, Messen und Vergleichen unter sachgerechter Verwendung der Maßeinheiten

Durchführen einfacher Maßumwandlungen im allgemeinen zwischen benachbarten Maßeinheiten

Anwenden von Größen in Sachaufgaben

zB Rechnen mit dezimalen Geldbeträgen

  • Addition, Subtraktion
  • Multiplikation mit ganzzahligem, allenfalls zweistelligem Multiplikator

Wählen sach- und situationsgerechter Maßeinheiten für Größen beim Lösen von Sachaufgaben

Geometrie

Über die Schwerpunkte der Grundstufe I hinaus gelten:

  • das Entdecken und Klassifizieren geometrischer Grundformen;
  • das Feststellen vielfältiger Beziehungen;
  • das Ausme ssen und Messen und das Hantieren mit Zeichengeräten;
  • das Entwickeln der Begriffe des Umfangs und des Flächeninhalts einschließlich des Berechnens der Umfangslänge und des Flächeninhalts

3. Schulstufe

Orientieren im Raum

  • räumliche Positionen und Lagebeziehullgen

Festigen der bekannten räumlichen Positionen und Lagebeziehungen

Erkennen der Abhängigkeit einer Lage beziehung vom Standort

Feststellen von Positionen in einfachen Plänen

Beschreiben von Lagebeziehungen zwischen Geraden bzw. Strecken unter Verwendung von Begriffen, wie parallel, einander schneidend, einen rechten Winkel bildend

  • Richtungen und Richtungsänderungen

Beschreiben von Wegen zu Objekten und Punkten

Beschreiben auch mit Hilfe einfacher Pläne

Bestimmen der Lage von Objekten und Punkten

Herstellen von rechten Winkeln, zB durch Falten

Erfassen und Beschreiben geometrischer Figuren

  • weiterführendes Untersuchen von Körpern

Hantieren mit Körpern

Untersuchen und Feststellen von Eigenschaften, wie Form und Anzahl der Begrenzungsflächen, Anzahl der Kanteri und Ecken, gegenseitige Lage von Kanten (parallel, im rechten Winkel)

Vergleichen von Körpern nach Form, Größe

Begründen von Körperformen, besonders nach funktionalen und ästhetischen Gesichtspunkten

  • weiterführendes Untersuchen von Flächen, besonders von Rechteck und Quadrat

Gewinnen von Flächen durch Nachfahren

Abklatschen von Begrenzungsflächen von Körpern

Darstellen von Flächen durch Ausschneiden, Falten, Zeichnen

Feststellen von Eigenschaften, wie zwei gleich lange Steiten, parallele Seiten, rechter Winkel, symmetrisch

Erfassen und Benennen der besonderen Eigenschaften von Rechteck und Quadrat

Auslegen von Flächen, Zerlegen einer Fläche in Teilflächen, Zusammensetzen von Flächen

Vergleichen von Flächen nach Form, Größe

Festigen der Berechnung der Länge des Umfangs

Begründen von Flächenfonnen, besonders. nach funktionalen und ästhetischen Gesichtspunkten

Entwickeln des Begriffs Flächeninhalt

Flächeninhalt handelnd erfahren, zB durch Auslegen, Ausmalen, Flächeninhalte vergleichen, ·zB durch Übereinanderlegen, Auslegen und Abzählen, Rastern

Berechnen des Flächeninhalts von Rechteck und Quadrat

Berechnen des Flächeninhalts mit Einheitsmaßen

Spielerisches Gestalten mit Körpern und Flächen

Beispielsweise:

Formen geometrischer Körper mit Knetmasse

Herstellen von Kantenmodellen, etwa aus Stäben, gefalteten Papierstreifen

Gewinnen der Begrenzungsflächen von Körpern durch Kippen

Gestalten symmetrischer Bilder auf Rastern

Herstellen eines Puzzles, etwa durch Zerschneiden eines Planes

Arbeiten mit Größen

Rauminhalte hantierend vergleichen, zB durch· Umschütten

Flächeninhalte und Längen messen

Flächeninhalte und Umfänge berechnen

Hantieren mit Zeichengeräten

Hinführen zum sorgfältigen Arbeiten mit Zeichengeräten

Feststellen daß Flächen verkleinen und vergrößert dargestellt werden können

Erkennen, daß das Verhältnis zweier oder mehrerer Flächen zueinander beim Vergrößern bzw. beim Verkleinern erhalten bleibt

Didaktische Grundsätze:

Über die im allgemeinen Teil angeführten didaktischen Grundsätze hinaus sind folgende fachdidaktische Grundsätze zu berücksichtigen:

  • Operatives Aufbauen und Durcharbeiten
  • Funktionen des Übens
  • Variation der Veranschaulichung
  • Variation der Darstellungsebenen
  • Mathematische Variation.

Operatives Aufbauen und Durcharbeiten:

Für die Erkenntnisgewinnung und Denkentwicklung sind im Sinne des operativen Aufbauens und Durcharbeitens das Lernen über Handlungen an vielfältigen Materialien, die Betonung von Problemdarstellungen, die Grundlegung eines forschenden, experimentierenden Vorgehens, das Aufdecken verschiedener Lösungswege, das Herausstreichen von Zusammenhängen und das Erkennen verwandter Operationen wesentlich. So entsteht zB durch das Einbinden von Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben, Umkehraufgaben, Analogieaufgaben und Probeaufgaben ein flexibles Gesamtsystem von Operationen.

Eine dynamische Begriffsbildung wird zB in der Geometrie durch Handlungen wie Kippen von Körpern, durch Abnehmen von Begrenzungsflächen, durch Faltübungen und durch Umfangen und Auslegen von Flächen erreicht.

Funktionen des Übens:

Zwischen operativem Üben (Aufbauen von Rechenfähigkeiten) und Üben von Fertigkeiten ist zu unterscheiden.

Operatives Üben zielt auf Vertiefen des Verständnisses, zB durch das Erkennen von Zusammenhängen, durch das Sichern von Begriffen und das Verwenden überschaubaren Zahlenmaterials. Durch diese Vertiefung des Verständnisses wird die Gefahr eines reproduktiven, rein mechanischen Verhaltens vermindert.

Das Üben von Fertigkeiten zielt auf Automatisieren von Grundaufgaben und Techniken.

Variation der Veranschaulichung:

Ein möglichst allgemeines Erfassen mathematischer Operationen und Begriffe ist nur zu erreichen, wenn die Bindung an ein bestimmtes Material oder eine bestimmte Veranschaulichung vermieden wird. So werden zB Bruchzahlen als Teile von Gegenständen, Teile von Flächen, Teile von Größen, Teile von Mengen oder als Division dargestellt.

Variation der Darstellungsebenen:

Der wiederholte Wechsel der Darstellungsebenen (handelnd, bildhaft, symbolisch) ist einerseits für ein Sichern von Begriffen und die Einsicht in Operationsstrukturen, andererseits als Hilfe für das Finden von Lösungsstrategien notwendig.

Mathematische Variation:

Um das Wesentliche eines Begriffs oder einer Operation zu verdeutlichen, müssen die jeweils unwesentlichen Merkmale vielfältig verändert werden.

So sind zB die beim Quader mathematisch unwesentlichen Merkmale, wie räumliche Lage, Farbe, Material, Ausmaße zu verändern, um begriffsbestimmende Merkmale, wie Anzahl von Ecken und Kanten und Art der Begrenzungsflächen, herauszustellen.

Beim Messen des Umfanges können entsprechend Objekt bzw. Meßgerät variiert werden, das Wesen des Messens bleibt jedoch unverändert.

Hinweise zu den einzelnen Teilbereichen:

Aufbau der natürlichen Zahlen

Das Lernen geschieht in kindnahen Situationen (zB in Sachsituationen, mit Lernspielen). Als Lernmaterialien finden etwa Gegenstände des kindlichen Alltags, didaktische Lernspiele, strukturierte und später zahlensystemorientierte Materialien Verwendung. Aufgabenstellungen aus der Arbeit mit Mengen sind einzuschließen, wobei auf eine altersadäquate, nicht formalistische Sprechweise zu achten ist.

