Verwaltungsgerichtshof
17.12.2007
2006/12/0143
Paragraph 87, Absatz 2, VerfGG regelt die Rechtswirkung einer Bescheidaufhebung wortgleich wie Paragraph 63, Absatz eins, VwGG vergleiche Mayer, B-VG 4, Seite 982, zu Paragraph 87, VerfGG). Bei der Erlassung des Ersatzbescheides ist die Behörde an die im aufhebenden Erkenntnis geäußerte Rechtsanschauung gebunden. Die Bindung erstreckt sich nur auf den "betreffenden Fall", womit der Prozessgegenstand des früheren Verwaltungsverfahrens gemeint ist vergleiche Mayer, aaO, Seite 888, mwN). Oberndorfer, Die österreichische Verwaltungsgerichtsbarkeit, 186, führt zur Frage der Bindungswirkung des Paragraph 63, Absatz eins, VwGG aus, bereits auf Grund der materiellen Rechtskraft sind alle Beteiligten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens einschließlich des VwGH an dessen Ergebnis gebunden. Paragraph 63, Absatz eins, VwGG erweitere die Bindungswirkung für bestimmte Erkenntnisse. Die persönlichen Grenzen der Rechtskraft beschränken die Rechtskraftwirkung auf die Parteien des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens und deren allfällige Rechtsnachfolger (Oberndorfer, aaO, 184). (Hier:
Überträgt man diese Überlegungen über die persönlichen Grenzen der Rechtskraft nach Paragraph 63, Absatz eins, VwGG auf Paragraph 87, Absatz 2, VerfGG, so ist für den Bf daraus, dass der VfGH bereits mit Erkenntnis vom 8. Juni 2004, VfSlg 17184 aus 2004,, die Bestellung des Mitbeteiligten aufgehoben hatte, nichts gewonnen, weil nur der Mitbeteiligte und ein weiterer Mitbewerber Parteien dieses Verfahrens vor dem VfGH waren, sodass nur hinsichtlich dieser Parteien eine Bindung an die Rechtsansicht einer Parteistellung der in den Vorschlag aufgenommenen Bewerber vorliegen kann. Dagegen wurde hinsichtlich des Bf für das weitere Bestellungsverfahren keine derartige Rechtsanschauung überbunden. Somit kam dem Bf Parteistellung auf Grund eines Rechtsanspruches oder eines rechtlichen Interesses oder in Beachtung einer vom VfGH allenfalls überbundenen Rechtsanschauung nicht zu. Die Beschwerde gegen den erstangefochtenen (mit dem zweitangefochtenen Bescheid berichtigten) Bescheid (mit dem der Mitbeteiligte zum Leiter des inneren Dienstes des Amtes des Landesschulrates bestellt wurde) war daher - ungeachtet der an sich gegebenen Zuständigkeit des VwGH zu ihrer Behandlung - wegen des Mangels der Berechtigung zu ihrer Erhebung zurückzuweisen.)
Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung
verbunden):
2006/12/0144