BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2022

Ausgegeben am 22. Dezember 2022

Teil römisch zwei

482. Verordnung:

Änderung der CRR-Begleitverordnung 2021

482. Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA), mit der die CRR-Begleitverordnung 2021 geändert wird

Auf Grund des Paragraph 21 b, Absatz eins, des Bankwesengesetzes – BWG, Bundesgesetzblatt Nr. 532 aus 1993,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 36 aus 2022,, wird verordnet:

Die CRR-Begleitverordnung 2021 – CRR-BV 2021, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 542 aus 2021,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, In der Überschrift des Paragraph 2, wird die Wortfolge „im Kalenderjahr 2022“ durch die Wortfolge „im Kalenderjahr 2023“ sowie im Einleitungssatz des Paragraph 2, Absatz eins, die Wortfolge „für das Kalenderjahr 2022“ durch die Wortfolge „für das Kalenderjahr 2023“ und die Wortfolge „ab dem 1. Jänner 2020“ durch die Wortfolge „ab dem 1. Jänner 2021“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 2, In Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 3, wird die Wortfolge „der geprüfte Jahresabschluss 2020“ durch die Wortfolge „der geprüfte Jahresabschluss 2021“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 3, In Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 4, wird die Wortfolge „zum 11. November 2021“ durch die Wortfolge „zum 11. November 2022“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 4, In Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 5, wird die Wortfolge „zum 31. Dezember 2021“ durch die Wortfolge „zum 31. Dezember 2022“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 5, Paragraph 2, Absatz 2, lautet:

  1. Absatz 2,Der unter Absatz eins, für die Vorabgenehmigung festgelegte Betrag, der 1 vH des vor der Rückzahlung anrechenbaren harten Kernkapitals nicht überschreiten darf, ist wie folgt zu berechnen: Von der Summe der Rückzahlungsbeträge aus sämtlichen gekündigten Geschäftsanteilen des Geschäftsjahres 2021 wird die Summe aller in demselben Geschäftsjahr neu begebenen und eingezahlten Geschäftsanteile, welche die Voraussetzungen gemäß Artikel 28 und 29 der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, erfüllen, abgezogen. Das Ergebnis ist durch das harte Kernkapital zum Ende des Geschäftsjahres 2021 zuzüglich der Summe aller Rückzahlungsbeträge aus allen Kündigungen dieses Geschäftsjahres zu dividieren. Ergibt die durchgeführte Berechnung für das Geschäftsjahr 2021, dass die Summe der Rückzahlungsbeträge die Summe der in demselben Geschäftsjahr neu begebenen und eingezahlten Geschäftsanteile nicht übersteigt, sind die Voraussetzungen gemäß Absatz eins, Ziffer eins und 2 nicht anzuwenden.“

Novellierungsanordnung 6, In Paragraph 2, Absatz 4, Ziffer eins, wird die Wortfolge „des Geschäftsjahres 2020“ durch die Wortfolge „des Geschäftsjahres 2021“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 7, Die Paragraphen 6 bis 9 samt Überschriften lauten:

Anteile an Kreditinstituten, CRR-Kreditinstituten, CRR-Finanzinstituten oder Anbietern von Nebendienstleistungen