Das Erfassen von Analogien im Zahlenaufbau und das Notieren der Zahlen in Stellenwerttafeln dienen dem Verständnis des dekadischen Systems, insbesondere sind auf der Grundstufe II die dekadischen Stufen (1 000, 10 000, 100 000) mehrfach zu repräsentieren.

Die divergierende Sprech- und Schreibweise der Zahlen ist aufzuarbeiten.

Rechenoperationen

Beim Erlernen der additiven (Addieren, Subtrahieren) und multiplikativen (Multiplizieren, Dividieren) Rechenoperationen ist vom Erfahrungsbereich der Schüler auszugehen. Aus praktischem Handeln und bildhaftem Darstellen, wie zB Hinzufügen, Zusammenlegen, Vermehren, Vereinigen, Ergänzen, Wegnehmen, Abtrennen, Vermindern, sind die additiven Rechenoperationen abzuleiten, zu interpretieren und zu begründen. Die multiplikativen Rechenoperationen sind aus Situationen, wie zB wiederholtes Aneinanderfügen gleichmächtiger Mengen, Vervielfachen, wiederholtes Ausgliedern gleichmächtiger Mengen, Verteilen, Messen, abzuleiten, zu interpretieren und zu begründen.

Rechensicherheit bei Grundaufgaben ist in kindgemäßer Form anzustreben.

Zur Bewältigung von Operationen, die durch mündliches Rechnen nicht mehr leicht lösbar sind, dienen schriftliche Verfahren.

Wesentlich an diesen Verfahren ist das Schaffen des Verständnisses für Rechenabläufe und Rechentechniken.

Beim mündlichen und schriftlichen Rechnen ist auf das Verständnis der Zusammenhänge zwischen den Operationen, auf das Erkennen zugrunde liegender Rechenregeln und das Finden von Lösungsstrategien Wert zu legen.

Um das Zahlengefühl, die Kreativität, das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit zu fördern, ist das spielerische Umgehen mit Zahlen und Operationen besonders wichtig; dabei ist das lustbetonte Rechnen in Arbeitsweisen wie Partner- und Gruppenarbeit in spielerischer Form zu pflegen. Rechenspiele bieten vielfältige Möglichkeiten der Individualisierung und Differenzierung.

Bruchzahlen (nur 4. Schulstufe)

Das Arbeiten mit Bruchzahlen erfolgt nur im Zusammenhang mit Veranschaulichungen.

Ausgehend von konkreten Erfahrungen des Teilens werden Bruchteile als Repräsentanten für Bruchzahlen erarbeitet. Bruchzahlen werden in Bruchschreibweise notiert.

Größen

Die Begriffsbildung bei allen Größen erfolgt durch handelnden Umgang mit konkreten Objekten. Es ist notwendig, Größen in Vergleich

Die Entwicklung von Modellvorstellungen zum Geld soll anhand des Wertes von Objekten aus dem kindlichen Erfahrungsbereich erfolgen. Geldbeträge können sowohl mehrnamig als auch in Kommaschreibweise notiert werden. Auf die Schreibweise mit zwei Nachkommastellen sollte beim Geld grundsätzlich geachtet werden. Von den im Zusammenhang mit dem Sachrechnen erforderlichen Rechenoperationen ist die Division ausgenommen, und das Sachrechnen mit Geld sollte sich auf einfache und sinnvolle Sachbezüge beschränken. Überschreitungen, die sich doch nicht ganz vermeiden lassen, könnten über Umwandlungen gelöst werden.

zueinander zu setzen; Relationen wie zB „... ist so lang wie

...”... ist länger/kürzer als ...” sind zu formulieren. Aus dem

unmittelbaren und mittelbaren Vergleich werden zunächst willkürlich gewählte Einheiten als Repräsentanten entwickelt. Dabei ist die Einsicht in das Verhältnis von Einheit und Maßzahl anzubahnen. Erst dann wird auf genormte Meßeinheiten übergegangen. Von diesen sind Modellvorstellungen zu entwickeln. Durch die vielfältige Anwendung in Sachsituationen und Sachaufgaben erfolgt die notwendige Vertiefung des Verständnisses für Größen.

Das Arbeiten mit Größen verlangt auch auf der Grundstufe II Sachbezogenheit, konkretes Handeln steht dabei im Vordergrund. Die Umwelt des Kindes bietet die entsprechenden Anlässe. Modellvorstellungen für die einzelnen Maßeinheiten sind zu schaffen. Im besonderen sind Querverbindungen zum Sachunterricht und zur Werkerziehung anzustreben.

Das Anwenden von Maßeinheiten und Maßbeziehungen ist integrierender Bestandteil aller Teilbereiche des Mathematikunterrichts.

Geometrie

Die Begriffsbildung soll im besonderen über Tätigkeiten, wie Bauen, Nachbauen, Nachlegen, Auslegen, Umfüllen, Formen, Falten, Schneiden, Zeichnen, erfolgen; diese Elemente erlauben spielerisches Gestalten und schöpferisches Tun.

Ausgehend vom Hantieren, Beschreiben und Benennen sollen Objekte auf ihre Eigenschaften und deren Beziehungen untersucht werden. Häufig werden Körper als Ausgangspunkt der Betrachtung gewählt; an diesen werden Flächen und Linien entdeckt.

Das Herstellen von Querverbindungen zur Arbeit mit Größen ist integrierender Bestandteil des Unterrichts. Bei allen Arbeiten sind auch kindliche Formulierungen anzuerkennen.

Schularbeiten

Auf der 4. Schulstufe vier bis sechs Schularbeiten. Es ist jedoch sicherzustellen, dass bei einer Reduzierung der Anzahl der Schularbeiten im 2. Semester jedenfalls zwei Schularbeiten vorzusehen sind.

Musikerziehung

Bildungs- und Lehraufgabe:

Musikerziehung hat die Aufgabe, unter Berücksichtigung der akustisch-musikalischen Umwelt und der besonderen Eigenart des einzelnen Kindes

  • zum Singen,
  • Musizieren,
  • bewußten Hören,
  • Bewegen zur Musik und
  • zum kreativen musikalischen Gestalten

zu führen.

Musikerziehung soll die Kinder zu lustbetonter musikalischer Betätigung anleiten und ihnen die Möglichkeit geben, Freude, Bereicherung und Anregung durch die Musik der Gegenwart und der Vergangenheit zu erfahren.

Ausgehend vom aktiven Umgang mit Musik sind grundlegende Informationen und Kenntnisse über Musik zu vermitteln. Das Verständnis für Musik als künstlerische Ausdrucksform ist anzubahnen.

Musikalische Aktivitäten wirken auf die Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden nachhaltig ein. Ausgehend von den individuellen Anlagen und Fähigkeiten des Schulanfängers sind daher durch sinnvolle Verknüpfung von Inhalten und Übungen im besonderen zu fördern:

die Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit durch gezielten Einsatz von Stimme, Instrumenten und Bewegung,

die sprachlichen Fähigkeiten durch Sprachgestaltung, Klangexperimente mit Sprech- und Singstimme und das Beschreiben von Höreindrücken,

die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit durch Steigerung der Hörfähigkeit und des Unterscheidungsvermögens für akustisch-musikalische Eindrücke,

die Fähigkeit zur kritischen und toleranten Auseinandersetzung mit der musikalischen Umwelt durch Umgang mit Informationen und die Aneignung von Kenntnissen über Musik und Musikleben, die Fähigkeit zur Rücksichtnahme auf einzelne und die Gruppe bei gemeinsamen musikalischen Aktivitäten,

die Bewegungskoordination durch freies und gebundenes Bewegen zur Musik, die Bereitschaft zur Teilnahme auch an außerschulischen musikalischen Aktivitäten durch den Erwerb grundlegender Fertigkeiten.

