BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

Jahrgang 2012

Ausgegeben am 14. August 2012

Teil römisch eins

81. Bundesgesetz:

Gerichtsorganisationsnovelle Wien-Niederösterreich

 

Nationalrat:, Gesetzgebungsperiode römisch 24 Regierungsvorlage 1805 Ausschussbericht 1834 Sitzung 167. Bundesrat:, Ausschussbericht 8767 Sitzung 812.)

81. Bundesgesetz, mit dem das Bezirksgerichts-Organisationsgesetz für Wien, das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Nr. 91 aus 1993, und das Staatsanwaltschaftsgesetz geändert werden (Gerichtsorganisationsnovelle Wien-Niederösterreich)

Der Nationalrat hat beschlossen:

Artikel römisch eins
Änderung des Bezirksgerichts-Organisationsgesetzes für Wien

Das Bezirksgerichts-Organisationsgesetz für Wien, Bundesgesetzblatt Nr. 203 aus 1985,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 57 aus 1999,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, In Paragraph 2, Ziffer 3, wird nach dem Ausdruck „XIII“ die Wortfolge „sowie die in Paragraph 4, angeführten Gemeinden in Niederösterreich“ angefügt.

Novellierungsanordnung 2, In Paragraph 3, wird nach dem Ausdruck „XXIII“ die Wortfolge „sowie die in Paragraph 4, angeführten Gemeinden in Niederösterreich“ angefügt.

Novellierungsanordnung 3, Folgender Paragraph 4, wird eingefügt:

Paragraph 4,

Im Rahmen der Gerichtsorganisation sind die niederösterreichischen Gemeinden Gablitz, Mauerbach, Pressbaum, Purkersdorf, Tullnerbach und Wolfsgraben nach Maßgabe dieses Bundesgesetzes Wien zugeordnet.“

Novellierungsanordnung 4, Nach Paragraph 11, werden folgende Paragraphen 11 a, 11 b und 11 c eingefügt:

Paragraph 11 a,

Paragraph 2, Ziffer 3,, Paragraph 3 und Paragraph 4, in der Fassung des Bundesgesetzes Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 81 aus 2012, treten mit 1. Juli 2014 mit der Maßgabe in Kraft, dass die vor dem 1. Juli 2014 beim Bezirksgericht Purkersdorf anhängig gewordenen Rechtssachen mit dem Tag des Inkrafttretens dieses Bundesgesetzes – je nach sachlicher Zuständigkeit – als an das Bezirksgericht Hietzing oder an das Bezirksgericht für Handelssachen Wien überwiesen gelten.

Paragraph 11 b,

  1. Absatz eins,Soweit durch Bundesgesetz nichts anderes bestimmt ist, umfasst der Sprengel der in Wien errichteten Gerichtshöfe erster Instanz jeweils die Wiener Bezirke römisch eins bis römisch 23 sowie ab 1. Juli 2014 auch die in Paragraph 4, angeführten Gemeinden in Niederösterreich mit der Maßgabe, dass lediglich für Verfahren, die vor dem 1. Juli 2014 beim Landesgericht St. Pölten anhängig gemacht worden sind, dieses Landesgericht nach Maßgabe der nachstehenden Bestimmungen zuständig bleibt.
  2. Absatz 2,Die Anhängigkeit nach Absatz eins, bemisst sich grundsätzlich danach, ob eine verfahrenseinleitende Eingabe vor dem 1. Juli 2014 beim Landesgericht St. Pölten eingelangt ist. In Strafverfahren ist ein Verfahren im Sinn des Absatz eins, beim Landesgericht St. Pölten anhängig, wenn die Anklage bei diesem vor dem 1. Juli 2014 eingebracht wurde.
  3. Absatz 3,Ist die Zuständigkeit des Landesgerichts St. Pölten nach Absatz eins und 2 gegeben, bleibt sie auch im Fall der Fortsetzung, Fortführung, Wiederaufnahme, neuerlichen Durchführung oder Verfahrensergänzung, Neudurchführung oder Erneuerung eines Verfahrens sowie im Fall einer Nichtigkeitsklage, Nichtigerklärung oder einer Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes oder schließlich einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand sowie bei jeder sonstigen Form einer Verfahrensfortführung, -ergänzung oder -erneuerung erhalten.
  4. Absatz 4,Die Zuständigkeit des Landesgerichts St. Pölten für anhängige Sachen des Firmenbuchs, die Unternehmen mit dem Sitz in einer der in Paragraph 4, angeführten Gemeinden betreffen, geht auf das Handelsgericht Wien über. Das Landesgericht St. Pölten hat solche Registersachen dem Handelsgericht Wien zu überweisen und die Eintragungen im Firmenbuch, die solche Unternehmen betreffen, dem Handelsgericht Wien zur Bildung der Register mitzuteilen.