Paragraph 6,

  1. Absatz eins,Für Beteiligungen im Sinne des Artikel 4, Absatz eins, Nr. 35 der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, an Kreditinstituten, CRR-Kreditinstituten, CRR-Finanzinstituten, Anbietern von Nebendienstleistungen und Vermögensverwaltungsgesellschaften im Sinne der Richtlinie 2002/87/EG, die nach Maßgabe des für die konsolidierte Betrachtung geltenden Rechnungslegungsrahmens gemäß Artikel 4, Absatz eins, Nr. 77 der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, mittels Äquivalenzmethode in den konsolidierten Abschluss einbezogen werden und nicht gemäß Artikel 18, Absatz eins bis 5 der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, in die Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis einzubeziehen sind, ist auch für Zwecke der aufsichtlichen Konsolidierung gemäß Teil 1, Titel römisch zwei, Kapitel 2 der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, die Äquivalenzmethode heranzuziehen, sofern gemäß Artikel 4, Absatz eins, der Delegierten Verordnung (EU) 2022/676 von der zuständigen Behörde keine Quotenkonsolidierung oder Vollkonsolidierung verlangt wird.
  2. Absatz 2,Abweichend von Absatz eins, ist unter Berücksichtigung des Artikel 4, Absatz 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2022/676 eine Vollkonsolidierung von Instituten oder Finanzinstituten in jenen Fällen vorzunehmen, in denen das Institut aufgrund seiner organisatorischen und finanziellen Beziehungen zu dem betreffenden Institut oder Finanzinstitut den größten Teil der Risiken im Zusammenhang mit den maßgeblichen Tätigkeiten dieses Instituts oder Finanzinstituts trägt oder den größten Teil der damit verbundenen Vorteile genießt.
  3. Absatz 3,Abweichend von Absatz eins, ist unter Berücksichtigung des Artikel 4, Absatz 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2022/676 eine Quotenkonsolidierung von Instituten oder Finanzinstituten entsprechend dem Kapitalanteil an diesem Unternehmen in jenen Fällen vorzunehmen, in denen eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Institut und einem oder mehreren Anteilseignern, Eigentümern oder Gesellschaftern des betreffenden Instituts oder Finanzinstituts besteht, das Institut oder Finanzinstitut gemeinsam finanziell zu unterstützen, oder wenn es deutliche Hinweise darauf gibt, dass sie das Institut oder Finanzinstitut entsprechend ihrem Kapitalanteil finanziell unterstützen würden. Dies gilt nicht für Fälle, in denen Institute einem institutsbezogenen Sicherungssystem unter den Bedingungen des Artikel 113, Absatz 7, der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, angeschlossen sind.
  4. Absatz 4,Aus der Äquivalenzmethode entstehende Unterschiedsbeträge sind entsprechend den Bestimmungen des geltenden Rechnungslegungsrahmens zu behandeln. Der auf den Unterschiedsbetrag entfallende Geschäfts- oder Firmenwert ist gemäß Artikel 37, Buchstabe b der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, zu behandeln.

Anteile an Unternehmen, die keine Kreditinstitute, CRR-Kreditinstitute, CRR-Finanzinstitute oder Anbieter von Nebendienstleistungen sind

Paragraph 7,

  1. Absatz eins,Aus der Anwendung der Äquivalenzmethode entstehende Unterschiedsbeträge sind entsprechend den Bestimmungen des geltenden Rechnungslegungsrahmens zu behandeln. Der auf den Unterschiedsbetrag entfallende Geschäfts- oder Firmenwert ist gemäß Artikel 37, Buchstabe b der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, zu behandeln.
  2. Absatz 2,Anstelle der Äquivalenzmethode ist unter Berücksichtigung des Artikel 7, Absatz eins, in Verbindung mit Artikel 4, Absatz 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2022/676 eine Vollkonsolidierung für ein Tochterunternehmen oder ein Unternehmen, an dem ein Institut eine Beteiligung hält, in jenen Fällen vorzunehmen, in denen das Institut aufgrund seiner organisatorischen und finanziellen Beziehungen zu dem betreffenden Tochterunternehmen oder Unternehmen den größten Teil der Risiken im Zusammenhang mit den maßgeblichen Tätigkeiten dieses Tochterunternehmens oder Unternehmens trägt oder den größten Teil der damit verbundenen Vorteile genießt.
  3. Absatz 3,Anstelle der Äquivalenzmethode ist unter Berücksichtigung des Artikel 7, Absatz eins, in Verbindung mit Artikel 4, Absatz 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2022/676 eine Quotenkonsolidierung eines Tochterunternehmens oder eines Unternehmens, an dem ein Institut eine Beteiligung hält, entsprechend dem Kapitalanteil an diesem Unternehmen vorzunehmen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
    1. Ziffer eins
      das Unternehmen wird von dem Institut gemeinsam mit einem oder mehreren nicht in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen kontrolliert, und zwar auf der Grundlage einer rechtlich durchsetzbaren vertraglichen Vereinbarung zwischen ihnen oder aufgrund von entsprechenden Klauseln in der Satzung des Unternehmens, und die Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten des Unternehmens erfordern die einstimmige Zustimmung aller beteiligten Unternehmen;
    2. Ziffer 2
      es besteht eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Institut und einem oder mehreren Anteilseignern, Eigentümern oder Gesellschaftern des Unternehmens, dieses Unternehmen gemeinsam finanziell zu unterstützen, oder es liegen deutliche Hinweise darauf vor, dass sie das Unternehmen entsprechend ihrem Kapitalanteil finanziell unterstützen würden.