Singen

Einstimmige Lieder gemeinsam rhythmisch und melodisch richtig singen. Textinhalte verstehen. Texte gut artikulieren und verständlich wiedergeben. Einfache Melodiebewegungen und Tonfolgen erfassen, im Notenbild erkennen und beim Singen mitverfolgen.

Auf der Grundstufe II ist anzustreben, ein- und mehrstimmige Lieder rhythmisch und melodisch richtig zu singen.

Textinhalte zu verstehen. Texte gut zu artikulieren und verständlich wiederzugeben. Melodieabschnitte und Tonfolgen zu erfassen, im Notenbild zu erkennen und gegebenenfalls singend nachzuvollziehen. Musikalische Grundbegriffe zu erfassen und zu benennen.

Musizieren

Mit Instrumenten wie Handtrommeln, Klangstäben uam. richtig umgehen können, Takt und Metrum mitzuvollziehen, einfache Tonfolgen und Rhythmen erfassen und spielen (ohne und mit Notationen).

Instrumente wie Handtrommeln, Klangstäbe uam. sind auf der Grundstufe II differenzierter einzusetzen, richtig handzuhaben und neue Klangmöglichkeiten zu finden. Takt und Metrum ist mitzuvollziehen. Tonfolgen und Rhythmen sind zu erfassen und zu spielen (ohne und mit Notationen). Nach den Zeichen eines Spielleiters ist zu musizieren. Musikalische Grundbegriffe sind zu erfassen und zu benennen.

Hören

Geräusche und Klänge aus der Umwelt erkennen, benennen, nachahmen und in grafische Zeichen umsetzen. Einige Musikinstrumente an ihrem Klang erkennen und benennen. Musik aus der Umwelt erfassen und dazu Stellung nehmen.

Auf der Grundstufe II Musikinstrumente und Stimmen nach ihrem Klang erkennen und unterscheiden.

Veränderungen im Verlauf von Musikbeispielen hören.

Wirkungen von Höreindrücken beschreiben.

Höreindrücke in grafische Zeichen umsetzen.

Funktionsbereiche von Musik bestimmen.

Komponisten und ihre Werke in beispielhaften Zusammenhängen kennenlernen. Musikalische Grundbegriffe erfassen und benennen.

Bewegen zur Musik

Im Zusammenwirken von Musik und Bewegung Gewinnen von Körperbewußtsein, Raum- und Zeiterfahrung sowie Formempfinden. Bewegungen zur Musik erfinden. Vorgegebene Bewegungsabläufe zur Musik ausführen. Auf der Grundstufe II auch Bewegung in Musik umsetzen und musikalische Grundbegriffe erfassen und benennen.

Lehrstoff: Grundstufe I

Singen

Lieder aus dem Tages- und Jahreskreis; Kinder-, Spiel- und Tanzlieder; regionale Volkslieder; allenfalls auch Lieder aus anderen Ländern

Vor- und Nachsingen, auch in Verbindung mit optischen und motorischen Vorste!lungshilfen zum Me!odiever!auf (zB vereinfachte Notationen – Notenschrift – Handzeichen) bei häufigem Wechsei von Gruppen-, Klassen- und Einzelgesang; Atem- und Stimmbildungsübungen

Sprachgestaltungen und Erfinden eigener Melodien

Situationsbedingte Rufe, kleine Dialoge ausdrucksvol! Gestalten Me!odieerfindungen zu einem vorgegebenen Text usw.

Klangexperimente mit Sprech- und Singstimme

ZB Nachahmen von Tierstimmen, Maschinengeräuschen, Naturgeräuschen; Musikinstrumenten

Musizieren

Rhytmische Begleimimmen zu Liedern und gesprochenen Texten

Metrum, Akzente und einfache rhythmische Ostinati

Einfache Tonfolgen und Rhythmen auch als Textuntermalung

Dem Text entsprechende Rhythmen und Klänge erfinden, dazupassende Instrumente auswählen

Klangexperimente

Klangmöglichkeiten von Körperinstrumenten, von selbstgebauten Instrumenten und Orff-Instrumenten erforschen und erleben; einfache Handlungsabläufe klanglich darstellen, auf Tonband aufzeichnen, abhören und darüber sprechen (zB am Morgen, in der Pause, Kinder spielen Ball)

Selbsterfundene und vorgegebene Notationen

Grafische Zeichen (Punkte, Kurven,...) auf verschiedenen Instrumenten in Klang umsetzen, nach einfachen Notationen einzeln und gemeinsam musizieren

Hören

Geräusche und Klänge aus dem Lebensbereich der Kinder

Höraufgaben zu unmittelbar erzeugten Geräuschen und Klängen und zu Tonaufnahmen stellen (zB zu Geräuschen im Klassenzimmer, in der Wohnung, im Straßenverkehr)

Übungen zum Unterscheiden von Geräuschen und Klängen verschiedener Instrumente und Materialien (Holz, Papier, Metall uam.). Übungen zum räumlichen Hören (Orten von langquellen, Verfolgen der Bewegungsrichtung von Klängen im Raum)

Geräusche und Klänge grafisch notieron

ZB Ticken einer Uhr, Sirene, Gongschlag, Motorengeräusche zuerst großräumig darstellen (in der Luft, auf dem Tisch), dann grafisch nachzeichnen (zuerst groß-, dann kleinformatig)

Hörbeispiele mit selbstgebauten Instrumenten, Orff-lnstrumenten und Instrumenten deS Lehrers sowie kurze Werkausschnitte

Einzeln und gleichzeitig erklingende Instrumente unterscheiden

Subjektive Höreindrücke beschreiben

Übungen zum Unterscheiden von Tonhöhe, Tondauer, Tempo, Lautstärke und Klangfarbe sowie deren Veränderungen

Kurze Hörbeispiele von Musik aus der Umwelt des Kindes

Anknüpfend an Erlebnisse der Kinder verschiedene Anlässe esprechen, bei denen Musik erklingt (zB Gottesdienste, Aufmarsch, Konzert)

Bewegen zur Musik

Grunderfahrungen mit Musik und Bewegung

Übungen zum Erfahren und Bewußtmachen von Tempo (langsam – schnell, langsamer – schneller), Tondauer (kurz, lang, Pause), Lautstärke (laut – leise, lauter – leiser)

Spüren von Spannung und Entspannung

ZB eine versteinerte Figur, ein schmelzender Schneemann sein

Freie Bewegungen zur Musik einzeln und in verschiedenen Gruppierungen (auf der Stelle, im Raum)

ZB einerl Roboter, einen Gummimenschen darstellen; Bewegungen in Schlange, zu dritt

Bewegungsgestaltung und szenische Darstellung

ZB Verse und Reime, Stegreifspiele, Märchen; Bil der szenisch und musikalisch ausgestalten (in Verbindung mit den Unterrichtsgegenständen Deutsch, Lesen, Schreiben, Leibesübungen und Bildnerische Erziehung)

Kindertänze

Spiel- und Tanzlieder, Kindenänze und einfache Volkstänze in erleichterter Form

Grundstufe II

Singen

Lieder aus dem Tages-, Jahres- und Lebenskreis der Kinder; regionaleVolkslieder; Lieder aus anderen Ländern; Bundeshymne; Kanons und mehrstimmige Lieder

Verschiedene Arten der Liederarbeitung, Lieder durch Zusatzstimmen mehrstimmig gestalten (zB Stimme oder lnstrtument des Lehrers, Finden von Über- oder Unterstimmen, eigene Tonaufnahmen als „Playback"); Atem- und Stimmbildungsübungen

Selbsterfundene Lieder

Melodieerfindung zu einem selbstges ta!teten Text, Erfinden weiterer Texte Zu vorgegebenen Melodien

Sprachgestaltungen

ZB Erfinden von Phantasiesprachen, Dialogen

Klangexperimente mit Sprech- und Singstimme

Spiele mit den Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme (zB wütend, erstaunt, lustig, traurig)