Paragraph 11 c,

Bereits von dem der Kundmachung des Bundesgesetzes Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 81 aus 2012, folgenden Tag an können hierzu Durchführungsverordnungen erlassen und damit im Zusammenhang stehende organisatorische und personelle Maßnahmen vorbereitet und getroffen werden.“

Artikel römisch zwei
Änderung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 91/1993

Das Bundesgesetz, mit dem die Allerhöchsten Bestimmungen über die Einrichtung der Gerichtsbehörden, das Amtshaftungsgesetz, das Finanzstrafgesetz, das Strafrechtliche Entschädigungsgesetz, das Datenschutzgesetz, das Mediengesetz, das Kartellgesetz, das Strafvollzugsgesetz und das Bewährungshilfegesetz geändert sowie die niederösterreichischen Umland-Bezirksgerichte Wiens niederösterreichischen Gerichtshöfen zugewiesen werden, Bundesgesetzblatt Nr. 91 aus 1993,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, In Artikel römisch zehn wird Paragraph eins, Ziffer eins, aufgehoben.

Novellierungsanordnung 2, In Artikel römisch elf erhält der bisherige Inhalt des Paragraph eins, die Absatzbezeichnung „(1)“; folgende Absatz 2 und 3 werden angefügt:

  1. Absatz 2,Die durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 81 aus 2012, verfügte Aufhebung von Artikel römisch zehn Paragraph eins, Ziffer eins, tritt mit 1. Juli 2014 mit der Maßgabe in Kraft, dass das Landesgericht St. Pölten im Bereich der niederösterreichischen Gemeinden nach Paragraph 4, des Bezirksgerichts-Organisationsgesetzes für Wien, Bundesgesetzblatt Nr. 203 aus 1985,, lediglich für Verfahren zuständig bleibt, die vor dem 1. Juli 2014 beim Bezirksgericht Purkersdorf, beim Landesgericht St. Pölten oder bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten eingelangt, anhängig gemacht oder behandelt worden sind.
  2. Absatz 3,Ist die Zuständigkeit des Landesgerichts St. Pölten nach Absatz 2, gegeben, bleibt sie auch im Fall der Fortsetzung, Fortführung, Wiederaufnahme, neuerlichen Durchführung oder Verfahrensergänzung, Neudurchführung oder Erneuerung eines Verfahrens sowie im Fall einer Nichtigkeitsklage, Nichtigerklärung oder einer Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes oder schließlich einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand sowie bei jeder sonstigen Form einer Verfahrensfortführung, -ergänzung oder -erneuerung erhalten.“

Artikel römisch drei
Änderung des Staatsanwaltschaftsgesetzes

Das Staatsanwaltschaftsgesetz (StAG), Bundesgesetzblatt Nr. 164 aus 1986,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 66 aus 2011,, wird wie folgt geändert:

Novellierungsanordnung 1, Nach Paragraph 2 a, wird folgender Paragraph 2 b, samt Überschrift eingefügt:

„Sprengel der Staatsanwaltschaft

Paragraph 2 b,

  1. Absatz eins,Der Sprengel der Staatsanwaltschaft orientiert sich (vorbehaltlich der Sonderzuständigkeiten) nach jenem des Landesgerichts, an deren Sitz sie eingerichtet ist.
  2. Absatz 2,Dies gilt sinngemäß auch für die Wahrnehmung der Aufgaben nach Paragraph 4,

Novellierungsanordnung 2, Dem Paragraph 42, wird folgender Absatz 17, angefügt:

  1. Absatz 17,Paragraph 2 b, in der Fassung des Bundesgesetzes Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 81 aus 2012, tritt mit 1. Juli 2014 mit der Maßgabe in Kraft, dass nur für die ab dem 1. Juli 2014 neu angefallenen Strafsachen im Bereich der niederösterreichischen Gemeinden nach Paragraph 4, des Bezirksgerichts-Organisationsgesetzes für Wien, Bundesgesetzblatt Nr. 203 aus 1985,, die Staatsanwaltschaft Wien bzw. deren Organe nach Paragraph 4, zuständig sind.

Fischer

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