Konsolidierung im Falle maßgeblichen Einflusses ohne Kapitalbeziehung

Paragraph 8,

Übt ein Institut einen maßgeblichen Einfluss auf ein oder mehrere Institute oder Finanzinstitute aus, ohne jedoch eine Beteiligung an diesen zu halten oder andere Kapitalbeziehungen zu diesen zu haben, ist unter Berücksichtigung des Artikel 5, Absatz eins, 4 und 5 der Delegierten Verordnung (EU) 2022/676 eine Vollkonsolidierung in jenen Fällen vorzunehmen, in denen das Institut, das den maßgeblichen Einfluss ausübt, aufgrund seiner organisatorischen und finanziellen Beziehungen zu den betreffenden Instituten oder Finanzinstituten den größten Teil der Risiken im Zusammenhang mit den maßgeblichen Tätigkeiten dieser Institute oder Finanzinstitute trägt oder den größten Teil der damit verbundenen Vorteile genießt.

Konsolidierung von horizontalen Unternehmensgruppen

Paragraph 9,

Sind Institute untereinander durch eine Beziehung im Sinne des Artikel 22, Absatz 7, der Richtlinie 2013/34/EU verbunden, ist eine Konsolidierung gemäß den Bestimmungen des Artikel 2, der Delegierten Verordnung (EU) 2022/676 vorzunehmen.“

Novellierungsanordnung 8, In Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer eins, wird der Verweis „BGBl. römisch eins Nr. 98/2021“ durch den Verweis „BGBl. römisch eins Nr. 36/2022“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 9, In Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 2, wird der Verweis „BGBl. römisch eins Nr. 98/2021“ durch den Verweis „BGBl. römisch eins Nr. 57/2022“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 10, In Paragraph 10, Absatz 2, Ziffer 5, wird der Verweis „ABl. Nr. L 136 vom 21.04.2021 S. 328“ durch den Verweis „ABl. Nr. L 410 vom 18.11.2021 S. 201“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 11, In Paragraph 10, Absatz 2, Ziffer 7, wird der Verweis „Richtlinie 2014/102/EU, Amtsblatt Nummer L 334 vom 21.11.2014 Seite 86“ durch den Verweis „Richtlinie (EU) 2021/2101, Amtsblatt Nummer L 429 vom 01.12.2021 Seite 1“ ersetzt.

Novellierungsanordnung 12, In Paragraph 10, Absatz 2, wird der Punkt am Ende der Ziffer 7, durch einen Strichpunkt ersetzt und folgende Ziffer 8, angefügt:

  1. Ziffer 8
    soweit auf Bestimmungen der Delegierten Verordnung (EU) 2022/676 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, zur Festlegung der Bedingungen für eine Konsolidierung in den in Artikel 18 Absätze 3 bis 6 sowie 8 beschriebenen Fällen, Amtsblatt Nummer L 123 vom 26.04.2022 Seite 1, verwiesen wird, ist diese in ihrer Stammfassung anzuwenden.“

Novellierungsanordnung 13, Dem Paragraph 13, wird folgender Absatz 3, angefügt:

  1. Absatz 3,Paragraph 2, Absatz eins, 2 und 4 Ziffer eins, samt Überschrift, die Paragraphen 6 bis 9 jeweils samt Überschrift sowie Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer eins und 2 und Absatz 2, Ziffer 5, 7 und 8 in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 482 aus 2022, treten mit 1. Jänner 2023 in Kraft. Auf Rückzahlungen von Geschäftsguthaben im Kalenderjahr 2021 ist Paragraph 2, in der Fassung der Verordnung Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 542 aus 2021, weiterhin anzuwenden.“

Ettl   Müller