Musizieren

Rhythmische und rrielodische Begleitstimmen zu Liedern ·und gesprochenen Texten

Rhythmische Ostinati, musikalische Akzente an bestimmten Stellen (Textstellen hervorheben, Pausen ausfüllen), Bordun (zB Dudelsackquint), einfache Stufenfolgen; Vor-, Zwischen- und Nachspiele

Tonfolgen, Rhythmen und einfache Formverläufe

Tonfolgen, Rhythmen und Formverläufe erfassen, notieren und spielen

Notationen

Nach einfachen Notationen einzeln und gemeinsam musizieren

Klangexperimente

Klangergebnisse vergleichen, beurteilen und ordnen (f onbandaufzeichnungen); :Klänge und Geräusche zur Ausgestaltung von Stimmungsbildern und Texten e insetzen (zB Gewitter, Streitgespräch)

Hören

Kurze Hörbeispiele mit Musikinstrumenten, mit Sprech- und Singstimme

Einzeln, hintereinander und gleichzeitig erklingende Instrumente

und Stimmen benennen und unterscheiden; Üburigen zum Unterscheiden von Lautstärke, Tondauer, Tempo, Tonhöhe und Klangfarbe und deren Veränderung; beispielhafte Informationen zur Klangerzeugung; Höraufgaben zum Erkennen einfacher Formverläufe (Wiederholung, Reihung, Wiederkehr)

Kurze Hörbeispiele Arten von Musik, Klängen und Geräuschen verschiedener

Subjektive Höreindrücke beschreiben und vergleichen, in grafisches und bildnerisches Gestalten oder in Bewegung umsetzen(in Verbindung mit den Unterrichtsgegenständen Bildnerische Erziehung, Schreiben und Leibesübungen)

Beispiele von Musik zu verschiedenen Anlässen

Hörbeispiele Funktionsbereichen zuordnen (zB Volks-, Kirchen-, Tanz-, Konzert-, Theater- und Filmmusik)

Kurze, in sich abgeschlossene Werkausschnitte bekannter Komponisten

Allenfalls einige Informationen über den Komponisten und seine Zeit, die zum besseren Verständnis des Werkes beitragen

Bewegen zur Musik

Grunderfahrungen mit Musik und Bewegung

Übungen zum Erfahren und Bewußtmachen von Tempo, Tondauer, Lautstärke und von Formverläufen (Wiederholung, Reihung, Wiederkehr)

Freie Bewegungsabläufe zur Musik einzeln und in verschiedenen Gruppierungen (auf der Stelle, im Raum)

Metrum, Takt, Rhythmus, Lautstärke und Melodie in Bewegung übenragen (Körpersprache); sich im Kreis, frei in der Gruppe in verschiedenen Richtungen bewegen

Bewegungsgestaltung und szenische Darstellung

ZB Verse und Reime, Stegreifspiele, Märchen; Bilder, Bildgeschichten; Bewegungen aus der Umwelt (zB Arbeit, Sport) szenisch und musikalisch ausgestalten (in Verbindung mit den UnterrichtSgegenständen Deutsch, Lesen; Leibesübungen und Bildnerische Erziehung, SChreiben)

Tänze

Fixierte Tanzformen aus vorbereiteten Bewegungen und Schrittarten aufbauen. Einfache Volkstänze und historische Tänze in erleichterter Form

Didaktische Grundsätze:

Im Mittelpunkt der Musikerziehung steht das musikalische Handeln des Kindes. Dies wird angeregt durch

  • eigenständiges musikalisches Nachgestalten und Gestalten;
  • bewußtes Aufnehmen von Musik und kritische Auseinandersetzung mit Musik.
Musikerziehung fördert die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit. Sie entfaltet die
  • kognitiven,
  • emotionalen,
  • psycho-motorischen,
  • kreativen und
  • sozialen Fähigkeiten.

Bei der Unterrichtsplanung und -gestaltung ist dies durch ausgewogenen Wechsel der Lernbereiche und Arbeitsweisen zu berücksichtigen.

Musikerziehung dienst auch der Orientierung im vielfältigen Musikangebot unserer Zeit und erfordert daher die ständige Bezugnahme auf das Musikleben und die verschiedenen Arten von Musik.

Für die einzelnen Teilbereiche gelten folgende Hinweise:

Singen

Die Pflege der Stimme und des Gehörs ist im Rahmen des gesamten Unterrichts von wesentlicher Bedeutung. Atem-, Intonations- und Artikulationsübungen sind in spielerischer Form regelmäßig in den Unterricht einzubauen. Dabei ist das Vormachen des Lehrers (Vorsingen, Gegenüberstellung von falsch und richtig) wesentlich. Kinder, deren Stimme oder Gehör Mängel aufweisen, sind besonders zu betreuen. Neben dem bewußten Erleben, Erproben und Kennenlernen der eigenen Stimme sind die Kinder zum gemeinsamen Singen zu führen.

Bei der Liedauswahl hat sich der Lehrer am Lebens- und Interessensbereich der Kinder zu orientieren und deren Fassungsvermögen zu beachten. Die Vermittlung von Liedern soll allmählich auf einen zunehmend selbständigen Liederwerb hin ausgerichtet sein. Lieder sind in vielfältiger Weise zu wiederholen. Dadurch soll erreicht werden, daß die Kinder allmählich eine steigende Anzahl von Liedern auswendig singen können.

Der Kontakt zur traditionellen Notenschrift und anderen Notationsformen ist herzustellen.

Musizieren

Die Vielfalt der Möglichkeiten der Selbsterfahrung mit verschiedenen Instrumenten von Klangexperimenten bis hin zu Gruppenimprovisationen soll dem schöpferischen Gestaltungsvermögen der Kinder breiten Entwicklungsraum bieten. Instrumente können das Singen unterstützen und zur Begleitung von Liedern eingesetzt werden. Dabei ist immer wieder der Kontakt zu verschiedenen Notationsformen herzustellen. Erfahrungen beim Musizieren sollen die Kinder zum Erlernen von Musikinstrumenten anregen. Der Einsatz des vom Lehrer gespielten Instrumentes ist bei der Liedbegleitung, der Hörerziehung und beim Gruppenmusizieren von großer Bedeutung.

Hören

Wesentliches Anliegen der Hörerziehung ist die Schulung des bewußten Hörens. Ausgehend von Höreindrücken im Lebens- und Interessensbereich der Kinder soll der akustisch-musikalische Erfahrungshorizont allmählich erweitert werden. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Vielfalt möglicher Höreindrücke ist anzustreben. Dabei ist eine tolerante Haltung gegenüber verschiedenen Meinungen zu fördern.

Bei der Auswahl von Musikbeispielen ist von Anfang an die Vielfalt musikalischer Erscheinungsformen zu berücksichtigen. Informationen und Kenntnisse über musikkundliche, musikgeschichtliche und musiksoziologische Zusammenhänge sind in Verbindung mit Hörbeispielen kindgemäß und sachgerecht zu vermitteln.

Bewegen zur Musik

Dem natürlichen Bedürfnis der Kinder nach Bewegung in Verbindung mit Musik ist zu entsprechen. Dadurch soll ihnen ein weiterer Zugang zur Musik erschlossen werden.

Neben dem freien Bewegen zur Musik sind auch einfache Tanzformen zu erarbeiten.

Im allgemeinen sind Gruppentänze Paartänzen vorzuziehen. Bewegungserziehung ist nicht mit dem Tanzunterricht im eigentlichen Sinn zu verwechseln. Querverbindungen zu den Unterrichtsgegenständen Bewegung und Sport, Deutsch, Lesen (Schreiben) bzw. Bildnerische Erziehung (Schreiben) sind herzustellen.

