Verwaltungsgerichtshof
20.06.2017
Ra 2016/01/0153
Der EuGH betont in seinem Urteil vom 16. Februar 2017, C-578/16 PPU, C.K., dass sich die Dublin III-VO hinsichtlich der den Asylbewerbern gewährten Rechte in wesentlichen Punkten von der Dublin II-VO unterscheidet (Rn. 62, mit Verweis auf das Urteil des EuGH vom 7. Juni 2016, Ghezelbash, C-63/15, EU:C:2016:409, Rn. 34). Der EuGH hält fest, dass der Unionsgesetzgeber zum einen in Artikel 3, Absatz 2, der Dublin III-VO die auf das Urteil vom 21. Dezember 2011, N. S., C-411/10 und C-493/10, zurückgehende Rechtsprechung kodifiziert und zum anderen in den Erwägungsgründen dieser VO hervorgehoben hat, dass die Mitgliedstaaten bei ihrer Anwendung an die Rechtsprechung des EGMR und an Artikel 4, GRC gebunden sind. Daraus folgt die Verpflichtung, einen besonders ernsten Gesundheitszustand eines Asylwerbers nach den Vorgaben der Rechtsprechung des EGMR zu Artikel 3, MRK, insbesondere dem Urteil des EGMR vom 13. Dezember 2016, Beschwerde Nr. 41738/10, Paposhvili gegen Belgien, zu berücksichtigen.
ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016010153.L06