Gestalten

Dem kreativen Gestalten ist in allen Bereichen der Musikerziehung eine angemessene Zeit einzuräumen. Ereignisse, Gedichte, Erzählungen und Stimmungen können einen Anreiz zur Improvisation bieten. Dabei sind verschiedene Möglichkeiten freien Gestaltens zu nutzen. Neben der Stimme und neben den herkömmlichen Instrumenten sollen auch selbstgefertigte Musikinstrumente eingesetzt werden. Querverbindungen zur Werkerziehung, zu Deutsch, Lesen (Schreiben), zu Bildnerischer Erziehung (Schreiben) und allenfalls zum Sachunterricht sind herzustellen.

Bildnerische Erziehung Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Unterrichtsgegenstand Bildnerische Erziehung ist Teil der kulturellen Bildung und soll grundlegende Erfahrungen des Wahrnehmens und Gestaltens motivierend vermitteln.

Die Kinder sollen Vertrauen in ihre individuelle Gestaltungsfähigkeit gewinnen und Lust bekommen, diese über die Schule hinaus eigenständig weiterzuentwickeln.

Der Unterrichtsgegenstand Bildnerische Erziehung soll Möglichkeiten anbieten, Gefühle, Gedanken und Vorstellungen bildhaft auszudrücken, damit die Kinder etwas über sich selbst, andere und die Umwelt erfahren.

Die selbständige gestalterische Tätigkeit wird ergänzt und weiterentwickelt durch die Reflexion der eigenen Arbeit sowie durch kindgemäße Auseinandersetzung mit Beispielen aus Alltagskultur, Medien und Kunst.

Diese Auseinandersetzung beinhaltet vielfältige Lernchancen: Sensibilisieren der Wahrnehmung, Verbalisieren persönlicher Eindrücke, Erkennen von Zusammenhängen zwischen bildnerischen Sachverhalten und deren möglichen emotionalen Wirkungen, Akzeptanz anderer Auffassungen, Neugier auf nähere Information, Anregung für eigene Gestaltungsideen.

In der bildnerischen Tätigkeit geht es einerseits um das Kennenlernen, Erproben und Anwenden von Ausdrucksmöglichkeiten in Bereichen wie Grafik, Malerei, Plastik, Raum, Schrift, Fotografie, Film, Video, Neue Medien, Spiel und Aktion sowie Gestaltung der eigenen Umwelt. Andererseits geht es um die Entwicklung des bildhaften Denkens und persönlichkeitsbezogener Eigenschaften wie Offenheit, Flexibilität, Experimentierfreude, Einfallsreichtum, Sensibilität, Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Kooperationsbereitschaft und Rücksichtnahme.

Der Lehrplan gliedert sich in die Teilbereiche „Bildnerisches Gestalten“ sowie „Wahrnehmen und Reflektieren“.

Bildnerische Erziehung ermöglicht die Verknüpfung sowohl von sinnlichen und emotionalen als auch von kognitiven und psychomotorischen Zugängen.

Lehrstoff: Grundstufe I

Bildnerisches Gestalten

Eigene Einfälle einbringen und entwickeln

 

– Persönliche Vorstellungen darstellen

Erlebnisse und Fantasien, Situationen aus Geschichten und aus der eigenen sozialen Umwelt

 

 

 

Grafische, malerische und plastische Mittel einsetzen

 

 

Sich visuell verständlich machen

 

- Sachverhalte verdeutlichen

Tiere, Personen, Tätigkeiten usw. treffend darstellen

 

 

– Wesentliches für andere erkennbar machen

Verdeutlichung durch Hervorhebung, etwa durch Größe und Farbe oder durch Reduktion auf das Wesentliche

 

 

 

Gestaltungen mit verschiedenen bildnerischen Techniken und visuellen Ausdrucksformen (zB Pantomime) Herstellen von Masken und Handpuppen

 

 

Gefühle sichtbar machen

 

– Stimmungen ausdrücken durch Farben, Formen, Bewegung, usw.

Expressives Arbeiten mit grafischen, malerischen und plastischen Mitteln (zB Kohle, Kreide, Wachsmalstifte, Kleisterfarben, Fingerfarben, Erde, Sand, Lehm)

 

 

 

Großformatiges Arbeiten, Aktivitäten im Freien

 

 

 

Spielen mit Masken und Handpuppen

 

 

 

Verdeutlichung von Gefühlen durch Körpersprache

 

 

Experimentierfreude entwickeln

 

– Förderung von Offenheit und Risikobereitschaft

Ausprobieren von Zufallseffekten

 

Spielerischer Umgang mit Farbe (zB Nass-in-Nass-Malerei, Abklatschtechnik)

 

 

 

Spielerisches Arbeiten mit Naturmaterialien (Steine, Äste, Blätter, ...) – auch im Freien

 

 

 

Spiele mit Licht und Schatten, mit Wind und Wasser usw.

 

 

Umgestaltungsfähigkeit und Flexibilität fördern

 

– Formelemente aus ihrem Zusammenhang lösen und zu neuen Bedeutungszusammenhängen fügen

Gebilde aus Alltagsgegenständen, Abfall oder Naturmaterial

 

Collagen (zB Bildteile aus Illustrierten ausschneiden und für eigene Darstellungsabsichten nützen)

 

 

 

Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten ausprobieren, durch neue Anordnungen neue Sinnzusammenhänge herstellen

 

 

 

Verwandeln von Räumen durch Umstellen der Möbel, mit Hilfe von Tüchern, Abdeckfolien, farbigem Licht, ...

 

 

Bildnerische Techniken kennen lernen

 

– Spielerisches Erproben von Materialeigenschaften und Arbeitsverfahren

Erfahrungen sammeln mit bildnerischen Arbeitsverfahren und ihren Wirkungen

 

 

 

Zweckmäßige Verwendung von Werkzeugen und Materialien

 

 

 

Berücksichtigung logischer Abfolgen von handwerklichen Vorgängen

 

 

 

Entwickeln von Fertigkeiten in verschiedenen bildnerischen Bereichen

 

 

 

Umgang mit: Farbe und Pinsel, Schere und Klebstoff, einfachen Drucktechniken, Materialien für plastisches Gestalten, neuen Medien, ...

 

 

Sinnliche Wahrnehmungen verfeinern

 

 

 

Sensibilisieren für

 

– Farben, Formen und deren Anordnung sowie zB für visuell oder haptisch erfassbare Eigenschaften von Materialien

Spielerische Aktivitäten im Bereich aller Sinne

 

Sensibilisierung für Materialoberflächen (glatt, rau, flauschig, ...); für plastische Qualitäten (kantig, rund, geschlossen, raumgreifend, ...); für Geruch und Geschmack usw.

 

 

– Raumerfahrungen

Erkunden und Entdecken von Raumsituationen (Innenraum, Umraum, eng, weit, dunkel, hell, ...)

 

 

Gemeinsam arbeiten

 

– In Gestaltungsprojekten soziale Kompetenz entwickeln (Kooperationsfähigkeit, Toleranz, Verantwortungsgefühl, ...)

Partner- und Gruppenarbeit, gemeinsame Ideensuche, demokratische Formen der Entscheidungsfindung

 

Fremdes mit Eigenem in Beziehung setzen

 

 

 

Umgang mit Spannungen zwischen unterschiedlichen Interessen

 

 

 

Gemeinschaftliche Gestaltungen in der Klasse, im Schulhaus, ...

 

 

Wahrnehmen und Reflektieren

 

 

 

Mit allen Sinnen wahrnehmen

 

– Werke betrachten

Eigene Arbeiten und Arbeiten von Mitschülerinnen und Mitschülern betrachten

 

 

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken

 

 

 

Beispiele aus Alltag, Medien und Kunst genau anschauen, Details entdecken

 

 

– Persönliche Eindrücke anderen mitteilen

Vermutungen über dargestellte Inhalte äußern, unterschiedliche Meinungen und Mehrdeutigkeiten akzeptieren

 

 

 

Eigene Empfindungen, eigene Wahrnehmungen und Assoziationen den anderen mitteilen, auch durch Mimik, Gestik, Musik, ...

 

 

Auf Informationen über Kunst und Kultur neugierig werden

Interessantes erfahren

 

 

 

Über einzelne Werke und deren Gestalterinnen und Gestalter

 

Über das kulturelle Umfeld des Kindes, auch in Verbindung mit anderen Unterrichtsgegenständen

Verhältnis zwischen Aufgabenrahmen und persönlichem Gestaltungsspielraum besprechen

 

– Eigene bildnerische Ausdrucksformen finden

Inhaltliche und gestalterische Ideen zu einem Thema im Klassengespräch sammeln

 

Sich durch Beispiele aus Alltag, Medien und Kunst zu eigenständigen Gestaltungen anregen lassen

 

Unterschiedliche Gestaltungsweisen besprechen

 

 

 

 

Grundstufe II Bildnerisches Gestalten

Eigene Einfälle einbringen und entwickeln

 

– Persönliche Vorstellungen darstellen

Erlebnisse und Fantasien, Situationen aus Geschichten und aus der eigenen sozialen Umwelt

 

 

 

Themen, die zur Darstellung von Bewegung anregen

 

 

– Repertoire der Zeichen zunehmend differenzieren und erweitern

Gestaltung von Personen, Tieren, Pflanzen und Gegenständen

 

 

 

Darstellung von räumlichen Beziehungen; grafische, malerische und plastische Mittel

 

 

Sich visuell verständlich machen

 

– Sachverhalte verdeutlichen

Tiere, Personen, Tätigkeiten usw. treffend darstellen

 

 

– Wesentliches für andere erkennbar darstellen

Verdeutlichung durch Hervorhebung, etwa durch Größe und Farbe oder durch Reduktion auf das Wesentliche

 

 

 

Erfinden von Bildzeichen

 

 

 

Bildgeschichten, Plakate, Kombinationen von Text und Bild

 

 

 

Gestaltungen mit verschiedenen bildnerischen Techniken und visuellen Ausdrucksformen (zB Pantomime); Herstellen von Masken und Handpuppen

 

 

Gefühle sichtbar machen

 

– Stimmungen ausdrücken durch Farben, Formen, Bewegung, usw.

Expressives Arbeiten mit grafischen, malerischen und plastischen Mitteln (zB Kohle, Kreide, Wachsmalstifte, Kleisterfarben, Fingerfarben, Erde, Sand, Lehm)

 

 

 

Großformatiges Arbeiten, Aktivitäten im Freien

 

 

 

Spielen mit Masken und Handpuppen

 

 

 

Verdeutlichung von Gefühlen durch Körpersprache, Festhalten ausdrucksstarker Momente mit Hilfe von Foto und Video

 

 

 

Bewusste Übertreibung von Farben und Formen als Ausdrucksmittel

 

 

 

Visualisieren musikalischer Eindrücke

 

 

Experimentierfreude entwickeln

 

– Förderung von Offenheit und Risikobereitschaft, Frustrationstoleranz und Entscheidungsfähigkeit

Spielerisches Arbeiten mit Naturmaterialien (Steine, Äste, Blätter, ...) – auch im Freien;

 

Spiele mit Licht und Schatten, mit Wind und Wasser, ...

 

 

– Den Zufall für bildnerische Wirkungen nützen

Ausprobieren von Zufallseffekten

 

Spielerischer Umgang mit Farbe (zB Nass-in-Nass-Malerei, Abklatschtechnik, Frottage)

 

 

 

Wahl von Ausschnitten für Kalenderblätter, Hefteinbände, ...

 

 

Umgestaltungsfähigkeit und Flexibilität fördern

 

 

 

– Formelemente aus ihrem Zusammenhang lösen und zu neuen Bedeutungszusammenhängen fügen

Gebilde aus Alltagsgegenständen, Abfall oder Naturmaterial

 

Collagen (zB Bild und Schrift aus Illustrierten ausschneiden und für eigene Darstellungsabsichten nützen)

 

 

 

Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten ausprobieren, durch neue Anordnungen neue Sinnzusammenhänge herstellen

 

 

 

Verfremdungseffekte – Verwandeln von Räumen durch Umstellen der Möbel, mit Hilfe von Tüchern, Abdeckfolien, farbigem Licht, ...

 

 

 

Verwandlung durch Kleidung

 

 

Bildnerische Techniken kennen lernen

 

– Erproben von Materialeigenschaften und Arbeitsverfahren

Erkennen von Zusammenhängen zwischen bildnerischen Arbeitsverfahren und ihren Wirkungen

 

 

 

Zweckmäßige Verwendung von Werkzeugen und Materialien

 

 

 

Berücksichtigung logischer Abfolgen von handwerklichen Vorgängen

 

 

– Abstimmung von Thema und Technik sowie zunehmend selbstbestimmte Wahl der Technik

Entwickeln von Fertigkeiten in verschiedenen bildnerischen Bereichen

 

Umgang mit Farbe und Pinsel, Schere und Klebstoff, einfachen Drucktechniken, Materialien für plastisches Gestalten, neuen Medien, ...

 

 

Verschiedene Aspekte der Schriftgestaltung kennen lernen

 

– Schrift als Informationsträgerin und bildnerisches Ausdrucksmittel

Einsatz verschiedener Materialien und Arbeitsweisen (Malen, Schneiden, Kleben, Drucken, Einsatz neuer Medien, ...)

 

 

 

Schriftgestaltung für Einladungen, Plakate, Hefteinbände, ...

 

 

 

Anordnung von Bildern und Texten für Schautafeln, Projektdokumentationen, ...

 

 

 

Erfinden von Geheimschriften, Bilderschriften, Kritzelzeichen usw., auch auf Objekten

 

 

Sinnliche Wahrnehmungen fördern

 

 

 

Sensibilisieren für

 

– Farben, Formen und deren Anordnung sowie zB für visuell oder haptisch erfassbare Eigenschaften von Materialien

Zusammenwirken von Farben, Ausprobieren verschiedener Anordnungen und Gruppierungen (Regelmäßigkeit, Unregelmäßigkeit, Symmetrie, Rhythmus, Gleichgewicht, ...)

 

 

 

Spielerische Aktivitäten im Bereich aller Sinne

 

 

 

Sensibilisierung für Materialoberflächen (glatt, rau, flauschig, ...); plastische Qualitäten (kantig, rund, geschlossen, raumgreifend, ...); für Geruch und Geschmack usw.

 

 

– Raumerfahrungen

Erkunden und Entdecken von Raumsituationen (Innenraum, Umraum, eng, weit, dunkel, hell, ...)

 

 

Gemeinsam arbeiten

 

– In Gestaltungsprojekten soziale Kompetenz entwickeln (Kooperationsfähigkeit, Toleranz, Verantwortungsgefühl, ...)

Partner- und Gruppenarbeit, gemeinsame Ideensuche, demokratische Formen der Entscheidungsfindung

 

Fremdes mit Eigenem in Beziehung setzen

 

 

 

Umgang mit Spannungen zwischen unterschiedlichen Interessen

 

 

 

Gemeinschaftliche Gestaltungen in der Klasse, im Schulhaus, im öffentlichen Raum

 

 

 

Bildnerisches Arbeiten im Rahmen von Projekten zB Theateraufführungen (Masken, Kostüme, Kulissen, Plakate, ...), Elternabenden, Schulfesten usw.

 

 

 

Dokumentation von Unterrichtsprojekten (Foto, Text, Video, neue Medien, ...)

 

 

Wahrnehmen und Reflektieren

 

– Werke betrachten

Eigene Arbeiten und Arbeiten von Mitschülerinnen und Mitschülern betrachten

 

 

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken

 

 

 

Beispiele aus Alltag, Medien und Kunst genau anschauen, Details entdecken

 

 

 

Inhaltliche Zusammenhänge erfassen

 

 

– Persönliche Eindrücke anderen mitteilen

Eigene Gefühle und Assoziationen den anderen mitteilen, auch durch Mimik, Gestik, Musik, ...

 

 

Persönliche Eindrücke begründen

 

– Zusammenhänge zwischen bildnerischen Gestaltungsweisen und ihren Wirkungen erkennen

Subjektive Eindrücke anderen verständlich machen

 

Emotionale Wirkungen von Gestaltungsmitteln erkennen (Farben, Formen, Größenverhältnisse, Kontraste, ...)

 

 

 

Vermutungen über die dargestellten Inhalte äußern, unterschiedliche Meinungen und Mehrdeutigkeiten akzeptieren

 

 

 

Manipulationsmöglichkeiten, zB in Film/Video, Fotografie und Printmedien wahrnehmen und reflektieren

 

 

Auf Informationen über Kunst und Kultur neugierig werden

 

– Erweitern des Erfahrungshorizonts im Bereich der kulturellen Bildung

Ausgewählte Kunstwerke (Bilder, Plastiken, Bauwerke, Aktionen, ...)

 

 

 

Ausgewählte Künstlerinnen und Künstler

 

 

 

Ausgewählte Materialien und Arbeitsweisen

 

 

 

Auseinandersetzung mit Beispielen aus der Alltagskultur: Spielzeug, Fernsehen, Computer, Film, Comics, Illustrierte, Werbung, Mode, Esskultur

 

 

 

Bewusstes Wahrnehmen von Schriftgestaltung in der engeren Umwelt (Plakate, Geschäftsaufschriften, Logos, Piktogramme, ...)

 

 

 

Verbindung zu den anderen Unterrichtsgegenständen herstellen

 

 

Verhältnis zwischen Aufgabenrahmen und persönlichem Gestaltungsspielraum besprechen

 

– Eigene bildnerische Ausdrucksformen finden

Inhaltliche und gestalterische Ideen zu einem Thema im Klassengespräch sammeln

 

 

 

Sich durch Beispiele aus Alltag, Medien und Kunst zu eigenständigen Gestaltungen anregen lassen

 

 

 

Gestaltungsmöglichkeiten besprechen

 

 

 

Auf bildnerische Probleme aufmerksam machen (zB Wechselbeziehung zwischen Thema, Technik und Format sowie zwischen Ausdrucksabsicht und Gestaltungsmittel)

 

 

 

Auch handlungsbetonte Gestaltungsweisen in Raum und Zeit nützen (Spiel, Aktion, ...)

 

 

Eigene Gestaltungserfahrungen besprechen

 

– Unterschiedliche Ausdrucksweisen anerkennen

Darstellungsabsichten erklären

 

Schwierigkeiten und Entdeckungen schildern

 

 

 

Die Wirkung der eigenen Arbeit auf andere Betrachter erfahren

 

 

 

Verbindungen herstellen zwischen der eigenen Arbeit und verwandten Beispielen aus Alltag und Kunst

Didaktische Grundsätze:

Die Aufgliederung in die Teilbereiche „Bildnerisches Gestalten“ sowie „Wahrnehmen und Reflektieren“ verdeutlicht die sachliche und stoffliche Struktur des Unterrichtsgegenstandes sowie die mit ihm verbundenen Lernchancen. Grafik, Malerei, Plastik/Objekt/Raum, Fotografie und Film/Video, Spiel und Aktion sind in diese Teilbereiche integriert.

Für die Unterrichtspraxis ist es von größter Wichtigkeit, die in den beiden Teilbereichen getrennt angeführten Ziele und Inhalte in enge wechselseitige Beziehung zu bringen.

Die individuellen Äußerungen der Kinder sind anzuerkennen. Die gesamte unterrichtliche Tätigkeit soll von einer positiven Erwartungshaltung getragen sein. Wertungen sind vor allem im Sinne einer positiven Verstärkung einzusetzen.

Die Themen für die bildnerische Tätigkeit sollen sich auf die Erlebnis- und Vorstellungswelt der Kinder beziehen. Aus organisatorischen Gründen, aber auch im Hinblick auf die angestrebten Lernziele (siehe Lehrstoff) kann es sinnvoll sein, die Gestaltung eines Themas gelegentlich an eine bestimmte Technik zu binden. Technik und Darstellungsabsicht sollen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. Die Entscheidung soll zunehmend in die Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler übertragen werden.

Die Einführung in ein Thema ist so zu gestalten, dass die Fantasie und der bildnerische Einfallsreichtum geweckt werden. Der Aufgabenrahmen soll eine Orientierung bieten, aber gleichzeitig so viel Spielraum lassen, dass jedes Kind seine persönlichen Ideen und Vorlieben einbringen und sich mit dem fertigen Werk identifizieren kann. Dieser Gestaltungsspielraum ist auch notwendig, um den unterschiedlichen Entwicklungsphasen und Begabungen innerhalb einer Klasse gerecht zu werden. Im Vergleich mit den anderen kann jedes Kind sich in seiner Eigenart erkennen und gleichzeitig die Eigenart der anderen anerkennen.

Der Aufgabenrahmen kann auch – im Sinne demokratischen Handelns – in Zusammenarbeit mit den Kindern entwickelt werden.

Von schematischem Festlegen von Gestaltungsweisen und dem bloßen Ausmalen von Vorlagen ist abzusehen, weil dadurch die kreativen Fähigkeiten der Kinder unterbunden werden.

In gemeinsamer Arbeit sollen fallweise größere Projekte verwirklicht werden. Dabei geht es nicht nur um die Förderung im Bereich des sozialen Lernens, sondern auch um die Erfahrung, die eigene Umwelt verändern zu können und ein Thema ganzheitlich darzustellen. Die wechselseitige Anregung von reflektierenden und gestalterischen Lernphasen bietet vielfältige Möglichkeiten für die Verknüpfung mit anderen Unterrichtsgegenständen.

Der zeitliche Rahmen für die bildnerische Arbeit orientiert sich – entsprechend Punkt 4 der Allgemeinen Bestimmungen des Lehrplans – vor allem an der Konzentrations- und Lernfähigkeit der Kinder sowie an der jeweiligen Themen- bzw. Problemstellung.

Bei der Präsentation von Reproduktionen soll auf Wiedergabequalität und ausreichende Größe geachtet werden. Ausstellungs-, Museums- und Atelierbesuche ermöglichen die Begegnung mit Originalen sowie den Dialog mit Fachleuten und sind daher ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts.

Technisches Werken

Bildungs- und Lehraufgabe:

Technisches Werken soll den Schülerinnen und Schülern elementare Zugänge zur technisch gestalteten und gebauten Umwelt vermitteln sowie zur Orientierung und zu verantwortungsvollem Verhalten der Umwelt gegenüber beitragen.

Zentrale Aufgabe des Unterrichtsgegenstandes ist die handlungsorientierte Beschäftigung mit den Produkten menschlichen Schaffens in den Teilbereichen

  • Gebaute Umwelt
  • Technik
  • Produktgestaltung.

Der handelnde Umgang mit Materialien und Werkzeug soll allmählich die kognitive Begegnung und den Transfer zur technischen und gestalteten Wirklichkeit durch Vernetzung mit anderen Unterrichtsgegenständen ermöglichen.

Neben dem Erwerb von Qualifikationen wie Eigenverantwortung, Teamfähigkeit und Kooperationsgemeinschaft sollen manuelle Fertigkeiten sowie die Einsicht über die Bedeutung von Ordnung am Arbeitsplatz angebahnt und die Wichtigkeit der Unfallverhütung erkannt werden.

Bei zielgerichteter, gemeinsamer Tätigkeit zur Herstellung von Produkten können soziale Erfahrungen gewonnen werden, die auch einen ersten Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt gewähren. Die Achtung und Wertschätzung der Produkte anderer – auch anderer Kulturen – müssen ebenso grundgelegt werden, wie das Anbahnen des Bewusstseins der Gleichstellung von Frauen und Männern im Arbeitsprozess.

Lehrstoff: Grundstufe I

Gebaute Umwelt

Erleben und Gestalten von Räumen

 

– Raumerfahrung sammeln

Spielerische Begegnung mit wirklichen Objekten (Schule, öffentliche Gebäude, alte Bauten, …) – Raumgröße, -form, -funktion erfassen

 

 

– Wohnfantasien entwickeln

Persönliche Raumeindrücke beschreiben, begehbare Räume errichten und herstellen (Wohnraummodelle, Zelt, Räume aus großen Schachteln bauen usw.)

 

 

 

Verschieben und Kombinieren von Möbelelementen (zB Puppenhaus)

 

 

– Erfahrungen mit Werkmaterialien erwerben

Bau von Objekten (Astzelt, Schneeburg usw.) mit geeigneten Materialien (Natur- und Fundmaterialien usw.) gestalten und erproben

 

 

Konstruieren und Bauen

 

– Bau- und Konstruktionserfahrungen gewinnen

Im spielerischen freien Bauen (mit Holzbauklötzen, Bausteinen, Baukästen usw.) erste Einsichten hinsichtlich Standsicherheit, Gleichgewicht und Belastung gewinnen (Türme, Mauerverbände, Überbrückungen usw.)

Technik

Fahren – Gleiten – Schwimmen

 

– Einsichten in die Bereiche Fahren, Gleiten und Schwimmen erwerben

Elementares Wissen über die Eigenschaften verschiedener Fahrzeuge erwerben: Fahrzeuge mit Kufen, Rädern, Flugkörper, Schwimmfahrzeuge

 

 

– Einsichten in Funktionsweisen anbahnen

Zerlegen, untersuchen, experimentieren (zB technisches Spielzeug)

 

 

– Bau-, Material- und Konstruktionserfahrungen sammeln

ZB Flugkörper und Schwimmkörper: Material auswählen und auf Eignung prüfen

 

 

Energie sichtbar machen und nutzen

 

– Mit elementaren Kräften (Wind, Wasser, Wärme) Bewegung erzeugen

Durch den Bau einfacher Modelle (Wasserrad, Windrad ua.) die Wirkungsweisen von elementaren Kräften und deren Möglichkeiten zur Energieerzeugung erfahren

 

 

Kräfte sparen und Kräfte übertragen

 

– Grundfunktionen und Wirkungsweisen technischer Bauelemente kennen lernen

Kraft- und Bewegungsabläufe an einfachen Maschinen (zB Rad, Kurbel, Hebel) verständlich machen

 

 

 

Einfache Geräte und Maschinen aus Baukästen und Bausystemen herstellen und erproben

Produktgestaltung

Betrachten, Erproben, Fertigen einfacher Gebrauchsgegenstände

 

– Die Bedeutung von Form, Funktion und Farbe erkennen

Durch die vergleichende Betrachtung, Erkundung und Erprobung von Spielzeug und Gebrauchsgegenständen aus der Lebenswelt der Kinder Einsichten in den Zusammenhang von Größe, Form, Farbwirkung und Werkstoff gewinnen

 

 

– Verschiedene Fertigungsverfahren zum Umformen, Trennen und Verbinden kennen lernen

ZB Falten, Biegen; Schneiden, Lochen; Kleben, Klammern

 

 

– Einsichten in die Herstellung von Gebrauchsgegenständen gewinnen

Beim Herstellen von einfachen Spiel- und Gebrauchsgegenständen (Tischfußball, einfacher Schläger, Eierbecher, Kerzenständer, Werkzeuge, Verpackungen usw.) erste Kenntnisse in Bezug auf Funktion, Form und Werktechnologie erwerben

 

 

 

Beim Einsatz verschiedener Werkstoffe, Werkzeuge und Arbeitsverfahren unfallverhütende Maßnahmen sowie Werterhaltung und Pflege beachten

Grundstufe II

Gebaute Umwelt

Erleben, Bauen und Gestalten von Räumen

 

– Räumlich – funktionelle Zusammenhänge der gebauten Umwelt kennen lernen

Erkunden der kindlichen Umwelt, wie Schulhaus bzw. Schulumgebung, Wohnhaus bzw. Wohnbereich, andere Bauobjekte (zB Spielplatz, Supermarkt): lokale, regionale, ländliche oder städtische Gegebenheiten

 

 

– Einsichten in Anordnung, Nutzung und Ausgestaltung von Räumen erwerben

Fördern des bewussten Erlebens, Planens und Herstellens einfacher Raummodelle, zB: Bauen mit großen Schachteln; interkulturelle Behausungen

 

 

 

Ausstattung und Funktion dieser Raummodelle – auch im Hinblick auf Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen

 

 

– Merkmale von Konstruktionsmethoden erkennen und anwenden

Bei einfachen Bauaufgaben mit leicht bearbeitbaren Bauelementen Konstruktionsmerkmale einsichtig machen: ZB Gerüst, Brücke, Seilabspannungen

 

 

– Kritische Einstellung gegenüber der gebauten Umwelt anbahnen

Präsentation gebauter Objekte, Besprechung und Diskussion

Technik

Fahren – Gleiten – Schwimmen

 

– Vertiefte Einsichten in die Bereiche Fahren, Gleiten und Schwimmen erwerben

Planen, Herstellen, Erproben und Vergleichen von einfachen, auch lenkbaren Fahrzeugen

 

Fahr-, Flug- und Schwimmfähigkeit von Fahrzeugen erproben

 

 

 

Gegebenenfalls Konstruktionsfehler des Gebauten erkennen und Verbesserungen vornehmen

 

 

– Pflege und Wartung technischer Geräte

ZB einfache Reparaturen beim Fahrrad (Glühbirne austauschen, Rad wechseln, …)

 

 

Energie sichtbar machen und nutzen

 

– Bewegungsenergie in Antriebsenergie umwandeln

Einblick gewinnen in die Umwandlung von Bewegungsenergie in Antriebsenergie wie zB beim Fahrrad, bei Motoren

 

 

– Elektrische Bauteile und deren Funktion

Bauteile und deren Funktion (Stromquelle, Schalter usw.) im einfachen Stromkreis kennen lernen

 

 

 

Schutzmaßnahmen und Regeln für den Umgang mit elektrischer Energie (bis zu 24 V, 20-30 mA)

 

 

Kräfte sparen und Kräfte übertragen

 

– Grundfunktionen und Wirkungsweisen technischer Bauelemente kennen lernen und anwenden

Erkennen der Grundfunktionen und Wirkungsweisen

– von einfachen Maschinen

– von technischen Geräten in der Umwelt des Kindes (Fahrrad, …)

 

 

Messen und Vergleichen

 

– Untersuchen und Bauen einfacher Messinstrumente

Durch Untersuchen bzw. gegebenenfalls Bauen von einfachen Messinstrumenten sollen diese verstanden und angewendet werden, zB Sonnenuhr

 

 

– Anwendung von Maßstäben

Die Bedeutung des Messens in verschiedenen technischen Zusammenhängen erkennen

Produktgestaltung

Form – Funktion – Fertigung

 

– Erproben und Betrachten einfacher Spiel- und Gebrauchsgegenstände (einschließlich Produktanalyse)

Selbst hergestellte, handwerklich oder industriell gefertigte Gebrauchsgegenstände bzw. Konsumgüter hinsichtlich Funktion, Brauchbarkeit und Zweckmäßigkeit beurteilen lernen

 

 

– Konsumkritisches Verhalten erwerben

Durch Betrachten und Erproben von einfachen Gebrauchsgegenständen, allenfalls auch durch Demontage von einfachen Gebrauchsgegenständen

 

 

– Möglichkeiten zur Entsorgung und Wiederverwertung kennen lernen

ZB Trennung von Werkstoffen und Recycling

 

 

Berufsfelder/Arbeitswelt

 

– Technische, wirtschaftliche und soziale Bedingungen in der heutigen Arbeitswelt kennen lernen</